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Nr. 138.
Mittwoch, 22. Mai 1935.
83. Jahrgang.
Der Friedensappell des Führers.
„Wer in Europa die Brandfackel des Krieges erhebt, kann nur das Chaos wünschen. — Die Völker wollen den Frieden — es muss den Regierungen möglich sein, ihn zu wahren. “
' (Adolf Hitler in seiner grossen Rede
vor dem Reichstag am 21. Mai 11)35.)
feinen 13 Punkten hat der Führer solche konstruktiven Vorschläge gemacht und zwar Vorschläge, die sich verwirklichen lassen.
Rund 2'A Stunde hat der Führer, immer wieder vom Beifall des Reichstages umbrandet, gebrochen. Als dann Göring ihm den Dank aussprach, da stimmten in diesen Dank nicht nur die Vertreter des deutschen Volkes in der Krolloper ein, nicht nur diejenigen, die vor der Krolloper auf die Abfahrt des Führers warteten und ihm -begeisterte Ovationen bereiteten, nicht nur die, die vor der Reichskanzlei warteten, um hier noch einmal den Führer zu sehen, e s
Die deutsche Wehrkraft ein Element der allgemeinen Sicherheit.
Der Verlauf der Reichstagssitzung.
Berlin, 21. Mai. Mehrere Stunden vor Sitzungsbeginn wurden im Berhandlungssac.l des Deutschen Reichstages die letzten Vorbereitungen getrosten, wobei es hauptsächlich auf die nochmalige Überprüfung der Rundfunkanlagen. Lautsprecher usw. ankam. Von jedem besonderen nutzeren Schmuck des Sitzungssaales hatte man abge - s e h e n. Es war nur. — wie üblich — das» große Hakenkreuzbanner über dem Präsidentengestühl, flankiert von der schwarz-weig-roten Fahne, angebracht.
Die 669 Mitglieder, die der jetzige Reichstag umfaßt, füllen den weiten Raum des Parketts bis in den letzten Winkel aus.
Die Vertreter der befreiten Saar.
Die acht Volksgenossen, die als Vertreter des befreiten Saaroolkes zum ersten Male nach dem Weltkrieg in dieser Sitzung an einer deutschen Reichstagsverhandlung teilnahmen, waren Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit der Abgeordneten und sonstigen Teilnehmer. Ihre Anwesenheit wurde als ein besonders historisches Ereignis in der Geschichte des deutschen Volkes gewertet. Die Saarabgeordneten haben bevorzugte Plätze, und zwar je vier auf der linken und rechten Seite des Führers.
Die Diplomaten löge war dicht besetzt.
Punkt 20 Mr erschien der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler in Begleitung des Stellvertreters des Führers, Reichsministers Rudolf Hetz, des Staatssekretärs Lammers, des Reichspregechefs Dr. Dietrich sowie seiner
Der Führer spricht!
Ruhe zur Aufbauarbeit.
hänge es ab, ob man alle diese Ausgaben des staatlichen und wirtschaftlichen Neuaufbaues zur Verwirklichung bringen könne. Aus der ausschlietzlich aus nationalsozialistischem Gedankengut kommenden Zielsetzung entwickelte der Führer dann die Gründe, aus denen das neue Deutschland, aus denen der Nationalsozialismus den Frieden wünscht.
st i m m t e in diesen Dank das g a nze deutsche Volk ein. 3m Namen dieses ganzen deutschen Volkes hat der Führer gesprochen, im Namen des ganzen deutschen Volkes hat er .das neue Bekenntnis zum Frieden abgelegt. Die Welt weiß, woran sie i st. Mit einem Freimut und einer Offenheit, wie sie wohl einzig in der Geschichte, der Völker dasteht, sind die Ziele und Beweggründe der deutschen Politik gestern der Welt nochmals von Adolf Hitler dargelegt worden. Wir warten auf die Antwort der Welt und wir werden wohl heute schon hören, was der Vertreter Englands, B a l d w i n, zu erwidern hat.
Adjutanten. Die Männer des Deutschen Reichstages grüßten den Führer mit erhobener Rechten.
Reichstagspräsident Göring, der in der Uniform des Generale der Flieger erschienen war, eröffnete die Sitzung. Er gedachge zunächst des verstorbenen Mitgliedes des Reichstages, des bayerischen Staatsministers Hans Sch e mm. Darauf begrüßte der Reichsta-gspräsident -die Vertreter des Saarlandes, die Parteigenosien Kiefer, Schaub, Schubert, Weber, Walter, Eichner, Dürrjeld und Nietmann. Anschließend gedachte der Reichstagspräsident, während sich die Abgeordneten von ihren Plätzen erheben, des Marschalls Pilsudski. Das deutsche Völk, so sagt er, steht in tiefer Teilnahme am Grabe des großen Marschalls der uns befreundeten polnischen Nation. Indem wir die Größe des Marschalls erkennen, wissen wir aber auch, daß er einer jener Männer war, die tatkräftig überall für -den Frieden eintraten und als sichtbare Tat eines solchen Friedens auch die deutsch-polnische Verständigung herbeiführen halsen.
Das Wehrgesetz erlassen.
Vor Eintritt in die Tagesordnung erteilte Präsident Göring dem Reichs- und preußischen Innenminister Dr. Frick das Wort. Dieser führte u. a. aus:
Am 16. März 1935 hat die Reichsregierung das Gesetz für den Aufbau der Wehrmacht beschlossen. Heute hat jie in Ausführung dieses Gesetzes das Wehrgesetz erlassen. (Stürmischer langanhaltender Beifall.)
Präsident Goring: Der Führer und Kanzler des Deutschen Reiches hat das Wort.
Als Adolf Hitler sich erhob und an das Rednerpult trat, bereiteten ihm die Anwesenden eine stürmische Ovation.
Dreizehn Richtpunkte der deutschen Außenpolitik.
««. Berlin, 22. Mai. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung). Von der gleichen Stelle, von der vor rund zwei Jahren, am 17. Mai 1933, Adolf Hitler das Bekenntnis zum Frieden ablegte, hat der Führer und Kanzler -des deutschen Volkes gestern nochmals ter Welt in aller Offenheit und mit allem Freimut auseinandergesetzt, daß die Politik des -nabionalsozialistischen Deutschland eine Politik des Friedens -ist, eine Politik des Friedens sein muß. Diese Rede war eine Darlegung der inneren Notwendig- -leite«, aus denen heraus Adolf Hitler seine Polit-lk führt und sie erklärte mit unwiderleg- Fächer Logik und überzeugender Kraft die Friedlichkeit aller deutscher Maßnahmen und Bestrebungen, aus der durch Adolf Hitler verkündeten und von der ung-e- heuren Mehrheit des deutschen Volkes- übernommenen Weltanschauung.
Das äußere Bild entsprach etwa dem schon von früheren Reichstaassitzungen in der Krolloper bekannten Rahmen. Wieder drängten sich draußen in den Anfahrtsstrasten die Menschen, um den Führer zu grüßen. Wieder standen Tausende' auf dem Königsplatz, um hier der Übertragung der Rede zu lauschen und um wenigstens teilzuhaben an der Auffahrt der Abgeordneten, -der Diplomaten und der Minister. 3m Sitzungssaal selbst die Uniformen der Bewegung und dazwischen -der Zivilrock des Generals von Litzmänn, des Gesandten von Papen und des Herrn H u g e n b e r g. Die Diplomaten löge war dicht besetzt. Hier -machte man während der Rede des Führers sich häufiger Notizen und hier dürfte man sich während dieser Rede wohl oft als Angeklagter -empfunden haben, denn die Rede des Führers war ja zu einem Teil eine Abrechnung mit der Vergangenheit, eine Abrechnung m i t der Politik der Siegerstaate«, die heute glauben, Deutschland ver- u-rtoilen zu können, weil es sich die Wehrhoheit wisdernahrn. Der Führer zeigte in feiner großen Rede, die sich auf ein umfangreiches Material stützte, wie nicht wir -den Vertrag ge-brochen haben, sondern wie der Vorwurf des „eklatanten einseitigen Vertragsbruches" d i e a n d e r e n t riff t, die nichts taten, um den von ihnen übernommenen Verpflichtungen nachzukommen.
Der Führer blieb aber nicht in -der Vergangenheit stehen, -sondern -setzte der „Begriffsinflation" von -der kollektivem Sicherheit ein Programm entgegen, das sich nicht in verschwommenen Phrasen verliert, sondern durchführbar und bei gutem Willen auf allen Seiten leicht zu verwirklichen ist. Um -des Friedens willen lehnt dieses Programm alle Pakte und Vereinbarungen ab, die nur darauf hinauslaufen, daß ein etwaiger Konflikt durch mil-itärifche Bündnisse erleichtert und erweitert wird. Dem setzt der Führer den Gedanken entgegen, daß die Welt sich von den Streitenden zurückz-iehen muß und keinerlei Wafsenhilse leisten darf, um so die Lokalisierung eines etwaigen Konfliktes zu ermöglichen. Es -ist kein Programm des Alles oder Nichts, das Hitler in feinen 13 Punkten aufstellt, sondern es ist -ein Programm, das von der Erkenntnis ausgeht, daß alles wachsen muß, u-nd daß man auch auf dem Wege zur vertraglichen Sicherung des Friedens nur -schrittweise vorankommen kann. Die Welt hat immer -wieder nach konstruktiven Planen gerufen. Nun, in
Eine Verlautbarung der polnischen Telegraphen-Agentur.
Warschau, 22. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Die Polnische Telegraphenagentur teilt mit: Alle diejenigen, die mit Aufmerksamkeit die Ereignisie in Polen beobachtet habe« und dies war die ganze Welt, mußten die unbestreitbare Tatsache feststellen, daß sich bas ganze Volk trotz der tiefen Trauer über den unersetzlichen Verlust DoIIfommen i«hig verhielt. Diese Tatsache beweist außerordentlich überzeugend den Wert, der großen Erziehungsarbeit des Marschalls, der im polnischen Dolkscharakter alle Zeiten der Schwäche und Nervosität verschwinden ließ.
Wenn man in den letzten Tagen neben dem Ausdruck eines aufrichtigen Mitgefühls in der Weltmeinung
3n seiner Rede schilderte der Führer und Reichskanzler zunächst die außerordentlich schweren Aufgaben im 3nnertt, vor deren Lösung der nationalsozialistische Staat in Deutschland gestellt worden ist. Aufgaben, von denen jede für sich ein Jahrhundert zu erfüllen vermöge. Von zwei Voraussetzungen, von dem Ausmaß der vorhandenen Ruhe und von der Dauer der zur Verfügung stehenden Zeit
Stimmen hörte, die fragten, was für eine Politik Polen ohne Pilsudski treiben werde, so wurde die Antwort hierauf in weitgehendem Maße durch die Haltung des Volkes in den Tagen tu fiter Trauer gegeben. Aber cs fei uns erlaubt, diese Antwort durch folgende einfache Feststellungen zu ergänzen: Die Politik Polens wird nicht die geringste Änderung erfahren. Polen wird wie bisher für einen dauerhaften Frieden arbeiten entsprechend den Richtlinien, die ihm seine eigenen Staatsnotwendigkeiten eingeben und die darin bestehen, daß es sich vor allem auf feine eigenen Kräfte stützt. Wie bisher Bietet Polen allen Staaten und in erster Linie seinen Nachbarn Frieden gegen Frieden, Sicherhett gegen Sicherheit und Freundschaft gegen Freundschaft an. Das haben wir der Welt zu sagen. Wer sich darauf verlaßt, wird keine Enttäuschung erleben.
Dogmatische Ablehnung einer nationalen Assimilation.
„Denn dieser sieht in der in a ch t rn ä ß i g erzwungenen Einschmelzung eines Volkes in ein a n = deres, wesensfremdes, nicht nur kein erstrebenswertes politisches Ziel, sondern als Ergebnis eine Gefährdung der inneren Einheit und damit der Stärke eines Volkes auf lange Zeit gerechnet.
Seine Lehre lehnt daher den Gedanken einer nationalen Assimilation dogmatisch ab. Damit ist auch der bürgerliche Glaube einer möglichen „Germanisation" widerlegt. Es ist daher weder unser Wunsch noch unsere Absicht, fremden Bolksteilen das Volkstum, die Sprache oder die Kultnr wegzuuehmen, um ihnen dafür eine fremde deutsche auszuzwingen. Wir geben leine Anweisung für die Verdeutschung nichtdeutschcr Name« aus, im Gegenteil: wir wünschen dies nicht. Unsere volkliche Lehre sieht daher in jedem Kriege zur Unterjochung und Beherrschung eines fremden Bolles einen Vorgang, der früher oder später den Sieger innerlich verändert und schwächt und damit in der Folge zum Besiegten macht.
Wir glauben aber auch gar nicht daran, daß in Europa die durch und durch national erhärteten Völker im Zeitalter
Allie Welling 6er WWw Politik M 6em w PiWis.
