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Wiesbadener Tagblatt

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Montag, 6. Mai 1935.

NistMiWilt Knillts für völlige EleiGerelhtiWg DeulfWös

Die endgültige Preisgestaltung in Danzig

Aus Runft und Leben

Kleine Lbrsnik.

worden.

* Sinjouietonzert im Kurhaus. Das Sinsoniekonzert am Sonntagabend stand unter der Leitung Dr. Richard Meißners Sein Beethooenprogramm begann dankens­werterweise mit einer aus dem üblichen Rahmen fallend«« '

So erklärte das bekannte Oberhausmitglied Lord L o t h i a n im Verlauf einer Rede in Edinburg, das große Problem des Augenblicks sei es, für Deutschland denjenigen Platz in EuropaundinderWeltzu finden, zu d e m e s b e r e ch t i g t i st. Es bedürfe einer sehr schwierigen Berichtigung, um dies durch friedliche Mittel zu erreichen. Deutschland verlange die Gleichberechtigung und es sei kaum einzusehen, wie sie einer großen Nation verweigert werden könnte. Die erwartete Rede Hitlers werde vielleicht anbeuten, ob Deutschland, nachdem es die Gleichberechtigung erreicht hat, bereit ist, sich zur Lösung seiner Probleme an den Tisch des Völkerbundes zu setzen, oder ob Europa wieder in zwei bewaffnete Lager aufgeteilt werden solle.

Lord Lothian rotes dann aus die Stärke der deut­schen Luftflotte hin und erklärte, die englische Regie­rung werde darauf bestehen, eine ebenso mächtige Luftstreit- krast wie Deutschland zu haben, roenn sie nicht zu einer bal­digen Vereinbarung mit Deutschland gelange; er sei unter­richtet, daß Verhandlungen begonnen haben, und er hoffe, daß sie zu gutem Ergebnis führen. Er glaube, daß Hitler ein ehrlicher und offener Mann sei, der gesagt habe, daß er für eine Rüstungsbegrenzung bemüht sei.

Landwirtschaftsminister El Not erklärte am Samstag auf einem Festessen in London:England wird jedem Kriegsflugzeug ebenfalls ein Flugzeug entgegenstellen, ganz gleich, welchen Aufwand an Menschen und Geld es erfordern werde. Diejenigen, die glauben, daß wir dieses Versprechen nicht einlösen können, sind keine Freunde des Friedens."

dt K l o n k den ersten reichten Entwürfe sind ------ in Düsseldorf

eiserne Ruhe bewahrt. Die Inszenierung uns gelegentlich der Erstaufführung eingehend g<

Neu war die Rollenbesetzung des Kleoohas durch * Er betonte

Johannes Schocke vom Kölner Opernhaus, mehr das Heroische als das Lyrische und wußte wie gesanglich außerordentlich zu befriedigen.

schäftigt hat, begrüßte die außerordentlich zahlreich erschiene­nen Gaste und stattete seinen Dank den verschiedenen behörd­lichen und privaten Stellen ab. Er führte aus, daß es schwierig gewesen sei, in kurzer Zeit und mit geringem Auf­wand eine Ausstellung zu veranstalten, die dank dem Ent­gegenkommen der öffentlichen Galerien und der Privat­sammlungen zustande gekommen sei und eine Versicherungs­prämie für nicht weniger als 650 000 RM. verschlungen habe. Mancher Besucher war vielleicht erstaunt, daß die Aus­stellung nicht der deutschen, sondern der italienischen Kunst geweiht war. Jndesien ist die deutsche mit der italienischen Kunst nie so eng verknüpft gewesen, wie in diesem Zeit­alter. Während in der Renaissance Deutschland und Italien getrennt marschierten, wurde die Verbindung im Zeitalter des Barock sehr eng. Prof. Dr. Voß nannte besonders zwei Deutsche, die den Formenadel Italiens nach Deutschland ver­pflanzten. I. K. L o t h aus Bayern und G. H. Schönfeld aus Schwaben. Umgekehrt verpflanzten italienische Meister den Süden nach dem Norden, wie Carlo Gallone und später E. B. Tiepolo. Mit Rotari, Belotto und P i az e t t a klingt die ganze Kunst wie in einem Dekrescendo ab. In den Werken der Alten empfindet Profesior Dr. Voß eine wegweisende Kraft für die Ideale, die unsere Zeit ver­wirklichen möchte.

Nachdem Oberbürgermeister Schulte dem Ealeriedirek- tor seinen Dank für die rastlose Arbeit ausgesprochen hatte, erklärte er die Ausstellung für eröffnet. Sie bietet so weite kunstgeschichtliche Ausblicke, daß wir uns eine eingehende Würdigung für die nächsten Tage aufsparen müßen.

W. W.

* Preußisches Staatstheater. (Großes Haus.) Die neue OperDer abtrünnige Zar" kam am Samstag unter Leitung des Komponisten Eugen Bodart zur Auf­führung. Durch das wiederholte Anhören der Musik wurde der erste Eindruck bestätigt und vertieft. Man spürte deut­lich das Walten einer ganz ungewöhnlichen Begabung. Vor allem gewann man einen verstärkten Einblick in die kompli­zierte und doch so klare Struktur des Orchesters, das bis an die äußerste Grenze der Ausdrucksfähigkeit herangerückt wird. Freilich ist der Text gelegentlich mit pastosen Farben der­artig untermalt, daß man eher von einer Übermalung sprechen könnte. Dabei ist freilich die Partitur von einer Pracht und einem Reichtum, die man nicht einfach mit dem Hinweis auf Richard Strauß abtun kann. Und wenn ein Komponist melodiös wird, sollte man nicht gleichTosca" oderTiefland" sagen. Wenn einem eine Oper beim zweiten Male besser gefällt als beim ersten Male, so ist das ein sehr günstiges Zeichen. Das Seichte schmeichelt sich dem Ohre ein und wird bald vergeßen, während echte Kunst spröde ist und verlangt, daß sich der Hörer den Weg zu ihr bahnt. Diesem jungen Komponisten fehlt nur der richtige, dramatisch wrrk- same Stoff. Hat er ihn gefunden, wird er sich die Bühne erobern und die musikalischen Banausen zum Schweigen bringen. Der Komponist Eugen Bodart dirigierte selbst, und das machte die Aufführung natürlich besonderes inter- eßant. Zweifellos spornte er das Orchester zu Höchstleistun­gen an. Seine Art des Dirigierens hat etwas Ekstatisches. Er scheint jeden Takt seiner Musik fast schmerzvoll mitzu­empfinden. Es ist ein rauschhaftes Sichvergessen in seinen Bewegungen. Immerhin möchten wir ihm empfehlen, sein Temperament weniger in seine Bewegungen als in seine Stabführung zu legen. Der Dirigent eines großen Orchesters ist ein Feldherr und er kann seine Schlacht nur gewinnen, wenn er eiserne Ruhe bewahrt. Die Inszenierung ist von "' ' " * gewürdigt

Besserung der Friedensaussichten.

Kapstadt, 5. Mai. Ministerpräsident General S m u t s gab vor dem Abgeordnetenhaus eine bemerkenswerte Erklä­rung über Deutschland und die Frage der süd­afrikanischen Neutralität ab. Er begann mit der Feststellung, daß die Friedensausstchten nach seiner Ansicht heute wahrscheinlich bester seien als seit vielen Monaten. Die Mächte müßten aber endlich erkennen, daß Deutschland keine zweit- oder drittrangige Macht sei. So­bald einmal Deutschland in jeder Hinsicht als Gleicher unter Gleichen anerkannt worden sei, werde eine Regelung auf einer neuen Grundlage möglich sein. Er freue sich, daß die britische Regierung in dieser Richtung arbeite, und hoffe, daß ihre BemühunAen erfolgreich sein mochten.

General Smuts antwortete dann auf eine Fräße über die Neutralität Südafrikas bei einem" Kriege, in dem Großbritannien verwickelt werden könnte. Über die Teilnahme der Union von Südafrika an irgend einem Kriege müsse, so sagte er, das Parlament und das Volk je nach den Umständen selbst entscheiden, wenn die Zeit gekommen sei. Aber für die nächsten 30 oder 50 Jahre glaube er nicht an eine solche Möglichkeit. 3m übrigen würde bann infolge der geographischen Lage Südafrikas nicht Großbritannien, son­dern Südafrika Hilfe benötigen.

Lord Lothian:Hitler ein ehrlicher und offener Mann".

London, 5. Mai. Während des Wochenendes wurden in England mehrere bedeutungsvolle politische Reden gehalten.

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Dritte Probefahrt in der Nordsee.

Bremerhaven, 5. Mai. Der Führer traf am Samstag- früh in Bremerhaven ein und nahm an der dritten Probefahrt des neuen Ostasienschnell- dampfers des Norddeutschen LloydScharnhorst" teil, dessen Stapellauf er im Dezember vorigen Jahres eben­falls beigewohnt hatte. An Bord des herrlichen Schiffes be- banben sich auf der Probefahrt, die nach Helgoland und den ostfriesischen Inseln führte, u. a. ber Stellvertreter des Füh­rers, Rudolf Heß, Reichsminister Dr. Goebbels, Reichswehrminister von Blomberg, Reichsbankpräsident und stellvertretender Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht, Reichsstatthalter Gauleiter Röver, der außenpolitische Be­auftragte des Führers von Ribbentrop, der Chef der Marineleitung Admiral Raeder, ferner der Vorsitzende des Aufsichtsvates des Norddeutschen Lloyd, Staatsrat Lindemann, und der Vorsitzende des Vorstandes des Nord­deutschen Lloyd, F i r l e.

Beim Auslaufen aus der Wesermündung traf die Scharnhorst" den gerade von einerKraft-Äurch-Freude"- Fahrt zurückkehrenden Dampfer ,Der Deutsche", auf dem an Bord die Besatzung und die Passagiere Ausstellung genom­men hatten, um beim Passieren derScharnhorst" dem Füh­rer den Dank für die schöne Fahrt abzustatten. DieScharn­horst", deren Fahrt von herrlichstem Wetter begünstigt war, lief am Samstagabend wieder in die Wesermündung ein und ankerte bis zum Morgen auf der Reede.

Am Kolumbus-Kai hatte sich eine größere Menschen­menge eingefunden, die fast die ganze Nacht hindurch bis

Tausend neue englische Flugzeuge.

Vermehrung der Flugplätze uud des FNegerpersouals. '

Loudon, 5. Mai. Die SonntagszeitungPeople" meldet, der englische Aufrüstungsplan gehe in den Hauptzügen dahin, den ursprünglich bis Ende des Jahres 1938 geplanten Dau von insgesamt 500 neuen Kriegsflugzeugen bereits in den nächsten sechs Monaten zu vollenden und außerdem weitere 500 Flugzeuge in Auftrag zu geben. Ferner sollen in Süb- und Ostengland 10 neue Kriegsflugplätze errichtet werben. Außerdem soll ein großer Rekrutierungsplan zur Vermehrung des Fliegerpersonals m Angriff genommen werden.

Die japanische Luftaufrüstung.

Tokio, 4. Mai. In einer Konferenz des japanischen Eeneralstabs wurde die bringende Notwendigkeit einer Ver­stärkung ber japanischen Luftflotte erörtert, die mit der großenZahldersowjetrußischenKampfflilg- zeuge, besonders im Fernen Osten, begründet wird. Ein Aufrüstungsplan, der augenblicklich dem Kaiser zur Genehmigung vorliegt und ber sich über vier Jahre er­strecken soll, sieht eine Verstärkung ber japanischen Luftflotte von 800 auf 1000 Flugzeuge vor. Die Zahl ber Flug- r e g i m e n t e r, die bisher acht beträgt, soll verdoppelt werben. Ferner sollen fünf neue Flugabwehr­regimenter geschaffen werden, davon 1 in Korea und 1 auf Formosa. Schließlich sieht der Plan eine Neuordnung ber Kommandostellen, die Einrichtung von Fliegerschulen und andere Maßnahmen vor.

Bildende Kunst und Musik. Das diesjährige Mustkfest auf dem im bayerischen Voralpen-Gebiet liegenden Schloß Elmau findet in der Zeit vom 8. bis 15. Juni statt. Trager des Programms sind das Wendlin-Quartett, Johanna Löhr (Klavier), Philipp Dreisbach (Klarinette), Valentin Härtl (Viola) und Walter Reichardt (Violoncello). Im Wettbewerb um das Monumental-Elasgemälde für das Reichsmarine-Ehrenmal in Laboe, an dem pch Künstler aus allen Teilen Deutschlands beteiligten, hat das Preis- terichl jetzt dem Marburger Ehrhardt Ä1 o n_t den _ erjten ireis zugesprochen. Sämtliche eingereichten rE-±" zur Zeit in der Staatlichen Kunstakademie ausgestellt.

Lügenmeldung des Auslandes.

Keine Verhaftung von katholischen Jungmannen.

Berlin, 4. Mai. In ausländischen Blättern ist die Lügennachricht verbreitet worden, katholische Jungmannen seien bei ihrer Rückkehr von einer Romfahrt an ber deutschen Grenze verhaftet und in ein Konzentrations­lager ab geführt worden. ,

Demgegenüber ist festzustellen, daß lediglich eine Nach- schau nach Uniform- und anderen Aus­rüstungsstücken stattgefunden hat, um sicherzustellen, baß bestehende Uniforrnveibote nicht verletzt werden. Ein Jung- mann ist wegen ungebührlichen Benehmens zwei Stunden lang in polizeilichem Gewahrsam gehalten worben, dann aber mit seiner Gruppe programmgemäß weiterge­fahren.

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zum Morgen ausharrte, um den Führet beim Verlaßen des Schiffes begrüßen zu können.

Im Verlaufe der Fahrt dankte der Vorsitzende des Vor- standes des Norddeutschen Lloyd, Fivle, dem Führer im Namen der deutschen Seefahrt für diesen ersten längeren Be­such auf einem Schiff -der deutschen Handelsmarine und ver­sprach dem Führer, daß die deutsche Seefahrt stets tm Rah­men des Neuaufbaues Deutschlands ihre Pflicht tun werde.

Der Führer sprach sich außerordentlich anerkennend über das Schiff das ein Wahrzeichen deutscher Werkmanns- und Qualitätsarbeit ist, und ferne Einrichtungen aus, das imn- mehr das modernste und schnellste Schiff im gesamten Ost- asien verkehr sein werde. . _

Der Führet und die Minister »erliegen am Sonntag- früh Bremerhaven im Flugzeug.

DieScharnhorst" wird am 10. Mai voll besetzt ihre erst- Ausreise nach Ostasien antreten.

Adolf Hitler dankt dem Norddeutschen Lloyd.

Berlin, 4. Mai. Aus das Telegramm, das die Leitung des Norbbeutschen Lloyd anläßlich der Probefahrt der Scharnhorst" an den Führer und Reichskanzler gerichtet hat, hat dieser wie folgt geantwortet:

Haben Sie vielen Dank für die Meldung von der er- foloreichen Probefahrt des SchnelldampfersScharnhorst. Ich wünsche diesem neuen Schiff des Norddeutschen Lloyd all zeit glückliche Fahrt zur Förderung deut­scher Seegeltung. Ihnen selbst wie Kapitän unb Be­satzung des Schiffes herzliche Grüße."

bann zu neuen Preisen zum Verkauf gebracht werben, wenn die Preisprüfungsstelle auf Grund ber Preiskalkulation eine schriftliche Genehmigung über die Anwendung ber neuen Preise erzielt hat, um so unangemessene Gewinnzuschläge zu verhindern. Dabei ist zu berücksichtigen, baß Löhne, Steuern, Gas, Wasser, Strom und sämtliche Abgaben sowie öffent­liche Beiträge auf unveränderter Höhe gehalten werden.

Italienische Malerei des 1(7. und 1(8. Jahrhunderts.

j Ausstellungseröffnung im Nassauischen Lanbesmuseum.

Am Sonntagoormittag wurde in den Räumen des Landesmuseums eine Ausstellung eröffnet, die in zweifacher Beziehung bemerkenswert ist. Einmal ihres Umfanges wegen, der in Wiesbaden bisher noch nicht erlebt wurde. Dann aber auch wegen ihres retrofpettioen Charakters. Italienische Malerei wird vorgeführt. Nicht etwa die un­serer Tage, aber auch nicht die der Glanzzeit, also ber Renaissance. Es handelt sich vielmehr um eine seit den Tagen des alten Jakob Vurckhardt stiefmütterlich behandelte Epoche. Besuchte man eine der großen Galerien, so erbaute man sich bei Dürer und Holbein, bei Raffael unb Tizian. Hatte man, etwa in der Münchener Pinakothek, vor ihnen seine Andacht verrichtet, bann jagte man mit geschlossenen Augen bnrch ben Riesensaal, wo dieManieristen" hingen.

Diese Vernachlässigung hat ihren guten Grund. Will man den strengsten Maßstab der Geschichte anlegen, so hat die Zeit eigentlich nur drei Persönlichkeiten hervorgebracht.

Die erste war der Neapolitaner Carravaggio, ber in ber Ausstellung gleich seinen Schülern vorzüglich vertreten ist. Was wir als Naturalismus bezeichnen, wäre ohne dieses Genie undenkbar, das in alle Tiefen des südlichen Volks­lebens und der sozialen Verkommenheit hinabstieg.

Der zweite war Domenichino, der klug eine Brücke von den barbarischen Neapolitanern zu den bolognesischen Schul­meistern der Klassik hinüberschlug.

Der dritte gehört bereits dem sterbenden Rokoko an. Es ist Tiepolo, jedem Deutschen durch seine unsterblichen Flunke­reien an den Decken ber Würzburger Residenz bekannt.

Der italienische Rest versinkt neben ben Gestirnen des Nordens, vor allem neben Peter Paul Rubens, ber einem ganzen Zeitalter den Stempel seines Geistes aufprägte. Bei ihm strömt der Wein aus prall gefüllten Bocksschläuchen, während diese Italiener ihn, ber Mittelmeergepflogenheit entsprechend, mit Wasser mischen. Was haben uns diese vielen, mit Allegorie ober Frömmigkeit temperierten Ge­mälde zu sagen? Sind sie mehr als Dekorationen, die sich ber Architektur von Palästen und Kirchen einordnen?

Prof. Dr. Hermann Voß, ber sich in einem bekannten Buche mit bem in Frage stehenden Thema grundlegend be-

Schutz der bedürftigen Volkskreise.

Danzig, 5. Mai. Nach der Abwertung des Danziger Guldens hat sich die Notwendigkeit ergeben, für bestimmte Warengruppen, die aus bem Ausland' bezogen worben sind, Ausnahmen von dem Verbot der Preiserhöhung zuzulassen. Hm zu verhindern, daß die Lebenshaltung, vor allem ber be­dürftigen Volkskreise durch ungerechtfertigte Preiserhöhung belastet wird, hat der Preiskommissar durch eine Verordnung eine endgültige Entscheidung über die Preisgestaltung ge­fällt. Danach wird bestimmt, baß sämtliche Groß - unb Kleinverkaufsgeschäfte mit Ausnahme ber Lebensmitte la eschäfte die Erlaubnis erhalten, die Berk a usspre if efür d i ebiszum3 0. Apri laus dem Ausland bezogenen Waren um 2 0 v. H. heraufzusetzen. Ausgenommen von dieser Erlaubnis sind eine Anzahl billiger wollener und baumwollener Veklei- oungsstücke. Der Preiskommissar hat diese Bestimmung im Einvernehmen mit ber Textilbranche getroffen. Für außer- europäischeGenußmittel, rote z. D. Kaffee, Tee und Kakao darf auf den bisherigen Preis ein Aufschlag von 2 5 v. H. erhoben werden.

In einer weiteren Verordnung werden die Vutterpreise ?eregelt, die für alle Klassen um durchschnittlich 30 v. H. er- öht werden. Eine dritte Preisanordnung beschäftigt sich mit den Eetreid-e- und Futtermittelprersen, die zunächst für ben Großhandel an die polnischen Preise angeglichen werden.

Der Preiskommissar hält daran fest, baß die für die Volksernährung wichtigen Lebensmittel unter keinen Hmständen verteuert werden s o 11 e n, so unter anderem Milch, Fleisch und tierische Fette. Lediglich bei Kartoffeln und Eiern werden unter Umständen ganz geringfügige Preiserhöhungen zugelassen. Der Vroi- preis, der bisher 30 Pfennige pro Kilo betrug, wird auf 32 Pfennige festgesetzt und bleibt damit noch unter dem im Jahre 1930 erzielten Höchstpreis von 35 Pfennigen. Der Preiskommissar hat hierzu noch grundsätzlich festgestellt, daß ber für die bis zum 30. April eingeführten Waren zuge­billigte Zuschlag von 20 v. H. einmalig und end­gültig ist, und daß die vorhandenen Vorräte zu diesem erhöhten Preis restlos verkauft werden müßen. Alle neu eingeführten Waren sowie Danziger Erzeugnisse, die aus ausländischen Rohstoffen hergestellt werden, dürfen nur