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Samstag, 22. Zum 1935

Nr. 167

83. Jahrgang.

Dor im WM iM Dorifer Wkhligm

Was Laval sagt.

Gegen jede

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Donau-Konferenz nicht aktuell.

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Die Verstimmung, die der Ab-

Abessinien.

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Fernsprecher>Sammel.Nr. 59631. Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.

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urler, Taler . .

Es Wird den Italienern sicherlich nicht unangenehm sein, wenn ihre Abessinien- politik nunmehr auch in der französischen Presse verteidigt wird. Eine friedliche Bei- Abessinienkonfliktes erscheint babei immer

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Eden reist heute nachmittag nach Rom weiter.

Vermittlung im abessinischen Konflikt.

Geschäftszeit 1 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn- und Feiertags.

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dings kaum sonderlich überrascht gewesen sein, daß man ihn nicht mit Jubel begrüßte, denn die französische Presse hatte ja von Anfang an keinen Zweifel daran gelassen, daß man ihn mit aller Kühle, deren man den Engländern gegenüber nur fähig ist, begrüßen würde. Ja, der temperamentvolle Herr Pertinax forderte sogar, daß man nun nicht mehr über den Luftpakt ver­handele, daß von einer gemeinsamen englisch-französi- schen-italienischen Note an Litauen wegen der Gewalt- politik im Memelgebiet nicht mehr die Rede sein könne und daß Frankreich sich jeder Vermittlung im abessini- schen Konflikt enthalten müsse. Ernsthafte französische Kreise werden.solche Vorschläge belächeln und Herr Laval wird keinen Augenblick daran gedacht haben, solchen Ratschlägen zu folgen, deren Folge lediglich eine Entfremdung zwischen Paris und London wäre, während auch die englische Regierung immer wieder betonte, daß sie nicht daran denke, sich mit Frankreich zu veruneinigen. Trotzdem scheint man es aber im ganzen in Paris für nötig zu erachten, feine Symphatien Italien gegenüber auch in 'der abessinischen Frage zu betonen. Freilich könnte man auch hier sehr bald in Schwierigkeiten geraten, denn bisher hat Paris noch immer die Autorität des Völker­bundes verteidigt und lag damit auf der gleichen Linie wie London, während Mussolini mehrfach er­klärte, daß nur die Interessen des eigenen Landes ausschlaggebend sein könnten, nicht aber Beschlüsse im-ndwelcher internationaler Organisationen.

weniger wahrscheinlich. Daß man mit offenen Feind­seligkeiten nach dem Ablauf der Rege-nperiode rechnet, dafür spricht einmal die Tatsache, daß die italienische Regierung ihren Untertanen den Befehl gegeben hat, bis Mitte nächsten Monats Abessinien zu verlassen, und zum andern spricht dafür auch die Silbergeld- Einziehung in Italien selbst. Wenn man sich ent- schlossen hat, das Silbergeld in Italien durch Papier­geld zu ersetzen, so ist dafür maßgebend, daß man dieses Silber als Reserve für einen Kriegsfall in Afrika zu haben wünscht. In den fraglichen afrikanischen Gebieten kennt man kaum das Papiergeld, sondern die hier gültige Münze ist in erster Linie der Maria- Theresien-Taler, der heute noch in einem großen Teil des Orients als Standard-Münze im Umlauf ist. Sachkenner vertreten die Ansicht, daß der Raum, den diese Münze beherrscht, etwa der Hälfte Europas ent­spricht. Immer trielist dieser Taler mit der Jahres­zahl 1780, dem Todesjahr der Kaiserin, in Wien aus­geprägt worden und hat seinen Weg nach Afrika ge­nommen. In Abessinien selbst gehört er zu den gesetz­lichen Zahlungsmitteln und ihm gegenüber hat sich nicht

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Belgien und Sowjetruhland.

Um die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen.

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Blick in die Welt.

Die große Politik steht in diesen Tagen ganz Ein im,Zeichen des Abschlusses des deutsch-eng- neuer lischen Flottenvertrages. Wo man Weg. ohne Vorurteil die Dinge betrachtete, da mußte man eingestshen, daß hier ein neuer Weg be­schritten sei, daß hier in zweiseitigen Verhandlungen auf der Grundlage der Gleichberechtigung der erste Vertrag zur Rüstungsbeschränkung fertig- gestellt werden konnte, ein Ziel, um das man sich in Genf immer wieder ohne Erfolg bemühte. Aber das Presse-Echo, besonders das, das aus Frankreich her­überklang, ließ leider klar erkennen, wie sehr ein Teil der Menschheit heute noch immer die Dinge nur unter dem Gesichtswinkel des Kampfes gegen Deutschland und der Einkreisung dieses Deutschland betrachtet. Dem­gegenüber hat der erste Lord der britischen Admiralität, Sir Bolton Eyres-Monsel in einer Rundfunk­rede auf die große Bedeutung hin,gewiesen, die das Flottenabkommen nicht nur für England und Deutsch­land, sondern für die gesamte weitere Entwicklung hat. Wenn er dabei 'der Hoffnung Aufdruck verlieh, daß dieses Abkommenunter Umständen wesentlich dazu beitragen wird, die friedlichen Beziehungen in der ganzen Welt zu fördern", so schließen wir uns dieser Hoffnung mit um so größerer Wärme an, als ja der Führer selbst in seiner Reichstagsrede der Politik der Utopien die Politik der erreichbaren Nah­ziele und des schrittweisen Vorgehens gsgenüberge- stellt hat. Freilich verkennen wir nicht, das eben ver­rät das Presse-Echo, daß es Kreise gibt, die mit einer solchen Entwicklung recht unzufrieden sind und sich zu diesem neuen Weg so leicht nicht bequemen werden.

abkommens in Paris ausgelöst hat, hat zunächst Minister Eden zu spüren bekommen. Er wird aller-

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Sozialpolitik in USA.

Ablehnung der Arbeiterrechtsvorlage durch den Senat.

Washington, 20. Juni. Die Arbeiterrechtsvorlage des Senators Wagner, die vom Repräsentantenhaus am Mitt­woch angenommen und mit einigen Zusätzen versehen worden war, gelangte wegen dieser Zusätze nochmals an 'den Senat zurück. Der Senat hatte die Vorlage ohne die Zusätze Mitte Mai angenommen.

In seiner Donnerstagsitzung beschäftigte sich nun der Senat erneut mit der Vorlage. Er lehnte eine Zustimmung zu den vom Repräsentantenhaus beschlossenen Zusätzen ab. Infolgedessen geht die Vorlage nunmehr an den gemein­samen Ausschuß der beiden Häuser.

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Flottenabkommen schluß des deutsch-englischen Flotten, und " ~ '

szmn Ausdruck gebracht hat. Daß diese Bedenken beson­deren Eindruck auf die Engländer machen werden, ist nicht anzunehmen, hat doch der erste Lord der Admirali- iät gestern im Unterhaus erneut erklärt, daß England einen schweren Fehler begangen haben würde, wenn es den deutschen Vorschlag abgelehnt oder auch seine An- . nähme nur in nnangebrachter Weise verzögert hätte. i Laval hat weiter mitgeteilt, daß er mit Eden zusammen dir Gesamtheit der Fragen geprüft habe, die sich aus der gegenwärtigen europäischen Lage ergeben. 7araus muß man folgern, daß bereits über den Luft­pakt verhandelt wurde. Die französische Presse läßt dabei ohne weiteres erkennen, daß Frankreich diesen ' Pakt nicht abschließen will, ohne daß die F r ag e n der iLand rüst ungen geklärt sind. Ob es Eden heute gelingt, Herrn Laval zu überzeugen, daß man auf diese Weise nicht weiterkommt, bleibt abzuwarten.

In Rom 'dürfte die Aufnahme Edens wohl etwas freundlicher fein als in Paris, wo der Ministerpräsident noch im Ministerrat weilte, als der englische Minister bereits im Auswärtigen Amt erschien. Ohne diesen kleinen Formverstoß allzusehr unterstreichen zu wollen, muß doch die Möglichkeit angenommen werden, daß man den Engländern von vornherein zeigen wollte, daß die Atmosphäre sich etwas abgekühlt hat. Das wird

vermutlich in Rom nicht passieren. Wenn sich freilich Eden der Hoffnung hingeben sollte, daß er irgendwelche °Vermittlungsvorschläge im abessinischen Kon­flikt durchsetzen könne, so belehrt ihn die italienische Messe schon jetzt, daß das nicht möglich sein wird.

2 Abessinien sei ein Problem, das nur Italien angehe ** Eätti) keinen Vermittler erfordere, so schreibt das Blatt

-Ottobre" und fährt dann fort:Es handele sich um « Arine Streitsache, für die nur ein Gerichtshof zuständig

M. London, 21. Juni. Wie verlautet, hat Lloyd George englischen Kabinett eine neue Denkschrift über ine Arbeitsbeschaffungspläne vorgelegt, nachdem seine Ursprünglichen Vorschläge so gut wie abgelehnt worden . Die neue Denkschrift enthält gewisse Ab­wanderungen der ersten Vorschläge. In politischen . Kreisen glaubt man jedoch, daß auch diese neuen Vor- -Wäge das Schicksal des ursprünglichen Planes teilen

Keine französischen Marine-Sachverständigen nach London?

Paris, 22. Juni. Nach den ersten Besprechungen, die am Freitag zwischen Eden urtb Laval stattgefunden baden, ver­lautet aus gut unterrichteter Quelle, daß im Augenblick nicht die Absicht besteht, französische Marine-Sachverständige nach London zu entsenden, um mit der englischen Admirali­tät Fühlung zu nehmen. Dagegen werden die französischen technischen Sachverständigen auf jeden Fall an der Flotten­konferenz teilnehmen, die am Jahresende infolge des Er­löschens des Washingtoner Flottenvertrages stattfinden soll.

Anzeigenpreise: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund­preis 6 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 45 Rpf., sonst laut Tarif Nr. 3, Nachlatzstaffel C. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird leine Gewähr übernommen. Schluß der Anzeigen-Annahme 10 Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.

sei, nämlich Rom, und für die es nur einen Richter gäbe, der die Entscheidung zu fällen vermöge, nämlich Mussolini." Im übrigen besteht in Rom durchaus die Neigung, die europäischen Fragen weiter zu behandeln und zu fördern. So fehlt es sogar nicht an Mahnungen an Frankreich, auf ft e i i Le Diskussionen über die Verletzung des Versailler Vertrages zu verzichten und das Londoner Abkommen als eine positive Grundlage und als Ausgangs­punkt für eine Einigung zwischen den vier westlichen Großmächten zu benutzen. Ja, dieStampa" geht noch einen Schritt weiter und schlägt geradezu die Rückkehr zum Vier er pakt Mussolinis vor. Die vier Großmächte, so fordert das Blatt, sollten sich gemeinsam an einen Tisch setzen und alle wichtigen europäischen Fragen besprechen, um zu jenem wahren und wirksamen Einverständnis zu gelangen, das Europa wieder auf­atmen lassen würde. Man kann aus solchen Stimmen wohl den Schluß ziehen, daß hinsichtlich des Flattenab- kommens und des Luftpaktes der Boden für Eden in Rom günstiger fein wird, als er in Paris war.

Im übrigen bestätigt sich unsere schon gestern aus­gesprochene Vermutung, daß die Frage der Donau­konferenz in Rom kaum berührt werden dürfte. Der ungarische Ministerpräsident Eömbös hat gestern nämlich im Parlament erklärt, daß die Donau­konferenz auf unbestimmte Zeit vertagt und m den Hintergrund getreten sei. Der Grund hierfür liegt darin, daß die Kleine Entente sich weiterhin der Gleich­berechtigungsforderung Ungarns widersetzt. Da im übrigen auch die südslawische Kabinettskrise fortbesteht, so wird das Thema Donauraum in Rom sicherlich nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Neue Arbeitsbeschaffungs-Vorschläge Lloyd Georges.

Gewisse Abänderungen.

as. Berlin, 22. Juni. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Eden wird seine Pariser Gespräche heute Nachmittag abschließen und um 18 Uhr die Weiterreise -nach Rom antreten. Man scheint in den gestrigen Unterhaltungen wicht sehr viel weitergekommen zu sein. Mus Mitteilungen, die Laval über diese Besprechungen

'A -Nachte, geht hervor, daß Eden die Gründe dargelegt hat, die England zu dem Abschluß des Flotten- ab kommens mit Deutschland veranlaßten und daß Laval erneut die französischen Bedenken

Die antijapanischen Organisationen.

Ein aufsehenerregender Geheimbefehl.

Tokio, 21. Juni. Die japanische ZeitungTokyo Nitschi Nitschi" veröffentlicht in großer Aufmachung einen Eehvimbefehl des früheren Leiters der chinesi­schen Militärkommission in Peiping und stellvertreten­den Kriegsministers Ho, der angeblich im Auftrage des Marschalls T f ch i a nk a i f ch e f an alle antijapanischen und mandschukuofeindlichen Eeheimorganisationen in Nordchina gerichtet sei, und in dem diese Organisationen der Kuomintang unterstellt werden. Das in einer Photographie abgedruckte Dokument trägt das Datum vom 25. Mai.

Das Blatt stellt fest, daß hiermit der Beweis für die von Nanking abgestrittenen Eeheimorganisationen er­bracht sei und daß dieses Dokument weittragende Be­deutung für die gesamte Japanpolitik Tschiankaischeks besitze.

Brüssel, 21. Juni. Auf eine im Parlament gestellte An- |fi-age über die Wiederaufnahme der diplomatischenBe- Mehungen zwischen Belgien und Räteruhland hat Minister­präsident und Außenminister van Zeeland schriftlich u. a. Kwartet: Di«offiziellen Verhandlungen" über die rraufiiahme der Beziehungen hätten noch nicht be- Mnnen. Eine Mitteilung über dieoffiziösen Bespre- ßchungen", die in dieser Hinsicht stattfinden könnten, seien Untunlich.

E& In dieser Antwort des Außenministers wird die in der «nfrage enthaltene Mitteilung nicht bestritten, wonach zwi­schen dem Präsidenten der zweiten Internationale, 93 an« ^«r ve ld e, der dem Kabinett van Zeeland als stelloer- sstetender Ministerpräsident angehört und dem sowjetrussi- 2 : ßthen Botschafter in Paris, Potemkin, durch Vermittlung i-s*' 6®ts französischen Sozialistenfirhrers Leon Blum, Bespre- : § |gingen über die Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen |Belgien und Sowjetrußland, Die in der Regierungsertlä- Mng des Kabinetts van Zeeland angekündigt worden ist, l L Wttzefunden haben.