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Wiesbadener Tagblatt

Dienstag" 21." Mar M5.

anbei s,

lt-

Seife 4. Nr. 137.

Einführung des Arbeitsbuches.

Anordnung des Präsidenten der Reichsanstalt.

Jahresbilanz deutscher Erfindungen.

Alle 31 Minuten wurde ein Patent erteilt.

Erne Jahresbilanz deutscher Erfindungen im Jahre 1934 zieht Patent-Ingenieur Hans Sch m i t t imDeutschen Werkmeister". Da erfahrungsgemäß in Zeiten des Wivt- ichastsanstieges das ErfinLungsbarometer sinkt, hatte Deutsch­land 1934 die in den letzten zehn Jahren weitaus niedrigste Paten tau rnelidungszahl von 52900 gegenüber einem

Das Wirken der neuen Handwerkerorganisation

Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft Wiesbaden.

der seitherigen Milde auf diesem Gebiet bei den maßgeblichen Stellen zu Ende ist. Das Handwerk als Gesamtheit hat ein Interesse daran, daß diese ungesunden Verhältnisse aufhören.

Und nun zu einer weiteren Art der Eewerbeförderung, zu der

Eiuziehungs- uud Eütestelle.

2m Juni 1934 hat die Kreishandwerkerschaft diese Abteilung von der Handwerkskammer übernommen. Bis zum 31. März 1935 wurden 532 Fälle bearbeitet. Es wurden Beträge zur Einziehung übergeben, die zwischen 1.50 und 10 000 RM. schwanken. Eingezogen wurden bis jetzt 32 204 RM. In verschiedenen Fällen wurden mit den Schuldnern Raten­zahlungen verabredet, so daß auch hier noch mit einem nicht unerheblichen Geldeingang (schätzungsweise 15 000 RM.j zu rechnen ist. Im allgemeinen kann man sagen, daß bis heute im Durchschnitt aller Fälle etwa 56% eingezogen worden sind. Wenn die Ratenzahlungen in Höhe von 15 000 RM. eingegangen sind, dann wurden 80% der übergebenen Be­träge eingezogen. Wie segensreich sich diese Tätigkeit aus­wirkt, geht aus zahlreichen Dankschreiben hervor. Reben der Einziehung handwerklicher Forderungen waren in 42 Fällen Streitigkeiten über Art und Qualität der handwerklichen Arbeit zwischen dem Auftraggeber und dem ausführenden Handwerker zu schlichten. Genau so wie die Kreishandwerker­schaft die Interessen der Handwerker gegenüber der Kund­schaft wahrnimmt, genau so werden aber auch im Interesse der Ehre und des Ansehens des Berufsstandes die berechtig­ten Interessen der Auftraggeber des Handwerks wahrgenom­men. In Zusammenarbeit mit den beeidigten Sachverständi­gen wird festgestellt, inwieweit die Klagen berechtigt sind und wie ihnen abgeholfen werden kann. In einem Falle mutzte sich ein unzuverlässiger Handwerker vor dem

Ehrengericht

verantworten. Er wurde in eine Geldstrafe von 100 RM. genommen, außerdem entzog man ihm aus Lebenszeit die Berechtigung zur Ausbildung von Lehrlingen. Dieses ab­schreckende Beispiel wird mithelsen, daß sich derartige un­gesunde Fälle nicht wiederholen, denn das Handwerk legt größten Wert auf Sauberkeit in seinen eigenen Reihen und läßt Betrügereien einzelner Angehöriger nicht zu. Das Ehrengericht wird und soll selbstverständlich nur in den ge­gebenen Fällen eingreifen. Deshalb sorgt die Kreishand­werkerschaft noch in anderer Weise für die Sauberkeit und Reinigung des Berufsstandes. Es mußte verschiedentlich gegen die unlautere Konkurrenz von Handelsfirmen vor­gegangen werden.

Aus dem Jahresbericht war zu ersehen, daß die Kreis­handwerkerschaft es sehr ernst nimmt mit der Wahrung der Ehre des Handwerks. Sie tritt ein für den Schutz eines jeden Handwerkers, wenn er im Recht ist, ver­folgt aber ebenso nachdrücklich denjenigen, der das Ansehen und die Ehre des Handwerks in der Öffentlichkeit schädigt. Sie sagt an schärfsten Kampf allen Angehörigen des Berufs­standes, die gegen die geschriebenen und ungeschriebenen Ge­setze der Eeschäftsmoral verstoßen, und schützt auf der anderen Seite alle anständigen Handwerker, die mithelsen, die Ehre und das Ansehen des Handwerks reinzuhalten.

Rach den Ausführungen des Geschäftsführers wurden der Haushaltsplan für 1934 und der Voranschlag für 1935 einstimmig angenommen und Entlastung erteilt. Ober­meister Hetterich dankte dem Kreishandwerksmeister für die geleistete Arbeit. Rach Erledigung verschiedener An­fragen wurde die Versammlung geschlossen, die ein Bild gab von dem vielseitigen Wirken der Krershandwerkerschaft im Dienst am Wiesbadener Handwerk.

3m Zuge der Neuorganisation des gesamten deutschen Handwerks haben im Jahre 1934 die Kreis- und Lan­de s h a n d w e r k e r s ch a f t e n im Reichsstand des deutschen Handwerte ihre Tätigkeit ausgenommen. Für den Kreis Grotz-Wiesbadcn ist eine Kreishandwerker- schaft gebildet worden und zu ihrem Führer Schlosier- meister Stoll zum Kreishandwerksführer bestellt worden. Am Montagnachmittaq fand die erste Mitglie- derversammlung der Kreishandwerkerschaft Grotz- Wresbaden statt, zu der die Obermeister der Wiesbadener Innungen erschienen waren. Einleitend erstattete

Kreishandwerksmeister Stoll

einen längeren Bericht über seine Tätigkeit seit Übernahme br Leitung. Es sei von allem Anfang an seine vornehmste Aufgabe gewesen, sich mit aller Kraft für den Wiederaufstieg °es Wiesbadener Handwerks einzusetzen. Nach Erledigung der schwierigen und sehr umfangreichen organisatorischen Arbeiten habe er sich vor allem um die Beschaffung von für bas Handwerk bemüht. Es konnten bereits eine ^teiye von Aufträgen hereingenommen werden. Er werde aber auch weiterhin nicht unversucht lassen, den Kreis der i,as Handwerk zu erweitern. Diesbezüg- liche Verhandlungen mit den Behörden und sonstigen öffent- Ilchen Stellen sind noch in der Schwebe oder stehen kurz vor ihrer Verwirklichung. Kreishandwerksmeister Stoll nahm Veranlassung, seinem Stellvertreter, Obermeister Kalt- wasser, herzlichen Dank zu sagen für die freundschaftliche Zusammenarbeit im Dienste am Wiesbadener Handwerk. Er dankte auch dem Geschäftsführer S e e k a tz, der seit Jah­ren für das Handwerk tätig die Arbeitslast der Umorgani- satlon gemeistert und dadurch mit dazu beigetragen habe, datz das Arbeiten der Kreishandwerkerschaft Grotz-Wies- baden bereits im ersten Jahre erfolgreich gewesen sei.

Anschlietzend erstattete

Geschäftsführer Seekatz

den Jahresbericht. Ausgehend von der Durchführung der organisatorischen Maßnahmen, die durch die neue Hand­werkergesetzgebung notwendig wurden, gab er einen Überblick über die der Krershandwerkerschaft anfallende Arbeit, wer­den doch die Geschäfte von 34 Innungen bei der Kreishand­werkerschaft geführt. Durch diese zentrale Geschäftsführung ist es gelungen, in einen sehr intensiven Konnex mit den einzelnen Handwerkern zu kommen, eine Zusammenarbeit herbeizufuhren, die sich bereits segensreich für das gesamte Handwerk Wiesbadens ausgewirkt hat und noch auswirkcn wird, wirtschaftspolitischer und berufsständischer Be- zrehung richtete die Kreishandwerkerschaft ihr besonderes Augenmerk auf die

Ausbildung des handwerklichen Nachwuchses.

Die in Gemeinschaft mit dem Arbeitsamt ergriffenen Maß­nahmen lassen erwarten, daß mit der Zeit eine durchaus qe- sunde und grundlegende Heranbildung des Nachwuchses ge­währleistet ist. Aus diesem Grunde, begrüßt das Handwerk auch den Reichsberufswettkampf, an dem sich die Lehrlinge des Handwerks fast ausnahmslos beteiligten. Leider gelang es uns nicht, den Fortbestand der Handwerkerschule, der früheren H a n d w e r k e r - und K u n st g e w e r b e s ch u l e . in dem bisherigen Umfang zu sichern.

An verschärftem Maße führte das Handwerk im ver­gangenen Jahre den

Kampf gegen die Schwarzarbeit.

Wenn es auch in den hunderten von Fällen nicht gelang, immer eine Bestrafung der Schwarzarbeiter zu erreichen, so kann doch mit Befriedigung festgestesst werden, daß es mit

-««^achdem der Reich sarbeÄsminister unter dem 16. Mai 1935_jbTe erste Durchführungsverordnung zum Gesetz über die Emfichrung eines Arbeitsbuches erlassen hat, ist unter dem 18. Mai 193,, dir erforderliche Anordnung des Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung 'und Arbeitslosen- verpcherung ergangen. Sie ist in Nr. 115 desReichs- und Preußischen Staatsanzeigers" veröffentlicht. Gleichzeitig sind an einer ersten Bekanntmachung Les Präsidenten der Reichs­anstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung vom 18. Mai 1935 diejenigen Betriebsgruppen be- fimrmt Gr die ab 1. Juni 1935 zunächst mit der Ausstellung des Arbeitsbuches begonnen wird. Es handelt sich dabei um Ivlgende Betriebsgruppen: 1. Industrie der Steine und Erde, 2. Eisen- und Stahlgewinnung, 3. Metallhütten und Metall- halbzeugwerke ,4. Herstellung von Eisen-, Stahl- und Metall- ivaren, 5. Mafchinen-Apparate und Fahrzeugbau (auch mit Gießerei) 6. Elektrotechnische Industrie, 7. Optische und fein­mechanische Industrie, 8. Chemische Industrie, 9. Papier­industrie, 10. Leder- und Linoleumindustrie, 11. Kautschuk- yib As besti ndustrie, 12. Baugewerbe und Baun eben gewe rb e, 13. Großhandel, 14. Einzelhandel, 15. Verlagsgewerbe Handelsvermittlung, und.sonstige Hilfsgewerbe des Hi ' " 16. Geld-, Bank-, Börsen- und Versicherungswesen.

Das Arbeitsbuch soll als a m t l i ch e r A u s w e i s über sie Be rufsausbi ldung und die be rufl i ch e E nt- wr.cklung die zweckentsprechende Verteilung der Arbeits­kräfte in ider Wirtschaft gewährleisten. Aus diesem Grunde ist ibet Personenkreis, für den Arbeitsbücher ausgestellt wer- den müssen, sehr weit gefaßt. Arbeitsbücher erhalten alle Arbeiter und Angestellten und zwar sowohl beschäftigte als auch arbeitslose einschließlich Lehrlinge und Volon­täre. Die Ausnahmen erstreckten sich lediglich auf einige Sondergruppen: Besonders hochbezahlte Kräfte, ausländische Arbeitskräfte, die ihren Wohnort im Auslände beibehalten, Seeleute, Heimarbeiter und Hausgewerbetreibende, volks- schulpflichtige Kinder, sowie Personen, die sonst berufsmäßige Lohnarbeit nicht verrichten, bei gelegentlichen kurzfristigen Dienstleistungen.

Die Ausstellung des Arbeitsbuches geschieht auf A n - trag ausschließlich durch die Arbeitsämter. Anderen Stellen ist die Ausstellung von Arbeitsbüchern und ähnlichen Ausweisen bei Strafe untersagt. Im Vollzüge des Gesetzes über die Einführung eines Arbeitsbuches und der ergangenen Durchführungsbestimmungen fallen, sowohl den Arbeitern und Angestellten, als auch besonders den Führern der Be­triebe, den, Leitern der Verwaltungen und den Haus­haltungsvorständen wichtige Aufgaben zu. Sie betreffen vor allem die A u f b e w a h r u n g des Arbeitsbuches, die v o r = geschriebenen Eintragungen in das Arbeitsbuch und die laufenden Anzeigen an das Arbeits- a m t über Beginn und Beendigung der Beschäftigung über wesentliche Änderungen der Besachstigungsart und' über Wohnungsänderungen der beschäftigten Arbeiter und Ange­stellten. Die neuen Aufgaben machen es erforderlich daß sich alle Beteiligten unverzüglich über das geltende Recht des Arbeitsbuches unterrichten. Auskünfte werden von den Ar­beitsämtern bereitwilligst erteilt. Wenn der von >der Rsichs- legierung mitder Einführung -des Arbeitsbuches beab­sichtigte Zweck der Sicherung eines planmäßigen Arbeitsein­satzes erreicht werden fall, so muß den mit der Durchführung dieser Aufgabe beauftragten Arbeitsämtern von allen in Frage kommenden Stellen die erforderliche Hilfe zuteil roerben.

Erst wenn die Sonne stärker zu bestrahlen beginnt, setzen die Pflanzen ihr als wirksamen Schutzstoff dunklere Farben töne entgegen. Das Helle Licht wirkt bei allzu greller Bestrahlung schädlich auf die Ehorophyll,zellen der Pflanzen. Das ist ein ähnlicher Vorgang wie mit der Pigmenibildung der mensch­lichen Haut. Wenn wir nach Prozenten »erteilen, dann kommen von den Frühlingsblühern 33 auf weihe, 28 auf gelbe, 20 auf rote, 9 auf blaue, 8 auf violette und 2 aus braune Blüher.

Fauna und Flora im Nerotal. Aus dem niedlichen Weiher des Nerotales tummelt sich feit Tagen eine Ent en- mutter mit ihren neun reizenden Kindern. Jung und alt. nimmt lebhaften Anteil an Meern possierlichen Spiel und streuen ihnen reichlich Futter. Eine seltene Pracht entfaltet zur Zeit das Nerotal. In einem romantischen Winkel, in der Nähe des kleinen Weihers, blüht blutrotes Rhododendron. Dieser, mit der Alpenrose verwandte Strauch entzückt mit feiner Vornehmheit immer wieder das Auge des Blumen­freundes. Zwar finden wir weiße, rosa und lila Farben häufiger in den Anlagen Wiesbadens, jedoch ist diese dunkel- rote Farbe eine Seltenheit.

Blühende Kornblumen am Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Die Lieblingsblumen Kaiser Wilhelms I., die schönen Korn­blumen, die auch fein schmiedeeisernes Gitter am Denkmal auf dem Warmen Damm zieren, blühen jetzt dort in natura. Ganz prächtig ist das Rundbeet mit den wogenden Korn- blunrnen, und es erfreut alle Vorübergehenden durch fein wirkungsvolles Aussehen.

Gautschfeier der Wiesbadener Buchdrucker. Wie ^be­reits mit geteilt, wird am Samstagnachmittag das traditio­nelle Gautsch fest der Buchdrucker stwttfmden. Ein P r o p a g a n d a z u g, an dem sich alle in der Reichsgruppe Druck 8" undPapier 9 tätigen Volksgenossen und -genofsinnen beteiligen werden, wird die Wiesbadener Be­völkerung durch interessante Embleme auf den heutigen schweren Stand im Buchdruckgewerbe und dessen ver­wandte Berufe hinweisen. Äm Zuge werden weiterhin die historischen Jnnungssahnen der Buchdrucker uns Buchbinder, welche im Museum ausbewahrt werden, mit« geführt werden. Der Zug bewegt sich vom Blücher platz durch verschiedene Straßen der Stadt nach der Rheinstratze, wo elbst vor dem Gutenberqdenkmal an der Landesbibliorhck nach einer Ansprache zu Ehren Gutenbergs ein Kranz mit Schleife in den 5 Buchdruckerfarben und Widmung nieder- gelegt werden wird. Der Festzua wird sich dann nach dem Ä d o l f - H i t l e r - P l a tz fcegefen, wo das Gautschen in dem besonders hierfür hergerichteten Marktbrunnen geschieht. 36 Jünger Gutenbergs werden sich diesem Vuch- druckerzunftbrauch unterziehen. Am Abend findet dann im Paulinenschlötzchen die Gautschfeier mit Überreichung des Gautschbriefes und unterhaltender Darbietungen ihren Ab- schluß. Daß die Buchdrucker es verstehen, ihren Veran- ftaltungen eine besondere Note zu geben, haben sie schon wiederholt bei ihren Festen bewiesen. Es sollte sich deshalb die Wiesbadener Bevölkerung dieses Ereignis nicht entgehen lassen, und am Samstagnachmittag auf dem Adolf-Hitler- Platz und abends im Pwulinen'ichlößchen in Masse» erscheinen.

stund von 78 400 Patentgesuchen im Krisenfahr 1930. Inner­halb des aus 89 Hauptklassen und über 1000 Unterklassen, sowie rund 20 000 Gruppen bestehenden Patentklassenver- zeichnisse Viesen die Anmeldungen größte Zahlenunterfchiede auf, beginnend mit ganzen 20 Patentgesuchen in der Seile rei- llusse 73 bis zu 7666 Patentanmeldungen in der feit Jahren an der Spitze liegenden Clsktrotechnikklaffe 21. An Patent­erteilungen erbrachte das Jchr 1934 die verhältnismäßig hohe Zahl von 17 011 Patenten, oder 47 im Tagesmittel, oder durchschnittlich alle 31 Minuten ein Patent, gegenüber rood 10 000 Patenten im Jahresdurchschnitt der letzten e- ®fit Bestehen der Reichspatentgesetzgebung von bis Ende 1934, wurden bei der Riesmzähl von über 1,8 Millionen Patentgesuchen 608 302 deutsche Reichspatente gewahrt. Rund 85 000 waren am Jahresschluß 1934 noch in Krafft. Weiter wurden im Berichtsjahr 37 000 Gebrauchs­muster eingetragen.

Standkonzert. Anläßlich des Staatsaktes im Reichs­tags findet auf dem Luisen platz am Dienstag, 21. Mai 1935, von 1920 Uhr, ein Standkonzert der Gruppen- Musikkapelle, Gruppe Wiesbaden des NS.-Arbeitsdienstes statt. Anschließend ist die Über tragunq de r Rede de s Führers.

, ~ Die Schiileraufnahmeziffern in den städtischen Schulen Wiesbadens sind in diesem Jahre solgende: (Vor- jahreszahlen in Klammern.) 1. Höhere Knabenschulen 125 (133), 2. Höhere Mädchenschulen 112 (130), 3. Mittelschulen 119 (120) Knaben, 117 (113) Mädchen, 4. Volksschulen 973 (996) Knaben, 970 (987) Mädchen, 5. Gewerbliche Berufsschule 630 (850) Knaben, 70 (130)

Mädchen, 6. Kaufmännische Berufsschule 159 (126) Knaben, 158 (115) Mädchen, 7. Höhere Handelsschule 11 (16) Knaben, 21 (9) Mädchen, 8. Handelsschule 40 (49) Knaben, 36 (16) Mädchen, 9. Haushaltungsschule 120 (108) Mädchen, 10. Hausw. Bernssschule 798 (662) Mädchen, 11. Hand- werkerschule 272 (315) Knaben, 60 (117) Mädchen.

Übergangssperre auf der Mlhelmstraße. Aus dem Gehweg vor dem Kaiser-Frtedrich-Denkmal, gegenüber vom Blumengarten, sind fetzt auch noch Verkehrsketten ange­bracht worden, um undiszipliniertes bzw. schräges über­queren der Straße durch die Fußgänger zu vermeiden. Aus diesem Grunde wurden auch sie Ketten vor denVier Jahreszeiten" noch verlängert.

Die Farben des Frühlings. Im Frühling blüht die weitaus größte Zahl unserer heimischen Pflanzen weiß und g e I b. Erst in weitem Abstande folgen die Blumen mit roten, blauen und violetten Blüten. Das ist kein Zufall und hat nichts mit Poesie und Minne des Lenzes zu tun. Der Grund dafür ist ein zehr prosai'cher. Da die Frühlings- blüher die intensivere Sonnenstrahlung nicht zu fürchten haben, begnügen sie süh mit den zarten Farben weiß und gelb. Weiße Blütenblätter tragen die Schneeglöckchen, die Anemonen, die Buschwindröschen, der Lerchensporn, die Schlehe, die Waldnuß, die Mieren und das Maiglöckchen, Mlbe die Schlüsselblumen, das Scharbockskraur, die Sumpf­dotterblumen, der Hahnenfuß, der Löwenzahn und vor allem der erste Frühblüler in unseren Anlagen: die Forsythie.

Wiesbadener Nachrichten.

Die Berufserziehung der DAF.-Miiglieder.

Jeder kommt in die Berufskarker.

Neue Anordnung D r. L e y' s.

9T°i>s Ausgabe der Beruffserzieh una der Mitglieder der DAI. ist nach gründlichen Vor- aibeiten nunmehr durch Anordnung des Leiters der DAF. ~r- h> auf eine endgültige Grundlage gestellt worden Als große Zentrale der Berufserziehungsarbeit der DAF. wird das Amt für Ver-ufserziehung bestimmt, das aIte bisherigen Bestrebungmt und Einrichtungen zusammen- lagt einzchuezzlich der gesamten Arbeiterfachpresse, die die «m:ufserzlehungsarbeit trägt. Das Schwergewicht der Be- ruffserz:ehunz liegt 6ei den Reichsberufshaupt­gruppen, die in der Anordnung Dr. Leys in folgender JUfammensastiiilg genannt werden.

Berufs in Land und Forst, 2. Berufe in Nahrung und Eng, 3. Holzwerker, 4. Bauwerker, 5. Stein- und Erb- We^er 6. Bergleute, 7. Metallwerker, 8. Ingenieure und Techniker, 9. Ehemiter, 10. Textilwerker, 11. Beklsidungs- unt» Lederwerker, 12. Buchdrucker and Papierwerker 13. Be- jwfew Schiff- und Luftfahrt, 14. Kaufleute, 15. Berufe im Verkehr, 16. freue Berufs.

I'u!^ die Berufserziehung soll jeder arbeitende Deutsche em wertvolles Mitglied seines Berusstandes werden und

; Mltd) wie weltanschaulich und charakterlich die Arbeitselite darstellen, die wir heute im Kampf um untere Lebensrechte in der W-lt brauchen. 2m Vordergrund steht, naturgemäß die Berufsausbildung durch besondere Schulungsernrichtungen. Um jeden Menschen an den Arbeits­platz $u stellen, für den er am besten geeignet ist, wird die Berufsberatung, d:e Berufskwnds und die Berufsaestaltung besonders ausgebaut, dis Umschulungsarbeit sehr stark ge- terdert unter Beachtung der jeweiligen Bedürfnisse der Wrrtzcha,t und in Zusammenarbeit mit den Wirtschafts- arMipen und der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslofenverstcherung. Eine besondere Abteilung' für Jugenderziehung wird u. a. sich mit der Gestaltung der Lehrplane in Lehre und Schule gemeinsam mit Wirt- ffchazt und Schule beitchäftigen, die Übungswirtschaft fordern iuzw. Der , Ve r u s s w e t t k a m p s soll ansgeoaut werden, und Uber den Kreis der Jugendlichen hinaus für Gesellen

Möglichkeiten schaffen, sich in regelmäßigen Zeitabstanden einer Prüfung ihres Könnens und Willens zu unterziehen., Eine eigene wissenschaftliche Abteilung im Amt für Berufserzishung hat als Aufgabe die Erforschung der Geschichte und Entwicklung der Berufe. Für jede der genannten ReichsberusShauptgru.ppen wird sine Berufs- t a r te i geschaffen,, die alle Berussangehörigen erfaßt. Die' Schaffung der Berufskartei wird sofort in Angriffs genommen.