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83. Jahrgang

Montag, 25. Februar 1935

Nr. 55.

Der österreichische Besuch in Paris und London.

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Walter und Amtswarle der Partei, Führer der HI., des de-: i Jungvolks, des BdM., des Arbeitsdienstes und der NS.- lerft i I. Frauenschaft aufmarschiert. Gegen 7 Uhr abends erschien kLN«: Aeichsminister Gauleiter Dr. Goebbels. Er führte u. a.

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Marxistische Niederlage in der Schweiz.

Die Wehrvorlage durch Volksabstimmung angenommen.

Bern, 24. Febr. Das Gesamtergebnis der schweizerischen Volksabstimmung zur Wehrvorlage beträgt 506 509 Jo - Stimmen gegen 431181 Nein-Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug durchschnittlich 80 v. H. Wider Er­warten hat der sozialistische Kanton Gens mit 19 472 Ja- Stimmen gegen 14 421 Nein-Stimmen die Vorlage ange­nommen.

Eeschäftszcit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn» und Feiertags.

Werktäglich nachmittags, Samstags vor, u. nachmittags Fernsprecher-Sammel-Nr. 59631.

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»erlangt die Kleine Entente nach wie vor, wie sich sehr deutlich aus der Haltung der südslawischen Blätter er­gibt. Offensichtlich haben sich die Österreicher aber be- s müht, die Franzosen in einer anderen Hinsicht zu be­ruhigen, denn der österreichische Außenminister hat in Paris erklärt, daß die Forderung nach einer Volks­abstimmung in Österreich einfach närrisch sei, eine Äußerung, aus der man erneut entnehmen kann, auf welch schwankendem Boden in Wirklichkeit - die österreichische Regierung steht und wie sehr sie jede

Äußerung des Volkswillens durchsetzt.

b„. Die Pariser und Londoner Verhandlungen der ■ österreichischen Herren zeigen jedenfalls, daß die

Fragen des Nichteinmischungspaktes noch keineswegs geklärt sind. Dieser Pakt ist aber nur s ei» Punkt des Londoner Programms. So kann man

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Die italienischen Truppen-Transporte

von Neapel und Messina aus in vollem Gang.

Rom, 24. Febr. Die Truppen-Verschiebungen n'ch Jtalienisch-Ostasrika nehmen von Neapel und Mesiina au > ihren normalen Fortgang. „Vulcania" ist seit Samstag­abend mit viel Material, 54 Offizieren und 1200 Mann nach Italienisch-Somali unterwegs. Am Sonntagabend hat „Biancamano" von Messina aus mit gleichem Ziele d!« Anker gelichtet. An Bord befinden sich zwei Bataillone mit 1900 Mann, 73 Offizieren und eine große Anzahl Spezi : truppen, darunter motorisierte Artillerie, Automobilparts und Telegraphisten. Insgesamt wurden am Sonntag in Neapel und Messina 100 Offiziere, 2600 Mann und 30.1) Tonnen Material eingeschifft. In der ersten Hülste x: kommenden Woche werden von Neapel aus weitere Trupp n- teile nach Jtalienisch-Ostafrika in See gehen.

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Die Bewegung soll die Inkarnation der Nation sein."

daß eine Wiedereinsetzung der Habs­burger auch im Zeichen des Nichteinmischungspaktes | sofort zu einer Einmischung führen würde. Das

Vor der Rundreise Simons.

Freie Bahn für die deutsch-englischen Gespräche. — Reist Simon doch nach Moskau? Der Nichteinmischungspakt und die Habsburger.

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Rudolf Hetz nimmt die Vereidigung der neuen Amtswalter vor.

München, 24. Febr. Zum machtvollsten Höhepunkt d-r Feierlichkeit zur Erinnerung an die 15. Wiederkehr des Tages, an dem Adolf Hitler den Grundstein für das große Vefreiungswerk des deutschen Volkes, gestaltete sich die Parteigründungsfeier am Abend des historischen 24. Februar im Festsaal des Hofbräuhauses in München. Die Kunde, daß der Führer selbst kommen und sprechen werde, hatte schon lange vor Beginn der großen Kund­gebung eine gewaltige' Menschenansammlung auf den Z i- gangsstraßen zum Hofbräuhaus zur Folge.

Der Festsaal selbst zeigt sich — und das steigert den Eindruck ganz gewaltig — in demselben ein­fachen Schmuck wie an jenem 2 4. Februar 19 2 0. Keine Girlanden, keine Kränze, keine Hoheitszeichen schmücken den Saal. Nur «ine einzige Hakenkreuzfahne hängt von der rechten Seitenwand des Saales herab und davor steht das

Austritt Paraguays aus dem Völkerbund.

Wegen der Haltung Genfs im Chaco-Konflikt.

Asuncion, 24. Febr. Die Regierung von Paraguay hat am Samstag in Genf eine Note übermittelt, in der der Austritt Paraguays aus dem Völkerbund erklärt wird. Die Wte bringt zum Ausdruck, daß Paraguay über die Haltung des Völkerbundes im Chaco Konflikt schwer enttäuscht sei. Die Presse des Landes drückt ihre große 5Befriebigung über den Schritt der Regierung aus.

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Ein Millimeter Flöhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Erund- dn W MMmetZ breiten Spalte im Tertteil 45 Rpf sonst laut Tarts Nr 3 Nachlahstaffek C. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird leine Gewähr übernommen. - Schluß der Anzeigen-Annahme 10 Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erschemungstage aufgegeben werden.

auch daraus wieder schließen, daß die Verhandlungen, die nun mit dem bevorstehenden englischen Minifterbe- such in Berkin ausgenommen werden sollen, sehr viel Zeit in Anspruch e nehmen werden. Von heute aus morgen ist der Londoner Plan bestimmt nicht zu ver­wirklichen und es heißt sür die Welt, sich mit Geduld zu wappnen.

Die amtliche Mitteilung über die französisch-österreichischen Verhandlungen.

Paris, 23. Febr. Die französisch-österreichischen Minister­besprechungen haben am.Samstagabend ihren Abschluß ge­funden.

Es wurde folgende amtliche Verlautbarung ausgegeben: Die französischen und österreichischen Minister haben gemein­sam die Lage geprüft und sich dabei besonders mit den Be­dingungen einer Förderung des Vertrauens und einer Festigung des Friedens in Mitteleuropa be­schäftigt. Sie erkannten einmütig die Vorteile, die alle inter­essierten Länder aus dem Abschluß eines Mitteleuropapaktes im Geiste völliger Gleichberechtigung ziehen müssen, eines Paktes, dessen Grundsätze bei den französisch-italienischen Ver­handlungen festgelegt worden sind. Sie begrüßen das Ein­vernehmen zwischen der französischen uni der englischen Re­gierung, die den Plan eines solchen Paktes als'ein Sicher- heitselement ansehen, das mit den anderen Pakten regionalen Charakters ein unteilbares Ganzes von Friedensgarantien bildet und das geeignet ist, die Lösung der noch offenstehenden allgemeinen Probleme zu erleichtern. Abgesehen von der glücklichen Rückwirkung, die eine solche Lösung unfehlbar aus die Wirtschaftslage der Welt haben wird, haben sie die bereits durch Verhandlungen auf diesem Gebiet zwischen Österreich und verschiedenen europäischen Staaten, darunter Frankreich, erzielten Er- gebnifle zur Kenntnis genommen. In dem Wunsche, auf intellektuellem Gebiet einen neuen Fortschritt der freund­schaftlichen Beziehungen zwischen Frankreich und Österreich zu erzielen, wollen sie demnächst Verhandlungen aufnehmen, um zwischen den beiden Ländern die Fühlungnahme und den Austausch auf wissenschaftlichem, künstlerischem und litera­rischem Gebiete zu fördern.

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(Mi | nehmen Situation, den Österreichern sagen zu müssen,

wir groß geworden sind, endgültig überwunden seien. Auch in Zukunft müssen wir die Kühnheit besitzen. Großes zu wagen und nicht vor heroischen Entschlüssen zurückzuschrecken.

Wenn heute von den Mächten, die im Kriege als Feinde uns gegenüberstanden, Deutschland wieder als souveräne Ration behandelt wird, so glaubt nicht, meine Kameraden, daß das darauf zurückzuführen sei, daß die Welt zum Einsehen gekommen wäre! Rein, es beruht aus uns, auf unserer Härte, auf unserer Entschlossenheit, und, ich tage es offen, es beruhtaufunsererneuerwachen- den Macht allein. Geschenkt wird den Völkern nichts, sondern die Völker muffen sich das nehmen, was sie zum Leben gebrauchen. Und wir sind entschlosien, unserem Volke das Leben zu sichern. Denn wir sind aus dem Polke. Wir waren nicht die Kinder einer privilegierten Klaffe, nicht die Söhne einer hauchdünnen Oberschicht. Nein, wir sind Fleisch vom Fleische des Volkes und Blut vom Blute des Volkes und Geist vom Geiste des Volkes. Und diese Bewegung soll die Inkarnation der deutschen Nation fein und bleiben. Und ihr werdet heute dazu berufen, sie zu tragen, sie zu stütze» und sie siegreich durch alle Gefahren hindurchzuführen.

as. Berlin, 25. Febr. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Die Mitteilungen des Berliner englischen f Botschafters, daß die Reichsregierung bereit fei, über ‘ alle Punkte des Londoner Planes zu verhandeln, ist in | London mit Befriedigung ausgenommen worden. Da- f mit ist nach englischer Ansicht die Bahn frei für die | deutsch-englische Aussprache und die Londoner Blätter kündigen dementsprechend einen Berliner Besuch Simons für Anfang März an. Vorher wird der englische Außenminister am 28. d. M. seinen ange- kündigten Vortrag in Paris halten und diese Eelegen- |heit zu einer Aussprache mit Flandin und . Laval benutzen. Ob Simon, der bei seiner Berliner Reise von Eden begleitet werden dürfte, auch nach Moskau fährt, steht im Augenblick noch nicht fest. Es scheint aber, als ob in dieser Frage unter der Einwir­kung des französischen Botschafters sich in London ein Meinungsumschwung vollzogen hat. Während man zu­nächst die Anregung, der englische Außenminister müsse auch Moskau aufsuchen, sehr kühl aufnahm, scheint man rs jetzt für ganz zweckmäßig zu erachten, wenn Simon sich sowohl iin Berlin als auch in Moskau und natürlich auch in Warfcha u über den Ostpakt unterhält.

.. ____j Es ist seltsam, daß die deutsche Mitteilung, man sei

tübte | bereit, über alle Fragen zu verhandeln, von einem ast ■ Teil der ausländischen Blätter wie eine neue Wendung r J-j f betrachtet worden ist. An dieser Stelle ist demgegen- |e,n<^ Wer schon mehrfach darauf verwiesen worden, daß über ” die Paktfrage längst eine Fühlungnahme besteht und daß Deutschland beispielsweise noch auf die Antwort aus seine Anfragen zum Nichteinmischungspakt wartet. Aber hier wie in so vielen anderen Dingen sieht man noch keineswegs klar. Das ergibt sich auch aus dem Pariser Besuch des österreichischen Bundes­kanzlers Schuschnigg und seines Außenministers. Zu greifbaren Ergebnissen haben diese Verhandlungen nämlich nicht geführt. Inzwischen sind die österreichi­schen Minister gestern nachmittag in London einge­troffen, wo zu ihrer Begrüßung mehrere Blätter darauf verwiesen, daß England schon sehr viel Geld in Öster­reich hineingesteckt habe. Paris und London befinden sich bei diesen Verhandlungen in der nicht sehr ange-

Rednerpult. Der Saal selbst ist überfüllt, obwohl nur die 2000 alten Kameraden, die Inhaber des Btut- ord ens und des goldenen Parteiabzeichens mit wenigen anderen Teilnehmern eingelassen wurden.

Mancher alte Kämpfer blickt an diesem Abend stolzer Erinnerung in die Runde und grüßt die Kameraden von einst. Mancher Parteigenosse und manche Parteigenossin iit grau geworden in den 15 Jahren. Die Erinnerung rauscht durch den Saal, eine tiefe Ergrisfenheit erfüllt alle.

Mitten unter den Kameraden sitzen die führenden Männer des heutigen Staates, fv Stabschef Lutze, Reichsführer der SS., Himmler, der Führer des NSKK., Korpsführer Hühnlein, die Reichsleiter Dr. Ley, Schwarz, Rosenberg, Darre, Fiehler, Epp, Dr. Dietrich, Buch, Grimm, Reichsjugend- füluer von Schirach, Gauleiter Streicher, dann d e Mitglieder der bayerischen Staatsregierung mit dem Mini sterpräsidenten Siebert an der Spitze, der General- ii'fpektor für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, hohe SA.- und SS.-Führer, der Befehlshaber des Wehrkreises 7. Generalleutnant Adam, und Öffiziere der Landespolizei.

Der Stellvertreter des Führers, Reichs­minister Rudolf Heß, wird mit Jubel begrüßt. Unter den Klangen des Liedes „Unsere Fahne flattert uns voran“ treiben die Fahnen der Bewegung hereingetragen. Kurze knappe Kommandos ertönen. Dann nimmt der Stellver­treter des Führers, Pg. Rudolf Hetz, das Wort.

Die Rede des Stellvertreters des Führers.

„Meine Kampfgenoffen und Genoffinnen aus alter Zeit! Deutsche Volksgenossen, deutsche Volksgenofftnnen!

Überall in Deutschland find wieder die Männer und Mädchen angetreten, die sich dem Führer im Treueschwur für ihren Dienst an Volk und Bewegung verpflichten wollen. Politische Leiter, Führer der HI., Führerinnen des BdM., Führer des Arbeitsdienstes, Führer der Arbeitsfront legen den Eid dem Führer ab an dem Tage, an dem er vor 15 Jahren die deutsch» Revolutton durch die Verttindung des nationalsozialistischen Programms einleitete. Ich nehme oen Eid ab aus dem gleichen Saal, in dem damals der Führer sprach, als er zum erstenmal sein Programm verkündete, aus dem gleichen Raum, in dem er stand, als vor ihm die jungen Stotztrupps der Bewegung, die werdende SA., den ersten Kamps lieferte und zur Sprengung kommandierte Marxisten

ß,, Zwei Jahre lang haben wir nun mit verhaltenem Atem ben Riefenaufbau einer neuen Nation verfolgt. Denn es ist ein Riesenaufbau, wie ihn in diesem Umfang die noch nicht gesehen hat. Wir allein stehen für Jmieren Neubau. Er ist unser Werk und wird getragen aus» Metzlich von unserer Verantwortung. Wir ganz allein ' ea*en darüber Rechenschaft vor der Nation abzulegen. ' Glaubt nicht, meine Kämet gden, daß die Gefahren, in denen

fe Berlin, 24. Febr. Anläßlich der 15. Wiederkehr des Tages F£er Programmoerkündung der NSDAP, zeigte die Reichs- E, Hauptstadt am Sonntag reichen Flaggenschmuck. Jrn Lust- 6-Satten waren am Nachmittag 87 000 Politische Leiter, Amts-

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