Wöchentlich
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. „Tagbi-lt-Haus".
c 8 '0ffnct Bon 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abend».
V'Pt'lSH 70 M MONO!,ich, M. 2 .— vierteljährlich durch den iLerlao
'iltn^ - ij?«- n ®m r •*^n' ^ ^ vlerreljährlich durch alle deulschen Posianstalten ausichlixillim
'-«? !S. « "°hmen°us-rdem enlgezen: in Wiesbaden die Zwechstell BiÄ
^ u°d in Ausgabestellen ,n allen Teilen der Stadt; in Biebrich die dort aen »luS -D"' den benachbarten Landorten und i,n Rh-ingan die be-resjenden Tagbl°l° Träger
^ £*(m? e: !?ur dieAdend-Ausg. bis ISUHr
^^^l>rgen-Ansg. bis 3 Ubr nackmittagö.
Berliner Redaktion des Wiesbadener Tagblatts
12 Ausgaben.
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„Tagblatt-HanS" Nr. KK58-53.
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Kbenö-Ku§gabe.
^ Freiheit Schlachtruf.
t'Äe, Eisen wachsen ließ, der wollte keine
Nr. 364. ♦ 62. Jahrgang.
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Ru - m ü!! 11 er ®°M, Schwert und Spieß dem !!’ ben o nc ^chte, drum gab er ihm den kühnen ®Iut 5 ®| n - öt ! r ^eien Rede, daß er bestände bis So
sollen wir, * Mten. und
in
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den Tod die Fehde!
was Gott gewollt, mit rechten nimmer im Tyrannensold die 7. ,,r *.>e firf,/ 6 spalten; doch wer für Tand und
hauen wir zu Scherben, der soll im ^rit deutschen Männern erben. »,^kpu??^'chland, heil'ges Vaterland! o deutsche Lieb di- ^ohes Land! du schönes Land! wir ,%i u s au T§ neue: Dem Buben und dem Knecht ber weise Kräh'n und Raben! So zieh'n ■ Labr ^^rmannsschlacht und wollen Rache haben.
Älnm 0111 '™' 11,03 nur brausen kann, in Hellen b"' 5itm n t me n ! 2br, Deutschen alle, Mann für (SHmL r 9en ® r .* G 8 Zusammen! und hebt die V "ad himmelan die Hände, und rufet W| tr 2ßnnn: "~ ic Knechtschaft hat ein Ende!" -"'ULen, was nur klingen kann, die Trom- itloten! Wir wollen heute Mann für das Eisen röten, mit Henkerblut, )e ütiZ~~ 0 'u^r Tag der Rache! Das klinget f!U *' 3 roße Sache!
Uni iul )en ' toQ§ , nur wehen kann, Standarten L-?n! Wir wollen heut uns Manp für D»Ni^ Heldentode mahnen. Auf, fliege, stolzes voran den kühnen Reihen! Wir siegen bwr den süßen Tod der Freien.
Ernst Moritz Arndt. 1812.
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W% \ Geist des großen Befreiung s- 1812, der jetzt durch Alldeutsch- 2 u ,« e r - — " • •
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braust. Es ist eine herrliche, eine rsl, Euch, daß Ihr sie m i t e r-
|.f e n i „ Würdevoll und r u h i g, uns des s di' Ö e tu ? r " st e s, aber auch unserer f u r ch t- vollbewußt, ziehen wir Germanen *s|» 1* ^ nb ' ^ n n s s ch l a ch t. Ein herrliche r, ' s,r,o x ’ ® e ! st von Vaterlandsliebe
vift : ^st- Die Not der Stund e hat alle M. „ 1 c , t rt e r Einmütigkeit zusammcn- (f ; m e t n e r stehe an O p f e r w i l l i q k c i t ', °»! J , c r tue seine P f l i ch t bis zum aller- Vtii w ^ wollen unsere Gegner z u ° & • »os, a ?>- en ' und wenn die Welt voll V Ut °?e!
Schicksalsstunde, das wissen y ch i u auf Leben und T o d. Jetzt spricht ! 1 iiih„ s 1 cf) a r.f e § Schwert einer Welt ij nicht G u das Gericht. Geballt ist die f e n G "Ur zum entschlossensten Widerstand n n d e, sondern auch zum Iv n ch ti- nach außen. Mit einer prachtvollen
Offenherzigkeit hat der Reichskanzler am Diens- tag erklärt, daß die deutschen Truppen, zum Kriege durch Frankreichs plötzlichen Angriff gezwungen, das neutrale Gebiet Belgiens betreten. Not kennt kein Gebot und kein Verbot. Wenn die Belgier sich uns in den Weg stellen, — und das tun sie —, dann werden sie eben ü b e r r a n n t werden. Wir w u ß t e n, daß Frankreich znm Einmarsch bereitstand. Wir kennen auch, wie wir hinzufügen wollen, aus der Geschichte die Vorschläge Benedettis an Bismarck im Fahre 1870, die auf den Plan hinausgingen, Belgien zu einer französischen Provinz zu machen. Die Franzosen haben also am aller- wenigsten Grund zur Beschkverde und Belgien ebensowenig, nachdem die französischen Flieger und Bombenwerfer ihren Weg über belgisches Gebiet zu uns genommen haben. Was aber England betrifft. so hatte es sägar die deutsche Zusage, die fran- Zösische N o r d k ü st e nicht anzugreifen, als eine zu schmale Grundlage für eine Verständigung im Sinne der Neutralität bezeichnet. Und es hätte, wenn Deutschland wider sein Lebensinteresse auf den Durchmarsch durch Belgien verzichtet und so Frankreich d'e Vorhand hierfür gelassen hätte, einen anderen Vorwand zur Einmischung gefunden, und zwar in einem späteren Stadium, wo es für int s n n- g ü n st i g e r war.
Jetzt haben wir den Vorzug der Klarheit. Wir sind auch auf einen Kampf mit englischen Truppen in Belgien gefaßt. Wird England aber versuchen, den Plan König Eduards zu verwirklichen, 100 000 Mann nach Schleswig-Holstein zu schicken, dann werden wir mit dem geflügelten Wort des Fürsten Bismarck sprechen: „Ich würde sie verhaften lassen!" Wir haben ein volles und begründetes Vertrauen nicht nur zu n n s e r e r Armee, sondern auch zu unserer Flotte. Wir haben nicht versäumt, in der Friedens- rüstnng zu tun, was in unseren Kräften stand, nun gilt es auch im Kriege, der uns anlsgezwungen ist, zu tun, was wir können, bis zur letzten K r a t t a n st r e n g u n g und bis zum letzten Blutstropfen!
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Dsr Katfer an bas deutsche
7*1! einer Sonderausgabe des „Reichs- arnciqers" wur de gestern abend folgender Auf- rnf des Kaisers mitgeteilt:
An das deutsche Volk!
Seit der Rerchsgründnng ist es durch Fahre Mein nnd Meiner Dorfabren licistes Bemühen gewesen, der Welt den U-jeden zn erhalten r-nd in Frieden unsere kraf'vo'^e (^ntwikklnnq zn fördern. Aber die Wegucr neiden n»s den Nrfolg iruserer Arbeit. Eine offentundige nnd heimliche
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^drücke ans Fraukreick.
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Zum Tode des Tribunen — Von Asiatisches: Ein Marsch du"ch die Stinnnungen. — Aus deutschem Boden, kr Ausblick.
Wiesbaden, 1. August.
Xj, '^^ahnhof um die neunte Abendstunde des 3«:,? est , i?stre d'.tzztel bält mit tiefer Verbeugung hji!„N>lx -"^graphisches Schriftstück unter die Augen: h? l^biert werden, wenn kein Geldwechsel ver- "E"st itp erst die Speisekarte. Kein Dutzend Leute ästeten Orte der lukullischen Genüsse. Ein ^ mit Frau, Kind und wohl auch einer !) t Nh t “pfropft, “ ' '
^begeben will.
''»isl beg h ^dentlichen „Rescrveübung" nochmals in '' 6u fl er,n ° , 1 en 1’cii Consinchens soupieren dürfen, h ^Mermaponnaise und Tournedos im Fahr- '' n ^ c Lebemänner auch mit ihren Frenn-
otT' »Czdoch keine Geschäfte gemacht", sagt der > uU tg commt sa doch nie zum Krieg", erklärt die Zunderung. — „Man stirbt nur einmal". Die Zigeunerkapelle spielt den Militär- a Wcusc" und wird applaudiert, den Hoch- »Lohengrin" und wird wieder applau
7J4.WtX, »TVUli» UllU 1UUIJI UUUT CUlCt.
•^s , ""genfropften Handtasche in die Sicherheit ,K rgeben will. Eine Tante mit zwei Neffen,
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tu »? Be
£,\nf c f ycht in den Nordbahnhof, die Neffen er^ G der Tante und küssen das Cousin- Mi^,. er geben gleich ein Fünffrankenstück Trink-
iv i C 11 ’ 0 cttp 1 "'- e es haben, und fahren per Auto v't j ' „ Ein paar Camelots schreien ihre ’i in [ beti r?‘. Kriegszustand in Berlin. . . .
V? ßstik ^enstratzen die Ruhe, die seit ein paar Lewster Bild perändert hat. Nicht die "e>t j^"vischen Völkern der höchste Ausdruck von ernsten Moment zu sein Pflegt. Eine
Buhe, die Beunruhigung ist. Wie die Natur den Atem an- halt, che zündender Donner mit Sturm und Fluten Unheil uud L erwüstung anrichtet, so hat Beklemmung in dem Volke chl.'H gegriffen, das nicht weiß, wohin man es morgen führen m,er verfilhren kann. Im reichsten Lande der Welt Geldnot bi^ znm völligen Geschäftsstillstand — schon vor einem Kriegs- ansang.^ Was soll da werden! Soll man an der Republik perzweiieln. Der Dnrchschnittsftanzose ist ein zu guter ReMllli.aner, als daß e,r seinen Vertrauensmangel offenbaren -lver sein Schweigen, sein Mangel an Begeisterung ist schon beredt genug. Nur der Boulevard schreit, und be-
müssen die Patrioten und die ln.lmit.taristen — immer dieselben — zurückdrängen. Der Boulevard ist mcht Frankreich, er ist nicht einmal Paris. Aber
•,1V 0 er ,V 01 ^ immer im bösen Sinne die französische Politik gemacht, wenn man an historischen Wendepunkten stand. Die Caföterrassen sind jetzt abgcräumt, eine Emeute l"?? verhindertwerden, auch wenn plötzlich die Kriegsnach- richt kommen ,ollte. Sie kommt heute abend noch nicht. Wohl “a 2 * ein Lauffeuer die Meldung: „JaurZs
mordet!" ^ P^aktion hat den Führer des Sozialismus er-
Seltsam. . . . In jeder anderen Zeit wären hunderttausend -lrbeiter aus den Vorstädten in das nationalistische AcuEum der Hauptstadt nicdergestiegen und wer weiß, ob die Gitrer dc^ Elysgeparks hoch genug gewesen wären. In der gegenwärtigen fatalistischen Stimmung erzeugten die Sonderausgaben der Presse, die das schändliche Attentat mel- deten, me Wirkung von nassem Pulver. Der Mann, der mit tzbivalt'ger Beredsamkeit so oft die Scharen des Proletariats m Wallung versetzte, das geistige Haupt der internationalen Genossenschaft, jedenfalls der größte derzeitige^ Parlamentarier Frankreichs, durste sterben, ohne daß Paris aus seiner
Atemnot erwachte. , Selbst der Bmckepa7d" bcgnügte'sich^mit halbwüchsiger Bürschlein: „Vivs ckkini-v«!"
dein Rufe einiger
lebe * ♦ ♦! £) nzronie, beut Volksiriöunen gölten bie
Feindschaft von Ost nnd West, von jenseits der See haben wir zn ertragen im Bcwnftt- sein nnser-r Berantwortnug nnd Kraft. Nun aber will man uns demütigen. Man verlangt, daft wir mit verschränkten Armen znsehen, wie unsere Feinde sich zu tückischem !lederfall rüsten. Man will nicht dulden, das? wir in entschlossener Treue zu nnserem Bundesgenossen stehen, der um sein Ansehen als Gros?macht kämpft und mit dessen Er. uiedrignng auch unsere Macht nnd Ehre verloren ist. So mnft dcun das Schwert entscheiden. Mitten im Frieden überfällt nns der Feind. Darum ans zn den Waffe»! Jedes lÄchwanken, jedes Zögern lväre Verrat am Vaterlande. Um Sein oder Nichtsein unseres Reiches handelt es sich, das unsere Väter sich neu gründeten. Um Sein oder Nichtsein deutscher Macht und deutschen Wesens. Wir werden nns wehren bis znm letzten Hauch von Mann und Rost, und wir werden diesen Kauipf bestehen auch gegen eine Welt von Feinden. Noch nie ward Deutschland überwunden, wenn es einig war. Vorwärts mit Gott, der mit uns sei» wird, wie er mit den Vätern war.
Berlin, <8. August
Wilhelm I. 15.
Ein Angriff Lev deutschen Vorhut uuf Lüttich.
Ein kühner Handstreich.
W.TT.-8. Berlin, 7. Aug. Unsere Vorhut ruckte gestern längs der ganzen Grenze in Belgien ein. Eine linbedentende Trnppen- abteilnug versnchte einen Handstreich ans Lüt- t-ch mit großer Kühnheit. Einzelne Reiter drangen in die Stadt ein nnd wollte» sich des zrommandanten bemächtigen, der sich nur durch die Flucht retten kvunte. Der Handstreich ans die modern ansgebante Fcstnnq selbst glückte nicht. Die Truppen stehen vor der Festung in Fnhlnng mit dem Gegner. - Natürlich wird die gesamte Presse des feindlichen Auslandes diese Unternehmung, die auf den Gang der gros?en Operation ohne Einfluß ist, zu einer Niederlage stempeli'. Für uns ist ste nnr eine in der .Kriegsgeschichte einzig da- stehende Tat nnd ein Beweis für die todes- m n tige Ang riffsln st unserer Trnppe«.
wärmsten Beileidsworte der Ministervr^den^Mpicini'"'der einst sein Parteifreund war und jetzt von PoincarA mit der Vertewrflnnst der dreijähriacn Dienstzeit beauftragt wurde, dann auch Maurice Barros, der Erbe Doroultzdes und Vor. sitzende der Patriotentiga. An dem Tische des SpeischauseS m der Rue Montmartre, wo durchs offene Fenster der Morderarm die Brotvningkugeln in die Schläfe und den Stiernacken des Toulouser Troubadourennachkömmlings sandte, saß nicht mehr der Jaurtzs von früher: der Jaurös, der die Worte Aristide Briands unterschrieb: „Wenn von den Offizieren der Befehl zum Schießen gegeben wird — wer weiß, ob dann nicht in einer anderen Richtung gefeuert wird!" Es saß da der szauros des „Kompromisses", der in seinem Buche „Das neue Heer" voll Überzeugung das Volk in Waffen pries und der die Wiedererlangung Elsaß-Lothringens als eine unvergängliche Forderung Frankreichs selbst in den letzten Aufruf der hundert sozialistischen Abgeordneten hinein- schreibcn ließ. Der blonde, wie der „Matin" schrieb, „illümi- nierte" Sohn des Gerichtsschreibers in Reims, der den „mysteriösen religiösen Mord" beging und zur jesuitischen Demokratie des „Sillon" gehörte, kannte nur den Jauräs von früher, den er fiir einen Verräter im Solde Deutschlands hielt. Wenn JaurZs uugerächt bleibt, verdankt er das dem vielen Wasser, das er in seinen roten Wein schüttete, und bricht eine Revolution in Frankreich aus, so werden es allein schwere Niederlagen bewirken; der Führer des französischen Sozialismus ist als Patriot bcigesetzt worden. Die deutsche Sozialdemokratie hat om 4. August die einzig mögliche Antwort gegeben.
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In dieser Nacht zum Samstag mögen Ichntausende Deutsche ihre Koffer packen. Auf der Botschaft hat man ihnen schon 24 Stunden zuvor von der Abreise — nicht abgeraten. Und da Paris, so hart das von den Revanchards empfunden wurde — eine deutsche Großstadt war, in der schon ein Deut, scher auf zweihundert Franzosen kam. mußte eine fieine
