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, Schellenberg'sche Sofbuchdrnckerei, »Togblott-Sou,". Wochentirch 7 Ausaaven nackmittaas. Samstaas vor« u. na

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L. Schellenberg'sche Sofbuchdrnckerei, »Togblott-Hou»».

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Nr. 63

Dienstag, 5. März 1935

83. Jahrgang

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KersWmg des Strliner BesMes Simons

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Neutrale Zone bei Ual-llal

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London, 4. März. Wie Reuter meldet, hat die italie-

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= S" Nische Regierung der britischen Regierung mitgeteilt, datz * p-n ')T h f n tu ui' ,1 f ii 1 t i Ti äs fxiii i ir inn n Sn 1>: rh T nTi r n

ein Abkommen zwischen Italien und Abessinien abgeschlossen

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Das neue ungarische Kabinett.

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Fernsprecher-Cammel-Nr. 59631. Berliner Büro: Berlin-WUmersdorf.

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worden sei zur Errichtung einer neutralen Zone in der Gegend von Ual-Ua-l, um neue Scharmützel an der Grenze zu verhindern.

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Anzeigenpreise: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil, Grund­preis 6 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 45 Rps., sonst laut Tarif Nr. 3, Nachlatzstaffel C. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird leine Gewähr Übernommen. — Schluß der Anzeigen-Annahme 10 Uhr vormtttags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage ausgegeben werden.

Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn- und Feiertags.

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Budapest. 5. März. Die neue Eömbös-Regie- rung wird rote folgt zusammengesetzt sein:

Minister-Präsident und Kriegsminister: E ö m b ö s.

Minister des Äußeren: von Kanya.

Finanzminister: Fabinyi.

Ackerbauminister: Daranni.

Justizminister: Lazar. _

Inneres: Nikolaus vom Kozma (neu), (an Stelle von

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wie britische Regierungskreise selbst zugeben, nicht üb­lich ist, und was -man in früheren Jahren nicht getan hat. Nicht minder bemerkenswert) st, daß man mit dieser De n k s ch r i f t schon heute vor der B e r l i n e r R e i s e des englischen Außen- Ministers herauskomm t. Bor allem aber mutz die Bgründung Verwunderung erregen, die die englische Denkschrift für die Aufrüstung gibt. Diese Begründung lätzt sich nämlich ganz kurz in dem einen Satz zu-sammenfassen: Deutschlands militärische Umge­staltung und der in Deutschland gepflegte „kriegerische Geist" fei schuld an den neuen englischen Rüstungs- matznahmen. Zwar kann auch London nicht ganz an den immer wieder ausgesprochenen Friedensbeteuerun­gen des Führers vorübergehen, aber mit einem — man möchte sagen — Pariser Dreh erklärt man hierzu, Eng­land begrüße solche Friedenswünsche, aber es -könne nicht verkennen, daß nicht nur die Streitkräfte, sondern auch „ber Geist", in dem das deutsche Volk organisiert werde, zu dem allgemeinen Gefühl der Unsicherheit bei­trage. So gut wie nichts weitz die englische Denkschrift von den sowjetrussischen Rüstungen, obwohl erst dieser Tage der stellvertretende Oberkommandeur der Roten Armee in der Ukraine voller Stolz erklärte, datz Moskau in der M o t o r i s i tun g und Mechani­sierung die französische und englische Armee schon läng ft überholt habe. Wird aber wenigstens noch Sowjetrutzland im Weißbuche er­wähnt und wird auch von den japanischen Rüstungen gesprochen, so weitz die englische Denkschrift offenbar nichts von den französischen R ü st u n g e n, sondern tut sie mit der Bemerkung von den Rüstungen „anderswo" ab. Dabei dürfte es ja auch in England nicht unbekannt fein, datz Frankreich sich gerade jetzt auf die zweijährige Dienstzeit vorbe­reitet-und daß es ein umfangreiches Programm für die Erneuerung seiner Luftflotte durchführt, datz es große Manöver für dieses Jahr angekündigt -hat und ein 35 000-Tonnen-S.chiff auf Stapel legt usw.

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Der Kaiser von Abessinien: „Wir wünschen unser Gebiet zu behalten".

London, 4. März. Der Sonderkorrespondent des „Daily Expreß" meldet aus Addis Abeba, daß er vom Kaiser von Abessinien -empfangen wurde, der ihm u. a. erklärte, die Verhandlungen in Addis Abeba hätten wenig zustande ge­bracht, da der italienische Gesandte keine Weisungen von seiner Regierung in -der Frage der Bildung eines Versöh-

Ein englisches Weißbuch

über die Rüstungsfrage.

solle. Das Reformprogramm der neuen Regieruiw besteht einmal aus den sogenannten konstitu-tionellen Reformen. (Ausdehnung der Machtbefugnisse des Reichsverwesers, Wahlrechtsreformvorlage, Reform des Oberhauses und -des Presserechts), ferner in der Durchführung von siedelungspoli- tischen und von Fi-deikommiß-Reformplänen sowie des Intsr- essenvertretungsgesetzes und der Volkserziehungsreform. Diese Pläne bilden, wie Gömbös betonte, ein organisches Ganzes und sind untrennbar miteinander verbunden. Ihre Verwirklichung würde nicht dadurch behindert -werden, datz zum Gegenstand politischer Aktionen gemacht würden.

Keresztes-Fischer), Kultus- und Ünterrichtsminrster: Ho man. Handelsminister: Geza Bornemitzza (neu).

__3ur Bildung der neuen Regierung erklärte Minister­präsident Gömbös, auch das neue Kabinett betracht« den nationalen Arbeitsplan als Grundlage seiner Re­gierungszielsetzungen. Die allgemeine Richtung der innen- poli-tischen Zielsetzung und der finanziellen und Wirtschafts­tätigkeit der Regierung werde beibehalten. Bei den kom­menden Verhandlungen mit dem Ausland werde Ungarn im Verein mit den anderen Staaten der Sache des Frie­dens zu dienen bestrebt fein, wobei selbstverständlich die Interessen Ungarns mit Selbstbewutztsein vertreten werden sollen. In innenpolitischer Be­ziehung stehe an erster Stelle die Verwirklichung der auch b-sher vertretenen Resormpläne, die in strenger Einfügung ’n den Jdeenkreis der fortschrittlich-konservativen und konsti­tutionellen Auffassung entiprechen. dem politischen Glau- »ensbekenn-tnis des 'Ministerpräsidenten verfolgt werden

as. Berlin, 5. März. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Die englische Rüstungsaus- Ä,._ spräche -ist von der englischen Regierung -durch d-ie f Veröffentlichung eines sogen. Weißbuches vorbe- reitet worden. Nach den mannigfachen Ankündigungen amtlicher englischer Kreise überrascht -dieses Weißbuch int allgemeinen kaum, denn man wußte ohnehin, -daß London zu einer umfangreichen Aufrüstung entschlossen war. So ist trenn auch tatsächlich . ein Rüstungs- progra mm z u-st a ndegeko mme n, das sich sehen lassen kann. Es ist kein Gebiet vergessen.. Die Infanterie erhält neue Begleitgeschütze -und auch neue Maschinengewehre. Die Luftverteidigung wird ausgebaut. Das Nachrichtenwesen wird modernisiert, und nur in einem einzigen Fall vernimmt man einmal etwas von einem Abbau: Die Zahl der Pferde wird nämlich um 1820 verringert, die -der fortschreitenden Motorisierung und Mechanisierung zum Opfer fallen.

Bemerkenswerter freilich als -diese RLstungsmatz- nahmen selbst ist einmal die Tatsache, daß man zu ihrer Begründung ein Weißbuch veröffentlicht, was,

Paraphierung des Ostbahnverkaufs.

Moskau, 4. März. Der Vertrag zwischen der Sowjet­union und Japan über den Verkauf der Chinesischen O st b a h n wird, wie die Telegrapbenagenwr der Sowjet­union meldet, voraussichtlich am 10. März in Tokio durch den Außenminister Hirota und den Sowjetbotschafter Jure­new paraphiert werden. Der Vertrag wird dem japanischen Geheimen Rat sowie dem Kaiser zur Bestätigung vorgelegt werden. Für die Finanzierung des Kaufes der Chinesischen Ostbahn wurde ein japanisches Konsor­tium gebildet,' das 170 Millionen Pen aufbringen will. In ihm'ist die Verwaltung der Südmandschurischen Bahn mit 40 Millionen Pen vertreten. Es werden vierprozentige, durch die japanische Regierung garantierte Obligationen mit einer Laufzeit von 13 bis 14 Jahren zu einem Nominalkurs von 96 oder 98 Yen ausgegeben.

Der Führer leicht erkrankt. '

Berlin, 5. März. (Eig. Drahtmeldung.) Anlätzlich feines Besuches in Saarbrücken hat sich der Führer eine leichte Erkältung, verbunden mit einer starken Heiserkeit, zugezogen. Auf ärztliche Anordnung sind daher zur Schonung der Stimme die für die nächste Zeit aubcraumten Besprechungen abgesagt worden.

Unter diesen Umständen hat die Reichsregierung durch den Reichsaußenminister dem englische« Botschafter die Bitte übermittelt, daß der fest gelegte Besuch der eng­lischen Mini st er verschoben werden möge.

«q»-»pni,-: Für eine Bezugszeit non 2 Wochen 94 Rpf., für einen Monat RM. 2.—. ein. schließlich Traglohn. Durch die Poft bezogen RM. 2.35, zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld, Einzel, nummern 10 Rpf. — Bezugsbestellungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die präget und alle Postanstalren. — In Fällen höherer Gewalt oder Betriebsstörungen haben die Bezieher fernen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder auf Rückzahlung des Bezugspreises.

Sorgen um Algier.

.. Wenn von französischen Kolonien die Rede ist, so denkt man zuerst an Nordafrika. Gewiß — das französische Kolonialreich ist groß, sehr groß. Die end­los weiten Räume in Westafrika, das entlegene Mada­gaskar, das klimatisch so unerträgliche Jndochina, -die über den -ganzen Pazifik zerstreuten kleinen Inselchen ;— alles trägt auf dem Globus -die gleiche Farbe wie das Mutterland Frankreich. Und doch ist es d.er nord- afrikanische Dreiklang M a r o i o — Algier — Junis, der Frankreich seine Bedeutung -als koloniale Großmacht gibt. Nicht nur geographisch, auch politisch und wirtschaftlich ist von -diesen drei wiederum Algier der Mittelpunkt, der das Schwergewicht dieses französischen Besitzes ausmacht. Um dieses Algier herrscht heute in Frankreich größte Sorge.

In mehreren Orten, so vor allem in -dem südlich von • Dran gelegenen Siddi Bel Abbes und in Wed Zensti östlich von Eonstantine, aber auch in der Stadt Algier, ist es zu schweren Ausschreitungen Einge­borener gekommen, die Polizei reichte nicht aus, Truppen der Fremdenlegion mußten mit herangezogea werden. Die Polizei erlitt Verluste, eine Reihe der Aufrührer wurde fest-geno-mmen und sieht ihrer Ver­urteilung entgegen. Die Frage nach den Ursachen dieser Unruhen erklärt sich einmal aus den Verhältnissen, wie sie allmählich entstanden sind, dann auch aus einer Reihe von akuten Schwier-igkeitenn. In Algier stehen weit über 6 Mill. Eingeborenen nur ewta 800 000 Europäern gegenüber. Das ist ein für koloniale Verhältnisse im allgemeinen nicht so besonders ungünstiges Verhältnis. Aber man darf nicht vergessen: Algier — -und in wei­terem Sinne das ganze französische Nordafrika — -ist durch seine Nähe zu Frankreich, seine erstklassigen Schiffsverbindungen, die tausendfachen Fäden, die sich zum Festland spinnen, weit enger mit -dem Mutterland verbunden, als es für gewöhnlich bei Kolonien der Fall zu fein pflegt. Das gilt insbesondere in verwaltungs­mäßiger und militärischer, aber auch in wirtschaftlicher Hinsicht, -denn Algier bildet durch die Zollunion mit dem Mutterland wirtschaftlich gewissermaßen eine Pro­vinz Frankreich. Diese Entwicklung hat zur Folge gehabt, datz die sozialen Unterschiede zwischen Weißen und Farbigen, die in aller Schärfe weiter be­stehen, von den Eingeborenen besonders schwer empfun­den werden.

Deutlich ist dabei in der Zusammensetzung der un­zufriedenen Elemente eine Dreiteilung festzüstellen. Religiöse, politische und wirtschaftliche Faktoren er­gänzen sich, überschneiden. einander auch vielfach und bilden zusammen den massiven Block einer Gegnerschaft oder doch Unzufriedenheit, die aus den verschiedensten Quellen kommt, -aber dem gleichen Ziele zufließt: Der Besserung der eigenen Situation gegenüber der kleinen herrschenden Schicht der einflußreichen Europäer. Der mohammedanische Nationalismus hat einen stärken Auftrieb zu verzeichnen. Es ist bezeichnend für dis Stimmung der Eingeborenen in Nordafrika, daß in diesem Jahr besonders viele Gläubige -die Fahrt nach Mekka -angetreten haben — allein auf einem einzigen Schiff verließen kürzlich 5000 Anhänger des Islams die Heimat zur Pilgerfahrt. Vielleicht hat Frankreich selbst die Grundlagen zu dieser Art von mohammedanischem Nationalismus gelegt, oder doch gefestigt, als es die Autorität des Sultans in Marokko und des Beis in Tunis fortbestehen ließ — wie der frühere Minister­präsident Daladier kürzlich feststellte. Hinzu kommt, daß seit etwa zwei Jahren in den mohammedanischen Teilen Asiens und Afrikas eine beträchtliche Steigerung der panislamitischen Agitation deutlich bemerkbar ge­worden ist.

Diesen religiösen Spannungen in Nord- afrika hat sich auch der Kommunismus zunutze zu machen versucht, obwohl festzustellen bleibt, datz sein aktiver Anteil an den dortigen Geschehnissen autzer- ordentlich gering ist. Und das Schwergewicht des jetzt immer spürbarer werdenden Widerstandes liegt auch in der Hauptsache, -mehr -als im weltanschaulich-religiösen Gegensatz, in der wirtschaftlichen Notlage Les größten Teiles der Eingeborenen. Sie hat eine ganze Reihe von Ursachen. Algiers Ausfuhr nach Frankreich be­steht vor -allem in Wein- und Frühgemüsetransporten. Die Franzosen haben hier mit großen Opfern ein erst­klassiges Weinland, sie haben in weitem Umfang durch zweckmäßige Bewässerung fruchtbarsten Boden für Ge­müseanbau geschaffen — das Land int Umkreis von der Stadt Algier z. B. ist in einer Tiefe von vielleicht 30 bis 40 Kilometer ein einziger, herrlicher Gemüse­garten — Und nun droht die große Gefahr, die auch in vielen anderen Ländern so -dringend geworden ist und die so treffend -mit dem Wort vom „Untergang a m Überfluß" gekennzeichnet -ist. Die Wirtschaftskrise ist eine Absatz!ri'se. Beim Wein ist in erster Linie Südfrankreich selbst der grotze Konkurrent, beim

nungs- -und Schiedsgertchtsausschuffes habe, den offenbar der Völker'bundsrat rm Auge gehabt hätte. Inzwischen dauerten die italienischen militärischen Vorbereitungen an. Wenn diese Haltung fortdauere, werde Abessinien sich wieder nach Genf wenden und einer neuen Vertagung nicht mehr zustimmen. Abessinien habe nicht einen einzigen Soldaten mobil, ge­rn a ch t. Nachrichten über eine Konzentration abessinischer Truppen entbehrten der Grundlage. Abessinien wünsche nur, das Gebiet, -das ihm gehöre, zu behalten und das Gebiet, auf -das es vertragsmäßig und-auf Grund früherer Verein­barungen mit Italien Anspruch habe und dessen es durch allmähliches Vordringen seines Nachbarn beraubt worden fei, zurückzu-gewinnen. Nichts werde unterlassen werden, was dieses Ziel auf friedlichem Wege zustande bringen könnte. Die Forderungen Abessiniens seien einfach: Untersuchung der Tatsachen und Festsetzung der Schuld durch eine unvoreingenommene Partei. Die Entscheidung werde loyal und rückhaltlos durchgeführt wer­den, jelbst wenn sie wider Erwarten zu Gunsten der italie­nischen Forderungen ausfiele.

Abkommen zwischen Italien und Abessinien