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Telegramm-Stress«: Tagblatt Mesdade».

83. Jahrgang

Dienstag, 11. Juni 1935

Nr. 156.

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Japans Pläne in Nordchina

Ausdehnung der entmilitarisierten Zone bis zum Hoangho?

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Der englische Botschafter im Tokioer

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auch darauf zurück, daß wieder Meldungen au-ftauchen, die davon sprechen, die Italiener würden aus dem

Fenssprecher-Sanmrel-Nr. 59631. Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.

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Geschäftszeit: 8 Uhr morgen, bis 7 Uhr abends, außer Sonn- und Feiertags.

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Berufung japanfreundlicher Personen in die Verwaltung.

Tokio, 11. Juni. (Eig. Drafttmeldung). Der stellver­tretende japanische Krieqsminister Haschimoto teilte am Dienstaa dem stüatsieckretär des Kabinetts S ch i r a f e

Wässerung Ägyptens so wichtige Quellgebiet am Tsanasee festsetzen, endgültig zerstreuen zu können.

Die Artikel der französischen Blätter lassen er­kennen, daß man dem abessinischen Konflikt in Paris jedenfalls volle Aufmerksamkeit entgegenbringt, daß man sich aber über den Ausgang der geplanten Ver­mittlungsaktion noch keineswegs klar ist. Mussolini hat in feinen beiden letzten Reden am Pfingstsamstag und -fonntag bei Truppenbesichtigungen keinen Zweifel daran gelassen, daß er sich wenig oder garnicht an Ein­wirkungen von außen stören, sondern die abessinische Frage so lösen wird, wie es ihm richtig erscheint. Diese Worte haben in Paris die Hoffnungen auf ei n Gelingen der Vermittlungsaktion nicht gerade wachsen lassen. Trotzdem wird man aber wohl mit den französischen Bemühungen in der abessinischen Frage rechnen können.

Völkerbund will Paris unter allen Umständen ver- I meiden. Das gleiche dürfte allerdings wohl auch für f England gelten, denn die letzte Rede Baldwins und die l Ernennung Edens zum Völkerbundsminister lasten ja j klar erkennen, wie sehr man in London die Genfer

Institution schätzt.

Soweit man nun aus den französischen Blättern ! Schlüsse ziehen kann, soll sich die französische Vermitt- ? lung offenbar auf der Linie bewegen, daß man i Italien „«in bescheidenes Stück abessini- ; sch en Gebietes" überläßt und zwar einen Streifen, ■ durch den die italienischen Kolonien E r i t r ä a . und Somaliland eine Verbindung mitein- i ander erhalten. Dann aber soll Italien mit t Abessinien einen Vertrag „ewigen Friedens" t schließen und sich verpflichten, sich kein weiteres abessini- k sches Gebiet anzueignen. Auf dich« Weise hofft man, die t englischen Besorgnisse, Italien könnte sich in dem für [ die Bewässerung des Sudan und damit auch für die Be-

gewssen seien, so mäste man nach einer neuen Form der Ver­waltung suchen, an deren Spitze bewährte japanfreundliche Personen berufen werden müßten.

Die Nanking-Regierung hat eine Verfügung erlassen, nach der jede hetzerische Herausforderung tn Wort oder Tat, die di« Erhaltung freundschaftlicher Be­ziehungen zu Chinas Nachbarländern stören könnte, ver­boten ist. Ebenfalls verboten ist die Gründung von Organisationen, die propagandistisch gegen andere Länder arbeiten sollen. Die Verfügung betont ferner die vordring­liche Wichtigkeit der Erhöhung der inneren Berwaltungs- leistungen, die Hebung nationaler Stärke, die treue Inne­haltung internationaler Verpflichtungen und die Erhaltung des Weltfriedens.

Für eine Bezugszeit von 2 Wochen 94 Rpf., für einen Monat NM. 2.—, ein- schließlich Traglohn. Durch die Post bezogen RM. 2.35, zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld, Einzel, nummern 10 Rpf. — Bezugsbestellungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die Träger und alle Postanstalten. — In Fällen höherer Gewalt oder Betriebsstörungen haben die Bezieher leinen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder auf Rückzahlung des Bezugspreises.

Hmeiaenpreiie: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte tm Anzeigenteil Grund­preis 6 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 45 Rpf., sonst laut Tarif Nr. 3, Nachlaßstaffel C. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird leine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen-Annahme 10 Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.

" Völkerbund ausscheiden, wenn dieser sich der [ englischen Auffassung in der abessinischen Fragt r schließen würde. Einen Austritt Italiens aus

Englisch-italienische Auseinandersetzungen.

as. Berlin, 11. Juni. (Drahtbericht unserer Berliner fr Abteilung.) Den französischen Blättern macht die UAufrechterhaltung der Streja-Jront schon seit einiger DZeit erhebliche Kopfschmerzen. Als sich die ersten Aus- | Wirkungen der großen Rede des Führers zeigten, tauch- .. len in der französischen Presse bereits Artikel auf, die | darüber klagten, daß nunmehr die Front von Strefa ins | Wanken gekommen fei. Mit lebhafter Sorge verfolgte l man dabei weiterhin in Paris, wie sich die italienisch- । englischen Auseinandersetzungen über den abessinischen f Konflikt verschärften. Man verweist dabei auf die t italienischen Blätter, die den Engländern eine llnter- I stützung Abessiniens vorwerfen und auf die englischen Stimmen, die hierauf nicht gerade übertrieben liebens- : würdig antworten. Unter solchen Umständen hält man F in Paris jetzt offenbar die Zeit für gekommen, ^zwischen London und Rom in der abessi-

Will Laval vermitteln?

Der abessinische Konflikt macht Frankreich Sorgen. — Was wird aus der Stresa-Front? Italien und der Völkerbund.

Autzenamt.

Tokio, 10. Juni. Der englische Botschafter sprach beim stellvertretenden Außenminister vor, um sich über die Lage in Norbchina unterrichten zu lassen. Wie bekannt wird hat der stellvertreteiüte Außenminister dem Botschafter erklärt, daß Japan nicht die Besitzergreifung von Nordchina beab­sichtige.

Amerika und das japanische Vorgehen.

Washington, 10. Juni. Das Vorgehen Japans in Nord- china wird in maßgebenden amerikanischen Kreisen mit großer Mißbilligung verfolgt. Es wird hier allge­mein angenommen, daß die amerikanische Regierung Eng­land und möglicherweise auch andere Mächte konsultieren dürfte, falls eine Verschärfung der Lage in Nordchina ein- tritt, oder falls China selbst an andere Mächte appelliert.

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meieich nischen Frage zu vermitteln. Man hält das tuch E heute für zweckmäßiger, als die noch vor kurzem von Veitt einigen Pariser Blättern empfohlene Methode, sich um er ~a! den abessinischen Konflikt überhaupt nicht zu kümmern. , dum . Der Wandel der Anschauungen geht wohl nicht zuletzt

Ernste Beunruhigung in der Londoner Presse.

London, 10. Juni. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" bezeichnet die Regelung des abessinischen Streitfalles als eine der dringlich­sten Aufgaben, denen Sir Samuel Hoare und Eden bei der Aufnahme ihrer Arbeit im Foreign Office in der kommenden Woche gegenüberstehen würden. Die Hoffnung, daß sich Italien nach der Genfer Einigung auf ein Schiichtuisssverfahren gut eh^e. friedliche Regelung einstellen würde, habe sich nicht er­füllt. Die neuesten Informationen ließen keinen Zweifel darüber, daß man innerhalb der näch­st endreiMonatevor derMöglichkeit einer italienischen Expedition nach Abessinien stehen werde. Dreifache Folgen müßten erwogen werden: 1. Die direkte Auswirkung eines italienischen Feldzuges gegen ein Land, das Mitglied des Völker­bundes sei; 2. die Sicherheit der Europäer in Abessinien; 3. die Wirkungen in Europa, falls der Völkerbund aufgefordert werde, gegen Italien Sanktionen anzuwenden.

Auf alle neuerliche Vorschläge für eine direkte Regelung mit Abessinien habe Italien unverändert ge­antwortet, daß die Zeit hierfür jetzt vorüber sei. Die Folgerung, so fährt der Korrespondent fort, daß d i e Würfel nunmehr in Richtung einer ge­waltsamen Regelung gefallen seien, ver­ursachte sowohl in London als auch in Paris ernste Be­unruhigung.

„Verachtet mir die Meister nicht!-

Handwerk dient Volk und Staat.

In der Zeit vom 12. bis 23. Juni findet in Frank­furt a. M. und den umliegenden Städten der dies­jährige große Handwerkskongreß statt, der im wahr­sten Sinne des Wortes ein Reichshandwerker- t a g sein wird, da alle Gaue des neuen national­sozialistischen Deutschlands daran teilnehmen. — Das Programm beginnt am Mittwoch mit einer Kranz­niederlegung am Ehrenmal und Grabe Horst Wessels in Berlin, mit ebensolchen Feierlichkeiten am Mahnmal in München, am Grabmal Hindenburgs in Tannenberg, an den Gräbern Albrecht Dürers und Hans Sachs' in Nürnberg, am Grabe des Gauleiters Peter Gmeinder in Darmstadt, am Grabe des für die Bewegung gefallenen Schlosserlehrlings Hans Handwerk in Frankfurt a. M. und an den Gedenkstätten Albert Leo Schlageters in Düsseldorf.Es folgenArbeitstagungen inWies­baden, die am 13. Juni einsetzen, mit zahlreichen Versammlungen der Jnnungsverbände in Wiesbaden, Mainz, Frankfurt a. M. und Koblenz. Diese Tagungen dauern bis zum Sonntag, 16. Juni. An diesem Tage wird in Frankfurt a. M. im Stadion eine gewaltige Kundgebung veranstaltet, die von zahlreichen Ehrungen einzelner Handwerksgruppen begleitet ist. Die Fach­gruppe Reichsbetriebsgemeinschaft und die Haupt- organisation des Handwerks halten dann in den folgenden Tagen ihre Beratungen in Frankfurt a. M. ab. während die Sondertagungen wieder im weiteren Umkreis statt­finden. Einzelne Tagungen sind auch in Köln ange­fetzt. Der Abschluß der Eesamtveranstaltung erfolgt erst am Sonntag, 23. Juni.

10 Tage lang wird also die Öffentlichkeit Gelegen­heit haben, sich mit dem deutschen Handwerk, seinen Aufgaben und feiner Stellung im wirtschaftspolitischen Organismus des Dritten Reiches zu beschäftigen. Der Reichshandwevkertag will vor allem den Beweis er­bringen, daß der Leistungsgrundsatz wieder zur vollen Blüte unseres Wirtschaftslebens führen wird. Im Hand­werk kommt es wie kaum in einem anderen Berufs­zweig für den Erfolg auf das tatsächliche Können an. Das war vor vielen hundert Jahren so und wird wieder so werden. Es wäre wirklich der Untergang des Abendlandes, wenn unsere ganze Kultur künftig von der Massenware beherrscht würde. Man wandere durch unsere alten Schlösser und Museen! Die Menschen, die jene wunderbaren Schränke, Tische, Sessel Truhen und Beleuchtungskörper geschaffen, jene raffinierten Uhren und Schmuckgegenstände hergestellt haben, waren Handwerker. Der tüchtige Handwerker ist schließlich vom Künstler nur dem Grade nach verschieden, nicht der inneren Berufung nach. Und wer etwas konnte war nie verloren. Ein tiefer Sinn lag in dem Brauche, daß die Söhne von Fürstenhäusern irgend ein Handwerk er­lernen mußten. Aber in der monarchischen Vorkriegs­zeit setzte leider auch eine tragische Entwicklung für das deutsche Handwerk ein. Vor 65 Jahren zerbrach die liberalistische „Gewerbefreiheit" die Schranken, in deren Schutz das deutsche Handwerk sich zu Weltruf entwickelt hatte. Man wollte nichts mehr davon wissen, daß unsere Vorfahren das Bürgerrecht und damit das Recht zur Ausübung eines Gewerbes von der Meisterprüfung und der Aufnahme in eine Zunft oder Innung ab­hängig gemacht hatten. Wer mochte auch ndch den langen Weg der überlieferten Handwerksausbildung gehen, wenn er sich ebensogut auch ohne Meisterbrief selbständig machen konnte? Je häufiger die Wirtschafts­krisen hereinbrachen, desto mehr Ungelernte strömten in die handwerklichen Berufe, eröffneten kleine und große Betriebe und schmälerten den Verdienst der alten zunftgerechten Meister. Auf die Dauer führte das zum Rückgang der Durchschnittsleistung und der Kunde verlor das alte Vertrauen zum Handwerk. Man vergaß Hans Sachsens Mahnung: „Verachtet mir die Meister nicht und ehrt nur ihre Kunst!"

Das deutsche Handwerk hat sich in zähem Kampf mit feindlichen Wirtschaftsgrundsätzen aus dem Nieder­bruch wieder emporgearbeitet. Es rang dem liberalistischen und marxistischen Staate ein kleines Zugeständnis nach dem andern ab: die Gesellen- und Meisterprüfungen, die Einführung der Handwerks­kammern, die Befugnis der Lehrlingshaltung nur für geprüfte Meister. Aber trotz aller Bemühungen wurde noch bei der Schaffung der Handwerksrolle im Jahre 1929 keinerlei Befähigungsnachweis für die Nieder­lassung als selbständiger Handwerker verlangt. Erst seit der Machtübernahme Adolf Hitlers ist die Handwerks­gesetzgebung klar und entschieden zum rettenden Leistungsgrundsatz übergegangen. Der Führer und Reichskanzler hat dem deutschen Handwerk durch die Verordnung zum Wiederaufbau die Möglichkeit ge­geben, Innungen und Reichsverbände neu zu organisieren. Der große Befähigungsnachweis und die Handwerker­karte überwinden Len größten Teil der früheren Mi^»

Wal | eine entsprechende Mitteilung.

ir zaW Inzwischen werden die Pläne Japans in Nordchina in k der japanischen Presse offen und ausführlich behandelt und ter zwar unter dem Schlagwort „Nordchina den Nordchinesen".

I unter „Nordchina" wird dabei an Gebiet verstanden, das sich ftr 3* ^südlich etwa bis zu Hoangho erstreckt. Auf sich 1 , diesem Gebiet sollen nach den japanischen Wünschen alle b. 3' K führenden Persönlichkeiten, die gegen Japan oder Mand- fr schukuo eingestellt sind, entfernt, die entsprechend eingestellten iring6 E Organisationen unterdrückt und alle chinesischen i Truppen zurückgezogen werden.

..... Auf diese Weise würde Nordchina eine riesige „entmili- 3u«! tarifierte Zone" werden, die unter der Oberaufsicht japa-

1 ruscher Truppen von japanfeindlichen Personen verwaltet hlicht ö werden würde. Das japanische Kriegsminister-um ist nach unc«M „Rengo" der Ansicht, daß diese entmilitarisierte Friedens- i jone sich ganz von selbst ergebe, daß also ein neuer mili- I' riirischer Vertrag nicht mehr nötig sei. Man wolle in dieser Verletzung der chinesischen Ee- bie ts ft oft e i t die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit onie > - Japan vorbereiten. Da die bisherigen politischen Behörden n e l.» in diesem Gebiet im Auftrage der Nankingregierung tätig

fen » p mit, daß der/Leiter jer chinesischen Militär- lisse 2 komMission in Peiping, Kriegsminister General Ho, tut Wiest • Auftrage der - Pankingregjerung die Forderungen rraf<b | Japans angeklomm'en habe, so daß eine friedliche i. Ä | Lösung des neuen japanisch-chinesischen Streitfalls ersteh« | stehe. MinisterpräfiMmt Öl ado machte im Kab

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