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Nr. 208

Freitag, 2. August 1935

83. Jahrgang.

Die Verhandlungsbereitschaft Danzigs

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abzusehen. Aber wo ergebe sich der geringste Protest Mächte wetteiferten auf der einen Seite für di« <z

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Fernsprecher-Sammel-Nr. 59631. Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.

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GeschSstszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn» und Feiertags.

Das Sommersemester der Wiener Universität ist zu Ende gegangen. Die Gesamtzahl der Studierenden be­trug nach den statistischen Erhebungen 10 600, also 600 Studierende weniger als im Sommersemester des vorigen Jahres. Der schon seit zwei Jahren zu beobachtende Rück­gang im Besuch der Wiener Universität ist zum großen Teil auf das Ausbleiben der Studenten aus vielen auswärtigen Staaten zurückzuführen.

man übertrage ihnen hohe Ämter, die sie mit strahlendem Be­hagen annehmen, denn schon lange töte die Lächerlichkeit nicht mehr. Dieser Unterschied in der Behandlung Deutschlands und Rußlands fei der erstaunlichste Widerspruch unserer Zeit.

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republik. Ihre Delegierten würden mit ihnen überhäuft,

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Eine Schweizer Zeitung über die Rückwirkungen der New Parker Ausschreitungen.

Genf, 1. Aug. Die „Gazette de Lausanne" beschäftigt sich lsilt den Rückwirkungen der New Parker Ausschreitungen auf d« deutsch- Öffentlichkeit.

diese ganze Entwicklung gerade im gegenwärtigen Augenblick als sehr unangenehm empfinden. Man wird zunächst abwarten müssen, welches Ergebnis die Beratungen des Ministers Papöe mit den Warschauer Stellen haben werden. Die Danziger Regierung hat ausdrücklich betont, daß sie zu Verhandlungen I ederzeit bereit ist und daß ihre Anordnung zur Aufhebung der Zollschranken des Danziger Hafens nur als eine vorübergehende Maßnahme anzusehen ist, die lediglich hie Sicherstellung der Versorgung Danzigs be­zweckt und nicht etwa als eine Quittung auf den von Danzig als einen Einbruch in die Verträge angesehenen Schritt Polens zu betrachten ist. Ze eher solche Ver­handlungen zustande kommen werden, umso besser wird es für beide Teile sein. Nur eines kann und wird die national sozial iftische Danziger Regierung dabei nicht zugestehen, nämlich die Vereinigung der Danziger und der polnischen Währung, weil das praktisch eine Aufgabe der Selbständigkeit Danzigs be­deuten würde, und weil es zugleich bedeuten würde, daß die Danziger Regierung den Spruch außer Acht ließe, der im Danziger Rathaus angebracht ist: „Die goldene Freiheit ist für kein Geld ver­käuflich." Das also wird die Danziger national­sozialistische Regierung nicht tun, wie sie eines ebenfalls nicht tun konnte, nämlich ruhig und tatenlos der wach­senden Gefahr zusehen, die Danzigs Bevölkerung und Wirtschaft bedroht, die aber von Danzig nicht herbeige- führt worden ist.

Die Hauptfrage - die Teilnahme Deutschlands

Die Wiederaufnahme der Donaupakt-Berhandlungen.

Lob deutscher Leistung.

Botschafter a. D. Schurmann begrüßt die „Europa" in New Pork.

Benroärtig in Moskau tagenden Kominternkongreß sest- tten. Offenbar seien sie aber befugt, vonllngerech- tigkeit zu sprechen, wenn sie in bitteren Worten die Gunst, deren sich die Sowjets erfreuen, der Kritik gegenüber­stellten, die an Deutschland geübt werde.

Die Opfer bes bolschewistischen Regimes seien zahllos, sie seien in allen Ländern vorhanden, und ihr Schicksal sei ein Gegenstand ständiger Sorge. Es sei kein Ende des Unheils

«WM'"«- Jflr eine Syrett von 2 Wochen 94 Rpf., für einen Monat RM. 2.-. ein. schließlich Traglohn. Durch die Post bezogen RM. 2.35, zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld ffiinsel. nummern 10 Rpf. „Z/oUgsbefteUungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen die o™,3,1 SMen höherer Gewalt oder Betriebsstörungen haben bie gtgielja keinen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder auf Rückzahlung des Bezugspreises.

r, Das Blatt bezeichnet den deutschen $ r o t e |t = «4^^-inWasHi"lltonalsberechtigt. zggg falle M den internationalen Beziehungen werden, so schreibt das p at:, wenn Schiffe, die in einem fremden Hasen vor Anker irn^Jx Angriffen von Elementen ausgesetzt sind, die aus welchen Gründen mit einer Regierung unzufrieden - Vielleicht wagten sich, so heißt es in dein Artikel, die putschen Zeitungen etwas weit vor, wenn sie einen ^»vnnmenhang zwischen dem New Porter Krawall und dem

Werk begonnen, die sich schroff gegenüberstehenden Ansichten Österreichs und Ungarns einerseits und der Kleinen Entente andererseits einander näherzubringen. Durch die vernünftige und ruhige Sprache der Staatsmänner der in Frage kommenden Donauländer feien diese Bemühungen offensicht­lich von Erfolg gekrönt gewesen. Es wäre jedoch unange­brachter Optimismus, wollte man glauben, daß nunmehr die Donau-Konferem von einem Tage zum anderen zusammen­treten würde. Wenn es auch klug gewesen sei, zunächst die Meinungsverschiedenheiten zwischen den kleinen Staaten zu beseitigen, müsse nunmehr die Hauptfrage, nämlich die Teilnahme Deutschlands, ins Auge gefaßt werden. Für den Fall, daß die Bekanntgabe des Wortlautes des französisch-italienischen Paktentwurfes unmittelbar be­vorstehe, hofft das Blatt, bald genaueres über die deutsche Haltung zu erfahren. Von Deutschland hänge zum größten Teil die zukünftige politische Orientierung des Donauraumes ab. Hiermit solle, so heißt es in dem Aufsatz, allerdings nicht gesagt werden, daß im Falle einer Weige­rung Deutschlands, an dem Donaupakt teilzunehmen, der Pakt nicht trotzdem abgeschlossen werden könne. Es sei jedoch offensichtlich, daß seine Bedeutung dann ganz anders wäre.

Eine halbamtliche italienische Verlautbarung.

Rom, 2. Aug.. Zur Wiederaufnahme der Donaupakt- Berhandlungen bringt die dem italienischen Außenminister nahestehende Zeitschrift „Affari Esteri" einen ausführlichen Aufsatz ihres Herausgebers Engely. In dem Aufsatz werden die bekannten Schwierigkeiten und Gegensätze zwischen den einzelnen Donaustaaten einer eingehenden Betrachtung unterzogen, wobei besonders auf die Meinungsverschieden­heiten zwischen Ungarn und der Kleinen Entente hingewiesen wird, die sich besonders aus den Minderheiten- und Hevisionsfragen ergeben.

Nach der Ansicht Engelys werde sich der kommende Donaupakt auf Nichteinmischung, Nichtunter- stützung des Angreifers und auf Konsul­tation beziehen. Hierüber herrsche im großen und ganzen bereits Einigkeit zwischen Österreich, Ungarn und der Kleinen Entente. Der Abschluß gegenseitiger Beistandspakte müßte hingegen den einzelnen vertragschließenden Parteien ireistehen. Sie müßten zu späterer Zett erörtert und dem freien Ermeßen der einzelnen Staaten überlasten bleiben. Aalten und Frankreich hätten ein mühsames und geduldiges

Anzeigenpreise: Ein Millimeter Hohe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund, preis 6 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 45 Rpf., sonst laut Tarif Nr. 3, Nachlaßstafsel C. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird feine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen.Annahme 10 Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.

Eine Antwort

auf die jüdisch-kommunistische Hetze.

£ New Pork, 1. Aug. Auf seiner Rundreise zwischen Bremen und New Port traf der Schnelldampfer „Europ a“ des Norddeutschen Lloyd am Donnerstag im Hafen von New Pott ein. Bei der Ankunft des Dampfers wurde durch den ^^INew Potter Generalkonsul von Luxemburg, William F. Hamilton, eine Rede des früheren amerikanischen Bot­schafters in Berlin Schur man verlesen, da der Botschafter im letzten Augenblick am Erscheinen verhindert war.

r In der Rede wird u. a. ausgeführt: Die „Europa" hat : 5 Jahren ohne besondere Anstren- .. transatlantischen Schnelligkeitsrekord ausgestellt, und es ist noch keinen Monat her, daß sie mit fast 2000 Passagieren von New Pork abfuhr und einen neuen Rekord in der Pafsagierbesörderung seit 1932 erreichte. Dieser Beweis von Beliebtheit beim reisenden Publikum und dieser einzigartige Ausdruck des Vertrauens überrascht mich nicht. Wer könnte den unvergleichlichen Dienst am Passagier vergessen, die strenge Disziplin der Besatzung und das Gefühl der Sicherheit, das von dem Schiff ausgeht? Die B ^Europa" und die „Bremen", die Elanzstücke in der Flotte des Norddeutschen Lloyd, sind ein Triumph der deutschen Werften. Sie stellen die hervor­ragendsten und besten Fahrzeuge dar, die je­mals die Meere befahren haben. In ihnen spiegelt sich in hoher und bewunderungswürdiger Art ine Kultur atntr großen Nation wieder, die erfreulicherweise von neuem j" »Oren Platz an der Sonne, gleichberechtigt mit den größten, eingenommen hat. Sie verkörpern die Gewähr und die Vor­aussage kommender noch größerer Errungenschatten, die die Zukunft für das so gebildete und fähige deutsche Volk vorbehalten hat. In diesem Sinne sehe ich ver- Lauensvoll dem 2. Hundert der Rundreisen der „Europa" den Atlantischen Ozean entgegen. Was dieses schöne ^»iff bisher so gut vollbracht hat, wird es fortsetzen. Ich bin ^ntt Ihnen stolz auf dieses Schiff und teile voll Zuversicht alle ohre guten Wünsche für seine Zukunft. Floreat semper!

Verpflichtendes Mahnmal.

Zu Hindenburgs Todestag am 2. August.

Völker sterben, Sippen sterben, Du selbst stirbst wie sie, Eines weiß ich, was ewig lebt: Des Toten Tatenruhm.

Edda.

Am 2. August ist ein Jahr vergangen, an dem nach kurzem Leiden der getreue Eckart des deutschen Volkes, der Generalfeldmarschall des Großen Krieges und letzte Präsident des Deutschen Reiches zur Großen Armee ab= berufen wurde. Es war nicht wie das Sterben gewöhn­licher Menschen, es war nicht, wie wenn man sonst einen lieben Menschen durch den Tod verliert. Es war wie eine Schicksalsstunde der Nation, wie wenn eine nie recht empfundene Selbstverständlichkeit aus dem Tageslauf des nationalen Lebens gestrichen wurde, als die Glocken der deutschen Kirchen an jenem warmen Sommertag den Heimgang des greisen Mar­schalls verkündeten, die gleichen Glocken, die zwanzig Fahre vorher in jenen gleichen Tagen die deutsche Armee zu den Waffen riefen, um Volk und Heimat gegen einen übermächtigen Feind zu verteidigen. Erst in jener Sterbestunde wurde es dem letzten Deutschen klar, was dieser Mann für Deutschland bedeutete: er war nichts weniger als Deutschland selber, der ruhende Pol, der zwischen allen kämpfenden Parteien die Stärke und Tradition eines innerlich morschen Reiches reprä­sentierte. Als er am 6. August dann zum letzten Mals durch seine ostpreußische Heimat gefahren wurde, um inmitten seiner toten Kameraden auf dem Schlachtfeld von Tannenberg zur letzten Ruhe gebettet zu werden, da senkten sich in allen zivilisierten Ländern der Welt die Fahnen auf Halbmast. Inmitten eines maßlosen Voykottkampfes gegen Deutschland hielt die verhetzte Welt einen Augenblick den Atem an, um sich vor der Selbstlosigkeit dieses stolzen Menschen­lebens bewundernd zu beugen, obwohl er sich, wie.er selbst einmal sagte, nie um den Beifall der Welt ge­kümmert hat, sondern einzig und allein die eigene Über­zeugung, die Pflicht und das Gewissen sein Handeln be­stimmten. Es mochte in jenen Tagen vielen erst klar geworden sein, daß es große Männer und selbstlose Führer nie zu viel auf dieser Erde gegeben hat.

Zwischen einer großen Vergangenheit, einer schmach­vollen Gegenwart und einer stolzeren größeren Zukunft einsam stehend, die Verkörperung von An­ständigkeit und nationaler Würde inmitten des ehrlosen Novemberstaates, bedeutete seine Haltung allein jahrtausende alte Tradition eines Reiches: Ehre, Ehrfurcht, Treue und restlose Hingabe an eine Idee, die Deutschland hieß. Das sind die Tugenden aller großen Deutschen gewesen, von Widukind über Heinrich den Löwen, die Stausenkaiser und Martin Luther, über den Großen Friedrich, Pork und Bismarck bis hin zu diesem letzten Recken jüngster deutscher Vergangenheit: Hindenburg. Ihn brauchen Historiker nicht zu deuteln, sein Leben selbst ist unvergängliche deutsche Geschichte, die seine Männerhand geschrieben hat getreu seinem Spruch: „Bis zu meinem letzten Atemzuge wird die Wiedergeburt Deutschlands meine einzige Sorge, der Inhalt meines Bangens und Betens sein."

Es ist gut um Völker bestellt, die Männer ihres Blutes ihr eigen nennen, an deren Opferfreudigkeit

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Unruhe in Polen. — Minister Papöe nach Warschau gereist.

as. Berlin, 2. Aug. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Die polnischen Maßnahmen gegen Danzig die zu einer völligen Absperrung Danzigs von seinem polnischen Hinterland führten und die wie es in der amtlichen Danziger Mitteilung heißt, die Danziger Wirtschaft in eine Krise gebracht hat, wie sie noch nicht erlebt wurde, haben die Danziger Regierung gezwungen, gewisse Notstandsmaßnahmen zu ergreifen, Maßnahmen, die durch Aufhebung be­stimmter Zölle die Versorgung Danzigs sich er stellen sollen. In Warschauer unterrich­teten Kreisen haben nun die Nachrichten von dem Vor­gehen der Danziger Regierung geradezu unge­heures Aufsehen erregt. Der polnische Vertreter

Q; : t m Danzig, Minister Papäe, hat sich sofort im Flug­zeug nach Warschau begeben, um unverzüglich mit den maßgebenden Warschauer Regierungsstellen die Lage zu besprechen. Es ist leider nicht zu verkennen, daß es in Warschau nicht an scharfmacherischen Ele- menten fehlt, die fordern, daß Polen seinen bisherigen Kurs in der Danziger Frage fortsetzen und vor keinem Mittel zurückschrecken dürste, um die „restlose Einhal­tung der bestehenden, Verträge durch Danzig zu er- zmingen." Andererseits sind aber doch auch einsichtige Stimmen zu hören, die für die Verschärfung der Situation Polen selbst verantwortlich machen und die