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Nr. 108
Samstag, 20. April 1935.
83. Jahrgang
Der Geburtstag des Führers
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„Pakt mit dem Teufel."
as. Berlin, 20. April. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Über Len Ministerrat, der gostern. in Paris tagte, ist nur ein sehr kurzer amtlicher Bericht ausgegeben worden. Man kann daraus wohl schließen, daß auch in diesem Ministerrat die Schwierigkeit en, die sich dem Abschluß Les Bündnisvertrages m i t S o w j e t r u ß l a n L entgegensteilen, noch nicht ganz überwunden worden sind. Diese Ansicht findet auch Larin eine Stütze, daß zunächst für heute in Paris ein Äiplomatisches Frühstück vorgesehen war, an dem Herr Litwinow teilnehmen sollte. Der sowjetrusiische Außenminister ist aber von Eens aus direkl nach Moskau zurückgekehrt, sodaß Las Pariser Frühstück abgesagt wurde. Eine amtliche französische Darstellung begründet diese Änderung der Dispositionen damit, Lag Litwinow von seiner Regierung wegen anderweitiger' politischer Verpflichtung nach Moskau zurückgerufen worden sei. Man gehl aber wohl kaum in der Annahme fehl, Laß der eigentliche Gründ darin liegt, daß eben doch noch immer gewisse Meinungsverschiedenheiten über einzelne Bestimmungen des Bündnisses 'bestehen. Vor allem ist es hier die Formel, nach der Frankreich automatisch Beistand leisten soll, wenn Moskau in kriegerische Ereignisse verwickelt wird, die in Paris einigen Anstoß erregt. Man fürchtet hierdurch möglicherweise im Fernen Osten in Konflikte hineingezogen zu werden und man sucht nach einem Weg," um solche Vereinbarungen auch mit dem Locarno-Vertrag in Einklang zu bringen. Es ist auch nicht zu leugnen, Laß in Frankreich selbst das
Dem Führer.
Zum 20. April.
Das Leben Adolf Hitlers, der heute seinen 46. Gburtstag feiert, ist ost dargestellt worden. Chronisten und Autoren haben es beschrieben, und der steile Lebensweg, der vom kleinen Bürgerhaus in Braunau in das Haus des Reichspräsidenten in Berlin führte, ist uns in allen Abschnitten bekannt.
Vor unserm Geiste steht der unbekannte Jüngling, der mit 13 Jahren den Vater und mit 17 Jahren die Mutter verliert, der sich als Waise früh sein Brot verdienen muß, der seinen Geist schult und in Zucht nimmt.
Bei Ausbruch des Weltkrieges tritt der Fünfundzwanzigjährige sofort als Kriegsfreiwilliger in ein bayrisches Regiment ein. Der gebürtige Altösterreicher, der deutsche Mann aus dem empfindlichen Bezirk der Grenze, aus jenem Braunauer Wiukel, der in der deutschen Fürstengeschichte immer ein beliebtes Schacher- objekt war, erkannte sofort, daß dieser Krieg gegen das Gesamtdeutschtum der Welt gerichtet war. Er stellte sich bewußt in die deutsche Front.
Der Kriegsfreiwillige wird ausgezeichnet, mit dem E. K. II., später mit dem E. K. I. Er wird am 7. Oktober 1916 durch Granatsplitter verwundet, rückt wieder aus und erblindet dann am 14. Oktober 1918, kurz vor dem Zusammenbruch. Nach Teilnahme an 47 Gefechten, Schlachten und Eroßkämpfen erlebte er im Militärlazarett Pasewalk den schwärzesten Tag seines Lebens: den 9. November 1918. In jener Stunde wurde einer der größten Entschlüsse dieses Jahrhunderts geboren: Adolf Hitler verschwor sich der Politik!
Er schuf die Nationalsozialistische Bewegung und zog mit sieben Mann aus, um Deutschland zu erobern. Er sagte dem System des Novembers den Kampf an, baute das Bollwerk der NSDAP, aus,, schlug am 8. November 1923 in München los. Die erste Erhebung mißlang, die Partei wurde verboten, ihr Eigentum beschlagnahmt, ihr Führer zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt. Am 20. Dezember 1924 öffneten sich für Adolf Hitler die Festungstore. Als Mann ohne Rang, ohne Titel, ohne Geld, begann er den Kampf um Deutschland von neuem! Während der Festungshaft schrieb er den größten Teil seines Werkes „Mein Kampf", nicht nur das Standardwerk des Nationalsozialismus, sondern das' bedeutendste politische Buch dieser Zeit überhaupt.
Wir alle haben diesen Kampf miterlebt: dieses langsame, zähe, hartnäckige Anwachsen der Bewegung; dieses entschlossene und verbitterte Ringen um das deutsche Volk; das schrittweise Vorrücken, das Verbote, Verleumdungen und alle Schikanen der Macht-
Büüdnis auf einige Opposition stößt. So nennt das Blatt „La Presse" dieses Bündnis einen „Pakt mit dem Teufel" und warnt in einem „Der Abgrund ist geöffnet" überschriebenen Artikel nochmals vor diesem Bündnis. Man braucht aber weder diese Schwierigkeiten, die auch dazu führten, daß der Termin f ü r d i e R e i s e Lavals nach Moskau noch immer nicht endgültig festgelegt wurde — man nennt jetzt wieder Ende Mai als Reisetermin — noch die Opposition in Frankreich selbst zu überschätzen. Die französische Regierung hält an ihrem Ziele fest und der Rechtsberater des französischen Außenministeriums rechnet auch damit, daß die formal-jurfftischen Schwierig- , keilen bald überwunden werden können. So wird auch davon gesprochen, daß Lie vorläufige Unterzeichnung Les Bündnisvertrages schon in Kürze in Paris durch Laval und den sowjetrussischen Botschafter erfolgen wird, während die endgültige Unterzeichnung dann gelegentlich der Anwesenheit Lavals in Moskau vor sich gehen wird.
Mündlicher Protest der deutschen Regierung
dem englischen Botschafter in Berlin überreicht.
London, 18. April. Einer Reutermeldung aus Berlin zufolge hat Staatssekretär vonBülowam Mittwochabend dem Berliner britischen Botschafter, Sir Eric Phipps, einen mündlichen Protest gegen die vom Völkerbund auf der Genfer Ratssitzung Deutschland gegenüber eingenommene Politik zum AusLruck gebracht.
enitigenpreife: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund- preis 6 Rvf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 45 Rpf., sonst laut Tarif Nr. 3. Nachlatzstaffel C. — Für die Aufnahme von Anzeigen an beftimmten Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen - Annahme 10 Uhr vormittags. Erötzere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.
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gerettete Werk unlösbar an den Führer. Mit itcr allgemeinen Wehrpflicht, die Deutschland seine Wehrhoheit Wiedergabe legte Adolf Hitler die Erziehung der gesamten waffenfähigen Mannschaft vertrauensvoll in die Hände der Wehrmacht und machte damit den Soldatendienst wieder wahrhaft zum Ehrendienst des ganzen deutschen Volkes.
. . Dank stattet man nicht mit Worten oder Wünschen ab, londern durch Taten und Leistung. Die deutsche Wehrmacht wird das in sie gesetzte Vertrauen vor ihrem Obersten Befehlshaber und der Geschichte rechtfertigen durch treue und hingebungsvolle Arbeit an dem ihr anvertrauten Werk. Mit diesem Gelöbnis grüßt sie den Führer an feinem heutigen Ehrentag.
Tagesbefehl des Stabschefs der SA.
Berlin, 19. April. Der Stabschef hat, wie die NSK. meldet, an die SA. zum 20. April folgenden Tagesbefehl erlassen:
SA.-Männer!
Seit jenem Tag, an dem der Führer seinen ersten Mitkämpfern den Namen Sturmabteilung verlieh, gedenkt die SA. mit besonderem Stolz und innerer Freude des Geburtstages ihres Führers.
Wir hatten in der Zeit des Kampfes nicht viel, was wir unserem Führer zum Geburtstag bringen konnten. Aber was wir gaben, das war das Höchste und Veste, das deutsche Männer geben können: Das Versprechen, immer zu kämpfen, nicht zu rasten und, wenn nötig, Gut und Blut einzusetzen, bis Deutschland wieder frei und des Führers Wille, 'der Wille des Volkes und des Reiches ist.
Die SA. ist, getreu ihrem Wort, durch die Not der Zeit marschiert und hat mit Einsatz ihres Lebens den Sieg für Führer und Volk erkämpft. Während andere in den Parlamenten in schönen oder auch unschönen Reden sich ergingen und feilschten, hat die SA. im Kamps auf der Straße, in Saal schlachten und im täglichen Einsatz für die Partei sich selbst im wahren Soldatengeist erzogen und den Geist geschaffen, der allein fähig war, den Sumpf des Parlamentarismus zu überwinden und im Volk die geistigen und moralischen Voraussetzungen zu seiner völkischen und militärischen Wiedergeburt zu schaffen.
Opfer, das war es, was wir einst dem Führer versprachen, Opfer, das ist es, das uns den ersten Weg zur Erreichung der Macht gehen ließ. Opfer wird es immer fein, das allein den endgültigen Sieg verbürgt. Und hierin marschierten, marschiert und wird immer marschieren an erster Stelle des Führers SA.
Wenn ich heute unserem Führer in eurer aller Namen ein äußeres Zeichen übergeben darf, dann ist das nur möglich durch eure Treue, euer Opfer, euren Einsatz.
Und das ist heute Wunsch und Versprechen zugleich: So war es! So ist es! So wird es immer fein!
Heil unserem Führer, Heil unserem obersten SA.- Führer. * gez. Lutze.
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Laval berichtet dem Ministerrat. — Ein abgesagtes Frühstück. Noch immer auf der Formelsuche.
Das ganze Volk nimmt Anteil.
Berlin, 20. April. Der „Völkische Beobachter" schreibt zum 46. Geburtstag Adolf Hitlers:
Am 20. April feiert ganz Deutschland einen Fest- und - - Gedenktag. Das ganze Volk grüßt.am heutigen Tage den Führer und Reichskanzler und gedenkt, wie immer, -- heute noch in verstärktem Maße aller seiner Kämpfe in der Vergangenheit und jener Gestaltungskraft, die wir in den letzten zwei Jahren immer wieder erleben durften.
Die nationalsozialistische Bewegung grüßt in Verehrung heute den Mann, der in unerschütterlichem Glauben an Deutschland seinen Kampf als unbekannter Feldgrauer begann, um sich eine treu verbundene Gefolgschaft sammelte und nun in diesem wachsenden Vertrauen die Opferbereitschaft von Millionen stählte, die schließlich dem jungen Deutschland den Sieg schenkte.
Ganz Deutschland weiß heute, daß dieser große und int Innern allen Schicksalsschlägen gegenüber unerschütterliche . Mensch zugleich größter Staatsmannn ist, der unter Einsetzung aller Energien des deutschen Volkstums in einer märchenhaft kurzen Zeit aus einer verzweifelten und zerrissenen Nation eine einzige unerschütterliche E i n- heit geschaffen hat und aus einem aller Hoheitsrechte beraubten Staate einfouveränesDeutschesReich | errichtete.
Mag heute noch eine mißgünstige Welt gegen dieses neue deutsche Reich aniennen, mögen noch die schwersten v Kämpfe dem Führer und dem Volk in der Gleichberechtigung der Welt gegenüber bevorstehen, wir wissen, daß in diesem Punkte eine einzige große Unerschütterlichkeit vorhanden ist. Und die Grüße, die aus dem Reich und aus der ganzen ii Welt heute beim Führer einlaufen werden, sie sollen ihm die Gewißheit geben, daß die deutsche Nation sich wohlbewußt ist, was der Führer für Deutschlands Gegenwart und ? Zukunft bedeutet. Sie werden ihm auch die Kraft stärken, ? mit derselben Unerschütterlichkeit die Lebensrechte des t.. de u t f ch en D o lk e s weiter zu vertreten und den deutschen - Willen zur Selbstbehauptung, Ehre und Freiheit noch mehr ;7 zu festigen.
Diese innere große Bereitschaft ist das beste, ? - was das deutsche Volk heute seinem Führer geben kann, und die Grüße, geführt von der revolutionären nationaliozia- W Mischen Partei, gelten heute dem Mann, der in entschei- | dender Weise Deutschland aus dem Abgrund riß und zur \ Höhe führte, und wahrhaft Führer in schwerer und doch : großer Zeit wurde.
Berlin im Zeichen des Führers.
as. Berlin, 20. April. (Eig. Drahtbericht.) Die Reichs- Hauptstadt stecht heute, auch wenn keine öffentlichen Feier- lickkeiten großen Stiles veranstaltet werden, ganz im Zeichen des Geburtstages des Führers. Die amtlichen Gebäude zeigen Flaggenschmuck, ebenso alle Verkehrsmittel. Ausnahmslos haben auch die Wohnhäuser aller Gegenden Berlins sich der Beflaggung angeschlofsen. Überall M wehen die Fahnen des neuen Reiches. Nach einem frühlingsmäßigen Karfreitag, ist auch heute am Geburtstag des Führers. das Wetter wieder prachtvoll. Leuchtender Sonnenschein und frühlingswarm. Die Wilhelmstraße ist naturgemäß in den frühen Vormittagsstunden das Ziel vieler Tausender, die dem Führer ans diese Weife ihre Glückwünsche darbringen möchten und die daraus hoffen, den Führer an feinem Geburtstag selbst sehen zu können. In der Reichskanzlei herrscht schon morgens Hochbetrieb, uni dis unendlich vielen Glückwünsche und Geschenke zu erledigen, die wiÄier die enge Verbundenheit des deutschen Volkes mit feinem Führer bekunden.
Generaloberst von Blomberg überbringt die Glückwünsche der Wehrmacht.
Berlin, 19. April. Der Reichswehrminister, Generaloberst v. Blomberg, wird am 20. April, 11,10 Uhr, dem Führer und Reichskanzler die Eeburtstagsglückwünsche der Wehrmacht überbringen. Um 11,30 Uhr findet der Vorbeimarsch einer Fahnenkompanie vor dem Führer statt.
Die Wehrmacht wird des Geburtstages des Führers in allen Standorten des Reiches durch Appelle und An- fPrachen der Kommandeure gedenken.
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Berlin, 20. April. Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg schreibt im „Völkischen Beobachters zum Geburtstag des Führers und Reichskanzlers:
| Zum dritten Male begeht heute Adolf Hitler feinen Geburtstag als Kanzler, zum ersten Male als allein verantwortlicher Führer des Deutschen Reiches und damit als Oberster Befehlshaber der Wehrmacht. Aus Millionen deutscher Herzen schlägt ihm wärmste Verehrung und Dankbarkeit entgegen.
Mit dem Werk Adolf Hftlers auf Leben und Tod verbunden, grüßt heute auch die Wehrmacht in ihm den Mann, der mit starker Hand das neue Deutschland der Ehre schuf und aus seinem Paria-Dasein wieder auf den Platz zurückführte, der ihm in der Welt zukommt. Sie grüßt Zn begeisterter Hingabe und Treue den Mann, der einst selbst aus Oren Reihen kam und innerlich stets einer der ihren geblieben ist. . _
| Mit Dem persönlichen Eid, den der deutsche Soldat als Waffenträger der Nation beim Heimgänge des Reichspräsi- I W »entert Eeneralfeldmarschall von Hindenburg leistete, band e: sich und das von ihm durch die Jahre des Niederganges
