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runzelte der Wirt die Stirn. „Smith? I „Ich weiß nicht", murmelte er hilflos und fah sich -äi- Ifii/tott i davon, wie cs in ihm gärte, wie sich Melodie und Rhythmus in

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Donnerstag, 25. Juli 1935

83. Jahrgang.

Die irischen Religionskämpfe breiten sich aus

Regierungskrise und Gefährdung des Guldens

Tritt das holländische Kabinett zurück?

EeschSstszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn» und Feiertags.

WerktägNch nachmittags, Samstags »ar- n. nachmittag, Fernsprecher-Sammel-Nr. 69631.

Anzeigenpreise: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund- preis 6 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalts im Tertteil 45 Rpf., sonst laut Tarif Nr. 3, Nachlatzstaffel C. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen-Annahme 10 Uhr vormittags. Größere Anzeigen müßen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.

:iffe zu verteidigen.

Ministerpräsident Dr. L o l i j n stattete am Mittwoch-

Riederländische Bank erhöht Diskontsatz um 2 auf 5 v. H.

Amsterdam, 24. Juli. Die Niederländische Bank hat mit Wirkung vom 25. Juli ihren Diskontsatz um 2 auf 5 p. ?■ e r h ö h t. In dieser Maßnahme der neuerlichen Wiedererhöhung des Diskontsatzes ,— nachdem erst am 18. d. M. eine Ermäßigung um 2 v. H. erfolgt war — ist eine sofortige Reaktion auf die internationalen und auch in holländischen Finanzkreisen entstandene Beunruhi­gung über die politische Entwicklung in Holland als Folge des in der bisherigen Regierungskoalition ent­standenen Ristes zu erblicken.

Bereits an der gestrigen Amsterdamer Nachbürse machte sich eine ziemlich starke Nervosität bemerkbar, die zu Kurserhöhungen auf dem Wertpapiermarkt führte und heute vormittag auch auf den Devisenmarkt Übergriff. Insbe­sondere will man starke Euldenabgaben aus Paris wahr­genommen haben. Das holländische Publikum hat aller­dings bisher in seiner Mehrheit seine Besonnenheit bewahrt, wenn man auch vielfach über die Zuspitzung der politischen Lage überrascht und besorgt ist.

»»ug-prelse: Für eine Bezugszeit von 2 Wochen 94 Rpf.. für einen Monat RM. 2.—, ein- schließlich Traglohm Durch die Post bezogen RM. 2.35, zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld, Einzel- nummern 10 Rpf. — Bezugsbestellungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die -räger und alle Postanstalten. — In Fällen höherer Gewalt oder Betriebsstörungen haben die Bezieher kernen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder auf Rückzahlung des Bezugspreises.

Den Haag, 24. Juli. Amtlich wird festgestellt, daß die Regierung, die in der Kammer in die Minderheit geriet, noch nicht ihren Rücktritt erklärt hat und daß sie sich erst für eine der beiden Möglichkeiten, Rücktritt oder Kammerauflösung, entscheiden müste. Bis auf weiteres bleibe das Ministerium im Amt und es ändere sich auch nichts an seiner Politik. Dies gelte insbesondere auch hinsichtlich der Währung. Hieraus ergebe sich, daß die Regierung möglicherweise ohne Verzug weitgehende Maß­nahmen ergreifen werde, um den Eulden gegen alle An

nachmittag der Königin einen längeren Besuch ab, um ihr über die Zuspitzung der politischen Lage Bericht zu erstatten. Die Unterredung hatte jedoch, wie es heißt, nur informatorischen Charakter. Eine Entscheidung über die Folgerungen, die die niederländische Regierung aus der ver­änderten parlamentarischen Lage ziehen wird, dürfte wahr­scheinlich in einer auf Donnerstagvormittag anberaumten neuen Kabinettssitzung fallen. In politischen Kreisen hält man es nicht für ausgeschlossen, daß die Regierung nicht zu­rücktritt, sondern der Königin die Auslösung der Kammer und die Abhaltung von Neuwahlen vorschlagen wird.

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die nord irische Regierung selbst durch ihre aufhetzenden sektiererischen Reden den Boykott der Katholiken unterstützt habe und deshalb für die Verwüstungs- und Tumultorgien verantwortlich sei.

seres Besuches in der Lage fein werden, Bssuchsaustausche zwischen den Kindern der ehemaligen Frontkämpfer beider Länder einzurichten. Das wird erheblich dazu beitragen, das gegenseitige Verstehen zu fördern, "das heute so wesentlich ist. Wir hoffen ferner, daß in naher Zukunft ein offizieller Besuch deutscher ehemaliger Frontkämpfer zum Studium der Organisation der British-Legion und auch der Angelegenheiten in England vor sich geht. Je eher dieser Besuch abgestattet wird, umso besser ist es, denn es besteht kein Zweifel darüber, daß es viele Leute in Deutschland gibt, die in völliger Unwissenheit über England und das englische Volk leben?

Die Mitglieder der Abordnung statteten bekanntlich einem der fünf deutschen Konzentrationslager einen Besuch ab. In diesem Lager sind zur Zeit 3400 Ge­fangene untergebracht, davon schätzungsweise 75 v. H. poli­tische Gefangene und die anderen verbrecherische Elemente. Alle Gefangenen scheinen sich gesundheitlich außerordentlich wohl zu befinden und es scheint ein ausgezeichneter Gedanke zu sein, Gefangene lieber in dieser Art zu halten, als sie in ein Gefängnis einzusperren.

„H i t l e r“, so erklärte Major Fetherstone-Eodley wei­ter, „habe auf ihn den Eindruck eines praktischen Idealisten gemacht. Der größte Teil der Unterhaltung mit ihm sei eine Plauderei über Erlebnisse an der West­front sowie über das Wohlergehen der ehemaligen Front­kämpfer gewesen. Hitler sprach sich ganz entschieden dafür aus, daß die ehemaligen Frontkämpfer zusammenkommen müßten, um sich bei der Sicherung des Friedens beigustehen. Die ganze Nation, so erklärte Hitler, ist gegenwärtig von dem Gedanken durchdrungen, für die Sache Deutschlands zu- sammenzuftehen.

Wenn Freundlichkeiten töten könnten, würden wir heute nicht hier stehen. Alles, was getan werden konnte, wurde für uns getan. Und selbst wenn alle offiziellen Empfänge und Arbeiten vorüber waren und wir einen ruhigen Augen­blick in einem Restaurant suchten, standen die Leute von ihren Tischen auf und jubelten uns zu. Eine solche Entfal­tung guter Kameradschaft und sreundlicher Gefühle verur­sachte in uns eine ungeheuere freudige Er­regung. Zweifellos herrscht auf der Straße ein echter Wunsch nach Freundschaft mit England. Nach meinen Beob­achtungen bin ich überzeugt, daß diese Stimmung nicht durch irgend einen politischen' Beweggrund oder 'Regierungs­propaganda inspiriert wird."

Major Fetherstone-Godley

über seine Deutschlandreise.

London, 24. Juli. Die Mitglieder der British Legion sind am Mittwoch von ihrer Deutschlandreise nach London zurückgekehrt. Bei bet Ankunft auf dem Bahnhof Liverpool- Street äußerte sich Major Fetherstone-Eodley sehr befriedigt über den Verlaus des Besuches und gab seiner Liberzeugung Ausdruck, daß diese Reise wesentlich zur Förderung der gegenseitigen Verstän­digung und des Vertrauens (Good will) bei­tragen werde. Auch die übrigen Mitglieder der Abord­nung hielten mit ihrer Befriedigung über die Herzlichkeit des Empfanges in Deutschland nicht zurück. Ihre Auße- rungen gipfelten durchweg in der Feststellung, daß in Deutschland auf allen Seiten der echte Wünsch nach einem besseren Einvernehmen und nach Freundschaft mit England herrsche.

Major Fetherstone-Godley führte einem englischen Pressevertreter gegenüber unter anderem aus: „Die Deut­schen und mir, hoffen, daß die ehemaligen Frontkämpfer, nicht nur Großbritanniens und Deutschlands, sondern auch Frankreichs, für die Sache des Friedens zusammenarbeiten werden. Das Besuchsprogramm war sehr umfangreich und wir haben alles gesehen, was wir zu sehen wünschten. Die Verhältnisse in Deutschland unterscheiden sich nach meiner Meinung erheblich von einigen der Eindrücke die (über Deutschland) in England herrschen. Um diese Erndrücke los zu werden, ist ganz entschieden ein Besuch erforderlich und eine Kenntnis der Dinge aus erster Hand. Wir hatten (an sich) nut mit den ehemaligen Frontkämpfern zu tun, aber in Deutschland ist es schwierig, Frontkämpferfragen von natio­nalen Angelegenheiten zu trennen, weil sich' die gegenwär­tige Regierung zum großen Teile aus ehemaligen Front­kämpfern zusammensetzt."

‘ Der Führer der britischen Abordnung kam daun auf die deutsche Jugendbewegung zu sprechen, die offen­kundig einen großen Eindruck auf ihn gemacht hat. „Was wir sahen", so erklärte er, „ist in keinem Sinn mili­taristisch. Die deutsche Jugend pflegt die Körperertüch- tigung, aber es ist fein militärischer Drill irgend welcher Art Die Sangen tragen keine Waffen und es wird ausge­zeichnete Arbeit geleistet die Jugend körperlich auf der Höhe zu halten. Wir hoffen, daß wir als ein Ergebnis un-

Französisch-belgische Besprechung in Paris.

Paris, 24. Juli. Ministerpräsident Laval empfing am Mittwochnachmittag den belgischen Ministerpräsidenten van Z e e I a n b. Liber den Inhalt der Unterredung befragt, erklärte der belgische Ministerpräsident, daß er dem französi­schen Regierungschef seinen Dank für die Ehrung des ver­storbenen belgischen Botschafters durch die französische Re­gierung zum Ausdruck gebracht habe.

Ministerpräsident Laval erklärte jedoch später, daß man alle Fragen besprochen habe, die Frankreich und Belgien an­gingen, tnsbesondere Erenzfragen.

Terror gegen die katholischen Arbeiter.

London, 24. Juli. Die gespannte Lage in Ulster und in einigen Tellen des irischen Freistaates bauert an. In E a l - way rissen irische Hafenarbeiter die eng­lisch e F l a g g e von einem aus Belfast kommenden Schiff herunter und bedrohten die Besatzung mit Tätlichkeiten, falls sie an Land gehen würde. In Limerick halben die Hafen­arbeiter ebenfalls die Ausladung nordirischer Güter verweigert. Wie aus Belfast weiter gemeldet wird, find dort die katholischen Hafenarbeiter nicht mehr an die Arbeit zutückgekehrt, da sie sich vor den Drohungen der protestantischen Gegner fürch­teten. Vor dem „blutigen 12. Juli" waren 400 katholische Hafenarbeiter in Belfast angestellt. Ein Mühlenwerk mußte geschloffen weiden, weil 20 protestantische Mädchen die Ar- Dviit verweigerten, bis sämtliche katholischen An­gestellten entlassen seien. Eine 19jährige Fabrik­arbeiterin ist durch eine aus dem Hinterhalt abgefeuerte Kugel verletzt worden. Bisher sind beim Stadtrat von Bel­fast 440 Schaden«rsatzforderungen in Höhe von 15 000 Pfund wegen böswilliger Verletzungen eingereicht worden.

Neuerdings ist es in Belfast auch zu schweren Rei­bungen mit italienischen Familien gekommen. Mehrere italienische Familien sind schwer bedroht worden und drei von ihnen wurden mit Gewalt aus ihren Woh­nungen entfernt. Die italienische Kolonie hat diese thalb Vorstellungen bei dem Konsul in Belfast erhoben und um Schutz vor den Feindseligkeiten gebeten. Von italienischer Seite sind Repressalien ergriffen worben, in dem italienische Aufträge an Belfaster Firmen in Höhe von einer halben Million RM. zurückgezogen worden sind.

Der Oberrichter von Nordirland Sir William Moore, erklärte am Dienstag in einer Ansprache an den Stadtrat von Belfast, "daß die Unruhen durch drei Klassen von Menschen verursacht würden: 1. Durch Leute, die ihren Stern den Gehorsam verweigern, 2. durch Leute, die ihre jbarn „aus Liebe zu Gott" hassen und deshalb einen bitteren Rachekrieg durchführen und 3. durch Leute, die nur auf Raub und Plünderet aus sind.

Die Nationalsozialistische Fraktion des Nordirischen Parlaments erklärt in einer öffentlichen Verlautbarung, daß

„Devisenkurse schwankend?

Daß die italienische Regierung die Golddeckung ihrer Währung, die seit Jahren auf 40 % festgesetzt war, plötzlich herabsetzte, ohne eine neue Grenze anzugeben, war für die Nichtspezialisten bereits eine Überraschung. Daß aber seit dem Dienstag die Börsenkurse nicht nur für die italienische Lire, sondern auch für den holländischen Gulden und für den rumänischen Leu in Bewegung geraten sind, daß Berichte über Kursveränderungen an den internatio­nalen Börsen aus den Handelsteilen der Zeitungen auf die erste Seite hinüberwechseln, kann zu mancherlei falschen Schlußfolgerungen Anlaß geben. Wer die Probleme nicht kennt, muß ünMillkürlich den Schluß ziehen: Der Gold­block ist w. Vewegung geraten — jener Block von Ländern mit'konservativer Währungspolitik, der vor wenigen Monaten noch aus Frankreich, Italien, Holland, Belgien, der Schweiz, Polen bestand und aus dem sich bereits Belgien durch eine Währungsherabsetzung losgelöst hatte. Die italie­nische Lira erlitt am ersten Tage der Bewegung einen Sturz um etwa 10%, der Gulden fiel überraschend schon am Mon­tag um y. %, was für eine Goldwährung ein ganz erheblicher Verlust ist. Der rumänische Leu aber stürzte gar um ganze 22 %, denn Gerüchte wollten wissen, daß et durch einen Regie­rungsakt eine Wertverminderung bis zu 30 % erfahren würde. Was lag näher, als alle drei Ereignisse in Zusam­menhang zu bringen? Und tatsächlich besteht ja auch insofern ein Zusammenhang, als diese Kursschwankungen und Kurs­stürze Zeichen dafür sind, welche Unruhe in den Wi rt- fchaftsbeziehungen der Völker besteht. Aber von diesem allgemeinen Zusammenhang abgesehen, hat jedes der drei Ereignisse seine besonderen Ursachen, die auf besondere recht interessante politische Entwicklungen zurückgehen.

Die italienische Regierung hat ihre Verpflichtung aufge­hoben, die Lira mit 40 % Gold oder Goldwerten fremden Zahlungsmitteln zu decken und sie hat doch gleichzeitig er­klärt, daß sie nicht etwa den Währungswert herabsetzen wolle. Die jüngsten Eoldverluste haben ihre Ursache in dem Ein­kauf von Kriegsmaterial für Ostafrika, das in Gold bezahlt werden mußte. Nun muß Italien bei der Fort­führung seiner Rüstungen, da es selbst nicht über ausreichende Rohstoffquellen verfügt, auch weiterhin mit Bar- und Eold- zahlungsbedingungen rechnen und daraus ergibt sich eine doppelte Notwendigkeit: Das Gold, das als Reserve bei der Notenbank liegt, als Zahlungsmittel zu verwenden, zugleich aber auch den internationalen Wert der Lira nicht übermäßig sinken zu lassen, denn sonst verteuern sich entsprechend manche Auslandseinkäufe. Italien wird also mit allem Nachdruck versuchen, den Lirakurs zu halten.

Ganz anders liegen die Verhältnisse in Hol­land. Dort hat man zwar, als die belgische Währung ge­senkt wurde, wegen der engen belgisch-holländischen Wirt­schaftsbeziehungen für 140 Millionen Gulden Gold opfern müssen, aber die Währungsdeckung war deshalb nicht gefähr­det. Seit einigen Tagen scheint sich aber eine innenpolitische Krise anzubahnen, denn das bestehende Kabinett hat wie alle auf ein starres Festhalten der Golddeckung bedachten Regie­rungen ein Sparprogramm ausgearbeitet, das der Bevölke­rung erhebliche Opfer aufetlegen würde, und das deshalb von der Opposition schwer bekämpft wird. Die Möglichkeit, daß dieses Sparprogramm fällt, und daß damit in Holland eine Richtung heran kommen könnte, die eine etwas elastische Wchrungspolitik betreiben will, hat zu jenen Kursabschlägen geführt. Die holländische Regierung hat das freilich damit beantwortet, daß sie den Zinsfuß erhöhte, ein Mittel, um Spekulanten die Beschaffung von Geldern, mit denen sie gegen die Währung operieren, zu erschweren. Ob das auf die Dauer und vor allem dann helfen wird, wenn die Wider­stände gegen ein opferreiches Sparprogramm allzu groß wer­den, ist natürlich unsicher.

Bei dem rumänischen Leu schließlich ist das letzte Ereignis eine Erklärung der rumänischen Regierung, daß sie

Zdegramm=S6ref[e: Zagblatt Wiesbaden.

Nr. 200.