Einzelbild herunterladen
 

immer wieder Union-Briketts

Viksbadkim Üdgblatt

[• Sonntag, 3. Februar 1935.

Drittes Blatt. Nr. 33.

hei-t, Wanderlust festgestellt. Es ist bemerkenswert, daß es sich bei 10 % der Vermieten um jugendliche Personen handelt, die aus Abenteuerlust das Elternhaus verliehen.

Beleidigung, falsche Anschuldigung, Bedrohung.

Auf Liese 3 Deliktsarten ist Las Zitat aus Wilhelm Tell: „Es kann der Beste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt" im wahrsten Sinne des Wortes anwendbar. Trotz der versöhnenden Tendenz der. Volksverbundenheit ist bei den Beleidigungsanzeigen ein Rückgang nicht zu spüren. Die Zahl dieser Anzeigen beträgt ' immer noch 153. Wegen wissentlich falscher Anschuldigung, eine Handlung, die Lurch ihre unlauteren Motive und Ge- fährlichkeit besonders verwerflich ist, zumal vielfach der An­zeiger im Hintergrund bleibt, gelangten 45 Fälle zur An­zeige. Hier ist gegenüber dem Vorjahre ein Rückgang um 3 zu vermerken. In 73 Fällen wurden Anzeigen wegen B e- d r o h u n g erstattet.

Verbreche» und Vergehen gegen die Sittlichkeit.

Vorweg sei gesagt, Latz eine Zunahme der SittlichkeitS, delikte gegenüber dem Vorjahre erfreulicherweise nicht ein- getreten, vielmehr auf einigen Gebieten sogar ein geringer Rückgang zu verzeichnen ist. Wegen Verbrechens nach §§ 170 und 177 (RStrEB.) gelangten 12 Fälle zur Anzeige. Sn 10 Fällen dieser Art erfolgte restlose Klärung. In 31 Fällen hatte die Kriminalpolizei Anzeigen aus § 218 zu bearbeiten; davon waren 2 Fälle schwerer Art, in denen als Folge des verbotenen Eingriffs der Tod eingetreten ist. Die Zahl der Fälle bei Kinderschändungen beträgt 49. Gegenüber dem Vorjahre ein Rückgang um 5. Von diesen Unholden konnten 35 ermittelt und -ihrer Bestrafung zugeführt werden. Ein Rückgang um 8 ist bei den Straffällen der Kuppelei l-e-st- zustellen. Immerhin sind im Berichtsjahr 26 derartiger Fälle zur Anzeige gebracht worden. Wegen Zuwiderhand­lung nach § 175' wurden 12 Personen zur Anzeige gebracht. 32 Personen hatte« sich wegen Erregung öffentlichen Ärger­nisses gerichtlich zu verantworten. Bei 114 von der Krimi­nalpolizei vorgenommenen Sitte n stre if e n wurden 118 weibliche Personen wegen Umhertreibens festgenommen. Bei dieser Gelegenheit wurden außerdem 45 männliche Per­sonen hinter schwedische Gardinen gebracht, die sich vielfach als Betreuer der „Mädchen" betätigt hatten. Daß für die Folge seitens der Kriminalpolizei derartige Streifen zwecks ^Bereinigung des Stratzenbildes von unsauberen Elementen beibehalten werd-en, ist eine' Selbstverständlichkeit. Auch die von der Regierung erlassenen Vorbeugungsgesetze haben sich auf dem Gebiete der Bekämpfung der Si-ttlichkeits- delikre hier schon ausgewirkt. Es wurde nämlich ein gefähr- -kicher Sittlichkeitsverbrecher in polizeiliche Borbcugungs- haft genommen, ein weiterer steht unter stündiger polizei­licher' Beaufsichtigung.

Verschiedene Verstöße gegen die Strafgesetze.

Schließlich ist noch folgender strafbarer Handlungen Er­wähnung zu tun, die, wenn auch größtenteils, die Zahlen der Fälle geringer sind, so doch der Polizei in der Aufklärung erhebliche Arbeit und Mühe gemacht haben. (Die ein-g-c- klammerten Zahlen zeigen die Fälle aus dem Jahre 1933 an.) Anzeigen wegen Meineids 146 (230), Erpressung 26 (35), Nötigung 8 (11), Pfandverschleppung und Siegelbruch 15 (28), Wucher 9 (7), Vergehen gegen die Reichsversiche-- rungsordnung 1 (9), Gefangenenbefreiung 1 (0), Verletzung des Briefgeheimnisses 4 (Ö), Freiheitsberaubung 10 (4), Widerstand gegen die Staatsgewalt 30 (19), Amtsanmaßung 1 (1), Amtsverbrechen 3 (10), Glücksspiel 15 (15), Arrest­bruch 20 (27).

Auch hier ist Lei vielen Kriminalfüllen ein erheblicher Rückgang zu verzeichnen; nur in einigen Fällen ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahre bemerkbar.

träumten und brüteten wilde Pläne. Die Sonne schien auf ihre bloßen Köpfe, das Boot lag unbeweglich, unbeweglich stand das Schilf am jenseitigen Ufer, Staunzen fuhren leise summend durch die dicke Luft, kleine Blutsauger, aber die abgehärteten Knaben spürten die Stiche nicht mehr.

Der Dreizehnjährige begann Las Boot leicht zu schaukeln. Gleich wiegten sich die beiden anderen mit, auf und nieder, Wafferringe liefen über den Weiher, Wellen schlugen platschend ans Ufer die Binsen schwankten und wackelten. Die Knaben schaukelten heftiger, daß der Bootsrand Lis zum Wasserspiegel sich neigte, das aufgeregte Wasser ins Boot hinein schwappte. Der kleinste, der Elfjährige, hatte einen Fuß auf Len Bootsrand gesetzt und tat jauchzend seine Schaukelarbeit. Da gab der Älteste dem Zwölfjährigen ein Zeichen, den Kleinen zu schrecken, und plötzlich warfen sie sich beide -auf die Bootsseite, wo der Kleine stand, -und das Boot neigte sich tief, -und dann lag der Jüngste im Wasser und schrie, und ging unter und schlug von unten gegen das Boot, und schrie nicht mehr und pochte nicht mehr und kam auch nicht mehr unter dem Boot hervor, nie mehr.

Die beiden Brüder saßen -stumm und käsegelb auf den Ruderbänken in der prallen Sonne, ein Fisch schnappte, sprang über das Wasser heraus. Die Wasserrin-ge hatten sich verlaufen, die Binnen standen wieder unbeweglich, die Staunzen -summten bös und stachen. Die Brüder ruderten das Boot -wieder -ans Ufer, trieben den Pfahl mit der Kette wieder i-n den Uferschlamm, stiegen aus, trabten auf dem langen Steindamm dahin, trabten stadtwärts, wagten nicht, sich -anzusehen, liefen hintereinander, achteten der Weiden nicht, die -ihnen ins Gesicht schlugen, nicht der Brombeer­sträucherstacheln, die -an -ihnen rissen, stolperten über Wurzel- schlangen, liefen, liefen, liefen.

Die Altwässer blieben zurück, die grüne Donau kam, breit und behäbig, rauschte -der Stadt zu, die ersten Häuser sahen sie, sie sahen den Dom, sie sahen das Dach des Vater­hauses. Sie hielten, schwsi-ßübsrr-onnen, zitterten verstört, die Knaben, die Mörder, und dann sagte der Ältere wie immer nach einem Streich: „Zu Hause sagen wir aber nichts davon!" Der andere nickte, von wilder Hoffnung über­wuchert, und sie gingen, entschlossen, ewig zu schweigen, auf die Haustüre zu, die sie wie ein schwarzes Loch verschluckte.

3ntbermorb im Altwasser

Sachbeschädigung.

Hier hat sich die Kriminaliti'.tsziffer auf der gleichen Höhe wie im Jahre 1933 gehalten. Es sind rund 100 der­

Die Kriminalität in Wiesbaden

Bericht der Wiesbadener Kriminalpolizei für das Jahr 1934.

Diebstähle

wurden in 1780 Fällen gemeldet. Hierunter befinden sich etwa 450 Fahrr-addiebstähle; Lei- den übrigen Fällen handelt es sich vorwiegend um GelegenheitsLieb-stähle aller Art. Die als gestohlen gemeldeten 9 Kraftfahrzeuge und 4 Motor­räder wurden bis auf 1 wieder herbeigeschafft. Im Vergleich zum Jahre 1933 haben die Diebstähle einen Rückgang um rund 500 erfahren.

Bereichernngsdilekte.

Hier sind 982 Betrugsfälle zu nennen: Ferner 432 Unterschlagungen, 68 Urkundenfälschungen, 15 Fälle der Untreue. Schließlich sind noch die Vergehen gegen die Devisenbestimmungen zu erwähnen. Es handelt sich um 8 Fälle, bei Lenen 5 Ausländer und 2 Reichsang-ehörige festgenommen wurden.

Konkursverfahren.

Einen -LemerkeN'Swerten Aufschluß über -die allmähliche Stabilisierung der wi-rts-cha-ftlichen Verhältnisse gibt die Tat­sache, daß 1934 nur 4 Konkursdelikte gegenüber 25 im Vor­jahre zur Anzeige gelangten. Ein Beweis dafür, d-aß das Verständnis für Treue und Glauben im Wirtschaftsleben wieder zur Geltung kommt.

Nach dem Bericht über das abgelaufene Jahr, den Kriminalrat Kramer vor Vertretern der Wiesbadener Presse erstattete, ist die Kriminalität schlechthin an der zahlenmäßigen Feststellung über die Häufigkeit der straf­baren Handlungen zu erkennen. Hiernach kann für Len Pol-iz-eibezirk Wiesbaden die Kriminalität als „normal" bezeichnet werden. Die verschiedenen Arten der strafbaren Handlungen und die Ausführungen derselben reden jedoch eine anders Sprache, als nackte Zahlen. Die Kriminalpolizei | war deshalb vielfach vor die schwierigsten Aufgaben ge- l stellt. Zur besseren Übersicht sind daher die nachfolgenden - Kr-im-inal-itätsz-iffern nach -den Arten der strafbaren Hand- h hingen zusammen gefaßt.

Festnahmen.

Es wurden insgesamt 1354 Rechtsbrecher festgenommen. F Hierunter befanden sich 308 weibliche Personen. Dem Amts- gerächt wurden 653 Personen vorgeführt. Die Zahl der er= Mittelteil steckbrieflich gesuchten Personen beträgt 110.

Opfer durch Mord.

Glücklicherweise ist nur 1 Mordsall zu verzeichnen, der ' sich am letzten Tage des Jahres 1934 im Stadtteil Biebrich K ereignete. Die Tat, welche kurz darauf ihre Aufklärung fand, x wird in der ersten Hälfte des Monats Februar ihre Sühne E finden. Eine gleichartige Tat war erfreulicherweise in den ? Vorjahren im hiesigen Bezirk nicht zu verzeichnen. I 4 Anzeigen wegen Mordversuchs stellten sich nach ? Prüfung als unbegründet heraus.

Selbstmorde.

r Freiwillig in den Tod gingen 63 Personen. Hierunter be- , fanden sich 22 weibliche. Als Motiv kommt in den meisten fc Fällen Krankheit, Lebensüberdruß, Liebeskummer und ge- I kränkte s Ehrgefühl in Frage.

Falschgeld.

Jrn vergangenen Jahrs wurde hier nur ein Münz- verbrechen angezeigt. Eine ganze Anzahl unfertiger Falschstücke und die Fälscherwerkstatt wurden gefunden und beschlagnahmt. Der Täter ist kurz vor der Entdeckung ge­storben. . Wegen Verausgabung von Falschgeld kamen 385 Fälle gegenüber 524 im Jahre 1933 zur Anzeige. Es ist so­mit ein erfreulicher Rückgang zu verzeichnen. Interessant ist der Vergleich, daß in den Wochen vor Weihnachten, also im Dezember 1933 und 1934 die Verausgabung von Falschgeld doppelt so hoch war, wie in den übrigen Monaten.

Brände.

Die Kriminalpolizei mußte in 61 Fällen zur Feststellung der Brandursache eingesetzt werden. Es handelte sich vielfach um Zimmerbrände, bei denen Fahrlässigkeit, vereinzelt auch Eelbjtentzündung, vorlag. Fälle von vorsätzlicher Brand­stiftung sind nicht zu- verzeichnen.

Roheitsdelikte.

166 Anzeigen wegen vorsätzlicher und 10 wegen fahr­lässiger Körperverletzung wurden erstattet. Sn keinem Falle hinterließen- die Mißhandlungen schwerwiegende Folgen. Veranlassung zu -den tätlichen Ause-inandersetzun-gen war in vielen Fällen der übermäßige A l k oh-o lg e nu-ß und Hausstreitigkeiten. Gegenüber 1933 kann ge­sagt werden, daß die Bevölkerung friebfertiger geworden ist, denn es ist in dem Berichtsjahre eine Abnahme von 30 Fällen zu verzeichnen.

Raubübersälle.

ereigneten sich 3. In 2 Fällen konnten die Täter ermittelt und festgenommen werden. Der Raubüberfall auf den Kassenbo-ten der Firma Karzentra war der bemerkens­werteste. Die Täter sind bereits zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt worden.

Einbruchsdiebstähle.

Zur Anzeige gelangten 350 Einbruchsdiebstähle. Zum großen Teil handelt es sich um Einbrüche in Ställe, Keller­räume, Gartenhäuschen usw., bei Leuen den Dieben eine weniger große Beute in die Hände fiel. Aber auch größere Einbrüche in Wohnungen und Geschäftsräume sind zu ver­zeichnen. In vielen Fällen konnten die Verbrecher ermittelt und das gestohlene Gut wieder herbeigeschafft werden. Er­wähnenswert ist, daß für die größeren Einbrüche vielfach ortsfremde Personen in Frage kommen.

artige Anzeigen erstattet worden. Unter diesen sind wiederum viele Fälle zu verzeichnen, bei denen Beschädigungen an Geschäfts- und Privathäusern durch Abr-eißen von Schildern, ■ Verschmutzung usw. verursacht wurden.

Tierquälerei.

Während noch im Jahre 1933 kaum eine Anzeige wegen Tierquälerei erstattet wurde, kamen in diesem Jahre in 12 Fällen Personen wegen dieses Deliktes zur Anzeige. Durch das Tier-schutzgefetz vom 24. 11. 1933 ist -nunmehr auch die Möglichkeit einer nachdrücklichen Ahndung derartiger Straf­taten gegeben. Obschon durch wiederholte Veröffentlichungen in der u.agesp reffe für den Schutz -der Tiere immer wieder «ingetreten wurde, ist die Zahl der Fälle der Tierinißhand- -lung-en recht auffällig. In 15 Fällen wurden Anzeigen gegen Wilddiebe und Vogelfänger erstattet. In engster Zusammenarbeit mit den Forstaufsichtsbeamten ge­lang in -den meisten Fällen die Aufklärung. Biele Singvögel wurden beschlagnahmt und dem Tierschutzverein oder der freien Natur übergeben. Auch einem gefährlichen Schlingen- fteller wurde das unsaubere Handwerk gelegt. Als Bor- beugun-gsmaßnahm-e erhielt ein bekannter, besonders ge­fährlicher Wilddieb Wald- und Feldverb-ot. Einige wildernde Hunde mußten unschädlich gemacht werden, da in mehreren Fällen Rehs von ihnen angerissen, einige sogar getötet worden waren.

Berkehrsunsälle.

. Hier war in 667 Fällen die Polizei tätig. 16 Personen mußten -infolge dieser Unfälle ihr Leben lassen. Es ist zu er­warten, daß die immerhin hohe Zahl der Be-rkeh-rsunfälle durch die Maßnahmen der Reichsstraßenverkehrsordnung für die Folge bedeutend zurückgehen wird.

Das Bettlerunwesen

ist im Vergleich zum Vorjahre auch zurückgegangen. Während 1933 noch 255 Fälle bearbeitet werden mußten, waren es 1934 nur noch 193. Es hat sich gezeigt, Laß ein großer Teil der Bettler von auswärts zugereist war. Infolge der hier durchgeführten Streifen hat dieser unerwünschte Zuzug nach­gelassen, -so daß der Rückgang als eine Auswirkung der vor­beugenden Tätigkeit der Polizei zu betrachten ist. Bei der Bekämpfung dieses Übels kann auch das Publikum der Polizei wesentliche Hilfe leisten, indem jeder, bei dem Bettler vorsprechen, es ab-lehnt, Almosen zu geben und die Betreffenden an die bestehenden Wohlfahrtseinrichtungen verweist. Nachdem diese Einrichtungen durch die NSV. und Las Win-terhi-lfswerk ergänzt und ausg-ebau-t sind, besteht für keinen mittellosen Volksgenossen mehr die Notwendig­keit, durch Betteln -den Lebensunterhalt zu bestreiten. Bei den Bettlern handelt es sich meistens um arbeitsscheue Menschen, die nur deshalb keine Unterstützungen beziehen, weil sie nicht gewillt sind, die -durch den Empfang von Unter« stützungen entstehenden Verpflichtungen, wie Pfl-ich-tarbeit usw., zu übernehmen. Häufig sind auch noch -solche Personen darunter, die Unterstützungen -beziehen und sich durch das Betteln eine Nebeneinnahme verschaffen, Li« zum Teil 'sogar in Alkohol Umsetzen. Wegen Landstreicherei hatten sich 16 Personen zu verantworten.

Vermißte.

Insgesamt wurden 80 Personen als' vermißt gemeldet. Hierunter befinden sich 21 weibliche. In alle 'n Fällen konnten die Vermißten ermittelt und ihren besorgten An- gehöri-gen wieder zugeführt werden. Als Grund des Ver­schwindens wurde Furcht vor Strafe, Abenteuerlust, Krank-

Von Georg Britting.

Das sind grünschwarze Tümpel, von Weiden Überhängen, von Wasserjungfern übersurrt, das heißt: wie Tümpel und kleine Weiher, und auch große Weiher, ist es anzusehen, und es ist -doch nur Donauwasser, durch Steindämme abgesondert vom großen, grünen Strom, Altwasser, wie man es in -der Gegend nennt. Fische gibt es im Altwasser, viele, Fisch­könig -ist -der Bürstling, ein Raubtier mit zackiger, kratzender Rückenflosse, mit bösen Augen, einem gefräßigem Maul, grün- schwarz schillernd wie das Wasser, -darin er jagt. Und wie heiß es hier im -Sommer ist! Di-e Weiden schlucken -den Wind, der draußen über dem Strom immer geht. Und aus dem Schlamm steigt -ein Geruch wie Fäulnis und Kot -und Tod. Kein besserer Ort ist zu finden für Kn-abe nspieke als dieses gründäinm-e-rnde Gebiet. Und hier -geschah, was -ich jetzt erzähle.

Die drei Hofberger Buben, -elfjährig, zwölfjährig, dr-ei- zehn-jiihr-ig, waren damals im August jeden Tag auf den heißen Steindämmen, hockten unter den Weiden, waren Indianer im Dickicht und Wurzelg-eflecht, pflückten Brom- beere-n, die schwarzf-eucht, stachlig geschützt, glänzten, schlichen -durch das Sch-i-lf, das in hohen Stangen wuchs, schnitten sich We-i-denruten, rauften, schlugen auch wohl einmal dem Jüngsten, dem Elfjährigen, eine tiefe Schramme, -daß sein Gesicht rot beschmiert war wie eine Menschenfressermaske, brachen wie Hirsche und schreiend -durch Buschwerk und Graben zur breitfließenden Donau vor, wuschen den blutigen Kopf, und die Haare deckten die Wunde dann, und waren gleich wieder versöhnt. Die Eltern natürlich durften nichts erfahren von solchen bösen Streichen, und sie lachten alle drei und vereinbarten wie immer: „Zu Hause sagen wir aber nichts davon!"

Die Altwässer ziehen sich stundenweit der Donau entlang. Bei einem -Str-eifzug einmal waren die drei tief in die grüne Wildnis vorgedrungen, tiefer als je zuvor, bis zu einem Weiher, größer, als sie je einen gesehen hatten, schwarz der Wasserspiegel, und am Ufer war ein Fischerboot angekettet. Den Pfahl, an dem die Kette hing, rissen sie aus dem schlammigen Boden, warfen Kette -und Pfahl -ins Boot, stiegen ein, ein Ruder lag auch dabei, und ruderten in die Mitte des Weihers hinaus. Nun waren sie Seeräuber und