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Das Auslands-Echo der Entschließung.

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erscheide. Wirklichkeit aber sei, daß der Reichsregieruna in der Frage der Wehr- r die Genfer Worte verurteilten, im

Sir John Simon mit dem Genfer Ergebnis zufrieden.

London, 18 April. Reuter meldet aus Genf: Vor seiner Abreise nach England sagte Sir John Simon: „Stresa war gut, Eens war «och besser." (!)

WT" Wegen des Karfreitags erscheint die nächste iTagbiatt"-Ausgabc am Samstag.

Die Brücken abgebrochen.

as. Berlin, 18. April. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Der Völkerbundsrat hat gestern ein­stimmig — nur der dänische Außenminister M u n ch enthielt sich der Stimme — die gegen Deutschland ge­richtete Entschließung der drei Stresamächte angenom­men. Eine Entschließung, die hier gestern schon charak­terisiert wurde mit ihrem Versuch, eine neue Schuld­lüge in die Welt zu setzen. Die Genfer Institution ist sich in diesem Beschluß treu gebieben und hat damit nur bestätigt, wie richtig unser Urteil war, wenn wir stets die Behauptung vertraten, daß der Völker­bund unfähig jeder aufbauenden und schöpferischen Politik ist und lediglich nega­tiv und zerstörend zu wirken vermag. Wieder einmal hat sich gestern der Völkerbundsrat als Handlanger der Großmächte erwiesen. Wie stark, ja wie brutal, der Druck dieser Großmächte gewesen sein mag, zeigt ohne weiteres die Tatsache, daß die Annahme der Entschließung einstimmig erfolgte, nachdem sich zunächst nicht einmal ein Berichterstatter fand, der eine so schlechte Sache zu vertreten geneigt war und nachdem zunächst auch von verschiedenen Seiten . Einwände gegen diese Entschließung laut wurden. Wir schließen uns dem Urteil der skandinavischen Presse < durchaus an, die feststellt, daß sich der Völkerbund mit diesem Beschluß selbst gerichtet hat. Und wir stimmen voll dem „Aftonblad" zu, wenn es schreibt: ; »daß ein Groß macht verband mit zunehmen­der Rücksichtslosigkeit den Völkerbund und seine Ideen mißbraucht für seine egoistischen Interessen." L .. Selbst in Paris fehlt offenbar nicht ganz das Ge­fühl, daß man den Völkerbundsrat in eine un­würdige Situation gebracht hat. Jedenfalls klingt der Jubel über den französischen „Sieg" nur sehr gedämpft. Es fehlt nicht einmal an kritischen Stimmen, die eine Versteifung der deutschen Haltung hinsichtlich der Rückkehr nach Genf be­fürchten, und es wird sogar die Frage erwogen, ob es für die Sicherheit Frankreichs nicht besser gewesen wäre, sich in direkte Gespräche mit Berlin einzulassen. Ver­nünftige Leute in Paris sind der Meinung, daß viel Porzellan zerschlagen worden sei. Aber diese Stimmen einer kleinen kritisch eingestellten Minderheit ändern nichts an der Tatsache, daß Frankreich sein Heil nach wie vor in Militärbündnissen

sucht. Diese Herrschaften mag es beruhigen, daß in Genf eine völlige Übereinstimmung zwischen L i t w i n o w und Laval über den sowjetrussisch­französischen „Beistandspakt", wie man dieses Militär­bündnis zu nennen beliebt, erzielt worden ist.

In England hat Macdonald, der gestern im Unterhaus einen rückschauenden Überblick über die Ver Handlungen in Stresa gab, für nötig erachtet, in eine Rundfunkansprache einen Appell an Deutsch I a n d zu richten Ebenso wie in seiner Unterhaus erklärung Hal der englische Ministerpräsident auch ii dieser _ Rundfunkansprache erneut betont, daß di Tür für Deutschland offen gehalten sei. E schloß diese Ansprache mit der Aufforderung an Deutsch land, das gegenseitige internationale Vertrauen uni Zutrauen durch einen Beitrag seinerseits zu vermehren Gerade in diesem Augenblick mutet ein solche Appell seltsam an. Man läßt unter Aufbietuni aller diplomatischen Machtmittel Deutschland in Een „verurteilen" und erwartet nunmehr ausgerechnet vor dein gleichen Deutschland, das übrigens mit feiner Ost pakterklärung als einzige Macht einen positiven Bei trag zur Konferenz von Stresa beisteuerte, einen neuer „Beitrag". Die Engländer haben ja wiederholt er kennenlassen, daß sie uns gern möglichst bald wieder ir Genf sehen würden, und sie haben sich mehrfach bemüht die Brücke von Deutschland nach Genf wieder instant zu setzen, aber man wird sich in London nicht im un klaren darüber sein können, daß mit dem g e st r i g e r Genfer Beschluß diese Brücke abgebrocher ist, eine Brücke, auf deren Betreten wir im übriger längst keinen Wert mehr legten. Es kann uns auck gleichgültig sein, was die Herren in Genf über einer neuen Brückenbau denken. Im übrigen aber möchter wir annehmen, daß zu diesen Vorgängen eine deutsch« Stellungnahme erfolgen wird, sobald die genauer Berichte über die Genfer Vorgänge und die Erklärun­gen vor und nach der Abstimmung vorliegen.

* Französische Stimmen zum polnischen 2a in Genf.

Paris, 18. April. (Eig. Drabtmeldung.) Zur Haltung des palnifchen Außenministers Beck in Genf schreibt der Son­derberichterstatter des Blattes „Excelfior", es wäre ein schwerer Fehler, das polnische Ja als Anzeichen für einen Bruch zwischen Warschau und Berlin auszulegen. Polen nimmt heute ebensowenig Partei für Sowjetrußland gegen Deutschland wie gestern für Deutschland gegen Sowjetrug- land. Die polnische Regierung spricht sich lediglich zugunsten eines stark garantierten Friedens aus, der keiner Macht die Möglichkeit läßt, den gebietsmäßigen Status von 1919 zu verletzen.

Der „Quotidien" warnt ebenfalls vor optimistischen Schlußfolgerungen aus der polnischen Haltung: Wenn Oberst Beck ichlietzlich für den französischen Antrag eingetreten sei, so solle das französische Außenministerium daraus keine falschen Schlußfolgerungen ziehen.

„Gazeta Polska" zur Genfer Ents»'>',.tzung.

Warschau, 18. April. (Eig. Drahtmeldung.) Der Ber­liner Berichterstatter der „Gazeta Polska" hebt in einem Leitartikel hervor, daß die Ergebnisse von Stresa sich nicht mit den deutschen Erwartungen gedeckt hätten. Die Annahme der Genfer Resolution sei für Deutschland eine sehr unange­nehme Überraschung.

Vergegenwärtigen wir uns den Weg des Führers im letzten Jahr, dann wissen wir nicht, welche der Stunden bi_ Erfolges wir als seine froheste bezeichnen könnten. Und doch sind wir sicher, daß seine köstlichsten Stunden immer die ge­wesen sind, in denen er das erwachende deutsche Volk erlebte. Wir denken nicht zuletzt an den Tag der S a a r a b st i m - m u n g. Niemals hat die deutsche Geschichte einer starken Führerpersönlichkeit einen so reichen und durch keine Bitter­keit getrübten Trunk aus dem Born der Erfolge gegeben, wie ihn Adolf Hitler durch das prächtige Abstimmungsergebnis des Saarvolkes bekam. Niemals wurde ein deutscher Staats­mann so klar und so wuchtig in der Richtigkeit seines Wollens und Strebens, seines bisher eingeschlagenen Weges bestärkt.

Wir denken weiter an die Stunde vor wenigen Wochen, als er seinen Beschluß der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht im Kreise der Reichsregierung bekanntgab und der Reichswehrminister, ergriffen von der Größe der Stunde, aussprang und die Reichsminister, die Mitarbeiter des Führers aufrief zu einem dreimaligen „Sieg-Heil!" für ihn. In diesem Augenblick, in dem wiederum eine der kühnsten Entscheidungen der deutschen Geschichte Wagnis und Wirklichkeit wurde, sahen wir den Führer nicht und haben doch alle mit ihm erlebt: denn jeder Deutsche kennt den Führer.

Nach dem Genfer Fehlurteil.

Der Vötterbundsrat als Handlanger der Großmächte. — Gedämpfter 2ubel in Paris Macdonalds Appell an Deutschland.

konkrete Form sür diese Kraftanstrcngung bisher nicht gefun­den sei. Wirklichkeit sei endlich, daß der oorgeschlagene O st - pakt das Tageslicht nicht erblicken werde und daß Deutsch­land in Osteuropa keinem Vertrage beitreten werde, der eine gegenseitige militärische Hilfeleistung vorsehe. Die erfreuten Kommentare der einen und die erbitterten der anderen wegen des Genfer Beschlusses dürften nicht zu irrigen Schlüssen führen. Diejenigen, die sich freuten, würden sehr schnell fest­stellen, daß eine Demonstration keine Tat sei. Diejenigen, die sich ärgerten, würden allmählich bemerken, daß sie ein ziemlich billig erworbenes reales Er­ze b n i s in der Hand hätten.

Die Haltung Dänemarks.

Zustimmuugserkliirung des norwegischen Außenministers.

Kopenhagen, 18. April. (Eig. Drahtmeldung.) Im Zu­sammenhang mit der Genier Entschließung und der von Dänemark eingenommenen Haltung hat der dänische Außen­minister Munch der demokratischen „Politiken" gegenüber u. a. erklärt:

„Das, worauf wir unsererseits besonderes Gewicht gelegt haben, und was für unsere Stellungnahme bei der heutigen Abstimmung entscheidend gewesen ist, war die Rücksicht darauf, nicht die Möglichkeit für kommende Verhandlungen und in Zusammenhang damit für die Bestrebungen nach Stärkung der Stellung des Völkerbundes als Instrument der Verständigung zwischen den Völkern zu zerschlagen.

Ministerpräsident Staubing erklärte: Die Haltung von Außenminister Munch stimmt vollkommen mit dem Er­gebnis der Verhandlungen überein, die kürzlich zwischen den Außenministern der nordischen Länder stattgefunden haben.

Daß auch der Norden hinter Dänemark steht, .zeigt eine Äußerung des norwegischen Außenministers Profesior Koth, der „Politiken" erklärte: Ich Treue mich sehr über den Stand­punkt, den Dr. Munch im Völkerbundsrat eingenommen hat, und ich kann mich ihm nur anschließen. Es war nach meiner Auffasiung richtig von Dänemark so zu handeln, und ich kann sagen, falls Norwegen Mitglied des Rates gewesen wäre, hätten wirgenauindergleichenWeise gehandelt.

Millionen haben ihn im lebenden Bilde gesehen, alle seine Stimme gehört, Millionen nahmen sein Bild und seine Art gerade im Verlauf des letzten Jahres auch persönlich auf. Über seinem Triumphzug am letzten Heldengedenktage nach der Verkündung der Wehrpflicht durch München und über seinem Triumphzuge durch das Saarland vergessen wir nicht den Zug durch Hamburg, die andere, ebenso wie die Reichs­hauptstadt einmal „rot" gewesene deutsche Millionenstadt.

Denen, die bei einer solchen Gelegenheit dabei waren, — und wir in Wiesbaden haben ja erst kürzlich die Ge­legenheit und das Glück gehabt — will es immer wieder scheinen, als wenn der Führer Angesicht in Angesicht mit den breiten Massen des deutschen Volkes seine köstlichsten Stunden verlebte; denn dabei sieht er so völlig anders aus, wie ein Mann, der von einer Arbeit, einer Reise heimkehrt und wie­der zu Hause ist, in den Kreis seiner Freunde und seiner Familie tritt. Sicher und froh, weil er weiß, daß daheim. eben ‘bei den Massen, die vollbrachte Leistung bekannt ist; offenen Auges, weil er weiß, daß man nur Gutes, nur das

Ein Jahr der Erfüllung.

Zum 46. Geburtstag des Führers am 20. April 1935.

Der Führer will nicht, daß um seine Person viele Worte gemacht werden. Er will immer wieder nur das eine: Opferbereitschaft aller für alle zur Sicherung seiner Lebens­aufgabe der Wiedererweckung, Wiedererstarkung, Wieder­erhöhung des deutschen Volkes auf neuen, besseren Grund­lagen als jemals — Grundlagen die Dauer versprechen und

auf denen ein Reich ersteht, in dem ein gesundes deutsches Volk unangreifbar in militärischer und wirtschaftlicher, aber auch in sittlicher und geistiger Beziehung gedeiht. Er kann diese Opferbereitschaft gerade nach diesem unzweifelhaft be­wegtesten Jahre seines Lebens noch mit größerem Rechte als jemals von uns verlangen.

Im Zusammenhang mit den Genfer Beschlüssen sei festzu- stellen, daß Reichskanzler Hitler sehr wohl zwischen Schein und Wirklichkeit unterscheide. Wirklichkeit aber sei, daß der einseitige Schritt der Reichsregieruna in der Frage der Wehr­pflicht, obgleich ihn die Genfer Worte verurteilten, im Grunde ungestraft hingehe. Sir John Simon habe mit Nach­druck hervorgehoben, daßdicTürenweiterhinoffen !ereu, das heiße, Deutschland sei nicht aus dem diplomatischen Spiel ausgeschaltet. Bemerkens­wert sei weiter, daß man die Unabhängigkeit Österreichs nur »tt Kraftanstrengung ausrechterhalten rönne und daß eine

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Donnerstag, 18. April 1935

83. Jahrgang

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Nr. 107.