WitMkmr (tdijblilt
ittth m»XxU4i:* *1 OflÜSrtrthett M-rftäall» nachmittags, Samstags »or- u. n
7 Ausgaben
Druck und Verlag:
Wöchentlich
Unterhaltungsbeilage.
mit einer täglichen
X
Postschecklonto: Franffnrt a. M. Rr. 7105.
Höchste Abonnentenzahl aller Tageszeitungen Wiesbadens und Nassaus.
TeKgramm-ALrefst: la,blatt wiesbaben.
83. Jahrgang.
Sonntag, 20. Januar 1935.
Nr. 19.
vor
tgen chig
Der Völkerbund so» bezahlen
irs
t
wer- rral- Viese ent- ötel- ssen. tanb
nete hen- 'age ann rt, auf hts- upt- ilen.
der 'sch.
fyi:
hr:
ÜL-
nb
in
!te stk. >r: sch.
)ie och
ch- n; wer
fte ir:
1.
8. SchMenderglche tzofbachbruckerei, .Ta,blatt - Haus". EeschSftszeit: S Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn- und Feiertags.
tter sMg mie hutz Itd) lche afer und :ien nen ’tn. ter. ing
Die französische Denkschrift über die Saarflüchtlinge.
1. Februar zu beginnen. Die italienischen Truppen- abteilungen sollen zuerst das Saargebiet verlassen.
nicht einer stlfs- noch cklich flück- roiib Volk tlers
der dein
Zurückziehung beginnt am 1. Februar? Gespräche über den Abtransport der internationalen Truppen aus dem Saargebiet.
Werktäglich nachmittags, Samstags vor- u. nachmittag» Fernsprecher-Sammel-Nr. 59631. Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.
Holländische Wehrsorgen.
Genügt die holländische Wehrmacht? — Hollands Flankenstellung.
tdes- ■ Zies- ; ende ] : er-
die
tgen scheu egen ts- tzer e^en
MIMWUMkOe in mitteleutopa?
Von Karl o. Bondy.
nich» Jahrs men: unbl g ders des
Pro-' liffer ft er- llder,: eichs- i ions- < wirb s aber aren,
Die Verteidigung des holländischen Kolonialreiches.
■ ' as. Berlin, 19. Jan. (Drahtbericht unserer Berliner ft Abteilung.) Auch in Holland spielt die Rüstungs- iL frage neuerdings eine größere Rolle. Einmal haben hierzu sehr wesentlich die später allerdings demen-
C tierten Nachrichten beigetragen, Laß England beabsich- U tige im Kriegsfälle Holland als Basis für die Luft- flotte zu benutzen, darüber hinaus aber hat naturge-
;■ maß die gesamtpolitische Lage Anlaß gegeben, sich 1 immer wieder die Frage vorzulegen, ob die holländi- » scheu Rüstungen zur Verteidigung des Landes aus- § reichend sind. Der Verteidigungsminister Decker Hal 1 diese Frage in einem ausführlichen Memorandum im wesentlichen bejaht. Er hat keinen Zweifel daran ge- $ lassen, daß Holland nicht die Absicht habe, ' sich an einem Wettrüsten zu beteiligen, s daß es aber doch diejenigen Maßnahmen zu treffen ge- L denke, die zur Verteidigung erforderlich seien, | wesentlichen hat der Minister eigentlich nur bemängelt, ? daß die holländische Flugabwehrartillerie neuzeitlichen . Ansprüchen nicht mehr genüge. Aber er hat hinzuge- I fügt, daß Versuche mit Flaks moderner Konstruktion im t Gange seien. Militärische Sachverständige haben sich i dann gegen diese Ausführungen des Ministers gewandt k und vor allem betont, daß die holländische Artillerie I- unzureichend sei. So erklärte der frühere holländische | Generalstabschef, Generalleutnant Seyffart, daß die $ Artillerie nur zu 5 Prozent aus hochmodernen Ge- u schützen bestehe, dagegen zu 43,5 Prozent aus ver- x alteten und überholten, zu 16,5 Prozent aus nicht meyr i zeitgemäßen und zu 25 Prozent aus vollkommen ver- I alteten Geschützen. Auch Generalleutnant a. D. van " Ermel Scherer forderte in einem Vortrage, daß :: die artilleristische Ausrüstung vervollständigt und I Modernisiert werde, was ganz besonders für die schwere
Artillerie gelte. Diese Kritiker unterstreichen immer r wieder, daß die für den Ausbau der Wehrmacht erforderlichen Geldmittel unbedingt aufgebracht werden müßten, da es sich hier um eine Lebensfrage für das holländische Volk handele. r m Y .
Größere Beachtung noch als diese Mahnungen der
; der nrch- A.
für die französischen Bürger, die an der Saar ansässig waren und jetzt nach Frankreich zuruckkechren wurden, sorgen müsse, habe die französische Regierung auch den Saaremigranten gegenüber die Grenzen nicht schließen wollen. Eine Politik der offenen Tür könne die französische Regierung jedoch nur dann betreiben, wenn ihr die Mitarbeit des Völkerbundes lu-oeficfrcit werbe. Si-e bitte bestjülb, b'ie
lünbrschen Flüchtlinge auf die Tagesordnung der gegenwar- tigen Völkerbundsratssitzung zu setzen.
c“ - MWme U Ä
SÄÄÄ* einen Sap °°r dem Erfcheinungstage aufg-g-b-n n-erd-n.
Von berufener Seite ist jüngst erklärt worden, dag b#e nationalsozialistische Bewegung einer großen Eruption gleiche, dem Emporsteigen eines Eebirgsmassivs aus dem flachen Lande, dem gegenüber es keinen Sinn habe zu kritisieren, dem gegenüber es eben nur eins gebe, Kenntnis nehmen und auf der neuen Grundlage mitarbeiten. Das gilt vor allem für Deutschland. Die Völker jenseits unserer Grenzen vergeuden allerdings auch nur nutzlos ihre Kräfte, wenn sie „kritisieren", da das dem Unterfangen jenes Perserkönigs gleich käme, der das Meer mit Ruten züchtigen lieg. Aber zur Mitarbeit können wir niemand zwingen, sondern müssen es der Zeit überlassen, welche die anderen Völker zwangsläufig dazu anhalten wird, das zu tun, was für sie am besten ist. Der Rechenstift wirkt hier oft Wunder, aber von der materialistischen Seite allein kann niemals das Herl kommen, für Deutschland nicht und auch nicht für Europa. Darum verlohnt es sich schon, einen Blick auf die weltanschaulichen Wandlungen zu werfen, die sich gerade in den Räumen zeigen, die uns am nächsten liegen, nicht allein geographisch: auf die Weltanschauungswende, die sich in Mtttel- curopa vollzieht, auf die Kulturwehen im Donauraum.
Das politische Tagesgetriebe verwirrt oft den Blick, verschleiert gerade das Wesentliche, das Dauernde, was in die Zukunft weist. Man hört von einer „glänzenden" Wiener Theatersaison und bucht sie auf der Aktivseite für dre Anschlußfeinde. Man „bucht", wohlgemerkt, rein merkantil, händlerisch. Tut so, als ob die letzten zwei Jahrzehnte spurlos an Europa vorübergegangen wären. Man vergleicht mit dem Stürmen und Drängen der deutschen Bühnen und bildet sich ein Urteil auf Grund der Kassenergebnisse. Als hätte nicht einer der Zeitgenossen Mozarts behauptet, dessen Musik könne nur jemand ertragen, dessen Ohren mit Eisen gefüttert wären! Als wäre Carmen nicht bei der Welturaufführung mit Bomben und Granaten durchgefallen, als hätte man Richard Wagner nicht einst als „Geräuschemacher" in Grund und Boden gewettert! Freilich, Wien hat eine große künstlerische Überlieferung, eine natürliche Hin- I neigung für das Eemeinschaftsspiel. Es hat ausgezeichnete
Schauspieler, die nicht für die Autoren verantwortlich sind, deren Erzeugnisse ihnen ausgedrängt werden. Schauspielkunst ist nicht reproduktiv, sondern kann sehr wohl sur sich produktiv sein. Das ist das Geheimnis der gegenwärtigen Wiener Theatererfolge. _
Aber manch einer in der alten Kaiserstadt an der Donau überlegt sich heute mit höchst gemischten Gefühlen, daß I allem das österreichische Theater ein volkssremdes Leben führt. Diese Feststellung hat nichts mit dem Anschluß zu tun und nichts mit Nationalsozialismus. Es ist eine Tatsache, daß das in österreichischen Grenzen lebende deutsche Volk den künstlerischen Erzeugnissen und Übungen Wiens fernsteht. Um sie an das Volk heranzutragen, dazu gehörte ein Ent- I schluß' Umbau und Abbruch des Veralteten. Man denkt unwillkürlich an die in Todesangst ausgestoßenen letzten Worte I der kaiserlichen Gegenspielerin Friedrichs des Großen, d'e ihre Wiener so gut kannte: „Machts die Fenster auf . ..
Draußen weht nämlich bereits ein ganz anderer Wind als bisher. Die Bauern sind ja besser daran als die Menschen in der Stadt. Sie haben ihre urwüchsigen eigenen Spiele, die umso besser sind, je weniger sie dem Fremdenverkehr dienen. Aber der Städter kann nicht jedesmal ins Gebirge fahren, wenn er ein Volksstück sehen will. Der gute Raimund lebt ja noch auf den Wiener Bühnen, aber er ist ein seltener Gast geworden, bevorzugt bei Nachmittagsvorstellungen für die reifere Jugend". Aber nichts neues auf weiter Flur! Es ist 'alles beim alten geblieben. Dasselbe ist mit den Büchern der Fall Übersetzungen aus dem Italienischen, und dazu nicht einmal gute. So bringt man nicht ins Volk, das genau weist, daß man seinem Fühlen und Denken, seinen Sorgen und Wünschen sehr wohl den ihnen gemäßen künstlerischen Ausdruck verleihen könnte. .
Da hört einer etwas von „neuer Romantik und lagt sich daß eine solche gleichbedeutend sein müßte mit einem Zu- rückgreifen auf die Geschichte. Also wird in geschichtlichem Lokalpatriotismus geschwelgt, und Metternich bekommt seine Lobeshymnen zu hören. Es ist schon ein traurig, ein schaurig Ding um die „cultura" des Österreich unserer Tage.
Die arteigene Musik des Magyaren, die sich vom germanischen Kulturkreis ebenso stark unterscheidet wie vom ,la- wischen und romanischen, hat Ungarn davor bewahrt, den musikalischen Dersall des Abendlandes in der Nachkriegszeit mitzumachen. Die Synkopen Mittelafrik«s und der Baumwollplantagen des Südens der USA. haben lediglich in einigen Lurusbars Budapests mit starkem Fremdenverkehr Eingang gesunden, sind über deren Schwelle nicht hinaus- gekommen. Im Lande aber herrschte weiter die Magyaren- geige, die Zimbel und die Tarogato, das ungarl che Blasinstrument. Auch die Oper mit gutem zwischenstaatlichen Einschlag blieb auf ihrer alten Höhe. Nicht so das Theater, das zum Teil Tummelplatz höchst zweifelhafter volksfremder Autoren wurde. Leider fand solche Unkunst ihr Publikum, das von ihr um so begeisterter war, als es sich sagte, baß man bie Mode doch unbedingt mitmachen müßte. Aber das ungarische Volk hatte mit solchen Dingen niemals etwas gemein. Die ungarischen Provinzbühnen haben hierbei eine Aufgabe erfüllt die in der magyarischen Kulturgeschichte einst gewürdigt werden wird. Sie waren der Krastspeicher süx das Kommende, die Reserve für die echt ungarische Romantik, die sich jetzt unwiderstehlich Bahn zu brechen beginnt. .
Das Mitteleuropa von heute sagt dem Materialismus, der ein unglückseliges Erbe des 19. Jahrhunderts ist, den Kampf am Ihn führen die Völker, nicht dre Regierungen und auch nicht die Autoren und Bühnengewaltigen. Nur langsam, Schritt für Schritt, bricht sich bas Neue Bahn. Groß
Eens, 19. 2an. (Gig. Drahtmeldung.) In hiesigen französischen Kreisen verlautet, daß man im Völkerbundsrat be- reits übereingekommen sei, mit der Zurückziehung der internationalen Truppen aus dem Saargebiet am
Betuaspretle: Für eine Bezugszeit von 2 Wochen 94 Rpf., für einen Monat RM. 2.—, ein- Wietzttch Tragiohn. Durch die Post bezogen RM. 2.35, zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld, Einzel- nummern 10 Rpf. — Bezugsbestellungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die Träger und alle Postanstalten. — Sn Fällen höherer Eewalt oder Betriebsstörungen haben die Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder auf Rückzahlung des Bezugspreises.
Militärischen Sachverständigen hat nun cm Vortrag ge- I funden, den der zur Zeit in der Heimat roeilenoe Ehes des Generalstabes der niederländisch-indischen Armee, I General Boer st r a, in einer öffentlichen Kundgebung im Haag hielt, ein Vortrag, der noch durch Ausführungen des Hauptmanns Stuyvenberg vom General- stab der nieberländisch-indifchen Armee unterstützt wurde. Beide Militärs gingen von der Ansicht aus, daß bei einem Konflikt im Fernen Osten, den beide für Jcljr wahrscheinlich halten, Riede r - ländisch - Indien aller Voraussicht nach in diesen Konflikt hineingezogen werden würde, da die kriegführenden Parteien naturgemäß versuchen würden, sich in den .Besitz der reichen Petroleumvorkommeu auf Java, Borneo und Sumatra zu setzen. Am zweckmäßigsten würde es naturgemäß sein, diesen Besitz durch eine starke Flotte zu verteidigen, da aber dafür die nötigen Mittel nicht aufgebracht werden könnten, so komme den Landstreitkräften ganz besondere Bedeutung zu. Wenn ein eventueller Widersacher wisse, daß er auf starken Widerstand stoßen werde, so werde er es sich überlegen, ob er das Risiko einer großen Überfee-Expedition auf sich nehmen solle. Die logische Folge fei also, daß jeder Ausbau der Verteidigungsmittel die Aussicht erhöhe, außerhalb der milita rische n V er - Wicklungen zu bleiben. Augenblicklich sei aber die Heeresstärke so gring, daß von ihr kerne vorbeugende Kraft ausgehe. Auch hier wird also eine Erhöhung der Rüstungen gefordert mit der Begründung, daß die hierfür anzuwe ndenden Mittel gut angelegt wären. s s .
Man sieht, daß auch einem Lande wie Holland doch erhebliche Schwierigkeiten aus der Rüstungsfrage erwachsen. Jedenfalls beschränkt sich die Propaganda für eine Verstärkung des Heeres und der Marr ne auch nicht auf Vorträge führender Militärs in irgendwelchen Veranstaltungen entsprechender Verbände, sondern diese Propaganda hat i m g a n z e n La n d e ei n g e- s« tzt und es ist die Frage, wann die Regierung ihrerseits hieraus die Konsequenzen ziehen wird. Das freilich dürfte nicht zuletzt von der ge|amtpolrtb|chen Entwicklung abhängen.
Eens, 19. Jan. Der französische Außenminister Laval hat am Freitagabend die von ihm in seiner Rede am Donnerstag bereits angekündigte De nk | ch rrf t ub erbte Kraac der Saarflüchtkinge dem Volkerbundssekre- taiiat zu Händen des Dreierausschusses zugehen lassen.
Wahrend die französische Denkschrift erst spater ver- öffentlicht werden soll, glaubt die ,Agentur Haoas, der-tts eine Inhaltsangabe dieses Schriftstückes veröffentlichen zu können. Darnach erkläre die französische Regierung m ihrer Denkschrift, daß nach ihrer Ansicht der Völkerbund der 15 Jahie hindurch tatsächlich und rechtlich das Saargebret | verwaltet habe, gern'" A~
nommen habe. Die
Frankreichs Verbündete machen Vorbehalte, j
London 19. Jan. Bei den Besprechungen Lavals mit den Vertretern der Kleinen Entente, des Balkanbundes und «owietrutzlands tn toeuT sollen sich, wie Pertinar dem „Daily Telegraph meldet, aroß« Schwierigkeiten in der Frage der r öm^ischen Abmachungen über einen Nichteinmischungspakt im Donaubecken ergeben haben. Dre genannten Staaten hätten den Abkommen zwischen Mussolini und Laval vorläufig ihre Z u st r m m u n g v e r s g g t. Ihre Ablehnung werde durch den Inhalt eines vorläufigen Pr°l - kolls beleuchtet, das die biet Außenminister der Klemen Entente bei ihrer Zusammenkunft in Laibach unterzeichnet hätten und das folgenden Inhalt habe: Weder die Kleine Entente noch der Balkanbund werden der geplanten Kon-
Me WieiWiteil m M MteiimWumit im SonouMcn.
U Petition für das Donaubecken beitreten, wenn Laval ihnen
nicht die Versicherung gibt, daß Frankreich einen Vertrag, der Zusammenarbeit mit Rußland unterzeichnen wird falls ^eullchlanL und Polen den Ostpaktplan erneut ablehnen. Außerdem behalten sich die Kleine Entente und der Balkanbund die Erörterung über bie Art und Weise ihres etwaigen Beitritts zur Donaukonvention vor." Auch der russische Außenminister Litwinow habe eine ähnliche Haltung eingenommen. Die erwähnten Staaten bestunden alle darauf,' baß bie gewünschte Zusicherung Lavals vor feiner unb des französischen Minilterprasidenten Flandins Reise nach London erfolge. Diese Tatsache fei bezeichnend für die Solidarität, die jetzt zwischen Sowjetruß- land und der Kleinen Entente und dem Balkan b u n d bestehe. Laval werde daher in den nächsten Tagen weitgehende Entschlüsse zu fassen haben.
ifse Verpflichtungen uber- n o tu ui t u ~~ französische Regierung ersuche infolgedessen den Völkerbund, die Folgerungen aus der ge- aebenen Lage zu ziehen. Insbesondere müsse der Volker- U für bie durch die Emigranten entstehenden Kosten anf- kommem. Außerdem glaube die französische Regierung das Recht zu haben, die hierfür zuständigen Sonderausschüsse des Völkeibundes zu bitten, sich mit der Frage des Schutzes der Emigranten zu beschäftigen. Obgleich Frankreich vor allem
