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Die französisch-englischen Besprechungen.
ziehuirg aller Punkte des Programms vom 3. Februar zu-
Beurteilung in der Pariser Presse.
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| liche Schuld Italiens stieg auf 105 244 Millionen Lire gegen flfc 105 125 Millionen Lire Ende April d.. I. Der Banknoten-
I MMnlauf ist auf 12 878 (12 890) Millionen Lire zurückgegangen.
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Moskaus Ziel: Die Weltrevolution.
\ as. Berlin, 22. Juni. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.). Zu den Erfolgen, die Laval von seiner Moskrrurei'se hoimbrachte, gehörte bekanntlich die Zu- bsicherung der bolschewistischen Machthaber, daß die Mmmunistische Propaganda gegen das französische Heer
Italiens Finanzlage.
Die Auswirkungen der Abesfinien-Aktio«.
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Wir beneiden weder Frankreich» noch dis Tschechoslowakei um den Austausch kultureller Güter mit Eowjetrustland, d. h. mit einem Lande, dessen Er- ziehungsverhäiltnisse derart im Argen liegen, daß die Regierung der Verwahrlosung der Jugend nicht Herr zu werden vermag, und das es offenbar Äs „Kultur" betrachtet, seine Staatsangehörigen lieber verhungern zu lassen, als ihnen die Annahme von Hilfssendungen aus Deutschland zu gestatten.
Dabei kann auch über die Ziele der sowjetrussischen Politik keinerlei Unklarheit bestehen. Wer etwa der Meinung sein sollte, daß Moskau nach seinem Eintritt in den Völkerbund auf das Fernziel der Welt- revolution verzichtet hätte, dem sei nur ein Aufsatz in der letzten Nummer des amtlichen Organs des Zentralkommitees der kommunistischen Partei Rußlands, der Zeitschrift „Kommunisteczeskij International" zur Lektüre empfohlen. Dort wird nämlich ganz offen an die kommunistischen Parteien in den baltischen Staaten die Aufforderung zur Entfachung einer b o l s ch e w i st i s ch e n R e v o l u t i o n im Baltikum gerichtet. Nur ein Sowjetlitauen, ein Sowjetlettland und ein Sowjetestland, die Anlehnung an ein Sowjetrußland finden würden, wären in der Lage, sich dem gemeinsamen Druck „des deutschen und polnischen Imperialismus" erfolgreich zu widersetzen. In einem weiteren Aufsatz der gleichen Zeitschrift wird eine ähnliche Aufforderung an die ukrainischen und weißrussischen Kommunisten in Polen gerichtet, die Ostgebiete Polens abzntrennen und ihren Anschluß an Sowjetraßland durchzusetzen. Diese Aufsätze des amtlichen kommunistischen Organs zeigen, daß sich die Ziele Moskaus nicht im mindesten geändert haben und daß die Weltrevolution nach wie vor das Ziel der Sowjets ist. Vielleicht interessiert man sich auch einmal in Paris und Prag angesichts der ,,kulturellen Annäherung" für derartige sowjetrussische Äußerungen.
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Bolschewistische Propaganda im Mantel kultureller Annäherung. Auch ein Erfolg der Paktpolitik.
man in Moskau diese Vereinbarung auslegt. Wie berichtet wird, hat nämlich die Moskauer Regierung be- yteits ihren Staatsverlag beauftragt, die Reden Stalins und anderer Sowjetgrößen in die f r a n z ö s is che S p r a ch e z u ii b e r s e tz e n und zu besonders billigem Preise in Riesenauflagen nach Frankreich einizuführen. Das gleiche soll mit verschiedenen Büchern politischen und wirtschaftlichen Inhalts geschehen und es liegt auf der Hand, daß man in erster Linie hierfür Werke aussuchen wird, von ebenen man sich eine starke propagandistische Wirksamkeit verspricht. Unter diesen Umständen wird man ohne weiteres damit rechnen können, daß die kommunistische Agitation in Frankreich neuen Austrieb erhält. Ob man darüber .in allen französischen Lagern sehr glücklich sein wird, ist allerdings eine zweite Frage, denn das Anwachsen der kommunistischen Stimmen bei den Gemeinde- und Generalratswahlen hat doch selbst vielen Franzosen zu denken gegeben. Da bekanntlich die Tschechoslowakei genau die gleichen Vereinbarungen mit Moskau getroffen hat, so wivd auch sie sehr bald mit der MMmunistischen Propaganda beglückt werden. Es sind das Erfolge, die sich von der Paktpolitik offenbar nicht trennen lassen. Man sieht aus dem Beispiel aber, wie folgerichtig die Sowjetrussen handeln und erkennt zugleich den wahren Wert sowjetrussischer Zusicherungen.
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„O euvr e" behauptet, daß die i r-a n 5 o i i i ch e n Einwände auf Eden starken Eindruck gemacht hätten. Im Augenblick sei es nicht angebracht, die neue, aber noch etwas zerbrechliche französisch-italienische Freundschaft durch An- fchneiden der heiklen Frage der französisch-italienischen Flottenparität zu gefährden.
Das zu der Außenpolitik Lavals in Opposition stehende „Echo de Paris" bezweiselt, ob Laval aus den bedauernden Hinweis Edens, daß Frankreich sich im Frühjahr nicht auf eine Vergleichslösung in der Frage der Landrustungen eingelassen habe, die gehörige Antwort gegeben habe. Das Blatt warnt vor der Gefahr, daß bei einer Verstärkung des Locarnooertrages Frankreich die Hände gebunden werden könnten, und ist im übrigen von der Zwecklosigkeit der jetzigen Verhandlungen überzeugt, solange sich die englische Politik in ihren gegenwärtigen Dahnen bewege.
Der Führer der französischen Marxisten, Leon Blum, erklärt im „P 0 p u l a i r e“, die englische Politik gehe in der Flottenfrage auf selbstsüchtige Erwägungen zurück. Aber auch Laval und Flandin hätten einen Fehler dadurch begangen, daß sie die Rede des Reichskanzlers Hitler vom 21. Mai unbeantwortet gelassen hätten. Damals hätte die Initiative bei der französischen Regierung gelegen.
„ ^ainge (teilt werben würde. Man hat diese Zusicherung -5 in Moskau um so leichter geben können, als man gileich- '“■äj zeitig mit Herrn Laval übereinkam, die kulturelle
Das Problem eines Erdteils.
Zum Kriegsende Bolivien—Paraguay.
Von R. Fenirey.
Aus Anlaß der Beilegung des Ehaco-Krieges geben wir hier einem der besten Kenner Boliviens das Wort zu einer interessanten Schilderung 'der politischen und geographischen Grundlagen des langen Konfliktes, dessen Verlauf wie Abschluß eine besonders krasse Demonstration der Unfähigkeit des „Völkerbundes" zur Erfüllung seiner statutenmäßigen Verpflichtungen ist. Der Verfasser des nachstehenden Artikels weilt zur Zeit in Deutschland. Wir verweisen unsere Leser besonders auf die am Schluß des Artikels skizzierte Neugruppierung der südamerikanischen Blockbildung.
Nach mehrjährigem Ringen unter den klimatisch ungünstigsten Verhältnissen ist dem Krieg zwischen Bolivien und Paraguay durch die energische Vermitt- lungsaktion der Nachbarländer ein Ende bereitet worden. Das hierzu unterzeichnete Abkommen hat als erstes einen Waffenstillstand herbeigeführt, an den sich eine Frivdenskonfereniz in Buenos Aires anschließt. Diese Konferenz muß nach dem Abkommen innerhalb von 90 Tagen die ganze Streitfrage bereinigt haben. Das Abkommen sieht, falls eine Einigung nicht zu erzielen wäre, den Schiedsspruch durch den Haager Gerichtshof vor. Inzwischen ist bereits eine Flut von einander w i^d e r f p r e ch e n dst e n Meinungen in Bewegung gesetzt worden, die Anlaß zu peinlichsten Verwechslungen gab.
Die ganze Frage ist eine rein territoriale Angelegenheit zwischen Bolivien und Paraguay und gehst bis auf die Gründung der selbständigen Staaten Südamerikas und nach deren Befreiung von der Oberherrschaft des spanischen Mutterlandes zurück. Das riesige spanische Kolonialreich in Südamerika war in verschiedene, genau abgegrenzte Verwaltungsbezirke eingeteilt. Als sich die südamerikanischen Länder ihre Unabhängigkeit erkämpften, einigten sich die neuen Staaten dahin, ihre Grenzen so zu belassen, wie sie in der Kolonialzeit festgelegt worden waren. Dieses Abkommen ist als das „Uti possidetis juris" (das „Verbleiben im rechtmäßigen Besitz") von 1810 bekannt. Das ehemalige spanische Verwaltungsgebiet „Real Audienca de Eharcas", in das der Chaeo-Doreal einbegriffen war, wurde so zu dem heutigen Bolivien, dessen Südostgrenze demnach durch den Para- guayfluß gebildet war. Das heutige Paraguay ist die damalige spanische Vevwaltungsprovins gleichen Namens, die im Westen bis an den Paraguayfluß reichte, also keinen Anteil am Ghaco-Boreal hatte.
Hierzu ist geschichtlich bemerkenswert, daß nach Alexander von Humboldt, dem großen Süd- amerikaforjcher, die paraguayanische Grenze im Westen ausdrücklich mit dem Paraguayflusie bezeichnet worden ist. Humboldt selbst vergleicht Paraguay mit Mesopotamien, da es wie dieses zwischen zwei Strömen und zwar zwischen dem Parana-Strom im Osten und dem Paraguayflutz im Westen liege.
Der Keim zu den späteren Streitigkeiten zwischen Bolivien und Paraguay wurde indessen durch folgende Tatsachen gelegt: Nachdem Paraguay 1865—70 im Kriege gegen die ihm zahlenmäßig weit überlegenen Verbündeten Argentinien, Brasilien und Uruguay trotz rapferster Gegenwehr mehr als 100 000 Quadratkilometer seiner Bodenfläche an die Siegerstaaten verloren hatte, begann es, jenseits des Paraguayflusses Siedlungen anzulegen, ohne dabei von Seiten der Bolivianer bewaffneten Widerstand anzutreffen, ein Umstand, der dadurch zu erklären ist, daß Bolivien bei der damaligen allgemeinen Knappheit an Verkehrswegen in Südamerika, vom Dhaco praktisch sozusagen getrennt war.
Der heutigen Lage der Dinge zufolge wird allerdings kallm eine andere denn eine gerechte Lösung der Streitfrage annehmbar sein, eine Lösung, die auch Boliviens berechtigtem Wunsch nach seinem ihm eigenen Zugang zum Paraguayfluß gerecht wird. Aus diesem Grunde hat man in dem Abkommen von Buenos Aires vereinbart, daß die zu treffende Regelung unbedingt die geographische Lage der beiden Länder berücksichtigen muß. das heißt sie muß 1. Paraguay zu einer strategischen Sicherung seiner Hauptstadt Asuncion verhelfen und zwar durch Gebietserweiterung nach Westen hin; wäre es doch absurd, die Hauptstadt eines Landes ausgerechnet auf dessen Grenze zu belassen, wie dies nach Boliviens verbrieften Rechten theoretisch bisher der Fall gewesen ist, 2. muß aber auch Bolivien einen genügend breiten Landesstrich am Paraguayfluß zur Anlage von Häsen erhalten. Bolivien hat als Dinnenstaat unter dem Mangel eines Ausganges zum Meere zu leiden; ohne einen solchen lebt dieser Staat sozusagen nur mit einer Lunge. Dank der eigenartigen geographischen Lage Boliviens im Herzen des Kontinents
<51^ i Annäherung zwischen beiden Völkern nach Mög- 0 lichkeit zu fördern. Es ist nun sehr charakteristisch, wie
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Paris, 22. Juni. (Eiff. Drahtmeldung.) Die Morgen- t presse beurteilt die Verhandlungen, die der englische Minister Eden in Parts führt, zurückhaltend. Allffemein ist die An- | sicht verbreitet, daß dieser erste Pariser Aufenthalt des eng- ff lifchen Ministers vor allem auf klären soll, aber kerne ^eigentliche, die Zukunft festlegende Verhandlung bilde.'
Der „Matin" bemerkt zum Luftpaktplan, die Verhand- Mlungen hierüber werden sehr mühsam sein, denn man müßte k nicht nur den Grundsatz des gegenseitigen Beistandes fest- Mlegen, sondern auch die automatische Auslösung der Aktion, M die anzuwendenden Mittel und vor allem die Art ut^> Weise W der Kontrolle der Luftstreitkräfte bestimmen. Für Frankreich I iet die Wiederherstellung der Front der internationalen Zu- W-sammenarbeit von Stresa die Hauptfrage.
Rach dem „Petit Pattsien" erkenne Frankreich die Zweck- (iiM Mäßigkeit des Lustpaktes zwar an, weise aber immer auf die 2 gegenseitige Abhängigkeit und Unteilbarkeit der einzelnen i»^E-fluftungen hin. Wenn die Luftpaktangelegenheit Mgeregelt wäre, würden die Themen, die England und Deutsch- W land angingen, erschöpft fein, und Frankreich würde sich hin- T sichtlich der'Begrenzunff der Rüstungen zu Lande in einer un- -- | vorteilhaften Stellung befinden. Daher könne die franzomche <? Regierung den Abschluß eines Luftpaktes nur unter Einbe-
Korruptions-Prozetz gegen japanische Politiker.
Tokio, 22. Juni. (Eig. Drahtmeldung.) Am Samstag beginnt in Tokio der Prozeß gegen 16 Politiker und Wirtschaf t-sführer, die in den sogen. Finanzmimster- Skandal verwickelt sind. Unter den Angeklagten befinden sich der frühere Handelsminister Nakajima der Vize- finanzminister Kuroda. Eisenbahnminister Mitsushi sowie Direktoren des Finanzministeriums des Ä am nett 5 Saito, das wegen dieses Skandals im Juli vorigen Jahres zurückgetreten ist. Angeklaat ist auch ferner der Präsident der japanischen Kunstsetden-Gesellschaft. Als Verteidiger find 53 Anwälte bestellt worden. .
Dem Verlaus -des Prozesses sieht man mit groger Spannung entgegen, da vermutlich politische Hintergründe dieses Skandals- ans Tageslicht kommen werden. Im Reichstag waren bereits Beschwerden gegen sie llnter- suchungsbehörde wegen angeblicher gesetzeswidriger Behandlung ber inhaftierten Angeklagten erhoben worden. Die Angeklagten «bestreiten die Anschuldigungen, unsaubere Geschäfte mit Kunstfeideaktien gemacht zu haben. Ebenso weisen sie die Beschuldigung der aktiven und passiven Bestechung zurück.
| I Mailand. 21. Juni. Das italienische Schatzamt weist 3 I am 31. Mai einen starken Rückgang der flüssigen -•* e Mittel auf. Sie stellten sich auf 975 Millionen Lire gegen 4 i 1650 Millionen Lire am Ende des Vormonats. Die Staats- ” Wüttnirahmen betrugen 1565 gegen 1578 Millionen Lire und die jyÜusgaben 1879 gegen 2001 Millionen Lire. Der Fehlbetrag am Ende des Berichtsmonats blieb mit 314 Millionen Lire Münter dem des Vormonats, in dem er 423 Millionen Lire -. betrug, zurück. Der Fehlbetrag im Mai des Vorjahres be- | trug 212 Millionen Lire. Füchdie bisher abgelaufenen elf I Monate des Finanzjahres erhöhte sich der Fehlbetrag auf ( 2509 Millionen Lire gegen 2195 Millionen Lire am Ende des | Vormonats. Hierbei'ist zu berücksichtigen, daß für die italie- ' ___„4 in Ostafrika besondere Aufwendungen er=
■Mecoenta) waren, ohne die der Fehlbetrag für den Monat ( Mai nur 89 Millionen Lire betragen hätte. Für die ent- i. sprechenden elf Monate des Vorjahres wurde ein Fehlbetrag M»on 3743 Millionen Lire ausgewiesen. Die gesamte öftent-
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Sonntag, 23. Juni 1935
83. Jahrgang
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