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Donnerstag, 24. Januar 1935

Nr. 23

83. Jahrgang

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Ilm die Verbände

legen, wird in

Allste WMllllg im AliW-WWiVell Uenzlonslill.

Fernsprecher-Sammel-Nr. 59831, Berliner Büro: Berlin-WUntersdorf.

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nischen Außenministers mit dem rücksichtslosen Vorgehen des japanischen Heeres, das sich anscheinend jdder Kontrolle durch die zivilen Behörden entzogen habe.

Die Neigung, sich jetzt in London irgendwie festzu- ' t Paris umso geringer sein, als die

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Verbände einschränken. Daß er sich damit die Verbände selbst zum Feinde macht, liegt auf der Hand. Der Führer des Verbandes „Feuerkranz" kün­digt bereits an, daß er Enthüllungen über Verhand­lungen Flandins mit den Feuerkreuzlern veröffentlichen werde, da nämlich Zeugen vorhanden feien für Ver­handlungen, die Flandin mit diesen Verbänden bei dem Sturz der Regierung Doumergue führte. Dann aber stößt Flandin auf eine starke Opposition bei der Bauernschaft, die mit dem neuen Ge­treidegesetz sehr unzufrieden ist. Dieses neue Gesetz, das der Landwirtschaft Hilfe bringen sollte, hat nämlich, ob wohl die Regierung Stützungskäufe vornahm, ein Ab sinken des Getreidepreises nicht ver­hindern können. Die Opposition der Bauern­schaft äußerte sich auch bereits darin, daß die organi­sierte Bauernschaft eine von der Regierung unterstützte Ausstellung landwirtschaftlicher Maschinen in Paris boykottierte, sodaß bei der Eröffnung dieser Ausstellung der Landwirtschaftsminister und die offiziellen Persön­lichkeiten der Regierung ziemlich allein auf weiter Flur,waren. Schließlich darf nicht übersehen werden, daß selbst die Radikalsozialisten neuerdings gewisse Schwierigkeiten machen, da sie die Justiz­reform der Regierung bekämpfen. Es kommt noch hinzu, daß in der Kammer Neigung besteht, die Notverordnun­gen Doumergues zu mildern und neue Summen für Pensionen usw. zu bewilligen. Das aber würde bedeuten, daß wieder Ausgaben ohne Deckung beschlossen werden und damit würde die Aufgabe des Kabinetts auf finanz- und wirtschaftspolitischem Gebiet noch erschwert werden.

Man braucht alle diese Dinge nicht zu überschätzen. Eine Gefahr für das Kabinett Flandin -besteht im Augenblick kaum. Aber diese ganze Lage wird doch Herrn Flandin und seinen Außenminister veranlassen, auf außenpolitischem Gebiet vorsichtig zu operieren.

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Die Kriegsgewinne in den Bereinigten Staaten.

Aussagen eines Führers der American-Legion.

Washington, 23. Jan. Am Mittwoch untersuchte der Heeresausschuß des Repräsentantenhauses die Höhe der amerikanischen Kriegsgewinne. Besonders be­achtlich waren die Aussagen von Frank Velgrano, einem Führer der einflußreichen American-Legion. Von den in den Vereinigten Staaten ausgegebenen 19 Milliarden Dollar für Rüstungszwecke seien, so sagte er, 11 Milliarden in die Hände der Kriegsgewinnler gekommen. Er fordere daher die Wegsteuerung der Kriegsgewinne. Die Kriegsveteranen würden nicht die sofortige Auszahlung ihrer Pensionen fordern, wenn schon im Jahre 1917 ein Ge­setz bestanden hätte, das Kriegsgewinne unmöglich gemacht hätte. Die American-Legion müsse die Schande, die dem Weltkrieg gefolgt sei, zurückwersen, als di« Zahl der Kriegs- nrillionäre in den Vereinigten Staaten die Zahl der weißen Kreuze in Flandern übertroffen habe.

Der südafrikanische Verteidigungsminister beim „Emden"-Empfang.

Kapstadt, 24. Jan. Den Mitgliedern des südafri­kanischen Unterhauses wurde am Mittwoch auf Verlangen mehrerer Abgeordneter der amtliche Wortlaut der Rede zu- geftellt, die der südafrikanische Verteidigungsminister P i r o w in Johannesburg auf einem zu Ehren der Offi­ziere und Mannschaften des deutschen Kreuzers „Emden" veranstalteten Empfang gehalten hat. Danach hat der Minister erklärt, das neue Deutschland werde wieder zu einer Großmacht. Deutschland als Großmacht mit vollkommener ehrenvoller Gleichheit sei eine unüber-

, treffliche Gewähr für den Weltfrieden, wenn dieser von Dauer sein solle. Gegenwärtig werde die Be­wegung der farbigen Raffen immer stärker. Die Flutwelle steige immer höher und mache die Aufrechterhaltung und Ausbreitung der weißen Zivilisation zu einer Frage von Leben und Tod. „In diesem Sinne", so erklärte der Mini­ster, „möchte ich die Hoffnung ausdrücken, daß Deutschland wieder eine Kolonialmacht in Afrika wird. Wie, wann und wo dies erreicht werden kann, läßt sich im Augenblick noch nicht sagen, aber da heute eine gesunde Verständigung in internationalen Angelegen­heiten in Erscheinung tritt, wird auch diese Frage gelöst werden."

Deutschland als gleichberechtigte Grohmacht.

eine unübertreffliche Gewähr für den Weltfrieden.

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aueigettpreife: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalt» im Anzeigenteil Grund, preis 6 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Teitteil 45 Rpf., sonst läut Tarif Nr. 3, Nachlatzstaffel C. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen.Annahme 10 Uhr vormittag«. Größere Anzeigen müssen spätesten« einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.

Flandin mutz kämpfen.

Nur unverbindliche Besprechungen. — Innenpolitische Auseinandersetzungen in Frankreich Die unzufriedenen Bauern.

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i innenpolitischen Schwierigkeiten, von I denen das Kabinett Flandin zunächst verschont blieb, i langsam größer werden. Ein Abmarsch : der Rechtsgruppen aus seiner Mehrheit in die । Opposition möchte Flandin aber begreiflicherweise ver­hüten und er wird deshalb nicht durch irgendwelche außenpolitische Entscheidungen das Stichwort hierfür - den Rechtsgruppen geben. Man ist ohnehin auf der ^Rechten verstimmt über die Politik der Regierung ^gegenüber den Verbänden und hat in diesem Zn- ksammenhang auch besonders den Rücktritt des Generals kW eygand, der als mächtiger Schützer der Verbände i gilt, bedauert. Dabei will Flandin offenbar keines­wegs die Verbände kurzerhand auflösen, er will aber ^wohl, was er bei der Regierungsbildung der Linken khalb und halb zugesagt hat, die Tätigkeit der

Bulgariens neuer Kurs.

In Bulgarien hat sich ziemlich überraschend ein Re­gierungswechsel vollzogen. Man blickt in Men euro­päischen Hauptstädten immer mit Mißtrauen auf, wenn in den Valkanstaaten irgendeine Veränderung eintritt. Scheinen doch die Balkanangelegenheiten so eng mit den europäischen Dingen verflochten zu sein, daß jeder politische Wandel in einem Balkanstaat die europäischen Verhältnisse zwangsläufig in Mitleidenschaft ziehen kann.

Der jüngste Regierungswechsel in Bulgarien ist, unter europäischen Gesichtspunkten betrachtet, aller­dings weniger bedeutungsvoll. Der bisherige Minister­präsident Eeorgieff, der Schöpfer eines autoritären Bulgariens, wurde einfach ersetzt durch seinen Kriegs­minister Slateff. Der neue bulgarische Regierungs­chef hat die Armee fest in der Hand und genießt auch beim Volke einen recht guten Ruf. Bulgarien braucht heute starke Männer — und alle Anzeichen sprechen dafür, daß der starke Mann Slateff das bulgarische Schicksal meistern wird. Eng wie bisher bleibt auch das Verhältnis zwischen Rsgierungsgewalt und Krone. Ja — die republikanischen Strömungen, die sich hier und da auch in Bulgarien zeigten, werden unter der Kommandogewalt des Generals Slateff nirgends zum Durchbruch kommen. Ideeller Träger des autoritären Regimes bleibt nach wie vor die militärische Organi­sation „Zveno". Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Regierung — vor allem über die künftige Behand­lung der Auslandsschulden — waren ausschlaggebend für die rasche Regierungsneubildung.

Die Frage der Auslandsschulden, gewisse wirtschaft­liche Schwierigkeiten, das unglaubliche Elend der bäuer­lichen Bevölkerung — alles das sind hauptsächliche Ge- sprächsgegenstände im heutigen Bulgarien. Der Aus­länder, der sich nut kurze Zeit in der Hauptstadt Sofia aufhält, läßt sich vielleicht täuschen durch die unerhörte „Billigkeit" des Landes. Für landwirtschaftliche Pro­dukte bezahlt man einen Spottpreis. Dieser unerhörten Billigkeit der wichtigsten Bedarfsmittel des täglichen Lebens (Textilwaren machen hier eine Ausnahme) steht aber das äußerst bescheidene Einkommen aller schaffen­den Menschen in Bulgarien gegenüber. Das Einkom­men des Familienoberhauptes reicht in den meisten Fällen nicht für die Erhaltung der Familie ans. Frauen- und Kinderarbeit ist deshalb häufig anzu­treffen. Die Not des Lebens bekommen die jungen Bulgaren heute frühzeitig am eigenen Leibe zu spüren.

Es wird höchste Zeit, daß die autoritäre Regierung dem Elend des schaffenden Volkes steuert. Das zurück- getretene Kabinett Georgieff, das feit dem 19. Mai 1934 regiert, erfüllte nicht alle Erwartungen der Bul­garen. Immerhin vermochte Eeorgieff die gefährliche mazedonische Frage dadurch zu lösen, daß erdie „Jmro" ausrottete und ihre Führer verbannte. Ein bedeut­samer innerer Krisenherd weniger! Die Annäherung der beiden südslawischen Völker Bulgarien und Süd- slawien machte, wie zugegeben werden muß, unter Eeorgieff wesentliche Fortschritte. Gleichwohl blieb Bulgarien der Balkan-Entente fern — und alle Lockun­gen vermochten es nicht, die bulgarische Regierung aus ihrer Reseroestellung herauszubringen. Ob die neue Regierung Slateff auch einen außenpolitischen Kurs­wechsel vornimmt, bleibt abzuwarten. Wahrscheinlich ist er nicht. Dagegen wird das neue Militärkabinett mit HoiMuck an die Bewältigung der großen innen­politischen Ausgaben Herangehen müssen — oder es kommt mit Sicherheit dahin, daß abermals nach einem Halbjahr eine abgewirtschaftete Regierung vor einem Trümmerfeld steht.

Chinesische Entrüstung über das japanische Vorgehen.

■= London, 24. Ja». (Eig. Drahtmeldung.) Wie Reuter l aus Peiping meldet, ist es in der, Nacht zum Donnerstag im Kampfgebiet in der Provinz Tschachar ruhig geblieben. 5n Peiping seien jedoch die beunruhigendsten Gerüchte über die weiteren japanischen Absichten verbreitet. Da die Chinesen ^allerdings nicht die Absicht haben, zum Gegenangriff vorzu- r gehen, glaubt man kaum, daß die Lage eine wesentliche ■ Verschärfung erfahren wird. In chinesischen Kreisen ist man, t wie der Reuter-Berichterstatter weiter mitteilt, über die Haltung Japans außerordentlich entrüstet, und : man vergleicht mit Bitterkeit die friedfertige Rede des japa-

as. Berlin, 24. Jan. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Heute in einer Woche werden der franzö­sische Ministerpräsident Flandin und sein Außen­minister Laval die Reise nach London antr-eten. Daß _ diese Reife in Paris sehr gründlich propagandistisch oor- a>|| bereitet wird, wurde hier gestern schon gezeigt. Trotz 1 § Udieser umfangreichen Vorbereitungen wird man aber nicht mit irgendwelchen endgültigen Beschlüssen in London rechnen können, vielmehr vernimmt man heute auch aus Paris, daß es sich nur um unver­bindliche Besprechungen mit den englischen Staats- - männern handeln werde. Die französischen ' M i n i st e r würden ihr Programm in London unterbreiten und es sei nicht ausgeschlossen, daß die englische Regierung nach Kenntnisnahme ' dieses Programms die Reichsregierung unter­richte und ähnliche Besprechungen mit Berlin führen U werde.

Japanische Truppen gehen zum Angriff vor.

Peking, 24. Jan. Die chinesischen Zeitungen melden aus ^Kalgan, daß hier japanische Flugzeuge am Mittwoch- boormittag sieben Bomben über dem alten Palisadenwall im Mschachar-Eebiet abgeworfen haben. Um 11 Uhr setzte ein ■51 rtilleriebombardement ein und um 12 Uhr be- Wzann der Angriff der japanischen Infanterie Maus Tuschiku und die Große Mauer.

Den Darstellungen der englischen Berichterstatter in MPeking zufolge eröffnete am Dienstagabend eine mit vielen M Kraftfahrzeugen, 20 Feldgeschützen, 20 Panzerwagen und Mvier Bombenflugzeugen ausgestattete Streitmacht von 2000 M Mann, die aus japanischen und mandschurischen Soldaten | bestand, den Angriff auf die mongolische Provinz Tschachar. k Der Angriff richtete sich gegen Kuyuan, Tungschatze und f Tuschiku. Die letztere Stadt liegt an einer wichtigen i Durchgangs st raße durch die Große Mauer. Die " Flügelgruppen der Angreifer waren etwa 40 Kilometer von­einander entfernt. Am Mittwoch bei Tagesanbruch warfen Flugzeuge Bomben auf die chinesischen Stellungen. Mittags " folgte eine heftige Beschießung, in deren Verlauf 70 Grana­ten innerhalb der Großen Mauer niederaingen, worauf die ■ Infanterie vorging. Mit Anbruch der Dunkelheit machten die Angreifer halt. Der Militärattache der japanischen Bot- f schäft in Peking, Oberst Takahaschi, erklärte auf Be­fragen, „der Feldzug werde fortgesetzt werden, so lange es | notwendig sei". Die chinesischen Streitkräfte, deren Verluste s unbekannt sind, stehen unter dem Befehl des Gouverneurs i der Provinz Tschachar, Sungtschenyuang.

3n Peking fand eine schleunigst einberufene Konferenz k zwischen General Sungtschenyuang und dem Kriegsminister ' General Hoying statt, über deren Ergebnis noch nichts be­kannt ist.

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