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Nr. 97.

Montag, 8. April 1935.

83. Jahrgang.

——■ JJ. I.JIII.’JÜ.ILIL

wererBertrauens-

Italiens afrikanisches Zukunftsprogramm

„Times" sieht englisch-französische Meinungs­verschiedenheiten voraus.

London, 8. April. Wie der Pariser Korrespondent der „Times" berichtet, scheint Frankreich den Wunsch zu haben, daß Großbritannien in Stresa erklärt, es werde Frankreich unter Anwendung von Machtmitteln unterstützen. Das Fehlen einer klaren Andeutung der künftigen Haltung Großbritanniens werde in Paris mit der realistischen Politik Italiens verglichen. Es werde die Ansicht ausgedrückt, daß Stresa, wenn es nur zu einem Austausch von Informationen führe, keinen 3j° e ck h aben würde.

Die besonderen Bedingungen, die sich aus den Be­ziehungen Großbritanniens zu den Dominiens und den Vereinigten Staaten ergäben, würden in Frankreich anscheinend nicht berücksichtigt und es mache ganz den Eindruck, als ob die Besprechungen zu neuen Mei­nungsverschiedenheiten hinsichtlich der beider­seitigen Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten führen würden.

Wir arbeiten, wir beschäftigen unsere Arbeitslosen. Tenn Arbeit bedeutet Friede. Die Zukunft wird über unsere Rolle entscheiden, falls wir berufen sind, eine solche zu spielen. Mr uns handelt es sich nicht darum, die Sache Italiens zu vertreten, sondern die der Menschheit und zwar so, wie sie unsere weiße Rasse auffaßt. Denn das möge man sich merken: Das jetzige Problem ist ein Rassen­konflikt, und insofern ist er sehr ernst. Denn ganz Europa wird davon betroffen."

Vorbereitungen für Stresa.

Auf der so häufig besungenen Insel Isola Bella im Lago Maggiore werden die letzten Vorbereitungen für die Dreierkonferenz getroffen und auch in Stresa wird alles zum Empfang der Gäste und nicht zuletzt auch der Presse vorbereitet. Die Insel, auf der die Staats­männer, tagen werden, ist bereits für den Fremdenver­kehr gesperrt.. Während inan hier noch Straßen aus- besiert und Gärten verschönt, setzt die internationale Presse erneut ihre Vorbereitungen für die Konferenz fort. Es bleibt aber dabei, daß die mannigfachen Artikel und die immer neuen Vorschläge bisher die internationale Lage nicht durchsichtiger gestaltet haben. Tatsächlich handelt es sich bei allen diesen journalistischen Erzeugnissen um nichts weiter als um Kombinationen, denn weder London noch Paris hat sich bis letzt festgelegt. In London tagt heute das Kabinett, das sich mit dem Reifeergebnis Edens befaßen wird. In Deutschland hört man mit Bedauern, daß Eden wegen Über­anstrengung 4—6 Wochen vollkommene Ruhe haben muß. In Frankreich will man die heutige Sitzung des englischen Kabinetts abwarten, ehe man sich entscheidet. So tritt in Paris das Kabinett am Dienstag, am Tage der Abreise Lavals nach Stresa, zusammen. Bis dahin will die französische Diplomatie Zeit behalten, um ihre eigene Stellung zwischen der italienischen und englischen Aufasfung von dem Ziel der Konferenz festzulegen. So ist im Augenblick also noch alles in der Schwebe.

sozialistischen Parteigenossen, SA.- und SS.-Männer, Poli­tische Leiter und sonstige Mitkämpfer int Wahlkampf! Ihr habt letzt das Ergebnis des Wahltages gehört. Ihr könnt alle stolz |ein auf das, was die nationalsozialistische Bewe­gung heute erreicht hat. Euch allen, meine Parteigenossen und Anhängern der Bewegung, gebührt für diesen Sieg allein der Dank. Ohne euere aufopferungsvolle Tätigkeit wäre es nie möglich gewesen, diesen Sieg in so überwältigender Weise erfechten zu können. Wir wollen das, was ich bereits vorhin erwähnt habe, und auch jetzt wiederum ins Gedächtnis zurück- rufen und uns gegenseitig den Schwur leisten, genau so treu, fleißig und ehrlich weiterzukämpfen wie bisher. Der Kampf ging nicht für einen einzelnen Menschen, er geht hier in Danzig allein für die deutsche Sache, allein für den Mann, «n wir verehren und dem wir folgen, solange wir leben,-für Adolf Hitler!

Reichsminister Dr. Frick an Gauleiter Forster.

Berlin, 8. April. (Eig. Drahtmeldung.) Der Reichs- und preußische Minister des Innern, Dr Frick, hat an Gauleiter Forster in Danzig folgendes Tele­gramm gerichtet:

Das neue Bekenntnis Danzigs zu feinem Deutschtum wird hn Reich begeisterten Widerhall finden. Dem treuen Danzig und Ihnen herzlichen Glückwunsch zu dem großartigen Wahlerfolg.

Heil Hitlers f

Dr. F r ick, Reichs- und preußischer Minister des Innern.

Dr. Rauschning im Ausland.

Interessante Äußerungen General de Bonos.

Paris, 7. April. Ein Sonderberichterstatter des „Paris Soir" hatte in Maffaua eine Unterredung mit dem Oberstkommandierenden der italienischen "Streitkräfte, General de Bono. Der General wies die Behauptungen und Gerüchte von einem unmittelbar bevorstehenden bewaff­neten Konflikt mit Abesiinien weit von sich. „Gewiß be­finden sich einige Flugzeug« und auch viele Offiziere an Ort und Stelle. Letztere sollen ein starkes, unseres Landes wür­diges Eingeborenen-Heer aufziehen. Außerdem ist ein regel­rechtes Straßen- und Wegenetz anzulegen.

Im weiteren Verlauf der Unterredung aber entwickelte de Bono ein weit ausgreifendes Zukunftspro- g r a m m, das wohl erhebliches Aufsehen erregen dürfte". Er führte u. a. aus: „Di« Beunruhigung Abessiniens ist uns gleichgültig. Sehr bald wird man Vereinbarungen treffen müßen, um unser nachbarschaftliches Verhältnis zu regeln. Wir wollen gern eine gemeinsame Grenze mit einem genau abgegrenzten von einer ver­antwortlichen Regierung abhängigen Lande haben. Wer wir können keine Nachbarschaft mit barbarischen Gegenden hinnehmen, in denen praktisch unab­hängige Häuptlinge Völker tyrannisieren, die Anspruch auf den Nutzen ihrer Arbeit hätten. Nach dieser Richtung ist eine große schöne, humanitäre Mission gegeben, di« ebenso edel wäre, wie seinerzeit der Kampf gegen die Sklaverei. Ich spreche gegenwärtig nicht von der Sklaverei in Abessinien. Sie zeigt längst nicht die ganze menschliche Grau­samkeit. Seine Sklaven behandelt der Abessinier bester als die unglücklichen Völker, die er zu Dienstleistungen zwingt. An diese denke ich. Die Welt kennt noch nicht ihre Lage. Mehr als 10 Millionen sind dazu verurteilt, das Leben unterernährter armer Teufel zu fuhren. Denn die abestinische Verwaltung nimmt ihnen fast alles.

Wenn Italien jemals berufen werden sollte, dieses Werk durchzuführen, wird es feine volle Pflicht tun. Aber vorläufig ist vom Krieg feine Rede.

Neuer abessinischer Schrill beim Völkerbund.

Genf, 7. April. Die abessinische Regierung hat an den Generalsekretär des Völkerbundes erneut ein Telegramm ge­richtet.

In diesem Telegramm wird auf die im „Temps" erschie­nene Nachricht hingewiesen, daß 4000 ägyptische Arbeiter nach Erythräa entsandt werden sollen, um dort beim Bau von Straßen zwischen Massaua und der abessinischen Grenze beschäftigt zu werden. Die abestinische Regierung bezeichnet diese Maßnahmen als weitere militärische Vorbereitung der italienischen Regierung, die geeignet fei, den Konflikt zwi­schen Abessinien und Italien weiter zu verschärfen.

Sie richtet daher an den Generalsekretär die Bitte, die Lage in Abessinien schon in der außerordentlichen Rats­tagung am 15. April prüfen lassen zu wollen. Der General­sekretär weist in seiner Antwort darauf hin, daß er das Er­suchen der abessinischen Regierung um sofortige Behandlung Der Frage an die Ratsmitglieder weiierge leitet habe. Er macht weiter darauf aufmerksam, daß bei einer außervrdent- lichen Tagung des Rates die Tagesordnung ausschließlich die Fragen enthalte, die Anlaß zur Einberufung der Tagung gegeben haben, daß aber zu Beginn der Tagung der Rat beschließen könne, weitere dringende Fragen auf die Tages­ordnung zu fetzen.

Der Generalsekretär werde nicht verfehlen, das Er­suchen der abessinischen Regierung in diesem Sinne dem Rat zu unterbreiten.

Danzig, 7. April. Der frühere Danziger Senatspräsident Dr. R a u s ch n i n g, der wegen sch ... brüche aus der NSDAP, ausgeschlossen wurde, hat nach einer Meldung des „Danziger Vorposten" in der vergangenen Nacht Danzig verlassen und sich ins Ausland be­geben. Die auf diese Meldung hin angestellten Ermittlungen haben ergeben, daß Dr. Rauschning in seiner Danziger Woh­nung tatsächlich nicht mehr auszufinden ist. Nach zuverlässigen Nachrichten soll Dr. Rauschning sich bereits im Auslande be­finden. Dr. Rauschning hatte noch am Samstagfrüh, also unmittelbar vor dem Abschluß der Danziger Wahlen, in der Presse der Sozialdemokratie und des Zentrums einen offenen Brief an den Danziger Gauleiter Forster oer- üsfentlicht, der nach Form und Inhalt den T a t b e st a n d des Landesverrates erfüllt und sich in keiner Weise von den übelsten Erzeugnissen der Separatisten und Emi­granten unterschied.

Starke Wahlbeteiligung.

8- 2lpril. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Danzig hat gewählt. Der Wahlfonntag ist ohne jeden Zwischenfall verlaufen. In voller Öffentlichkeit hat sich, was von den Polen ebenso wie von den internationalen Beobachtern anerkannt wird, die Stimmabgabe vollzogen, genau töte der Propaganda der einzelnen Gruppen

keine Schwierigkeiten in den Wdg

gelegt wurden. An Verleumdungen und L ü ge n 3en den Nationalsozialismus hat es bei dieser Propaganda nicht gefehlt, gerade hier konzen­trierte sich die Hetze und Wühlarbeit der dem National­sozialismus feindlich gesinnten Elemente. Aber alles das konnte den gefunden Sinn der Danziger Be­völkerung nicht erschüttern. Sie bekannten sich in ihrer großen Mehrheit zu Adolf Hitler und erbrachten der Welt damit erneut den Beweis, daß die Macht des Nationalsozialismus nicht zu erschüttern ist. Sollte man im Ausland irgendwo auf ein Ab­sinken der nationalsozialistischen Stimmenziffer gehofft haben, so sieht man sich enttäuscht, konnte doch die Nationalsozialistische Partei ihre Stimmen zahl gegenüber 19 3 3 sehr erheblich vermehren. Wenn Göring in seiner letzten Wahlrede die Worte sprach, der Sonntag werde der Welt beweisen, daß das Danziger Deutschtum nicht schwächer, sondern stärker geworden fei, so hat der gestrige Tag diese Worte be­stätigt. Das Wahlergebnis zeigt aber auch erneut, daß die Polen, auch wenn ihre Stimmenzahl etwas zu­nahm, in dem deutschen Danzig keine Rolle spielen. Die Splitterparteien haben dank der be­sonderen Verhältnisse in Danzig, das durch ein sinn­loses Statut vom ^deutschen Mutterland abgetrennt, und damit von seinem natürlichen Wirtschaftsgebiet abge­schnitten wurde, noch einige Stimmen auf sich zu ver­einigen vermocht. Aber diese Stimmen spielen eine sehr bescheidene Rolle gegenüber der Stimmziffer der NSDAP. Diese Splitterparteien werden in Zukunft nicht mehr in Genf und in der Welt mit der Behaup­tung hausieren können, daß die Zusammensetzung des Danziger Parlaments der Volksstimmung nicht mehr entspreche. Danzig hat gesprochen. Es hat den Splitterparteien eine Absage erteilt und hat sich in noch weit stärkerem Maße als im Mai 1933 zum Nationalsozialismus und damit zu Adolf Hitler bekannt. Der Welt ist mit dieser Wahl wieder­um vor Augen geführt worden, daß dasselbe Blut in den Danzigern fließt wie in den Deutschen hn Reich und daß Danzig untrennbar verbunden bleiben will und untrennbar verbleiben wird mit dem neuen Deutschland.

Das vorläufige Gesamtergebnis.

Danzig, 8. April. Die Danziger Volkstagswahlen hatten folgendes Gesamtergebnis:

NSDAP. ...... 139200 (109029)

SPD. 37 530 ( 37882)

KPD. ........ 6880 ( 14 566)

Zentrum 30 059 ( 31 336)

Liste Weise (Nationale Front) 9 760 ( 13596)

Liste Pietsch ...... 750 ( 0)

Polen 8100 ( 6 743)

Gauleiter Forster über das Danziger

MationolfoiiflliWer Sieg in Innzig.

Ruhiger Verlauf des Wahlsonntags. — Die Hansestadt bekennt sich zu Adolf Hitler. Die Stimmenzahl der NSDAP, wesentlich gewachsen.

Wahlergebnis.

Danzig, 8. April. Vor der Bekanntgabe des Ergebniffes der Wahlen im Danziger Rundfunk hielt der Danziger Gau­leiter der NSDAP., Llbert Forster, eine kurze Ansprache, in der er u. a. sagte: Der Siegdernationalsozia- ti st ischen Bewegung ist überwältigend. Von rund 230 000 abgegebenen Stimmen hat die Nationalsozia­listische Deutsche Arbeiterpartei allein 140 000 Stimmen er­halten. Damit ist vor aller Welt der Beweis geliefert, daß durch das Bekenntnis der übergroßen Mehrheit der Danziger Bevölkerung zum Nationalsozialismus Danzig eine u r - d e u t f ch e S t a d t ist. Die anständigen Deutschen in Danzig haben durch ihren Einsatz für die nationalsozialistische Welt­anschauung dem Führer Adolf Hitler ihren Dank abgestattet. Wir Nationalsozialisten wollen an diesem historischen Tage unser Gelöbnis erneuern, auch in Zukunst dem Führer treu und gehorsam zu folgen zum Wohle unserer herrlichen Be­wegung und zum Segen Deutschlands.

Nach der Bekanntgabe des Ergebnisies im Danziger Rundfunk fuhr Gauletter Forster fort:. Meine national-