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Die Mitglieder des Provinzialrates
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— Hahn i. T., 20. März. Am Montagnachmittag fand in Hahn eine außerordentliche Versammlung der Bäcker- innunq des Untertaunuskreises unter Leitung von Obermeister Junior statt. Einleitend wurde der Film „Der Weg zum Brot" von den Pfälzischen Mühlenwerken . tn Mannheim gezeigt. Nach einer internen Sitzung der Mitglieder der Sterbekasse wurde zur Tagesordnung uber- gegangen. Kreishandwerksmeister Edel knüpfte an dre 3. Verordnung zum Aufbau des Handwerks über beh großen Befähigungsnachweis an, nach dem sich die Handwerkerschaft seit Jahrzehnten gesehnt habe. Der Regierung Adolf Hitlers sei es vorbehalten gewesen, der Handwerkerschaft dieses Geschenk zu machen. Der Redner wies auf dre Umlage für das „Haus des deutschen Handwerks" hin und erteilte dann dem Geschäftsführer Knies das Wort zur Ausgabe der Handwerkerabzeichen. Kreishandwerksmerster Edel sprach dann weiter über die Eignungsprüfung und berichtete über die Erfahrungen, die bei der ersten Eignungsprüfung im Rheingau gesammelt worden waren. Die neue Gesetzgebung gebe dem Handwerksmeister die Möglichkeit, in einer dreimonatigen Probezeit den Lehrling zu prüfen. Der Redner machte weiter auf den Reichshandwerkertag vom 15. bis 17. Juni in Frankfurt aufmerksam und berichtete über die Ehrengerichtsbarkeit im Handwerk. Der Geschäftsführer Knies sprach darauf über die Bedeutung des Handwerkerabzeichens und erläuterte den Begriff des „Großen Befähigungsnachweises" im Handwerk.
-St. Goar, 20. März. 3n der Nähe des Dorfes Hirzenach bei St. Goar verlor infolge der Straßenglätte der Führer eines aus Krefeld stammenden Personenwagens die Herrschaft übet das Fahrzeug und fuhr über dre Uferböschung hinaus in den Rhein. Der Wagen kam glücklicherweise aus die rechte Seite zu liegen, so daß es dem leicht verletzten Fahrer, der sich allein im Wagen befand, noch gelang, aus dem Wagen herauszukommen und das rettende Ufer zu erreichen.
= Wetzlar, 20. März. Auf der Landstraße Butzbach- Wetzlar, dicht bei dem Ort Klein-Rechtenbach, stieß Mittwochfrüh an einer Wegegabelung im dichten Nebel ein Motorradfahrer vom Hofgut Büblingshausen bet Wetzlar mit einem Mineralwasser-Lieferauto aus Vilbel zusammen. Der Zusammenstoß war so heftig, daß der Motorradfahrer schwer verletzt wurde und noch auf der Unglucksstelle verstarb. Seine auf dem f;!'*•“* *
schwer verletzt nach dem „ bracht werden. Das Lieferauto wurde leicht beschädigt.
Aus Provinz und Nachbarschaft.
Beim Kochen schwer verbrannt.
= Heidesheim (Rheinh.), 20. März. Als die 20jährige Tochter der Witwe Menges einen Kochtopf vom Herdfeuer wegnahm, fingen die Kleider des Mädchens Feuer und im Nu stand die Bedauernswerte in Hellen Flammen. Die auf die Hilferufe herbeigeeilten Nachbarn riffen dem Mädchen die brennenden Kleider vom Leibe und sorgten für sofortige ärztliche Behandlung. Das Mädchen hat schwere Brandwunden am Oberkörper erlitten. Es wurde nach Mainz ins Städtische Krankenhaus gebracht, wo es im bedenklichen Zustand daniederliegt.
Der Führer als Ehrenpate.
— Rennerod (Westerwald), 20. März. Der Führer und Reichskanzler hat die Ehrenpatenschaft bei dem 9. Kinde der Familie Vinzenz Rinker in Rennerod übernommen.
— Nordenstadt, 20. März. Die Generalversammlung der hiesigen Spar - und Darlehnskasse im „Löwen" wurde am Dienstag von dem Direktor der Kasse, Herrn Bürgermeister Kern, eröffnet und geleitet. In klaren Worten gab Herr Kern einen Rückblick über Aufbau und Entwicklung der Banken und des Eenosienschaftswesens. Die vorgelegte Jahresrechnung und Bilanz von 1934 ließ eine ordnungsmäßige Geschäftsführung sowie eine günstige Aufwärtsentwicklung der Kasse erkennen. Es erfolgte die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. Der verbleibende Reingewinn wurde den Reserven zugeschrieben. Die satzungsgemäß ausscheidenden Vorstands- und Auffichtsratsmitglieder PH. Lang, H. Metz und K. Pflug wurden einstimmig wiedergewahlt. Nach der Bekanntgabe des Revisionsberichtes bildeten Fragen der Zinspolitik, Entschuldung, Milchgeldverkehr usw.' den Schluß der anregend verlaufenen Versammlung. — Die hiesige Lehrerin Frl. Hofmann weilt zur Zeit in einem Schulungskursus in Mainz. — Pfarrer Rolf D r e tz zu Rod an der'Weil, ein Sohn unseres nassauischen Dichters Rudolf Dietz, ist mit dem 1. Mai zum Pfarrer von Nordenstadt ernannt worden. Es ist eine hübsche familiengeschicht- liche Fügung, daß Johann Conrad Dietz, der Urgroßvater unseres neuen Pfarrers, der auch in der in Nordenstadt spielenden „Nassauischen Spinnstube" verewigt ist, von 1809 bis 1818 Lehrer in Nordenstadt, und seine Ururgroßmutter etne Nachkommin des berühmten Hochaltar- und Kanzelschnitzers Johann Gottfried Mahr zu Nordenstadt gewesen ist.
— Wallau, 20. März. Dieser Tage wurden hier zirka 40 Ehrenkreuze durch Herrn Bürgermeister Fein verausgabt.
— Massenheim, 20. März. Durch eine hier durchgeführte Werbeaktion konnte die Zahl der Mitglieder derKrreger- kameradschaft auf 125 erhöht werden.
— Breckenheim, 20. März. Auf Grund des neuen Ge- meindeversassunasgesetzes sind nachstehende Bürger zu Ee- meindeältesten ernannt und vom Landrat des Mam- Taunus-Kreises bestätigt worden: H. Stemmler, Landwirt; A. Stamm, Maurer; K. Heuß, Gastwirt; H. Schwarz, Landwirt und LOF.; W. Völker, Milchverteiler, und K. Flick, Schreiner. — Aus der hiesigen Volksschule kommen zu Ostern 5 Mädchen und 10 Knaben zur Entlassung. Diese werden am kommenden Sonntag in der Kirche der Gemeinde vorgestellt und eine Woche später im Hauptgottesdienst konfirmiert.
— Medenbach, 20. März. Am kommenden Sonntag findet hier die Vorstellung und Konfirmation von vier Knaben und fünf Mädchen statt.
und bett größeren Teil des Lagerplatzes völlig unversehrt zu erhalten, sodaß keine Unterbrechung ,rn der Arbeit einzutreten braucht. Dagegen fielen die im südlichen Abschnitt des großen Lagerplatzes aufgestapelten Vorräte an fertigen Eisenbahnschwellen und Telegraphenmasten dem durch starken Südwind entfachten Flammenmeer zum Opfer. Tausende von Schwellen und Telegraphenmasten, die sämtlich mit Teer getränkt waren und dadurch den Flammen die beste Nahrung boten, wurden vernichtet und bildeten zuletzt nur noch eine gewaltige Glutmenge, aus der eine furchtbare Hitze entströmte. Die Schwellen und Telegraphen- masteii waren der Reichsbahn bezw. der Reichspost bereits übereignet. Natürlich waren noch stundenlange Lchch- arbeiten erforderlich, bis die letzten Flammen erstickt waren. Der leider tödlich verunglückte Arbsitsdienftmann heißt Brustus und stammt aus Gießen. Er war mit der Arbsrts- Äienstabteilung Nidda zur Hilfe herbeigesilt und bei, dem Beiseitetragen von Telegraphenmasten von einem Mast so schwer am Kopf getroffen worden, daß er auf dem Transport nach der Gießener Klinik verstarb. Der Brandschaden ist natürlich groß. Das Feuer ist dadurch entstanden, daß an einem Ehausseegraben, der an dem Lagerplatz entlang führt, das trockene Gras abgebrannt wurde und von dort aus die Flammen unter dem Maschengras hindurch auf das Holz Übergriffen.
Kassel, 20. März. Die Pressestelle des Oberpräsidiums gibt nachstehend die Namen der Mitglieder des Provinzial- rates für die Provinz Hessen-Nassau bekannt:
Oberpräsident Staatsrat Philipp Prinz von Hessen in Kassel, Präsident; Vizepräsident Dr. Jerschke in Kassel, Stellvertreter; Staatsrat Gauleiter Weinreich in Kassel; Staatsrat Oberbürgermeister Dr. Krebs in Frankfurt a. M.; Regierungspräsident von Monburt in Kassel; Regierwägspräsident Z sch in tzsch in Wiesbaden; Landeshauptmann Rabe von Pappenheim in Kassel; Landeshauptmann Traupel in Wiesbaden; Gauamtsleiter für Ksm- munalpolitik des Gaues Hessen-Nassau, Bürgermeister Linder in Frankfurt a. M.; SA.-Eruppenführer Polrzei- prästdent Beckerle in Frankfurt a. M.; SS.-Oberführer Unger in Kassel; Generaldirektor der Nassauischen Landesbank Avieny in Wiesbaden; Bezirksleiter der Arbeitsfront, Werkmeister Becker in Frankfurt a. M.; Präsident der Hand- werkskammer Bernhardt in Großalmerode; Präsident der Industrie- und Handelskammer Dr. Braun in Melsungen; Landrat Dr. BurkhaM in Fulda; Universitätskurator, Oberpräsident z. D. Dr. Dr. D. von Hülsen in Marburg-Lahn; Oberbürgermeister Lwhmeyer in Kassel; Komm.-Landrat Lange in Weilburg a. d. Lahn; Landesobmann der Landesbauernschaft Kurhessen, Dipl.-Landwirt Patty in Hatten- bach-Krsis, Kreis Hersfeld; Kreisleiter, Kreisdeputierter Recknagel in Steinbach-Hallenberg; Generaldirektor Rosterg in Kassel; Landrat Prof. Dr. Schultz in Kassel; Gemeinde- fchulze Seiler in Langenbach (Oberwesterwald); Vorstandsmitglied der 3. E. Farbenindustrie Prof. Dr. Selk in Oberursel; Adjutant des Gauleiters Stöhr in Frankfurt a. M.; Kreisbauernführer Werner in Rübesheim; Rechtsanwalt und Notar Wirch in Frankfurt a. M.
Wiesbadener Tagblatt______
Großes Sägewerk in Flammen.
Ein Arbeitsdienstmann bezahlt sein Rettungswerk mit dem Leben.
Nidda, 20. März. Am Mittwoch kurz nach 1 Uhr brach in dem Sägewerk der Firma H i m m e l s b a ch in Nidda ein G roß feuer aus, das an dem großen Lager von Telegraphenstangen und Eisenbahnschwellen reiche Nahrung fand. Insgesamt waren sieben Feuerwehren, ^darunter drei Kreismotorspritzen aus Gießen, Schotten und Büdingen an der Brandstelle, sodaß mit vielen Schlauchleitungen die Bekämpfung des Feuers vorgenommen werden konnte. Bei den Bemühungen, von dem Lager so viel wie möglich zu retten, ist leider ein junger Mann des Arbeitsdienstlagers Nidda tödlich verunglückt.
Nach mehrstündiger angestrengtester Löscharbeit hatten die Feuerwehren dank außerordentlich umfangreicher Wassergabe aus der dicht am Brandplatz vorbeiführenden Nidda, die Gewalt der Flammen in der Hauptsache gebrochen. Den ■ Feuerwehren gelang es, die Betriebsanlagen des Werkes
Donnerstag, 21. Marz 1935.
Die Gruppe Nährstand im Reichs- berufswettkampf.
Aus tret Bezirksbauernschaft Wiesbaden hatten sich am k Mittwoch 70 Jungbauern und Jungbäuerinnen im East- D Haus „Zum Engel" in Erbenheim versammelt, wo der I Wettkampfleiter der Gruppe Nährstand, Pg. Bücher, den M Wettkampftag eröffnete. Pg. Bücher unterstrich dis Bedeu- | tuttg des Tages, an dem die Landjugend den Beweis ihres I beruflichen Könnens ablegen wolle. Um Deutschlands I Nahrungsfreiheit zu garantieren, sei vor allen Dingen ein t fachlich tüchtiger und weltanschaulich zuverlässiger Bauer | notwendig. Bezirksbauernführer, Pg. Schäfer, richtete eben= I falls herzliche Worte an die Landjugend. Daun verteilte - sich die männliche Jugend in Gruppen getrennt auf I die Bauernwerke von Karl Wmtermeyer, H. R. Merten und I Adolf Born, wo es mit warmem Feuereifer an die Dr- f ledigung der praktischen Aufgaben ging. Die gestellten Ar- ff beiten, die aus allen Gebieten landwittschaftlicher Praxis I entnommen waren, wie Biehpflegearbeiteu, Pferbeanschirren, | Arbeiten mit Säge und Beil, Düngerstreuen, u. a. gaben | den Teilnehmern Gelegenheit, ihre vielseitige fachliche Aus- ff biidung zu beweisen. Der aus Bauern und Fachlehrer,n_ zu- | fammengesetzte Prüfungsausschuß konnte verhältnismäßig i gute Leistungen werten. 2m Bauernhof von H. Stemmler [ bewiesen die Mädels durch die verschiedensten Haus- und I Stallarbeiten, Beschäftigung im Garten, sowie Handarbeiten s ihre Eignung als zukünftige Bäuerinnen. In den Lehrsälen der Erbenheimer Volksschule wurden nachmittags die | theoretischen Prüfungsarbeiten erfüllt. Die fachlichen und [ weltanschaulichen Fragen und Aufgaben wurden bei den f Mädels und Buben zufriedenstellend gelöst. Insgesamt | können die guten Leistungen und auch die gegen das Vor- i. fahr stark vergrößerte TeilnehmeMhl als Beweis gelten, - daß die Landjugend Können und Willen besitzt, ihr Können f am Aufbau des neuen Deutschland einzuschalten. Zum Ab- F schlag tz.es Tages dankte Kreisbauernführer Werner den f Teilnehmern und wies darauf hin, daß der Berufswett- ; kämpf den Willen zur Leistung wecken, und dem jungen =; Bauer Selbstbewußtsein und Standesstolz — nicht Etandes- 6 dünke l — wiedergeben solle. Ausschlaggebend sei jedoch nicht | die im Wettkampf gezeigte Leistungsfähigkeit für die Be- ‘ wertung der Tüchtigkeit, sondern wie man seine Kraft zum i Nutzen des Volksganzen einzusetzen bestrebt sei. Im Ge- k denken des Führers wurde der bedeutungsvolle Tag beendet.
Soziussitz mitfahrende Fran mußte dem Wetzlarer Krankenhaus ge- Lieferauto wurde leicht beschädigt.
Nr. 79. Seite 7.
Wetterbericht des Reichswetterdienstes.
Ausgabeort: Frankfurt a. M.
Die Störungstätigkeit über Skandinavien hat sich kräftig entwickelt und macht sich bis zum deutschen Küstengebiet hin bemerkbar. Wenn auch bei uns das Wetter noch vorwiegend unter dem Einfluß hohen Druckes steht, so werden doch vor- übergehend die äußersten Ausläufer des Tiefs zum Auszug hoher Bewölkung führen, ohne aber ben freundlichen Witterungscharakter zu beseitigen.
Witterungsaussichten bis Freitagabend: Vorwiegend heiter und trocken, weiterhin recht mild, schwache bis mäßige Winde ans westlichen Richtungen.
Die heutige Ausgabe umfaßt 14 Seite«
und das „Unterhaltuugsblatt".______________
Hauptschriftleiter: Fritz Günther.
Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Karl Heinz Aunz.
Verantwortlich für Politik, Kulturpolitik und Kunst: Fritz Günther; für den politischen Nachrichtendienst: Karl 6einz Kunz; für unpolitische Beiträge und vermischtes: Dr. keinrich Reichert; für Stadtnachrichten, wirtschaft, Sandel und Gewerbe: Willi Pempel; für Umgebung, Provinznachrichten und dW Sportteil: Heinz Lehnhaidt; die Anzeigen und Reklamen: Dtto Kaiser sämtlich in Wiesbaden.
Durchschnitts-Auflage Februar 1935: 19455, Sonntags allein: 21 523
Druck und Verlag des Wiesbadener Tagblatts: e
(.Schellenberg'sche tzofbuchdruckerei, Wiesbaden, Langgasse 21,^Tagblatt»Hall5 •
Gesamtleitung:
Dr. pliiL Gustav Schellcnberg und Verlagsdirektor Heinrich Pabst.
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