Einzelbild herunterladen
 

$r 2 Cm»

WitsbckeM TsgM

_____ Möckentlick 7 Ausaaben «M ,,»mlttaa,.S«m,t-as eor<«. ne

7 Ausgaben

Wöchentlich

8. Echellenberglche H-stuchdruck-r-l, „Zagblatt < Hau,'

Unterhaltungsbeilage.

mit einer täglichen

Postsch-«°itto: grantfnrt a. M. Rr. 7405.

Höchste Abonnentenzahl aller Tageszeitungen Wiesbadens und Nassaus.

Itlegramm-itortfie: Zagblatt Wiesbaden.

«meiaenpreile: Ein Millimeter Höh- der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil ®runb» »ros 6 Rpf., der 85 Mtillimeter breiten Spalte im Tertteil 45 Rpf., lonst laut Tarif Nr. 3, Nachiakstafies C. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird leine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen »Annahme 10 Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.

Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn» und Feiertags.

Werltäzlich nachmittags, Samstags »ar- n. nachmittags Fernsprecher-Sammel-Nr. 59631. Berliner Büro: Berlm-Wilmerrdors.

Bezugspreise: Für eine Bezugszeit von 2 Wochen 94 Rpf., für einen Monat RM. 2.—, ein» schließlich Traglohn. Durch die Post bezogen RM. 2.35, zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld, Einzel» nummern 10 Rpf. — Bezugsbestellungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die Träger und alle Postanstalten. — In Fällen höherer Gewalt oder Betriebsstörungen haben die Bezieher leinen Anspruch auf Lieferung des Blattes ober auf Rückzahlung des Bezugspreises.

o

■S* । °

■H

<5

Z 2

c 3*

s

C2

o ■

s.

’S.'

2

2 §

Sonntag, 31. März 1935.

Nr. 89.

83. Jahrgang.

Frühjahrsoffenstve 1935.

Die Arbeitsschlacht der deutschen Wirtschaft.

Zum drittenmal geht die deutsche Wirtschaft in diesen Wochen in ihre große Frühjahrsschlacht fried­licher Arbeit, friedlichen Aufbaus. Zum drittenmal konzentriert die gesamtdeutsche Wirtschaft all ihre Kräfte und all ihr Wollen auf die Erreichung der Hauptziele: weitere Senkung der Arbeitslosigkeit, weiterer Ausbau der landwirtschaftlichen Erzeugung und vor allem Ausfuhrsteigerung.

Den Anfang hat in diesem Jahr der Reichsnähr­stand mit seiner Erzeugungsschlacht gemacht. Wurden im Winter in allen Städten, Dörfern und kleinsten Ortschaften des Reiches die Bauern mit der großen Aufgabe der Sicherung der Nahrungsfreiheit und ihrer praktischen Durchführung durch Vorträge und Schriften vertraut gemacht, so heißt es jetzt, das theore­tisch Erkannte in praktische Arbeit überführen. Aber nicht nur -die Ernährung soll aus deutscher Scholle sichergestellt werden, sondern, soweit es geht, auch ein Teil unseres Rohstoffbedarfs aus dem Heimatboden ge­wonnen werden. In noch stärkerem Maße als im Vor­jahr soll der Flachsanbau wieder gefördert werden. Daneben heißt es, der Schafzucht wieder pflegliche Beachtung schenken, damit wir auf diese Weise einen steigenden Prozentsatz unseres Wollbedarfs im Inland .decken können. Beispielgebend sollen hier nicht zuletzt die deutschen Gemeinden und Eemeindeverbände vor­angehen, in dem sie geeignete Weideflächen für die Schafhaltung zur Verfügung stellen. Auch für die übri­gen Landbesitzer ist die Voraussetzung für die Ver­mehrung des Schafbestandes gegeben. Ohne große Schwierigkeiten läßt sich unser Schafbestand, der heute kckapp 3,5 Millionen Stück beträgt, aus 10 Millionen erhöhen, weil die Futtergrundlage in den landwirt­schaftlichen Betrieben aller Größenklassen vorhanden ist. Der Steigerung der Schafhaltung kommt über die Rohstoffversorgung hinaus darum große Bedeutung zu, weil sie für viele tausend Volksgenossen später in der Textilindustrie Arbeit und Brot zu schaffen vermag.

Mindestens ebenso wichtig wie die landwirtschaft­liche Erzeugungsschlacht ist die deutsche Ausfuhr­schlacht, zu der Reichsbankpräsident Dr. Schacht zu wiederholten Malen aufgerufen hat. Die Ausfuhr ist das einzig« deutsche Wirtschaftsgebiet, das bisher an dem gewaltigen Aufstieg, den die Wirtschaft seit den Tagen der nationalsozialistischen Erhebung erlebt hat, nicht teilgenommen hat. Unter dem Druck der Wäh­rungswirren, der einfuhrhemmenden Kontingentpolitik und einer einfuhrdroffelnden Zollpolitik des Auslandes . ist die deutsche Ausfuhr in den letzten Jahren fast von Monat zu Monat zurückgegangen. An die Stelle des Ausfuhrüberschusses ist der Einfuhrüberschuß getreten und fast allenthalben macht sich eine wenig erfreuliche Ausfuhrmüdigkeit breit. Sie spiegelt sich am deut­lichsten in den Ziffern des deutschen Außenhandels wieder, der 1934 mit einem Einfuhrüberschuß von 284 Millionen RM. gegenüber einem Ausfuhrüberschuß von 684 Millionen RM. im Jahre 1933 abschloß. In Anbetracht unseres gesteigerten Rohstoffbedarfs, der sich aus der glücklichen Jnlandskonjunktur ergibt, und der nach dem „neuen Plan" nur dann gedeckt werden kann, wenn die Mittel zu seiner Bezahlung vorhanden sind, heißt es, alle Kräfte auf die Belebung des Ausfuhr­geschäftes konzentrieren. Die jetzige Konjunktur kann nach den Ausführungen des Reichswirtschaftsministers nur andauern, wenn unsere Industrie sich der Rot- wendiofteiten des Außenhandels bewußt bleibt. Daß sie diese Aufforderung zu verstehen bekommt, deutet das Februarergebnis des deutschen Außenhandels bereits vorsichtig an. Mit einer Ausfuhrsteigerung von wert­mäßig 3 Millionen RM. ist ein erster zaghafter Anfang zur Ausfuhrverstärkung gemacht.

Mehr als bisher wird man auch all die Kreise wieder für die Ausfuhr zu interessieren versuchen müßen, die in den letzten Jahren vielfach, gerade in Anbetracht der mit dem Auslandgeschäft verbundenen Schwierigkeiten die Ausfuhrgeschäfte gemieden haben. Hierbei ist vor allem an das deutsche Handwerk zu denken, dessen Ausfuhr für die deutsche Volkswirt- ichaft weit bedeutender ist, als man im allgemeinen an- zunehmen pflegt. In den Jahren vor der großen Wirt­schaftskrise führte das Handwerk alljährlich für etwa 50 Millionen RM. Erzeugnisse ins Ausland aus. Um diese Ausfuhrtätigkeit wieder anzuregen, ist der Plan entstanden, für das Handwerk eine Zentralstelle zu schaffen, die den an der Ausfuhr interessierten Hand­werksbetrieben die kaufmännischen Arbeiten erleichtert, die interessierten Handwerker über die Wirtschaftslage und Preisverhältnisse an den Auslandsmärkten unter­richtet, sie über die Kaufgewohnheiten der ausländischen Kunden in Kenntnis fetzt und soweit angängig, Auf­träge vermittelt und weitestgehend Ratschläge erteilt.

Angelegenheit dieser Zentralstelle wird es auch sein, der immer noch weitverbreiteten Auffassung entgegen- zutreten, daß das Handwerk lediglich für den lokalen Markt arbeitet. Selbst in der Zeit der Vorherrschaft des Ausfuhrindustrialismus sind nach den Ausführun­gen des Generalsekretärs im Reichsstand des deutschen Handwerks, Dr. Schüler, die Erzeugnisse deutschen Handwerkfleißes in starkem Maße in fast allen Ländern der Welt abgesetzt worden. In manchen Gebieten Deutschlands arbeitet das Handwerk fast ausschließlich für das Ausfuhrgeschäft. So in Thüringen, Sachsen, Bayern, Schlesien und Württemberg. Dabei beschränkt sich die Ausfuhr keineswegs nur auf die Erzeugnisse des Kunsthandwerks, sondern umfaßt auch eine Reihe anderer Erzeugnisse. Am stärksten an der Ausfuhr be­teiligt sind Tischler, Drechsler, Holzbildhauer, Holz- und Elfenbeinschnitzer, Sattler, Bürsten- und Pinfelmacher,

Rudolf Heß und Dr. Ley sprechen.

Berlin, 30. März. (Eig. Drahtmeldung.) Schlagartig mit dem 1. April 1935 setzt der große Versammlungsfeldzug der Deutschen Arbeitsfront für die Vertramensratswahlen 1935 in Deutschland ein. Sn über 140 000 Betriebsversamm­lungen werden die besten Redner der Bewegung zu den Be- triebsgemeinschasten sprechen.

Am Montag, den 1. April 1935, um 10,30 Uhr, eröffnet der Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Robert Ley, den Versammlungsfeldzug in den Siemenswerken in Berlin. Am Diensrag, den 2. April 1935, um 11 Uhr, spricht der Stellver­treter des Führers, Rudolf Hetz, im Reichsbahnausbesse­rungswerk München. Die Rede geht über alle deutschen Sender, ebenso die Rede des Leiters der Deutschen Arbeits­front am Freitag, den 5. April 1935, um 12 Uhr mittags, aus den Kruppwerken in Essen.

Mit diesen Großkundgebungen beginnt die Deutsche Ar­beitsfront ihre Propaganoaschlacht für die Vertrauensrats­wahl 1935, die Dr. Goebbels einen Schritt weiter im Kampf des Nationalsozialismus gegen Kasten- und Klassengeist nannte.

Ost- und Finanzfragen.

Moskau, 29. März. Die Telegraphenagentur der Sowjet­union meldet: Sn einer l^stündigen Unterredung zwischen Eden und Litwinow wurde der Meinungsaustausch über alle früher berührten Fragen fortgesetzt. Der britische Minister und der Volkskommissar tauschten auch Meinungen über die Entwicklung der englisch-sowjetrussischen Beziehungen aus und stellten mit Befriedigung ihre bedeutende Besserung fest. Es wurden Wege erörtert, die sowohl die politischen als auch die wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder weiter festigen sollen.

Sn unterrichteten Kreisen verlautet, daß die Unter­redungen sich unveränderlich im Geiste der Aufrichtigkeit und gegenseitigen Vertrauens abwickeln.

Wie Reuter aus Moskau meldet, sollen bei den heutigen Besprechungen die Fragen des Fernen Ostens eine hervorragende Rolle gespielt haben. Die schwierige Lage daselbst und die Unverletzbarkeit Chinas sind Fragen, die die englischen und sowjetrussischen Staatsmänner in gleichem Matze intereisieren.

' Man nimmt an, datz unter den heute besprochenen wirt­schaftlichen Fragen ein an Rußland zu gewähren­der Kredit eine Rolle spielte. Ferner soll der Vertrag von Ottawa diskutiert worden sein, der erhebliche Rückwir­kungen namentlich auf den sowjetrusfischen Langholzhandel gehabt hat.

Einstündige Unterredung Edens mit Stalin.

Moskau, 29. März. Am Freitagnachmittag fand im Kreml, im Arbeitsraum des Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare, M o l o t o f f, eine Unterredung des Grotz- ftegelbewahrers E d e n mit dem Generalsekretär der kommu­nistischen Partei Stalin statt, die über eine Stunde dauerte. An der Unterredung nahmen von englischer Seite außer Eden Botschafter Lord C h i l st o n, Lord Cran- b u r n e und der Direktor im Foreign Office, Strang, von sowjetrusfischer Seite Stalin, Molotoff, Außenkom­missar Litwinow und Botschafter M a i s k i teil.

Nach der Unterredung erklärte Eden englischen Journa­listen, daß die Unterredung interessant und ein­drucksvoll gewesen sei. Anichließend besichtigten die englischen Gäste den Kreml.

Morgen ist Eden mit seinen Begleitern Gast bei Litwi­now zu einem Frühstück in kleinerem Kreise, das in einem Landhaus Litwinows bei Moskau statffindet.

Schmiede, Schlosser, Juweliere, Töpfer, Kürschner, Buch­binder, Glasbläser und Glasschleifer sowie Seiler. Die Erzeugnisse ihrer Werkstätten fanden in guten Jahren hauptsächlich in England, Holland, Belgien, Frankreich und den nordischen Staaten Absatz. Aber auch selbst die Vereinigten Staaten, China und Japan waren bereit­willige Käufer deutscher Handwerkserzeugnisse. Wie stark ausfuhrorientiert einzelne Handwerkskreise waren, mag allein das Beispiel der Edelsteinschleifereien von Jdar-Oberstein beweisen, deren Erzeugnisse zu 80 bis 90 Prozent ins Ausland gingen.

Die deutsche Arbeitsschlacht 1935 kann nur gewonnen werden, wenn Landwirtschaft und Industrie, Handel und Handwerk sich mit allen Kräften der ihnen gestell­ten Aufgaben annehmen und ihre Arbeit mit tiefem Ernst als Dienst an der Nation, als Dienst am Volks­ganzen verrichten.

Del VerWinlllngssOzilg für W Mount»* beginnt.

Die Moskauer Beratungen.

Gemeinschaftsempfang in allen Betrieben.

Der Informationsdienst der DAI. meldet: Die Rede des Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß, im Reichsbahu- ausbesserungswerk München am 2. April 1935 um 11 Uhr­mittags und die Rede des Leiters der Deutschen Arbeits­front, Dr. Robert Ley, in den Kruppwerken in Essen am 5. April 1935 um 12 Uhr mittags zur Vertrauensratswahl 1935 werden von allen deutschen Sendern über­nommen.

Für beide Reden' ordne ich Gemeinschafts- empfang in allen Betrieben an. rn denen Ver­trauensratswahlen durchgeführt werden.

Lohnabzüge dürfen für die ausfallende Arbeits­zeit nicht gemackt werden, die ausfallende Arbeits­zeit kann durch Nacharbeit aurgebolt werden.

Die Ortswahlleiter und Betriebswalter treffen sofort alle Vorbereitungen für den Gerne ins cha ftsem pfana in den Betrieben. Besondere Anweisung erfolgt nicht mehr.

geg. Celzner,

Reichswahlleiter für die Vertrauens ratswahlen 1935.

Borberatung der nordischen Außenminister

für die Ratstagung am 15. April.

Kopenhagen, 30. März. (Eig. Drahtmeldung.) Auf Ein­ladung der dänischen Regierung findet am Dienstag nächster Woche in Kopenhagen eine Besprechung der Außenminister Dänemarks, Norwegens und Schwedens statt. Bei dieser Gelegenheit sollen die Fragen erörtert werden, die mit der Tagung des Völkerbundsrats am 15. April in Verbindung stehen.

Sn der Presse wird in diesem Zusammenhang sestgestellt, daß die Einladung deswegen von Dänemark ausgegangen ist, weil dieses im Rät vertreten ist und daher an dessen Erörte­rungen und eventuellen Beschlüssen teilnimmt. Ähnliche Be­sprechungen zwischen den nordischen Außenministern haben auch früher bei Beratung wichtiger Fragen durch den Völker­bund stattgefunden, wobei verschiedentlich Besprechungen mit Holland, der Schweiz und Spanien folgten. Ob das auch diesmal der Fall sein wird, steht noch nicht fest. „Berlinske Tidente" hält es jedoch nicht für unwahrscheinlich, daß man auch jetzt seine Ansichten austauschen wird. An den Verhand­lungen nehmen teil für Dänemark Außenminister Munch, für Schweden Außenminister Sandler und für Norwegen der neue Außenminister Professor Halvdan Kohl.

Annahme der Belga-Abwertung in der belgischen Kammer.

Die Sondervollmachten auf ein Zahr verlängert.

Brüssel, 30. März. (Eig. Drahtmeldung.) Die Kammer hat heute früh 7 Uhr (WEZ.) nach einer ununterbrochenen Nachtsitzung die von der neuen Re­gierung vorgelegten Gesetze über die Abwertung des Belga und die Erweiterung der um ein ganzes Jahr verlängerten Sondervollmachten mit 10 7 gegen 54 Stimmen, bei 12 Stimmenthaltungen, angenom­men. Bei den Liberalen stimmte mehr als die Hälfte der Abgeordneten gegen die Regierung.

Da der Ministerpräsident van Zeel and die un­verzügliche Verabschiedung dieser Gesetze gefordert hat, wird nunmehr der Senat noch heute dazu Stellung nehmen.