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«eite 8. Nr. 183.
Wiesbadener Nachrichten.
Ausstellung der Arbeitsbücher
im Bezirk des Arbeitsamtes Wiesbaden.
Das Arbeitsamt Wiesbaden teilt mit: Wie bereits durch die Presse veröffentlicht wurde, ist für den Bezirk des Arbeitsamtes Wiesbaden für die Ausgabe der Arbeitsbücher, die für die unten 'aufgeführten Betriebsgruppen bis zum 30. September 1935 abgeschlossen sein mutz, folgende Regelung getroffen worden:
1. Arbeiter und Angestellte von Betrieben der unten aufgeführten Betriebsgruppen, in denen mehr als 20 Gefolgschaftsmitglieder beschäftigt sind, erhalten die erforderlichen Antragsvordrucke durch den Betrieb ausgehändigt. Das Arbeitsamt tritt dieserhalb mit den Betrieben in Verbindung.
2. B e t r i e b e der unter aufgesührten Betriebsgruppen mit weniger als 20 EefolgschaftsMitgliedern muffen von sich aus die für ihre Gefolgschaft notwendige Zahl von Antragsvordrucken beim Arbeitsamt anfordern.
Den zu 1. genannten Betrieben find mit einem Anschreiben die erforderlichen Vordrucke bereits zugegangen, oder sie werden ihnen in den nächsten Tagen zugehen.
Die zu Ziffer 2. genannten Betriebe, also solche mit weniger als 20 Eefolgschastsmitgliedern, haben bis jetzt in verhältnismäßig geringem Umfange die Anforderung der Vordrucke beim Arbeitsamt vorgenommen. Sie werden deshalb ersucht, nunmehr die Vordrucke beim Arbeitsamt baldmöglichst anzufordern. Das gilt insbesondere für den Ei n - zelhandel, da hier die kleineren und mittleren Betriebe sehr zahlreich sind.
Die Vetriebsgruppen, für deren Arbeiter und Angestellte die Ausgabe der Arbeitsbücher bis zum 30. September 1935 erfolgt fein mutz, sind folgende:
1. Industrie der Steine und Erden,
2. Eisen- und Stahlgewinnung,
3. Metallhütten- und Metallhalbzeugwerke,
4. Herstellung von Eisen-, Stahl- und Metallwaren,
5. Maschinen-, Apparate- und Fahrzeugbau (auch mit Gießerei),
6. Elektrotechnische Industrie,
7. Optische und feinmechanische Industrie,
8. Chemische Industrie,
9. Papierindustrie,
10. Leder- und Linoleumindustrie,
11. Kautschuk- und Asbestindustrie,
12. Baugewerbe und Baunebengewerbe,
13. Großhandel,
14. Einzelhandel,
15. Verlagswerke, Handelsvermittlung und sonstige Hilfs- geweroe des Handels,
16. Geld-, Bank-, Börsen- und Versicherungswesen.
Klärung von Zweifelsfragen um das Arbeitsbuch.
Oberregierungsrat Dr. Timm von der Hauptstelle der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitlosenversicherung klärt in der „Arbeitslosenhilfe" einige Zweifelsfragen, die sich anläßlich der Einführung des Arbeitsbuches ergeben haben. Grundsätzlich bemerkt er, die Klärung aller nicht brennenden Einzelfragen sei zuriick- zustellen und dafür mit aller Kraft das Massenproblem der Ausfertigung der Arbeitsbücher in Angriff zu nehmen. Für die Zugehörigkeit der Betriebe zu den einzelnen Betriebsgruppen ist nach den Darlegungen des Referenten das systematische Gewerbeverzeichnis der Betriebszählung vom 16. Juni 1933 maßgebend. Die Arbeitsämter sind mit den nötigen Exemplaren versorgt worden, so daß sie die erforderlichen Auskünfte geben können. Die in der Bekanntmachung des Präsidenten der Reichsanstalt genannten 16 Betriebsgruppen entsprechen den gleichlautenden Betriebsgruppen des Eewerbeverzeichniffes.
Von Verufsverbänden werden immer wieder Wunsche an die Arbeitsämter gerichtet, die Zuweisung in Arbeit vom Besitz der Mitgliedskarte dieser Verbände abhängig zu machen. Das Gesetz verbietet die Ausstellung derartiger Ausweise, soweit von ihrem Besitz die Aufnahme von Arbeit abhängig gemacht wird. Die Einführung des Arbeitsbuches darf nicht zur Abriegelung der einzelnen Eewerbezweige gegeneinander führen. Arbeiter und Angestellte, die in ihrem bisherigen Beruf kein Auskommen mehr finden, sollen auch weiter die Möglichkeit haben, in anderen Berufen unterzukommen und dort Tüchtiges zu leisten. Schließlich verweist der Referent noch auf die Erfahrungstatsache, daß über Kenntniffe und Fähigkeiten häufig unbewußt falsche Angaben gemacht werden, da die Antragsteller ihre eigenen Fähigkeiten über- bzw. unterschätzen. Daher sei die Aufnahme des Antrags geradezu entscheidend für den Erfolg der Arbeits- buchaktion überhaupt.
60 Jahre Schuhmacherinnung Wiesbaden.
Festakt im Kurhaus.
Zum Abschluß der Arbeitstagung des Reichsinnungsverbandes des deutschen Schuhmacherhandwerks in Wiesbaden fanden sich die Teilnehmer an der Tagung mit ihren Arbeitskameraden aus Wiesbaden am Montagabend im großen Kurhaussaal zur Feier des 60jährigen Bestehens der Wiesbadener Schuhmacherinnung zusammen. Unter den Klängen der RSVO.-Kapelle marschierten die Fahnen der Wiesbadener Handwerkerinnungen in den festlich geschmückten Saal. Obermeister Römer gab in seiner Begrüßungsansprache eine Rückschau auf das Schaffen des Wiesbadener Schuhmacherhandwerks feit Bestehen der Innung. Einen ausführlichen Bericht hierüber hat das „Wiesbadener Tagblatt" bereits in seiner Ausgabe vom 16. d. M. veröffentlicht. Obermeister Römer versprach zum Anschluß seiner Ansprache, getreu wie bisher für das deutsche Handwerk weiterzuarbeiten und gelobte im Namen der Wiesbadener Innung Treue dem Führer, auf den die Versammlung ein dreifaches Sieg-Heil ausbrachte, das in den Gesang des Deutschland- und Horst-Heffel-Liedes ausklang.
Anschließend nahm Handwerkskammerpräsident Müller das Wort. Rach Behandlung der aktuellen Tagesfragen des deutschen Handwerks kam er im besonderen auf das Wirken der Schuhmacherinnung Wiesbaden zu sprechen, die vom Reichshandwerksmeister würdig befunden worden sei, die silberne Führerkette des deutschen Handwerks tragen zu dürfen. Er hob besonders die fachlichen Verdienste des Obermeisters Römer hervor, und überreichte ihm ein kunstvoll ausgefertigtes Dankschreiben der Handwerkskammer und ferner für die Innung eine Fahnenplakette. Handwerkskammerpräsident Müller nahm sodann Veranlaffurm, dem 78jährigen Schuhmachermeister Georg Buths die Plakette der Handwerkskammer zu überreichen, deffen Geschäft auf ein 125jähriges Bestehen zurückblicken kann. Er wünschte sodann dem anwesenden Reichsinnungsmeister, Gruppenführer Hetz, daß im deutschen Schuhmacherhandwerk noch mehr solcher Meister zu finden seien wie in Wiesbaden die beiden Ee-
Wiesbadener Tagblatt
ehrten. Mitglieder der Schuhmacherinnung Wiesbaden überreichten ihrem Obermeister ein Bild des Führers und Vertreter anderer Wiesbadener Handwerkerinnungen Fahnenschleifen. Nach der Entgegennahme von Glückwünschen nahmen noch der Reichsinnungsmeister Heß, der sich lobend über'die Gastfreundschaft Wiesbadens aussprach, und einigen verdienten Handwerksmeister die goldene Nadel des Schuhmacherhandwerks überreichte, und Bürgermeister Piskarski, der dem Schuhmacherhandwerk dafür dankte, daß es Wiesbaden als Tagungsort gewählt habe, das Wort.
Nach dem feierlichen Ausmarsch der Fahnen begann der unterhaltende Teil, deffen Leitung -und Ansage in den bewährten Händen von Heinz Schnabel lag. Einleitend tanzten 10 Meistertöchter und Jungmeister bzw. Gesellen der Schuhmacherinnung Breslau in schlesischer Tracht und Berufskleidung eine „Schuhmacher-Polka", die lebhaften Beifall fand. Dann wickelte sich ein buntes Programm ab. bei dem mitwirkten Lilly Sedina, Hedy Dähler, Liesel Schanz, Heinrich Schorn, Alexander Nosalewicz und Ernst Schalk. Schnell war rheinische Fröhlichkeit eingezogen, es wurde geschunkelt und gesungen und ein fröhlicher Tanz beendete die Jubelfeier der Schuhmacherinnung Wiesbaden.
— Der Nassauische Verein für Naturkunde unternahm am Sonntag eine große Autobusfahrt zu mineralogischgeologischen Studien unter Führung von Dr. Fi l l in den Vorspeffart und die Umgegend von Aschaffenburg. Kurz vor Hanau, unweit von Klein-Steinheim, wurden zunächst gewaltige Basaltlager mit eigentümlichen Verwitterungen und massigen Ausbrüchen in mehreren Steinbrüchen besichtigt und dann ging die Fahrt weiter in den eigentlichen urkristallinen Vorspessarr. Hier interessierten verschiedene Aufschlüsse besonders durch das Vorkommen von Hornblendengneis und Staurolithtzlimmerschiefer. Im Kahlental kam außerdem noch Quarzitglimmerschiefer in Frage. Von der Feldkahler Höhe genoß man einen großartigen Überblick über den Spessart, zumal in seinem nordwestlichen Teil mit dem Hahnenkamm (436 Meter Höhe). Zur Mittagspause wurde nach Aschaffenburg gefahren, und erst am Nachmittag erfolgte der Besuch des Grauen Steins in der waldreichen Gegend von Glattbach, der durch Eespaltengestein, in erster Linie den Pigmatit, einem gewissen Schriftgranit aus Feldspat und Quarz bemerkenswert ist. In der Gegend von Gailbach interessierte sodann ein kristallinischer Marmorbruch und ein Bruch, wo Lambrophyr gelagert ist. Durch die anschaulichen Belehrungen des Leiters über die Entstehung des Vorspessarts, über die die Meinungen noch geteilt sind, die mineralischen Bestandteile des Buntsandsteingebirges und die besonderen Eigenarten der einzelnen besuchten Stellen war es möglich, recht viele wertvolle Eindrücke zu gewinnen. Die Heimfahrt über Darmstadt gestaltete sich noch dadurch besonders fesselnd, daß ein Stück der neuen Reichsautobahn benutzt wurde.
— Der neue Stern im Herkules. Der neue Stern im Herkules gibt der Wissenschaft neue Rätsel auf. Nachdem er im Dezember vorigen Jahres zwischen dem Kopf des Drachen und dem hellen Stern Wega in der Leier auftauchte und die erste Stcrngrößenklasse erreichte, sank er nach längerer Zeit ungefähr gleichgroßer Helligkeit ziemlich rasch Ende März ab und erreichte schließlich die 13. Größenklasse, so daß er außer in großen Fernrohren nur noch photographisch erreichbar war. Am 3. Mai jedoch begann die Helligkeit dieses merkwürdigen Körpers wieder kontinuierlich zu steigen, so daß er nach den Beobachtungen der Wiesbadener Privat-Sternwarte gegenwärtig wieder die Helligkeit 8. Größe besitzt. Das Spektrum hat sich aber dabei allmählich von dem eines Sternes verschiedener Typen zu dem eines Nebels umgewandelt, in dem nur noch einzelne helle Linien auftreten. Die Geschichte der neuen Sterne zeigt nur noch ein Beispiel eines derartigen anormalen Verhaltens, nämlich das der Nova im Fuhrmann aus dem Jahre 1891. Bei ihr trat eine größte Helligkeit ein, die von der 4. Größe war. Auch sie blieb längere Zeit von konstanter Helligkeit, sank daraus bis zur Unsichtbarkeit ab, nahm aber nochmals bis zur 8. Größe zu und läßt sich gegenwärtig in größten Fernrohren grade noch erblicken. Rimmt man ein ähnliches Verhalten für die jetzige Nova an, so würde der Stern nochmals mit dem bloßen Auge grade noch sichtbar werden in nächster Zeit, da alle Helligkeit um drei Größenklassen stärker ist. Eine Überwachung der in Frage kommenden Himmelsstelle mit einem Feldstecher dürste sich demnach für Liebhaber der Himmelskunde lohnen, zumal sie am Adend hoch oben am Östhimmel steht.
— Verunstaltung des Orts- und Landschaftsbildes durch Aufstellung und Benutzung alter Eisenbahnwagen. Die Aufstellung von alten Eisenbahnwagen hat in zahlreichen Fällen zu einer gröblichen Verunstaltung des Landschafts- oder des Straßen- und Ortsbildes geführt. Die ausrangierten Eisenbahnwagen entsprechen nicht den baupolizeilichen Vorschriften, die für Räume zum dauernden Aufenthalt für Menschen gelten (zum Beispiel zu geringe Höhe, ungenügender Schutz gegen Feuchtigkeit und Witterungseinflüsse). Auch ist in feuer- und gesundheitspolizeilicher Hinsicht ihre Zulassung bedenklich. Der Herr preußische Finanzminister hat durch Runde rlatz vom 3. Mai 1935 angeordnet, in Zukunft keine baupolizeiliche Genehmigung mehr für die Aufstellung und die Benutzung derartiger Wagenkästen, weder zum dauernden Aufenthalt von Menschen noch als sogenannte Wochenendhäuser, zu erteilen. Soweit solche Wagenkästen früher ohne Genehmigung aufgestellt worden sind, werden die Baupolizeibehörden je nach Prüfung des Einzelfalles und unter Vermeidung sozialer Härten zum mindesten das weitere Bewohnen verbieten und die Entfernung der wohnlichen Einrichtung gegebenenfalls unter Setzung einer angemessenen Frist verlangen, sofern die Aufstellung der Wagen nicht etwa gegen weitere polizeiliche Vorschriften verstößt oder eine gröbliche Verunstaltung des Landschafts- oder Ortsbildes vorliegt, die ihre gänzliche Entfernung notwendig macht. Bei Aufstellung zu anderen Zwecken (zum Beispiel Baubuden, Schutzräume für Spielplätze, Ställe, Lagerschuppen usw.) wird in jedem Fall sorgfältig geprüft, ob nicht das Stratzen- oder das Ortsbild gröblich verunstaltet wird und die baupolizeiliche Genehmigung demgemäß zu versagen ist. Die Bevölkerung wird daher ausdrücklichst gewarnt, alte Eisenbahnwagen zu kaufen und aufzustellen.
— Sieben regelmäßige Beflagguugstage angeordnet. In Einvernehmen mit dem Reichspropagandaminifter hat Reichsinnenminister Di. Frick regelmäßige Veflaggungs- tage bestimmt. Alle Gebäude und Gebäudeteile, die von staatlichen und kommunalen Verwaltungen, Anstalten und Betrieben, von sonstigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, sowie von öffentlichen Schulen benutzt werden, haben danach ohne besondere Anordnung an folgenden Tagen zu flaggen: 1. Am Neujahrstag, 2. Reichsgründungstag (18. Januar), 3. am Tag der nationalen Erhebung (30. Januar), 4. am Heldengedenktag (5. Sonntag vor Ostern) — halbmast —, 5. am Geburtstag des Führers und Reichskanzlers (20. April), 6. am Nationalen
Dienstag, 18. Juni 1935
Feiertag des deutschen Volkes (1. Mai), 71 Erntedanktag. Die Anordnung einer Beflagguu-'g bezeichneten Gebäude an anderen Tagen behält m J Reichsinnenminister im Einvernehmen mit dem Propagandaminister vor. Sie wird in der Regel nur Rundfunk und Presse bekanntgegeben. Außerhalb der Hauptstadt sind zur Anordnung einer Beflaggung ^3 wähnten Gebäude für den Bereich ihres Amtsbezirks befJ die Reichsstatthalter, in Preußen die Oberpräsidenten, für örtliche Beflaggungen in Preußen die RegreruW Präsidenten, in den anderen Ländern die ihnen entfpreti den Behörden. Die Anordnungen sind auf Fälle MD schränken, die nach ihrer besonderen Bedeutung eine ™ liche Anteilnahme rechtfertigen. Vor der Anordnung Landesstelle des Reichspropagandaministeriums zu yJ Die Beflaggung der deutschen Dienstbehörden im AuslA regelt das Auswärtige Amt. Ältere Bestimmungen für u Beflaggung der öffentlichen Gebäude werden aufgehob^ — Konzert im Kurgarten. Am Montagabend konzertier die Gruppenkapelle Gau 25 des NS.-Arbeitsdienst^ im Kurgarten. Die etwa dreißig Mann starke Kapelle m fügt über fachlich leistungsfähiges Material und wird m ihrem Leiter, Musikzugführer Fried König, mit [trafje Hand geführt. Man hörte unter anderem die Ouvertüre -» Oper „Wenn ich König wär" von Adam, den unverwüstlich, Walzer „Künstlerleben" von Joh. Strauß und Steuermanq Heb und Matrosenchor aus Wagners „Fliegendem ti länder". Eine willkommene Abwechslung boten zwei ä farenmärsche und ein Trompetensolo, das ObertruppfZ" K ö r p p e n mit sauberem Ton und nicht übertriebenem fi fühl blies. Weitere Märsche umsäumten das Programm, 5 int Laufe des Abends immer mehr Hörer heranlockte, bie( an Beifall für die gelungenen Darbietungen nicht W ließen.
— Der Volksbund Deutscher' Kriegsgräberfürsorge, Lch gruppe Wiesbaden, wendet sich mit einer Werbeschrift «j Vorträgen an die Einwohner Wiesbadens zwecks Erlaugu« der Mitgliedschaft oder Zahlung einmaliger Geldberräj Das deutsche Volk hat es von jeher als seine Pflicht am sehen, die Gräber seiner Gefallenen auch in fremder W zu pflegen. Die Ortsgruppe Wiesbaden, einer Stadt » 160 000 Einwohnern, zählt zirka 500 Mitglieder. So miß die jetzt einsetzende Werbetätigkeit der Ortsgruppe Wi« baden des Volksbundes Deutscher Kriegsgräderfürioitz Widerhall finden in den Herzen derer, die dem Volksh« noch fernstehen, vor allem in den Herzen derer, denen q gütiges Geschick die Angehörigen heimkehren ließ aus dtz großen Kriege. Mögen alle freudig zu diesem Werke N Dankbarkeit und der Pflicht beitragen: Die Gräber unseq Helden zu pflegen, lindernd legt sich um das trauernde ® müt der Hinterbliebenen der Trost: seiner Gefallenen getas in Treue ein ganzes Volk.
— Der Sängerbund sucht Quartiere zum Gausängerf^ Für das 1. Gausängerfest des Gaues Nassau isi 19. bis 21. Juli in Wiesbaden werden noch mehre hundert Hotel- und Privatquartiere benötigt. Der Herr Ob« Bürgermeister als Schirmherr des Festes bittet die W wohnerschaft dringend und herzlichst, den Sängerbund aui nach dieser Richtung hin nach Kräften zu unterstützen, ■ ein gutes Gelingen dieses groß angelegten Festes zu gewähr leisten. Es wird erhofft, daß die Wiesbadener Veoölkcnitz dieser Bitte in dem erwarteten Umfang nachkommt. und« sie auch bei dieser Gelegenheit wieder beweist, daß WiesbaÄ an der Spitze marschiert, wenn es sich darum handelt, ■ Wiesbaden verlegte Tagungen und Feste zu unterstützeiüz
— Besonderes Augenmerk ist ans die Kurpfuschers richten. Der Reichsjustizminister hat die Strafverfolgung behörden ersucht, besondere Aufmerksamkeit dem Treiben dck Kurpfuscher zu schenken, da sich gerade aus ihrer TätiM für die Volksgesundheit die schwersten Gefahren crgeM könnten. Wer kranke Volksgenossen behandelt, fei zu io sonderer Vorsicht verpflichtet. Auch ein nichtapprobmch Krankenbehandler müsse daher die anerkannten Regeln ick Heilkunde sicher beherrschen und richtig anwendcn.
— Brieftasche mit zirka 800 RM. verloren! Am 14. l.M in der Zeit zwischen 17.40—18.30 Uhr, verlor ein HandweÄ meister auf dem Wege Opelbad am Neroberg, über bahn und Autobus der Linie 1 seine braunlederne BriestaW mit zirka 800 RM. in Papiergeld und mehreren Ausweg papieren, lautend auf den Namen Karl B u n f c, Breslq Das Geld war für Gefolgschaften des Bunke bestimmt, q sich zum Reichshandwerkertag nach Frankfurt a. M. begrW wollten. Der Verlust trifft die Beteiligten daher auM ordentlich hart. Der Finder wird ersucht, dte gefundene TaW sofort Beim Fundamt abzugeben, weil sonst int Falle etN Ermittlung mit der Einleitung eines Strafverfahrens wegl Fundunterschlagung gerechnet werden muß.
— Auszeichnung. Dem Stadtobersekretär Rudd S t a w i tz, Wiesbaden, Aarstraße 69, wurde wegen seiner A gehörigkeit zum Freikorps Würzburg aus Anlaß seiner $3 dienste bei den Spartakuskämpfen in Bayern 1919—W das Schlageterschild verliehen.
stes
— 3m Kurgarten „Strand und Bad". Durch die stehende Überschrift soll nun kein Strandbad oder ein strand im Kurgarten angekündigt werden, sondern die 8" Modeschau „Strand und Bad" am 22. d. M. VeraW tet wird das modische Fest, das manche freudige «g rafchungen bringen wird, durch die Kurverwaltu«-' Verbindung mit dem NeuenKurverein. Nach den ” bereitenden Arbeiten läßt sich schon erkennen, daß dieI vorstehende Modeveranstaltung der Kurverwaltung JJi erfolgreichen Vorgängerinnen nicht nachftehen wird. 2ß*jj noch nicht gewußt haben sollte, daß unser schönes WicsdA nicht nur das berühmte Heil- und Erholungsbad am sondern durch unser weit und breit in solcher Vollendung'" einmal vorhandenes Opel bad auf dem Reroberg und schönen Rheinstrandbäder ein immer mehr bevorzugt " gnügnngsbad ist, den wird die bevorstehende „Strand und Bad" restlos von dieser Tatsache überze^ Heute mag ein Blick in die Modehefte die Frage nach 5 kleidsamsten Kostüm den nach Sonne, Wasser und Lust^ zenden Wiesbadenerinnen und Kurgästen noch einiges zerbrechen machen. Nach dieser Schau schöner Singe jede Frau nicht nur, was sie kleidet, sondern auch. apart kleidet: es werden nämlich von den einschl^l^ heimischen- Firmen nur Neuheiten gezeigt, die sicherlich *
mild, 1 e i t schäumend, ganz wundervoll im Geschmack.
NIVEA
