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Die «MW FrmtkWser in Berlin eingetroffen
Restauration bedeutet Krieg.
Die Besprechungen in Sinaia. — Rückkehr zur Politik der Kleinen Entente, Das Spiel mit dem Feuer.
naturgemäß darauf bedacht fein muß, Liesen Gegensatz zu überbrücken.
Zn Paris hat man ohnehin die Besprechungen von Sinaia mit einer gewissen Nervosität verfolgt. Die Pariser Presse läßt deutlich erkennen, daß nach>ihrer Ansicht nunmehr der Donaupakt in den Vordergrund geschoben werden muß. .Nicht zuletzt ist diese Nervosität noch dadurch gefördert worden, daß die ersten Nachrichten über den Äutounsall des österreichischen Bundeskanzlers recht alarmierend klangen. Die französische Presse verrät Labei allerdings nicht, ob die ' sehr erheblichen Schwierigkeiten, die dem Donaupakt bekanntlich entgegenstchen, sich irgendwie gemildert haben.
überaus herzlicher Empfang auf Bahnhof Friedrichstraße.
Berlin, 14. Juli. Am 8. Juli 1934 richtete der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, von Königs- derg aus einen Appell an die Frontkämpfer der anderen -.ander zu gemeinsamer Arbeit für den Frieden der Welt. Nachdem nun ein Jahr seit diesem Appell vergangen ist und nachdem vor einem Monat der englische Thronfolger einen englischen Frontkämpferbesuch in Deutschland befürwortet hatte, trafen am Sonntagnachmittag als erste offizielle Vertreter fünf Mitglieder der British Legion, des größten enq- Inchen Frontkämpferverbandes, der 1% Millionen Mitglieder umfaßt, in Berlin ein.
Bereits um 6 Uhr war der Bahnsteig auf dem Bahnhof Friedrichstraße von Angehörigen der Frontkämpferbünde und der nationalsozialistischen Gliederungen, sowie zahlreicher deutscher Frontkämpfer und Mitglieder der englischen Kolonie dicht besetzt. Auch eine große Zahl von Pressevertretern und Pressephotographen aus aller Welt hatten sich eingefunden. Man bemerkte hier u. a. als Vertreter des Botschafters von R i b b e n t r o p, Dr. S t a h m e r, als Vertreter des Reichsführers der RSKOV., v o n K o s f e l, als Vertreter des Bun- d^sführers des NSDFB., Hauptmann a. D. von B a r y, und Dr. von Schmidt-Pauly, fofoie im Auftrage des Reichskriegerbundes Kyffhäuser Stabssührer Major von Beer und Oberstleutnant von Maltzahn.
Die Menge begrüßte die englischen Frontkämpfer mit Heilrufen und dem deutschen Gruß. Die deutschen Abord-
Laval soll die Initiative ergreifen.
London, 15. Juli. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" meldet, der Besuch des britischen Botschafters in Paris, Sir George Clerk bei Laval am Samstag sei auf besondere Weisung aus London hin erfolgt. Die britische Regierung wünsche dringend, eine englisch- französisch-italienische Besprechung am frühest möglichen Datum zustande zu bringen. Wahrscheinlich würde die Initiative am einfachsten von Laval ergriffen werden, falls er bereit wäre, die Verantwortung zu übernehmen. Einiges deute darauf hin, daß Mussolini mit einer solchen Zusammenkunft einverstanden wäre, falls Gewißheit bestände, daß die zu erörternden Fragen eine aussichtsvolle Grundlage böten.
$u dem ebenfalls am Samstag erfolgten Besuch des amerikanischen Botschafters in Paris bei Laval bemerkt der Pariser Timeskorrespondent, der Besuch scheine auf zunehmende Besorgnis Amerikas hinzudeuten.
Der Timeskorrespondent in Rom berichtet, was Italien eigentlich im einzelnen von Abessinien verlange, bleibe der Öffentlichkeit noch immer vorenthalten. Angesichts der Erklärungen Hoares werde jetzt in Rom angenommen, daß kein Versuch unternommen werden solle, Italien vor der Welt zur Rechenschaft zu ziehen. Da man in Rom glaube, daß eine Änderung in der britischen Auffassung und Politik eingetreten sei, stehe die italienische Nation in ihrer Gesamtheit noch entschlossener wie zuvor hinter Mussolini. Es wäre auf jeden Fall verkehrt zu glauben, daß das italienische Volk irgend welchen Befehlen Mussolinis nicht folgen würde, oder daß die großen militärischen Vorbereitungen Italiens nur ein riesiger und kostspieliger Bluff seien.
des englischen Außenministers sich ergebenden Schlußfolgerungen ' gesprochen haben.
, „Le Jour" schreibt hierzu: Di« Rede Hoares genügt, den Besuch des englischen Botschafters zu rechtfertigen und zu er- klärem Selbstredend hatte der französische Regierungschef alles Interesse daran, daß ihm auf diplomatischem Wege die maßgebenden Stellen der aufsehenerregenden Rede Hoares bestätigt wurden.
nungen hießen ihre englischen Kameraden auf das herzlichste in der Reichshauptstadt willkommen. Der Führer der englischen Abordnung, Major F. W. C. F e t h e r st o n e - E o d - l e y, stellte darauf seine Landsleute vor. Vom Bahnhof Zoo ab hatten bereits im Auftrage des Botschafters von R i b b e n t r o p Dr. K Ü g'I e r, sowie Vertreter der deutschen Verbände den englischen Gästen das Ehrengeleit gegeben.
Vor dem Bahnhof Friedrichstraße stand die Menge Kopf an Kopf. Mit erhobener Hand grüßten die Deutschen, unter denen sich sehr viele Frontkämpfer mit Orden und Ehrenzeichen befanden, die englischen Gäste, die ebenfalls ihre Orden und Kriegsauszeichnungen angelegt hatten. Sichtlich bewegt dankten die englischen Frontkämpfer für diese überaus herzliche Aufnahme, die ihnen hier von der Bevölkerung der Reichshauptftadt bereitet wurde.
Auch bei der Abfahrt vom Fernbahnhof Friedrichstraße begrüßte die Menschenmenge die englischen Gäste, die sich nun von hier aus sofort nach dem Hotel Kaiserhof begaben, wo sie während ihres Berliner Aufenthaltes als Gäste der deutschen Frontkämpferbünde Wohnung nehmen.
2m Empfangsraum des Hotels hieß der Reichsführer der RSKOV., Oberlindober, die offizielle Abordnung der Brinsh Legion willkommen und wünschte ihnen einen angenehmen und erfolgreichen Aufenthalt in der Reichshauptstadt.
Ein Begrüßungs-Telegramm aus Kalkutta.
Berliu, 14. Juli. Anläßlich des Besuches der offiziellen Abordnung der British Legion in Berlin lies am Sonntag
mittelbar bevorstehen soll. Das würde bedeuten, L_" die Rumänen sich mit dem Verlust ihres Staatsschatzes abfinden und sich mit der Makulatur begnügen, die ihnen die Sowjetrussen zurücksandten, während öer im Weltkrieg nach Rußland gebrachte rumänische Goldschatz unauffindbar ist. Wie weit es T i t u l e s c u gelungen ist, Südslawien für seine sowjetfreundliche Politik zu gewinnen, ist bisher nicht ganz klar, wie denn überhaupt die Darstellungen über diesen Teil der Unterhaltungen ziemlich weit auseinandergehen. Man kann andererseits auch hören, daß die Frage der Politik Sowjetrußland gegenüber erst in der für August vorgesehenen Konferenz der Kleinen Entente endgültig geklärt werden soll. Daß man in Paris die Unterzeichnung des sowjetrussisch-rumänischen Beistandspaktes, durch den die fehlende Landbrücke zwischen dem Prager Bundesgenossen und Moskau hergestellt würbe, auf das lebhafteste begrüßt würde, liegt auf der Hand. Auf der anderen Seite dürfte aber auch Paris kein Interesse daran haben, die stowjetr ussische Orientierung der Kleinen Entente allzu sehr zu förder.n, da dadurch naturnotwendig der Gegensatz zwischen der Kleinen Entente und Italien g e st ä r k t wird, während die Pariser Politik nach der Annäherung zwischen Rom und Paris
Die Front der Verständigung.
Zum Besuch der englischen Frontkämpfer.
Die Abordnung der englischen Frontkämpfer ist in Berlin eingetroffen und herzlich begrüßt worden. Sie vertritt Hunderttausende von englischen Frontsoldaten, in deren Namen sie am Ehrenmal Unter den Linden den gefallenen deutschen Helden des Weltkrieges huldigte. Die englischen Gäste werden im Laufe dieser Woche noch oftmals Gelegenheit haben, mit der deutschen Öffentlichkeit in Fühlung zu treten. Sie dürfen davon überzeugt sein, daß die Besuche in Hamburg, München und Köln ebenso herzlich verlaufen, wie der in Berlin.
Was diesem Besuch englischer Frontkämpfer die Note verleiht, ist-ein Mehrfaches: die gemeinsamen Erinnerungen der tapferen Krieger zweier großer Nationen, die sich über vier Jahre gegenüberstanden, ohne jemals die Achtung vor einander zu verlieren; das gemeinsame Empfinden, daß jener Kampf ein bitteres Schicksal bedeutete, weil er zwei Nationen erschütterte, die sich stammverwandt fühlen und sich in vielen Dingen ähnlich sind, die deshalb berufen zu sein schienen, der Welt gemeinsame Dienste zu leisten, statt gegeneinander in Waffen zu stehen.
Der Führer und Reichskanzler, selbst Frontkämpfer, hat im Namen von Millionen deutscher Kameraden den ehrlichen Wunsch ausgesprochen, daß den vergangene Krieg der einzige gewesen sein möge, in dem sich Deutsche und Engländer feindlich begegneten. In der Tat beweist die Vergangenheit, daß die politischen We-v Deutschlands weite gemeinsame Strecken mit der G.- schichte Englands haben. Als Friedrich der Große seine: gewaltigen Kampf gegen fast ganz Europa bestand, waren ihm am Rhein und Wöser die Truppen Britanniens verbündet. In den großen Kriegen zu Beginn des 20. Jahrhunderts bildeten Deutsche und Engländer eine gemeinsame Front gegen den Gedanken des napoleonischen Weltreichs. Die Krönung dieser Waffenbrüderschaft war der Sieg von Waterloo. So wie der siegreiche Herzog von Wellington in Preußen und ’. Deutschland als die Verkörperung des festen englischen Widerstandes galt, so sind Blücher und Gneisenau in England geehrt worden.
Bismarcks großes Einigungswerk wurde dadurch erleichtert, daß die englische Politik jene Traditionen nicht vergaß, während der deutsche Kanzler mit Umsicht und Vorsicht bestrebt war, die englische Politik nicht zu stören. Wenn eine verhängnisvolle Entwicklung später dazu führte, daß sich Deutschland und England als Rivalen in der Welt begegneten, so hat doch auch in der schärfsten Bitternis des Krieges der deutsche Feldsoldat am ehesten erkannt, daß ihm ein tapferer ritterlicher Gegner gegenüberstand.
Es ist nicht die Absicht der Frontkämpfer, Außenpolitik zu machen, diese Aufgabe ist ihren Regierungen und der Diplomatie zugewiesen. Sie können aber da-, zu beitragen, daß sich die beiden Völker verstehen und achten lernen, sie können vor allem diesen Geist auf die junge Generation übertragen. Das ist der Sinn des englischen Besuches.
Das „Journal" hält diese Besprechungen für umso bezeichnender, als vor zwei Tagen der amerikanische Staats-- lekreiär Hüll den Botschaftern Italiens, Frankreichs und Englands den Wunsch seiner Regierung zum Ausdruck gebracht habe, einen Ausweg aus dem Italienisch- abessinischen Konflikt durch di« Zusammenavbeil der drei Signatarmächte des Vertrags von 1906 zu finden.
Über den Abessinien-Fall hinaus sollen Laval und Sir George Clerk aber auch über die aus der Unterhausrede
Moskau und die Kleine Entente.
a®- Berlin, 15. Juli. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Die Aussprache zwischen dem südslawischen Prinzregenten Paul und dem rumänischen König Karol in Sinaia wäre kaum so aufmerksam verfolgt ^E?n, wie es tatsächlich geschah, wenn nicht durch den Abschluß der österreichischen Regierung die habsburgische Frage plötzlich -spruchreif geworden wäre. Dabei hat sich die Habsburger Restauration als der beste Kitt für die Kleine Entente erwiesen. Wenn in der letzten Zeit noch Gerüchte auftauchten, daß Süds-lawien oder daß Rumänien beabsichtige, einen neuen außenpolitischen Kurs zu steuern, so sind derartige Darstellungen heute überholt. Sinaia bedeutet vielmehr die Rückkehr zur Politik der Kleinen Entente. Wenn auch der geschäftige Herr Benesch nicht persön- ich an diesen Besprechungen teilnahm, so kann es -doch einem Zweifel unterliegen, daß, worauf im übrigen -chou manche Anzeichen hindeuteten, die Tschecho- lowakei im Lager der Gegner der Habsburger Re stau r a t i o n steht. Um das ganz klar erkennbar zu machen, hat man den vor zwei Jahren gefaßten Beschluß erneuert, demzufolge jeder Versuch der Habsburger Restauration die sofortige Mobilisierung der Armeen der Kleinen Entente zur Folge hat. Diese,Sprache ist durchaus deutlich. Hält man sich diesen Beschluß der Kleinen Entente vor Augen und hält man sich weiter vor Augen, daß Otto von Habsburg seine österreichischen Besucher mit den Worten zu verabschieden Pflegt, auf Wiederisehen im Schloß Schönbrunn, so kann man sich über die Bedrohlichkeit der Lage, die durch die Wiener Beschlüsse entstanden ist, nicht im unklaren sein. ,
Neben der Habsburger Restauration hat ganz offensichtlich die Frage des r u män i-sch-so w j et- russischen Beistandspaktes in Sinaia eine sehr wesentliche Rolle gespielt. Es liegen Meldungen vor, nach denen die früher schon einmal angekündigte Unterzeichnung dieses Paktes nunmehr tatsächlich un-
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Montag, 15. Juli 1935
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