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Nr. 136.
Montag, 2v. Mai 1935.
83. Jahrgang.
Erste Fahrt auf der Strohe Adolf Hitlers.
Der Führer eröffnet die Reichsautobahnstrecke Frankfurt a.M.—Darmstadt.
Wandlung.
,Wir werde» große öffentliche Probleme noch in diesem Jahre zn verwirklichen uns bestreben, in erster Linie ein Riesenprogramm, das wir nicht der Nachwelt überlassen wollen, sondern das wir verwirklichen müssen, ei« Programm, das viele Milliarden erfordert. Das Programm unseres Straßenbaues: eine gigantische Ausgabe. Wir werden sie groß beginnen und die Widerstände dagegen aus dem Wege räumen und damit wird eine Serie öffentlicher Arbeiten eingeleitet."
(Der Führer am 1. Mai 1933.)
An der Mainbrücke liegt ein unscheinbarer Sandhügel, den man eingezäunt hat. Es ist die Stelle, an der am 23. September 1933 der Führer mit einigen kräftigen Spatenstichen ein Riesenwerk in Gang setzte, dessen erste tiefe Spureiriich gleich Runenzeichen bereits heute nach 1% Jahren unverwischbar in die deutsche Landschaft eingegraben haben. Die Gesellschaft Reichsautobahnen mit ihren 15 Oberstes Bauleitungen, 65 Bauabteilungen und rund 100 000 Arbeitern zeugt von „unserem Fleiß, unserer Fähigkeit und unserer Entschlußkraft", so wie es der Führer wollte. Heute sehen wir den 1. Teilabschnitt Frank - furt a. M. — Darmstadt fertig vor uns liegen. Etwas über 26 Kilometer Bahnstrecke. Ein winziger Bruchteil des Projektes nur. Doch über die deutschen Berge und Flüsse wuchten im unaufhörlichen Arbeitsgang die Giganten der Zukunft, von Gau zu Gau, unlösbar in Eisen und Beton geschmiedet. Ein Volk wird sich immer in seinen Werken und seinen Erlebnissen verstehen. Von dem Schauplatz des gestrigen Staatsaktes, Kilometerstein 0,1, pulsiert der Kraftstrom einer neuen Wertwelt, durchglüht belebend die deutsche Schicksalsgemeinschaft und formt sie, von alten Schlacken reinigend, nach einem höheren Gesetz. Aus dem Nichts hat der schöpferische Gestaltungswille eines Mannes Hunderttausende in Bewegung gesetzt und in den Gewittern der Lebensumkehr den würgenden Ring der Der-
Die Bah« ist frei!
Aus Deutschlands erster Reichsautobahn Frankfurt a. M. — Darmstadt. ■
W
zweislung und das zermürbende Erlebnis der Stempelkarte zusammengewettert. Während draußen eine Welt in Rüstungswahnsinn verfiel, wuchs ein Volk in seine bahnbrechende Friedensaufgabe hinein. Zwar ist der Gabentisch deutschen Fleißes mit materiellen Reichtümern nicht gesegnet, und die Not pocht immer noch an die Tür. 'über wie man heute dem Schicksal mit völlig gewandeltem Herzen trotzt, wie die geistige Mobilmachung den Arbeiter an neuen Werkstätten neuen Aufgaben zuführt, ist das
eigentliche Erlebnis des 19. Mai. Mit Tannengrün hatten 5000 Volksgenossen ihre Arbeitswagen geschmückt und dankten dem Führer, der sein Wort vom 23. September einlöste und der sie in einer Triumphfahrt über die neue Bahn führte. Stolz und Freude bewegte Tausende von Herzen. Aus diesem Erlebnis formt sich die Geschichte der Straßen Adolf Hitlers, die die Zukunft des Reiches im Zeitalter der Motorisierung gestalten helfen.
Hunderttausende marschieren auf.
Berlin, London und Genf.
Die große Politik im Vordergrund. — Bor der Erklärung des Führers. Edens Genfer Mission.
Wechsel im englischen Auhenamt.
as. Berlin, 20. Mai. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Die große Politik wird in der neuen Woche stark im Vordergrund stehen. Einmal sorgt dafür die R e d e, die der Führer morgen abend im Reichstag hält, eine Rede, die Millionen Deutsche am Rundfunk erleben werden. Das Ausland zerbricht stch schon seit längerer Zeit den Kopf darüber, was der Führer wohl sagen könnte und zeigt mit diesen Kombinationen, mit welcher Spannung man den Erklärungen des Reichskanzlers entgegensieht. Die Aussprache über Rüstungsfragen im englischen Unterhaus am Mittwoch gibt der Londoner Regierung die Möglichkeit, schnell auf die deutsche Erklärung zu antworten. Baldwin, der als Hauptsprecher der Regierung im englischen Unterhaus auftritt, wird m der Lage sein, rund 24 Stunden nach der Rede des Führers der Welt zu zeigen, wie sich die englische Regierung zu den deutschen Erklärungen stellt.
Schließlich aber sorgt auch Genf dafür, daß die große Politik nicht in Vergessenheit gerät. Der An- drang zu der heute beginnenden Ratstagung war zunächst noch nicht sehr groß, da man allgemein damit rechnet, daß wirklich wichtige Verhandlungen nicht vor Mitte der Woche stattfinden werden. Aber auch auf dieser Ratstagung ist es ja wieder so, daß die Hotelzimmerbesprechungen, die ja immer eine größere Rolle spielen als das eigentliche Verhandlungsprogramm, über das wir bereits berichteten, das meist« Interesse beanspruchen. Als erster Vertreter der Großmächte ist der englische Lordsiegelbewahrer Eden in Genf eingetroffen. Er hat sofort milder italienischen Delegation und dem ständigen Vertreter Süd- slawiens in Genf Fühlung genommen. Die Tatfache, daß Eden vor seiner Abreise vom englischen
König empfangen wurde, zeigt sehr deutlich, welche Bedeutung man seiner Genfer Mission in England beimißt. Man hofft von ihm, daß er eine Lösung der abessinischen Frage finden werde, beunruhigt doch gerade diese Frage angesichts der außerordentlich umfangreichen militärischen Vorbereitungen Italiens Eiland in starkem Maße. Die 2. wichtige Frage, die Eden beschäftigt, zumal er selbst Berichterstatter des Rats für diese Dinge ist, ist dre Erledigung des Streitfalles zwischen Südslawien und Ungarn wegen des Marseiller Königsmordes. Hier ist man sich darüber klar, daß man Ungarn nicht wehtun darf und kann, denn man braucht Ungarn zu der geplanten Tonaukonferenz, deren Beginn, wie schon berichtet wurde, ohnehin hinausgeschoben werden muß. Auf der anderen Seite wird man aber auch jede Verärgerung^ Italiens zu vermeiden suchen, denn man braucht Italien zur Fortsetzung der in Stresa eingeleiteten Politik. Wie sich dieser Kuhhandel im einzelnen entwickeln wird, ist schwer zu sagen. Jedenfalls aber sieht sich Eden recht schwierigen Problemen gegenüber.
Zn England kann man dabei vielfach hören, daß Eden wohl, wenn es ihm gelingt, in Genf Erfolge einzuheimsen, Nachfolger Sir John Simons werden, würde. Man hat ja bisher schon mehrfach von einem bevorstehenden Rücktritt des englischen Außenministers gesprochen und in letzter Zeit hat sich zweifellos die Opposition gegen Simon verstärkt. So ist denn in London die Lesart verbreitet, daß Sir John Simon „das erste Opfer" der angekündigten Regierungsumbildung sein wird. Immerhin , dürfte das aber wohl voraussetzen, daß Eden, der in seiner letzten Rede bekanntlich der Lage Deutschlands keineswegs gerecht wurde, was ihm sogar die „Times" zu verstehen gab, in Genf einigermaßen günstig abschneidet.
Das ganze Rhein-Maingebiet stand im Zeichen dieses historischen Ereignisses. Ununterbrochen rollten Sonder- z ü g e aus dem Rhein-Maingebiet, aus den rheinischen Nachbargebieten, aus der Pfalz, aus Vaden, Württemberg und aus dem bayerischen Unterfranken, im ganzen 68, an und brachten Zehntausende von Volksgenossen, die Zeuge des denkwürdigen Eröffnungsaktes sein wollten. Gewaltig wie der Aufmarsch der Hunderttausend auch der motorisierte Aufmarsch, dessen Organisation in den Händen von NSKK.-Obersührer Prinz von Hessen unter der Oberleitung von Korpssührer Hühnlein lag.
Eine unübersehbare Zahl von Fahrzeuge« des NSKK., des DDAC. und der deutschen Autoindustrie, dazu 175 Lastkraftwagen mit den 5500 Arbeitern der Eröffnungsstrecke fahren in musterhafter Ordnung aus allen Richtungen der Eröfsnungsstelle zu.
An diesem motorisierten Aufmarsch ist das NSKK. in erheblichem Umfang beteiligt, denn es ist der Banner- und Willensträger des Motorisierungsgedankens im neuen Deutschland.
40 Kilometer Ehrenspalier für den Führer.
Auf dem Frankfurter Flugplatz herrschte schon früh ein starker Zustrom von Volksgenossen. Um 11.42 Uhr kündigte Sirenengeheul die Ankunft des Flugzeugs des Führers an. Nach einer großen Schleife über dem Flugplatz und einer glatten Landung entstieg der Führer als erster dem Flugzeug. In der Begleitung des Führers befanden sich die Minister Dr. Goebbels und Dr. Schacht, der Adjutant des Führers Brückner, Reichspressechef Dr. Dietrich, SS.-Brigadeführer Schaub und Hauptmann Wiedemann. Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger begrüßte den Führer und unter stürmischen Heil-Rufen der Menschenmenge bestieg der Führer, nachdem ihm von Kindern Blumen überreicht worden waren, den Kraftwagen, um die Fahrt nach der Autobahn anzutreten. Die Fahrt durch die Stadt erfolgte unter dem unbeschreiblichen Jubel der Bevölkerung.
Aus dem viele Kilometer langen Wege hatten PO., SA. u«d SS., H2., die Arbeitsfront, die Schulen usw. Aufstellung genommen. Dahinter stand fast die gauze Frankfurter Bevölkerung i« tiefen Reihen.
Die Absperrungsmannschaften hatten Mühe, dem Führer den Weg frei zu halten.
Am Kilometerstein 0,1.
An Kilometer 0,1, wo die Straße von Frankfurt her in die Autobahn einmüntzet, mitten im schönsten Teil des Frank»
