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Gauleiter Staatsminister Hans Schemm t
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Der auf fo tragische Weise ums Leben gekommene Gauleiter und Staatsminister Hans Schemm war gleichzeitig Führer des Nationalsozialistischen Deutschen Lehrerbundes, Leiter des Hauptamtes für Erziehung bei der Rcichsleitung der NSDAP, und bayerischer Minister für Unterricht und Kultus. Er wurde am 6. Okt. 1891 in Bayreuth geboren, besuchte das Lehrerseminar und
Macdonald erkrankt.
London, 5. März. Der englische Ministerpräsident Macdonald hat sich eine Erkältung zugezogen. Auf ärztliches Anraten blieb er am Dienstag in seiner Wohgung.
Bei einem Flugzeugunfall tödlich verunglückt.
Bayreuth, 5. März. Wie die Reichspressestelle der NSDAP, meldet, verunglückte das Sportflugzeug des Gauleiters der bayerischen O st mark, Hans Schemm, am Dienstag 17 Uhr auf dem Bayreuther Flugplatz. Während der Pilot mit leichteren Verletzungen davonkam, sind die Verletzungen des Gauleiters ernster Natur. Er wurde sofort in das Städtische Krankenhaus Bayreuth gebracht, und die dort vorgenommene Operation nahm einen günstigen Verlauf. Trotzdem ist Hans Schemm gegen 23.15 Uhr den schweren Verletzungen erlegen.
Vor einer Rede Edens.
London, 6. März. (Eig. Drahtmeldung.) Angesichts des Aufschubs der Berliner Besprechungen wird der 'Lordsiegelbewahrer Eden eine früher gegebene und dann zurückgezogene Zusage erfüllen und am Donnerstag auf einer Massenversammlung in Swindon eine Rede halten.
Die verschobenen Berliner Besprechungen.
ES- as- Berlin« 6. März. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Die englische und die französische Presse beschäftigen sich heute sehr eingehend mit der internationalen Lage, die entstanden ist durch die Ver- ölfentlichung des gestern von uns gekennzeichneten englischen Rüstungsweihbuches und durch das Ersuchen der Reichsregierung, die Besprechungen Simons und Edens wegen einer leichten Erkältung des Führers zu verschieben. Sollte man M in England bei der Abfassung der Rüstungsdenkschrift über die Wirkung Lieser Veröffentlichung nicht i ganz wn klaren gewesen fein, so belehrt ein Blick in die i französische Presse, für wen London mit diesem Weissbuch gearbeitet hat. Die französische Presse ist voller Begeisterung. Die Pariser Zeitungen blasen Sieges- sanfaren und fordern erneut die zweijährige Dienstzeit, nachdem von England das Signal für ^die Politik des Misstrauens gegenüber Deutschland gegeben worden ist. Macdonald, der pch bisher in den französischen Zeitungen keiner grossen Beliebtheit erfreute, ist nunmehr der Mann des Tages vnd wird wegen seines radikalen Kurswechsels als couragierter Staatsmann gefeiert, der feine Irrtümer hinsichtlich des Deutschland entgegengebrachten Ver- rrauens eingesehen habe.
die Gefühle ites deutschen Volkes richtig versteht und nur alles tut, um die Berechtigung dieser Gefühle anzuerkennen, und jene Wege einzuschlagen, die auf Grund einer unbestrittenen deutschen Gleichberechtigung notwendig sind, um wirklich in freundschaftlicher Form die schweren Probleme Europas zu besprechen und sie einer von allen Freunden des Friedens ersehnten Lösung entgegenzuführen."
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Großer Jubel in Paris. — Eine falsche Rechnung der englischen Regierung. „Das tragischste Dokument seit dem Kriege."
war zunächst Lehrer in Neufang bei Wirsberg. Während des Krieges übernahm Hans Schemm als nicht voll verwendungsfähig eine besonders wichtige und nicht ungefährliche Aufgabe. Er wurde in bakteriologischen Laboratorien und Seuchenlazaretten eingesetzt. Hier holte er sich eine Tuberkulose-Infektion. Nach dem Kriege trat er wieder in den Schuldienst. Er nahm an der Eroberung Münchens durch das Freikorps Epp teil. 1921 wurde er Leiter eines bakteriologisch-chemischen Instituts in Thale am Harz, ein Jahr später wiederum Lehrer in Bayreuth. Hier wurde er Mitglied der NSDAP, und gründete 1925 den Gau Oberfranken der Partei. 1932 wurde der Gau Oberfranken mit dem Gau Oberpfalz-Niederbayern zum Gau bayerische Ostmark verschmolzen, an dessen Spitze Hans Schemm bis zuletzt stand. 1928 zog er als Abgeordneter in den Bayerischen Landtag ein, 1930 in den Reichstag. Hans Schemm hat auch den Nationalsozialistischen Deutschen Lehrerbund geschaffen, den er aus kleinen Anfängen zu seiner heutigen Bedeutung emporführte. Er schuf ferner die umfangreiche Gaupresse seines Gaues und die Presse des Rationalsozialiftischen Deutschen Lehrer-Bundes. Am 13. April 1933 wurde er bayerischer Minister für Unterricht und Kultus.
Mit Hans Schemm ist einer der ältesten Nationalsozialisten und eine der markantesten Gestalten im politische»
Ob man in London über solche französische Äusserungen sehr glücklich ist, ist nicht ohne weiteres zu sagen. Wenn aber die englische Regierung sich von ihrer Denkschrift günstige innenpolitische Wirkungen erwartet haben sollte, so geht diese Rechnung nicht auf. Alan kann nämlich hören, -dass die scharfe Stellungnahme gegen Deutschland in der englischen Denkschrift darauf zurückzuführen sei, dass man gehofft habe, auf diese Weise die englische Arbeiterpartei, die ja dem Dritten Reich alles andere als freundlich gegen« iwersteht, für die Rüstungsvorlage gewinnen zu können. Das mar eine falsche Rechnung. Die Arbeiterpartei ster,t jetzt eine nie wiederkehrende Gelegenheit zu einem s konzentrierten Angriff gegen die Regierung und vor allem gegen ihr ehemaliges Parteimitglied, den ; Ministerpräsidenten Macdonald, gekommen. Auch sonst fehlt es in England nicht an Kritik. So schreibt bei- : Mlsweise der frühere Schatzkanzler und frühere breund Macdonalds, Viscount-S n o w d e n, über die englische Denkschrift: „Das ist das tragischste lDokument seit dem Kriege. Also wir rüsten gegen Deutschland als einen möglichen Feind. Das ist ; «le <zolge der Erklärung Baldwins, dass der Rhein eine Märsche Grenze sei. Das ganze Dokument sieht aus, sei es vom französischen Aussenminister aufgesetzt." «s ist sicher anzunehmen, dass unter solchen Umständen «fe am Montag beginnende Wehrdebatte im Unterhaus Wr die englische Regierung nicht allzu angenehm Derden wird.
L 3n einigen ausländischen Meldungen wird nun die . Aermutung geäußert, dass ein Zusammenhang zwischen i Aufschub der Berliner Reise und der Verösfent- «chung des englischen Weißbuches bestehe. Wir wollen ausländischen Blättern nicht auf das Gebiet der ° Kombination folgen. Immerhin wird ja die Lektüre «er deutschen Blätter die Engländer belehrt haben, dass Rüstungsdenkschrift in Deutschland IT1" m ü t ig abgelehnt wird, da sie an die Mische Adresse gerichtet ist. Im „Völkischen t T°v>a.chter" veröffentlicht heute Alfred Rosenberg z,L^esem Thema einen längeren Artikel. Er weist Man u. a. darauf hin, dass England wenige Tage vor Fanten Abreise des engliichen Außenministers laB Gründung der englischen Aufrüstung erscheinen .Nie, die einen unmittelbaren Angriff auf Deutschland NEen. „Wir", so sagt Rosenberg dann weiter, i r . Überzeugung, dass dieser Schritt ein Riick- gr** in die Versailler Methoden bedeutet, nach britischen Erklärungen längst überwunden :*n aussen. Er bedeutet vielleicht auch eine llnacht - | k e i t, aber wenn dies der Fall sein sollte, so UM das noch weniger verständlich als die Bewusstheit Kg* Isen Zeitpunkt einer solchen Veröffentlichung." U Lrl€,noeiS kommt dann weiter zu dem Ergebnis, dass k sir^ Veröffentlichungen die mühsamen Friedensbe- i Ser>>Un$€n' DOm Führer mit aller Energie gefördert zu gefährden drohen. „Wir können nur die aussprechen", so schliesst der Artikel Rosen-
3s. im „Völkischen Beboachter", „daß man in London
Appell an Leistung und Vernunft.
„Der Wirtschaftspolitiker muss auch scheinbar Unmögliches möglich machen können", so formulierte Dr, schacht in seiner programmatischen Rede auf der Leipziger Messe die gewaltige Aufgabe, die den -^eitern der deutschen Wirtschaftspolitik heute gestellt ist. Gerade aber die Persönlichkeit Dr. Schachts bietet die Gewähr dafür, _ dass die Aufgabe trotz aller schier unüberwindlich erscheinenden Schwierigkeiten ihre Lösung finden wird. Der Reichsbankpräsident und Reichswirtschaftsminister stellt an sich selbst höchste Anforderungen. Niemand wird ihm daher die Berechtigung absprechen, seinerseits Ansprüche an die deutschen Wirtschaftler zu stellen, vor allem, wenn diese Anforderungen sich im Rahmen dessen halten, was ein rühriger Unternehmer mit volkswirtschaftlichem Verantwortungsgefühl sich als selbstverständliche Aufgabe zu wählen Pflegt. Schöpferische Leistung und persönliches Verantwortungsbewusstsein haben von jeher den deutschen Unternehmer und Kaufmann ausgezeichnet. Wenn Dr. Schacht nun warnend auf die Gefahr Hinweisen muss, daß in manchen Unternehmerkreisen di« bequeme Jnlandskonjunktur einseitig zugunsten einer heute anerkannt schwierigen Exportförderung bevorzugt wird, so dürfte die deutsche Wirtschaft bereits in eine gewisse Gefahrenzone geraten sein, aus der sie schleunigst wieder herausmanövriert werden muß, wenn das volkswirtschaftliche Gesamtwohl nicht größeren Schaden erleiden soll. Sprach man in früheren Jahren schon von einer Unternehmermüdigkeit, so ist heute eine Exportmüdigkeit festzustellen, die gerade zu einer Zeit in Erscheinung tritt, da eine Exportförderung die Schlüsselstellung für das Außenhandelsgleichgewicht einnimmt. Wenn von deutscher Seite immer wieder und zu Recht gefordert wird, daß das Ausland deutsche Waren aufnehmen muss, wenn es seine Rohstoffe bezahlt und ab- gejetzt und seine Zinsen und Amortisationen bezahlt sehen will, so müssen die deutschen Unternehmer auch ihrerseits die äussersten Anstrengungen machen und öen Bequemlichkeits- und Sicherheitsstandpunkt zurückstellen zugunsten einer aufs äußerste angespannten Export- initiative. Man darf hoffen, daß der Appell Dr. Schachts an den Leistungswillen «des deutschen Unternehmers nicht ungehört verhallen wird.
Gleiche Beachtung möchte man vom Auslande auch dem,Appell Dr. Schachts an die wirtschaftliche Vernunft wünschen. Es braucht nur den sachlichen Darlegungen der Leipziger Rede folgen. Vor dem Kriege war Deutschland mit 25 Milliarden Mark Forderungen ein Erosskäufer auf dem Weltmarkt, heute ist es mit 25 Milliarden Mark Schulden zwangsläufig in eine Mußverkäufer-Stellung gedrängt worden, und zwar ohne feine Schuld durch den Wahnsinn von Versailles. Aus dieser Werteverschiebung von 50 Milliarden Mark und ans deren Folgeerscheinungen muß das Ausland die logischen Schlußfolgerungen ziehen, in der Praxis, nicht nur in der Theorie. Denn die Clearingverträge, die theoretisch eine wirtschaftliche Erleichterungsmaßnahme bilden sollten, sind ins Gegenteil verkehrt worden. Wenn für die Lösung des deutschen Schuldentransferproblems entweder Zinssenkung und Stundung oder Erhöhung des Ausfuhrüberschusses als einzig mögliche Lösung hingestellt werden, so liegt darin auch nicht ein Schatten einer Drohung, sondern eine schlichte wirtschaftliche Erkenntis, die zu übernehmen «dem Auslände zu Ehren und Gewinn dienen würde.
Die englische Öffentlichkeit zur Verschiebung der Ministerreise.
London, 5. März. Die Mitteilung, daß die deutsche Re- gierung um einen Aufschub des lenglischen Besuches * Berlin nachgesucht hat, ist den englischen Regierungsstellen am frühen Nachmittag durch den britischen Botschafter in Berlin, Sir Erik P h i p s , amtlich übermittelt worden. Die englischen 3k ach mittagsblätter veröffentlichen die Nachricht von dem Aufschub des Besuches in großer Aufmachung und unter fettgedruckten Schlagzeilen. Der liberale „Star" meldet, daß die Berliner Mitteilung eine große Überraschung in London hervorgerufen habe.
Der politische Mitarbeiter der Evening News" meint, daß die englische Regierung eine „sympathische Antwort" auf die deutsche Mitteilung absenden werde. — „Preß Association" meldet: Anscheinend habe die deutsche Regierung noch keine Andeutung Darüber gegeben, auf wie lange Zeit die deutsch-englischen Besprechungen aufgeschoben werden sollen. Etwaige Vermutungen, daß die Erkrankung Hitlers nicht der einzige Grund für die Aufschiebung der Be- fprechungen sei, würden in diplomatischen englischen Kreisen nicht geteilt. Einige nichtamtliche Beobachter neigten jedoch der Annahme zu. daß der Aufschub der Verhandlungen mit der gestrigen Veröffentlichung des britischen Weißbuches über die englische Rüstungspolitik zu verbinden sei. 3m Regierungsviertel sei man jedoch der Ansicht, daß der Hinweis in dem Weißbuch auf das „Deutsche Wiederaufrüsien" keine Neuigkeit für die deutsche Regierung bedeute, da ber Präsident des englischen Staatsrates, Baldwin, schon vor einiger Zeit im Unterlaufe in ähnlicher Weise über das gleiche Thema gesprochen habe. Es sei noch nicht bekannt, so fährt „Preß Association" fort, welche Wirkung der Aufschub des Besuches von Sir John Simon auf die beabsichtigte Reise nach Moskau und Warschau haben werde. Die Lage werde am Mittwoch auf der Kabinettssitzung zur Erörterung kommen.
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