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83. Jahrgang
Mittwoch, 20. Februar 1935
Simon vor dem Kabinett.
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und es mutz sich in Kürze zeigen, wie sie die von ihnen
Um den englischen Ministerbesuch in Berlin
Der Ausbau der britischen Luftflotte
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der Abschlug selbst für sich allein einen ungeheuer stabilisierenden Wert haben würde.
Was verhandlungsreis sei, darüber müsse auch verhandelt werden. Wenn auch mit dem ausdrücklichen Vorbehalt, daß kein einzelner Teil in Kraft treten werde, bevor die Gesamtregelung beendet ist. Die beste Hoffnung aber auf einen Fortschritt liege in einem britischen Besuch in Berlin.
Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn- und Feiertags.
Erhöhung des amerikanischen Heereshaushalts.
PKrMgllq nachmittags, Samstags vor- u. nachmittags Fernsprecher>Sammel-Nr. 59631.
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® o r t it n 0“ auf sich nähmen, die „sehr ernst" werden könnte, falls die Verhandlungen zu einem Beschluß ! führen würden. Zugleich erklärt das französische Blatt, daß ein englisch-französisch-italienischer Block „die ' einzige Rettung für Europa und die Zivilisation" sei. * Nach derartigen Presseäußerungen kann es nicht wunder k-«ehmen, wenn jetzt wieder betont wird, daß der Luft-
45 600 444 Dollar gegen 26376490 Dollar im abgelaufenen Jahr. Vertragsabschlüsse des Heeres für den Bau von 547 neuen Flugzeugen, denen der Ausschuß gleichfalls seine Zustimmung erteilt hat, werden Ausgaben von etwa 7 686 753 Dollar erforderlich machen. Die Zahl der verfügbaren Flugzeuge wird danach 1445 bet ra,ge v
Wehrpolttische Disziplin
Von Generalleutnant a. D. von Metzsch. '
Die wehrpolitische Disziplin einer Nation ist nicht weniger wichtig als die militärische Manneszucht einer Wehrmacht. Fehlt dieser die Zucht, so entsteht ein innenpolitisch gefährlicher, weil bewaffneter Hausen. Fehlt dem Volke die einheitliche Haltung gegenüber den wchrpolitischen Zielsetzungen seiner Führung, so droht eine geistige Verwirklichung, die außenpolitisch bedenklich ist, weil sie den Rückhalt der berufenen Verhandelnden schwächt. Ein Schwebezustand, wie er sich jetzt an die Londoner Verhandlungen anschließt, bedarf einer Begleitmusik, die überzeugend aus der Nation heraufklingt, so wie einst das einmütige Friedensbekenntnis jenes denkwürdigen 12. Novembers, das ohne falsche oder gemachte Töne war. Der begleitende Chor bedarf aber auch einer instinktiven Sicherheit für Fragen, die nicht mehr strittig sind oder für solche, um die gestritten werden muß oder für dritte, die man als Nebenfragen behandeln kann. Im Rahmen der großartigen Einfachheit, die unserer wehrpolitischen Lage eigentümlich ist, ist der Volksinstinkt bekanntlich viel treffsicherer als hie und da angenommen wird.
So fehlt z. V. dem heutigen deutschen Volksempfinden mit Recht die Neigung, noch viel Worte auf die Gleichberechtigung zu verschwenden. Sie sieht als eine Selbstverständlichkeit außerhalb jeder Diskussion. Zur Frage steht nur noch, ob sich der Rahmen einer tragbaren Konvention, die Deutschland begrüßen würde, für unsere unoeeäußerlichen Lebens- uNd Ehrenrechte findet oder nicht.
Ganz anders liegen die Dinge in bezug auf die deutsch e Airs i ch e rhe i t. Sie ist eine Kernfrage des Gedankenaustausches und als solche mit guten Gründen in der deutschen Antwort auf das Londoner Kommunique besonders betont. Wir sind zwar überzeugt, daß man die uns umgebende Paffenübermacht nicht nur militärisch sehen darf, sondern auch wehrpolitisch sehen muß, woraus sich manche Abschwächung der Gefahrfrage ergibt. Aber gerade in den letzten Monaten haben sich Annäherungen unter den hochgerüsteten europäischen Randstaaten vollzogen, denen mindestens die Möglichkeit, wenn nicht die Tatsache einer deutschfeindlichen Front zugesprochen werden kann. Insofern hat sich also Deutschlands militärisch schwer gefährdete Zentrallage neuerdings auch wehrpolitisch verschärft, besonders, wenn man in Betracht zieht, daß die Sowjetunion einbezogen und seitdem nie anders, denn als ein Hemmnis der europäischen Entspannung in Erscheinung getreten ist.
Außerdem haben aber die Rüstungsverstärkungen in allen freirüstenden Mächten im letzten Jahre ein Tempo
Dr uck zurückzuführen ist, den die Russen in der Frage des O st p a k t e s in Paris ausüben, ist hier schon gesagt worden. Charakteristisch dafür, mit welchen Mitteln Moskau Len Ostpakt zu retten versucht, ist auch eine Rede, die der sowjetrussische Botschafter in London gestern hielt, und in der er sich zu der ungeheuerlichen Behauptung verstieg, daß eine Nichtverwirklichung des Ostpaktes einem neuen Welt - kriegdenWeg ebnen würde.
Das ist etwa die Situation, die das englische Kabinett vorfindet, wenn es heute den Bericht Sir John Simons entgegennimmt, der seinerseits naturgemäß vorher von dem französischen Botschafter über die gestrigen Pariser Beratungen unterrichtet worden ist. Reuter wies im übrigen ausdrücklich darauf hin, daß das Kabinett den Vorschlag unmittelbarer Verhandlungen zwischen Deutschland und England prüfen werde. Der Berliner „Times"-Korrespondent stellt dazu mit Recht fest, daß eine solche deutsch-englische Besprechung nach deutscher Meinung nur den nächsten logischen Schritt darftellen würde. Zweifellos ist der Berliner Korrespondent der „Times" auch richtig unterrichtet, wenn er weiter bemerkt, daß man in Berlin dem B e s u ch eines englischen Ministers den V o r- z u g geben würde gegenüber einem deutschen Besuch i n London. Trotzdem der „Times"-Korrespondent die deutsche Auffassung nach England weitergegeben hat, ist noch nicht zu übersehen, wie sich London zu verhalten gedenkt, wobei auch die Möglichkeit offen bleibt, daß der heutige Kabinettsrat in London überhaupt noch keine endgültige Antwort erteilt. Jedenfalls aber sind die Engländer am Zuge
gl Adolf Hitler wünsche gerne den ganzen Umkreis euro- Wscher Fragen mit einem Vertreter des Landes durchzu- lpttchen, das der Garant des Locarno-Paktes sei. Deshalb müsse der englische Besuch in Berlin Tatsache werden, und zwar je eher, desto besser, besonders «a Sir John Simon in ungefähr einer Woche wiederum zu totem nichtpolitischen Besuch nach Paris gehen werde. Es ■•Me nicht einfach die Gelegenheit versäumt werden, wie «s in früheren Fällen eingetreten sei. Das Blatt erinnert smiran, daß es vor einem Jahr sehr viel leichter gewesen sei, -auf Grund eines deutschen Angebots zu einer Einigung zu
E Es sei unendlich besser, wenn ihm das Geforderte auf anund freundschaftlicher Vereinbarungen zukomme und nicht Wk Grund ein Reihe herausfordernder Handlungen auf i«u!scher Seite und von widerwilligen Zugeständnissen sei- i*to5 der andern. Deshalb fordert „Times" von den Nutz- ff*8ern des Berfailler Vertrages, daß sie nicht zauder - Deutschland für frei von den Rüstungs- Mschränkungen im Teil V des Versailler träges zu erklären unter der Voraussetzung, daß alle U^tder in gleicher Weise sich einer planmäßigen Rüstungs- unterwerfen. In der Zwischenzeit müsse man bei Wt großen Friedensoffensive um Fortschritte bemüht sein. ™ tmmer ein Fortschritt möglich sei. Deutschland fei ^areit, sofort über die vorgeschlagene Luft- ipOttDention zu verhandeln, und es sei klar, daß
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Kampf-Eindecker mit 440 Stdkm. Geschwindigkeit.
London, 19. Febr. Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der englischen Luftstreitkräfte ist Pressemeldungen zufolge noch vor Ablauf dieses Jahres zu erwarten.
Zum ersten Male feit dem Kriege wird jetzt der Bau von sehr schnellen Kampf-Eindeckern geplant, die eine Geschwindigkeit von 440 Stunden- ti l om e te r erreichen sollen, während bisher der Zweideckertyp die ausschlaggebende Rolle in der englischen Luftflotte spielte.
In englischen Fachkreisen vertritt man immermehr die Ansicht, daß im nächsten Kriege nicht mehr die für den Rah- kampf am besten geeigneten Zweidecker, sondern vielmehr die schnellen Bombenflugzeuge und daneben die Jagd- und Verfolgungsflugzeuge den wichtigsten Platz einnehmen werden. Man glaubt, daß sich der Eindeckertyp besser zum Jagdflugzeug eignet als der Zweidecker, da mit ihm größere Geschwindigkeiten erzielt werden können und er außerdem den Vorteil der leichten Anbringung eines einziehbaren Fahrgestelles besitzt.
Die Einführung von Eindeckern soll aber keineswegs eine Vernachlässigung der englischen Kampf-Zweidecker zur Folge haben, die infolge ihrer größeren Wendigkeit als am besten für den Luftkampf geeignet angesehen roeiben. Das englische Lustministerium wendet in letzter Zeit auch dem Typ der großen Mr l i t ä r f l u g b oote mit großem Aktionsradius eine erhöhte Aufmerksamkeit zu. Daran hat auch die Katastrophe des „Short-Singapore"-Flugbootes bei Messina nichts geändert. Die englische Firma Saundcrs- Roe hat soeben einen neuen Auftrag auf eine größere Anzahl von Militärflugbooten mit einer Reichweite von 1600 Kilometer erhalten. Die neuen Maschinen besitzen zwei luftgekühlte Bristol-Pegasus-Motoren und verfügen u. a. über drei Maschinengewehre. Die Besatzung beträgt fünf Mann.
k as. Berlin, 20. Febr. (Drahtbericht unserer-Berliner jj&teilung.) über den gestrigen französischen Kabinetts- tat ist nicht allzuviel bekannt geworden. In einem amt- Bericht wird in kaum noch zu übertreffender rze festgestellt, daß Laval den Ministerrat „über ie außenpolitische Lage auf dem laufenden gehalten nd ihn über den Stand der gegenwärtigen Verhand- en unterrichtet" habe. Damit ist nichts über ie Haltung des offiziellen Frankreich «sagt. Sucht man die französische Presse auf der- ige Äußerungen hin durch, so wird man feststellen können, daß Paris etwaigen deutsch - englischen Verhandlungen mit großen Vefürchtun- ff'M zen entgegenfieht. Wenn man schon solche Ve- Krechungen nicht verhindern kann, so will man doch g^= 'wenigstens vermeiden, daß sie vor dem 28. Februar be- " .Zinnen, d. h. vor dem Termin, der für den nächsten Be- such Simons in P a r i s vorgesehen ist. Man erklärt deshalb den Engländern, daß Besprechungen mit Deutschland gut und ausreichend vorbereitet werden wüßten. Der „Temps" bemüht sich außerdem, den Engländern klar zu machen, daß sie mit direkten Verhand- hingen mit Deutschland „eine große Verant-
Wafhington, 20. Febr. Der Heereshaushalt für das am Juni 1936 endende Finanzjahr wurde vom Haushalis- ausschuß -des Repräsentan-tenhaufes angenommen. Er beläuft sich auf 318 131 482 Dotta-r, was eine Er- Höhung gegen den letzten Heereshaushalt um 48 8 15 5 4 8 Dollar bedeutet. Der Ausschuß erklärte sich ferner bereit, einer weiteren Ausgabe für das Heer zuzustimmen, wenn Präsident Roosevelt, wozu er berechtigt ist, die Friedensstärke des Heeres von 118 750 Mann auf 165 000 Mann erhöhen will. Die vom Ausschuß gebilligten Ausgaben für die Luftfahrt betragen
»2 ■ ;?mmen. All dies habe sich jetzt geändert. Heute werde : Deutschland sich sicherlich nicht mit dem Zahlenverhältnis ^-waiger deutscher Luftstreitkräfte zu denen anderer Länder Mnügen, das es selbst vor einem Jahre vorgeschlagen habe. Heute verlange es Gleichheit in jeder Be- s-ehung — Gleichheit auf dem Gebiet militärischer Geb und Gleichheit bei Verhandlungen.
Langsame Überleitung zur zweijährigen Dienstzeit in Frankreich?
Paris, 20. Febr. Die französische Heeresleitung soll sich, wie einige Blätter mitteilen, damit einverstanden erklärt haben, nicht die sofortige Einführung der zweijährigen Dienstzeit zu fordern, sondern allmählich die Dauer derDienstzeitvonl2auf!5, späteraufl8und schließlich aus 24 Monate zu erhöhen. Begründet wird dieser Beschluß damit, daß man die Öffentlichkeit nicht unnütz erregen wolle. Das „Oeuvre" rechnet kaum mit der Einbringung einer entsprechenden Vorlage vor dem Monat Juni. Die Sozialisten erklären in ihrem Parteiorgan „Populaire", daß dieses geringfügige Nachgeben des General- stabes sie nicht von ihrer grundsätzlich ablehnenden Haltung abbringen könne.
Die „Times" weist seine Notwendigkeit nach.
London, 20. Febr. (Eig. Drahtmeldung.) In einem -'Leitaufsatz mit dem Titel „Gleichheit bei Verhandlung e n“ setzt sich „Times" dafür ein, daß Mitglieder l des britischen Kabinetts möglichst bald Berlinbefuchenfollen.um mit Reichskanzler Hitler die englisch-französischen Vorschläge zu besprechen. Die Schwierigkeit bestehe darin, daß Deutschland, das die Londoner Vorschläge zwar recht freundlich, aber sehr neutral : «rfgenommen habe, einen höflichen Einwand gegen das Festha lften an der englisch-französischen Grundlage erhebe, von der sie ausgegangen sei und an- «ge. daß der nächste Schritt in einem britischen Besuch in Berlin bestehen sollte. In Deutschland herrsche offenbar die Empfindung, daß besonders die Verhandlungen über das rorgeschlagene Luftlocarno zumindest im Geist von Locarno - Erführt werden sollten, und daß dies nicht der Fall sei, wenn Frankreich und Großbritannien zwischen dem Empfang und der Absendung von Noten besondere Beratungen unter sich ^halten.
Was wird England antworten?
Nach dem französischen Ministerrat. — Der „Temps" mahnt die Engländer zur Vorsicht. „Ostpakt oder Weltkrieg."
vakt nur gleichzeitig mit den anderen im Londoner Kommunique vorgesehenen Pakten in Kraft treten „ , , ________
könne. Daß -eine solche Auffassung vor allem -auf den eingeleitete Initiative fortzuführen gedenken.
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