Einzelbild herunterladen
 

Vitsbadkmr (Lagblatt

sjnnfaj, 20. Jmm« 1935.

Fiir Zuschriften aus dem Leserkreise. die «-ter dieser Rubrik .veröffentlicht werde- "»d. möglichst knavv «»d gege-stii-dlich gehalten sei- solle», Sberulmmt tit Schrrftlertung nur dre vretzgesetzlrche Berantwortung.

in

Strahen

Ein General jetzt sprengt heran auf hohem, stolzem Rosse: „Frau! Ist des Teufels Sie? Ihr seht dem Tod hier ms Gesicht!

Hier ist kein Ort für Weiber!" - „Nicht fürcht' ich die Geschosse!

. Ruft sie mit lächelndem Gesicht.

„Sie schießen auf mich Nicht." Und beugt sich nieder mild — Und fährt so fort zu laben

weiter Sieche, Wunde. — Nun, da die Bütte leer, zurück lie kehrt, aufs neu zu füllen sie - Und bleibt mit Todesmut dabei

so Stund um Stunde — Als eine Heldin, ob sie gleich nur eine Magd. Verklärt von Poesie, Ihr Bild kommt auf die Nachwelt.

T. S.

„Meine Braut heißt nur Schmidt

Ein Beitrag zu einem deutsche- Familienname».

Von Hinrich Koch (Heidelberg).

Ambos in den Grund. Wundervolle Arbei­ten weiß bereits um das Jahr 1000 die Meisterhand deutscher Schmiede yerzu- stellen. Italien, sonst das gepriesene Land aller Künste, vermag in deH Beziehung mit Deutschland längst nicht gleichen Schritt zu halten. Freilich, erstaunlich ist es nicht, daß das Schmieden bei den Deutschen stets eine so große Beliebtheit und Wertschätzung ge­noß wurde es doch dadurch erst möglich, die Erde gründlich zu bearbeiten und zu einer Stufe der Kultur zu gelangen, die durch unseren unerreichten Ackerbau gekennzeichnet wird. Mit geradezu begeisterten Worten feiert unser Nationaldichter Schiller — in dem Gedicht „Das Eleusische Fest" — ein­mal den Gott der Schmiede:

„Und es kommt der Gott der Esse,

Zeus' erfindungsreicher Sohn, Bildner künstlicher Gefäße, Hochgelehrt in Erz und Ton. Und er lehrt die Kunst der Zange, Und der Blasebälge Zug:

Unter seines Hammers Zwange

Bildet sich zuerst der Pflug."

So nimmt es denn auch weiter nicht wunder, daß uns der Name Schmied in allen möglichen Schreibungen und Sproßformen in deutschen Landen überaus häufig be­gegnet. In jeder Volksgemeinschaft, in jedem Flecken, ja fast in jedem Dorfe schon gab es seit altersher einen Schmied, der von seinem Gewerbe gewöhnlich auch den Namen empfing. Meistens schrieb man diesen aber nicht Schmied, sondern ohne „e“: Schmid oder Schmidt. Wohl am stärksten durchge­setzt hat sich der Name in Deutschlands Nord­westecke, in der ostfriesischen Landschaft „Reiderland". Hier stoßen wir auf ihn in folgenden Schreibarten: Smiot, Schmidt, Smit, Smid, Schmid und Schmedes. Anders­wo finden wir die Schreib- und Sprotz- iormen Schmitt, Smitt, Schmiedt und Smiedt; Schmiedlin und Schmiedlein. Im Schwarzwald sind die Schmieder und

kaum einen Namen, der gemeinhin altersher so geachtet, so geschätzt und so Ehren gehalten worden ist wie eben der Name Schmidt.

Irgendwo im deutschen Vaterlande — der Name der betreffenden Ortschaft tut nichts zur Sache — hat sich vor kurzem ein junger Mann namens Töpfer verlobt. In einem ausführlichen Brief an einen Freund schil­dert der srischgebackene Bräutigam das Er­eignis. Seine Braut verkörpert danach den Inbegriff aller weiblichen Vorzüge und Tugenden. Sie ist nicht nur eine blitz­saubere Maid, rank und schlank, blondlockig und blauäugig, sondern sie stellt auch in allen häuslichen Obliegenheiten ihren Mann: im Kochen und Einmachen, Nähen und Schneidern, Wäschen und Plätten. Obendrein fehlt es ihr auch nicht an einer stattlichen Aussteuer. Trotz alledem fühlt sich aber Herr Töpfer noch nicht zufrieden, geschweige denn glücklich. Etwas paßt ihm nicht an seiner Liebsten: ihr Name, ihr Familienname! „Meine Braut heißt nur Schmidt!" schreibt er in jenem Briese und setzt hinzu: „Der Name klingt so gewöhnlich und alltäglich und hat so gar nichts Apartes an sich!"

Schmidt leitet sich natürlich von Schmied her; wir haben es hier, genau wie bei Töpfer auch, mit einem sogenannten Berufs-, Eewerbs- oder Veschäftigungsnarnen zu tun. Vor Jahrtausenden schon stand das Schmiedehandwerk bei allen Völkern in hohem Ansehen. Der erste Gewerbsmann, den die Bibel zu nennen würdigt, war Thubalkain, ein „Meister in allerlei Erz und Eisenwerk". Bei den Griechen galt als Gott der Schmiede Hephästos, dem man die schönste Frau, Aphrodite, zur Gattin gab; bei den Römern war es Vulkan, den man sich tief unten im Aetna an der Esse stehend und hämmernd dachte, wovon der rauchende und feuerspeiende Berg beredtes Zeugms ablegte. Insbesondere aber bei den alten Deutschen kam kein Handwerk dem Schmiede­handwerk an Vornehmheit gleich. Der Königssohn und spätere König Siegfried er­lernt es und schlägt durch seine Kraft den

Schmiederer recht häufig, in Mannheim die S^mieds und Schmies nicht selten und im Rheinland die Schmitts, Schmitz, Smets und Smeets sehr zahlreich.

Billigkeitshalber müsien wir demnach unserem krittligen Herrn Töpfer darin bei­stimmen, daß der Name seiner Braut „so gar nichts Apartes an sich hat". Diese Er­kenntnis ist uns nun aber keineswegs etwas Neues. Bereits im 16. Jahrhundert gab es ähnliche Meckerer und Kritikaster wie Mosjö Töpfer, denen der Name Schmidt ebenfalls zu gewöhnlich und alltäglich war. Um ihm einen feineren und aparteren An­strich zu geben, verlateinte man ihn wohl damals: der schlichte Schmidt verwandelte sich in einen vornehmen Faber oder in einen noch vornehmeren Fabrrcius. Ähnlich er­ging es zahlreichen anderen Familien­namen, die sich gleichfalls durch Einfachheit und Erdverbundenheit hervortaten. Es war nickt anders: Die Deutschen jener Tage waren manchenorts von einem förmlichen Fimmel besessen, mit einem möglichst aparten und gelehrten Namen vor ihren Mimetischen Staat zu machen.

Heute, in einer Zeit gründlicher völkischer Erneuerung auf allen Gebieten unseres Kulturlebens, lachen wir über derartige Entgleisungen. Das gute alte kommt auch in unseren Familiennamen wieder zu Ehren. Immer mehr erkennen wir, daß, wer Bauer oder Schiffer, Müller oder Schneider, Kauf­mann oder Zimmermann heißt, seine Vor­fahren und die Wurzel feines Lebens in einem Stande hat, der nach dem alten Sprichwort einen goldenen Boden aufweift. Auch der Name unseres Kritikasters, der uns die Feder zu diesem Beitrag in die Hand gezwungen hat, stammt ja, wie schon gesagt, von einem solchen altgeachteten Gewerbe per. Herr Töpfer kann sich darum doppelt glücklich schätzen, daß er die Ehre hat, dem­nächst das Ansehen feines Namens durch den strahlenden Glanz des Namens seiner Ehe- liebsiei' noch wesentlich zu erhöhen. Nörgelt und mäkelt er aber auch nach der Hochzeit noch an dem Mädchennamen seiner Frau herum, so möchte ihr, der geborenen Schmidt, zu empfehlen fein, ihren Herrn und Gebieter einmal gründlich in die Schmiede zu nehmen und ihn dort nicht Hammer, sondern Amboß jein zu lassen.

mehr steigernden Autoverkehr immer in Ge­fahr. Auch ist es für einen Passanten un­angenehm, sich in den zurzeit von Wasser- pfützen übersäten Straßen von vorüber­fahrenden Autos vollspritzen lasten zu wüsten. Was uns Rambacher am meisten kränkt, ist, daß die Vororte, die bei der Ein­gemeindung mit Schulden übernommen wurden, heute ein vorbildlich ausgebautes Straßennetz besitzen (Asphaltstraßen, Kanal usw.), während Rambach als einziger Vor­art, der mit einem ansehnlichen Barbetrag eingememdet wurde, in 90 % aller Straßen noch nicht einmal das notwendigste, einen Bürgersteig^hat.9- v. r.

ßtne heldenmütige Saarländerin.

eine Leserin des Wiesbadener Tag- «irfte geborene Saarlouiserin, die 78 Jahre »Hift’unb feit 43 Jahre» das „Wiesbadener TjMtilatt“ lieft, stellt uns das nachfolgende zur Verfügung. Ein Sohn der 'ramilie Schultze, bei dem Katharina Weiß- gen. Schultze-Kathrin, von der das Ksdicht handelt, Dienstmagd war, lebt hier in Mesoaden. Die Schriftleitung. Mk-W

Die Heldenmagd Katharina Weißgerber.

Am 6. August 1870.

fetaf Spicherns Höhen tobt der heiße

Männerkampf.

Von Staub und Schweiß bedeckt, der

glühend Sonne Glut

Beinah erliegend, ringt im grauen

Pulverdampf

" Die todesmut'ge Schar, die jetzt voll Kampfesmut Den steilen Berg erstiegen.

Ringsum versengt ist alles! Des

Sonnenballes Pfeile

Fast senkrecht treffen sie die deutschen

Krieger.

Kein Master, nicht Labsal weit und breit! Doch sieh, in Eile

Ein Weib betritt, von hohem Mut

beseelt — als Sieger Über weibisch Zagen triumphierend — Jetzt die Walstatt. Sein fester Tritt

auf blut'gem Feld

Auf seinem Kopfe läßt die Wasserbütte wiegen. —

Bon hohem Wuchs, gleich einem hehren

Held, So schreitet es dahin, ganz un­bekümmert, ob da fliegen Des Feindes Kugeln um fein Haupt. — Jetzt neigt es voll Erbarmen sich, stellt feine Bütte nieder, Stillt hier des Durstes Qualen, trägt dort auf starkem Arm Die Siechen aus dem Kampf; nicht müde, zeiget immer wieder, Weil Nächstenlieb erfüllt sein Herz so warm, Mit linder Hand es sich als

Samariterin.

Man schüttelt — teils belustigt, teils ent« rüstet — den Kopf, wenn man diese Jeremiade liest. Der Mosjö Töpfer ist wirklich ein sonderbarer Heiliger. Er gehört, täuschen wir uns nicht, zu den geborenen Nörglern, Krittlern und Meckerern. Es dürfte nicht alle Tage vorkommen, daß ein Bräutigam in solcher Weise sein Mißfallen über den Namen feiner Braut äußert. Da­bei hätte gerade Herr Töpfer am wenigsten Veranlastung, hier eine Lippe zu ziehen und seine abfällige Meinung so unritterlich zum Ausdruck zu bringen. Er sollte ganz im Gegenteil stolz darauf fein, daß das deutsche Mädchen, das ihm, dem Griesgram und Miesepeter, Herz und Hand geschenkt hat, ausgerechnet Schmidt heißt, denn unter unseren deutschen Familiennamen gibt es kaum einen Namen, der gemeinhin seit

in Wiesb aden-Rainb ach.

In unserem Stadtteil befinden sich die Straßen in einem derartigen Zustand, der dem heutigen Verkehr nicht entspricht. Kaum ein Zehntel des gesamten Straßennetzes ist mit einem Bürgersteig versehen. Gerade die verkehrsreichsten Straßen, wie Burg­straße, Gartenstraße, Ober- und Untergasse, Platter Straße. Kehrstraße, sind ohne Bür­gersteig. Der Fußgänger, der in den ge­nannten Straßen auf dem Fahrdamm gehen muß, befindet sich durch den sich mehr und

Opel gibt bekannt:

Die Auswirkungen Oes Opel-lDinter-Progromms waten stärket, als oon uns ootausjufehen war. Da wir jedoch größten IDert daraus legen, keinen Opel-fiäufet zu enttäuschen, der die Dorteile der ermäßigten Opel-LDinter- preife für fick ausnuhen möchte, erklären wir uns bereit, alle Magen, die bis zum Sl.januat 1935 bei einem Opelhänbler bestellt sind, zu den LDinter- Sandetpteisen zu liefern.

Die Ausführung oon Aufträgen jedoch, welche nach dem 31.januar erteilt werben.hann nicht mehr zu den Minter-Sonderpreisen gewährleistet werden. OPEL der Zuverlässige

Die Winter-Sonderprerse

Opel 1,2 ctt. Modelle mit 4 3yl. Dier-Iakt-fflotor:

Limousine, 2-tätig . « « . * AID 1750.» Ladt.-Lim., 2-tätig « . . . Rffl 1 860.- 5pez.-Lim., 2-tätig » « . .iRffl 2070.-

Opel 1,3 rtr.4 3yl.mit »Opel-Synchron Jeberung«: Limousine, 2-tätig >4 A . Rin 2650.- Ladt.-Lim., 2-tätig« » RITI 2750.- Limousine, 4 - tätig , 8ITI 2950.- Cabriotet, 4-sitzig -» «- RITI 3250.»

Opel 6 jyl. 2 £tr. mit »Opel-Synchron-feberung«; Limousine, 4-tätig , »• » . Rm 3400.- Cabriolet, 4-sitzig - - * - » RITI 3800.-

Die jetzt jur Ablieferung gelangenden Magen sind 1935er Modelte, wie sie auf der Internationalen Automobil-Ausheilung Berlin gezeigt werden.

Preise ab Merk Adam Opel A.fj., 'Hüffelsheim ft-ID.

A D A M

G . R ü S SEI S H E I M A M M