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83. Jahrgang.

Samstag, 19. Januar 1935

Nr. 18.

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Beteiligung an internationalen Abmachungen.

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Zn diesem Sinne ist es auch zu begrüßen, daß | Lavals Rede in Genf nichts enthält, was die Friedens- t ftörer ermuntern könnte. Der französische Außen- I Minister hat den Gedanken einer deutsch-französischen i Annäherung nicht abgelehnt und er hat auch F o r m u -

Erneutes Friedensbekenntnis Hitlers.

as. Berlin, 19. Ian. (Drahtbericht unserer Berliner ' Abteilung.) Wenn man die g e s a m t p o l i t i s chr ► Sage nach dem Saarbeschluß des Völkerbunds- krates betrachtet, so wird man wohl von dem Beginn keiner gewissen Entspannung sprechen können, k Allerdings hat Laval geglaubt, worauf wir gestern Uschon hinwiesen, in seiner Rede davon sprechen zu . müssen, daß in den kommenden römischen Berhandlun- - gen über die Rückgliederung eine Reihe heikler und

nicht mehr auf jede Lügenmeldung über das neue Deutschland hineinzufallen. Dann aber hat die Saar­abstimmung nochmals klar gezeigt, auf welchen Lügen das Versailler Diktat auf gebaut i st, diente doch als Vorwand für die Bestimmungen, daß im Saargebiet eine Volksabstimmung stattfinden solle, die ungeheuerliche Behauptung, daß in diesem Lande, das seinen rein deutschen Charakter erneut be­wiesen hat, 150 000 Franzosen wohnten. Zuletzt waren diese 150 000 allerdings schon auf 15 000 zusammenge­schrumpft — 135 000 waren plötzlich verschwunden, und nur 15 000 geisterten noch durch französische Blätter — aber nur wenig über 2000 Stimmen wurden für

Blick in die Wett.

Die Saarfrage ist für die große Politik er­ledigt. Geschlossen hat sich das Saarvolk, denn die wenigen Stimmen für Frankreich und für den Status quo zählen ja garnicht gegenüber

der Stimmenzahl für Deutschland, zum deut­schen Vaterland und zu Adolf Hitler bekannt. Es hat damit dem Völkerbund die letzte Entscheidung wesentlich erleichtert und so hat man denn auch in Genf dieses nicht erwartete Ergebnis mit großer Erleichterung aus­genommen. Zugleich aber haben die Saarländer mit ihrem Bekenntnis zum nationalsozialistischen Deutsch­land die Stellung der Reichsregierung für die kommenden internationalen Ver­handlungen sehr g e st ä r k t. Darüber hinaus haben die Saarländer aber auch der Welt wieder ein­mal bewiesen, was von den Lügenmeldungen der Emigrantenpresse zu halten ist, einer Presse, die ja die Welt immer glauben machen wollte, daß sich der Nationalsozialismus in Deutschland nur noch durch Zwang aufrechterhalten lasse! Es ist sehr zu hoffen und zu wünschen, daß gerade in dieser Richtung sich die

Wrrttä glich nachmittag,, Samstags »ar< K. nachmittag, Fernsprecher-Sammel-Nr. 59631. Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.

t. Schellenberg'Iche Hofbnchbruckerei, „Tagblatt < Saus*. Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, anher Sonn- und Feiertags.

Frankreich abgegeben!

Der Führer hat unmittelbar nach der Bekannt­gabe des Abstimmungsergebnisses noch einmal den deutschen Verständigungswillen betont und hat unter­strichen, daß das Deutsche Reich nach der Rückkehr der Saar keine territorialen Forderungen mehr an Frankreich stellen werde. Die Bahn zur Verständigung ist also frei. Auch aus dem Lager der französischen Frontsoldaten vernimmt man, daß eine unmittelbare deutsch-französische Aussprache jetzt möglich sei, daß die Zeit für solche Verhandlungen jetzt

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Hitler und Laval. i

; Die erledigte Saarfrage. — Was will Laval? — Die Voraussetzungen für Deutschlands

Die amtliche französische Politik legt zunächst einmal offenbar mehr Wert — 1_T____ darauf, den Weg der Pakte weiterzu-

Ankurbelung. gehen. In Genf hat Herr Laval Ge­legenheit gehabt zum erstenmal in seiner Eigenschaft als französischer Außenminister mit Herrn Beck zu sprechen. Er hat bei dieser Gelegenheit seinem polnischen Kollegen die Frage vorgelegt, wie denn nun Warschau zu den französischen Plänen stehe, aber es scheint nicht, daß die polnische Antwort den französischen Außenminister sonderlich befriedigt hätte. Ganz offenbar hat die Note, die die französische Regierung Ende November v. I. in Warschau über­reichen ließ, die polnischen Bedenken gegen den Ostpakt nicht zu zer streuen vermocht. Zedenfglls vernimmt man aus Genf, daß Beck sich auch jetzt wieder den Ostpaktplänen gegenüber sehr ab­lehnend geäußert habe. Mehr Neigung hingegen scheint Beck für die in Rom besprochenen Pläne eines mitteleuropäischen N i ch t e i n i m i f ch u n g s- vertrages zu haben. Dieser Plan ist aber jeden­falls noch nicht gesichert, denn die Türkei, die offenbar befürchtet, daß Italien sich nach dem Abschluß eines solchen Planes wieder gegen die türkische Republik wenden könnte, hat ganz offensichtlich den schon ohne­hin bei den südslawischen Bundesgenossen vorhandenen Widerstand gegen diese Paktpläne noch gestärkt, jeden­falls nimmt der Balkanbund — und «üdstawien gehört -diesem Bunde bekanntlich an — eine 'sehr ab­lehnende Haltung gegenüber den römischen Plänen ein. Zugleich aber haben die Franzosen nun auch in Berlin erneut eine O st p a k t n o t e überreichen lasten. Es ist selbstverständlich, daß die Reichsregierung diese Note gründlich durchprüst. Im übrigen aber ist ja die deutsche Stellungnahme zu diesen Plänen im Sep­tember vergangenen Jahres allen an den Ostpaktoer­handlungen beteiligten Staaten übermittelt worden. .Deutschland", so hieß es damals u. a. in der amtlichen I Meldung, „besten zentrale Lage inmitten hochgerüsteter Staate zu besonderer Vorsicht zwingt, kann keine Ver­pflichtung auf sich nehmen, die es in alle im Osten mög­lichen Konfliktsfälle hineinziehen und zum wahrschein­lichen Kriegsschauplatz machen würde." Gerade in dieser automatischen Hilfeleistung dürfte auch wohl die polnische Politik die Hauptgefahrenquelle erblicken. | Wenn trotz allem die französische Politik das Ostpakt-

Nun hat gerade jetzt der Führer nochmals in Saarabstimmung auswirkt und die Welt veranlaßt, einem Interview mit einem englischen Journalisten ",A+ "*• da« n«ue

auf die ungeheure Bedeutung dieser Frage hingewieien, und er hat zugleich in dieser Unterredung nochmals den Friedenswillen Deutschlands mit _ allem Nachdruck betont und unterstrichen. Diese Darstelluii- gen bilden den Kern der bedeutsamen Unterredung, die der Führer dem englischen Journalisten gewährte. Es ergibt sich aber auch weiter aus den Ausführungen Hitlers, daß die Frage des Wiedereintritts Deutschlands in den Völkerbund nur aka­demisches Interesse bei der Reichsregierung findet, was schon klar daraus hervorgeht, daß der Führer es ab- lshnt, irgendwie ausführlich zu der Frage einer Reform des Völkerbundes sich zu äußern, eine Frage, mit der gewisse Politiker des Auslandes glauben, uns locken zu können. Über die Stellung Deutschlands zu den großen internationalen Problemen kann sich die Welt nach diesen neuen Äußerungen des Führers ebenso wenig im unklaren fein, wie über den unbedingten Friedens­willen Deutschlands und seines Führers.

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I i e r u n g e n über die Sicherheit gefunden, die sich doch, auch wenn sie in außerordentlich vorsichtiger Form vorgebracht wurden, nicht unwesentlich von dem unterscheiden, was man zu diesem Thema früher von französischer Seite hören konnte. Laval Hal nämlich ge­sagt, daß die Sicherheit eine Frage sei, die alle Nationen angehe. Wir sind der gleichen Meinung, sind allerdings der Ansicht, daß aus dieser Erkenntnis Folgerungen gezogen werden muffen. Man wird also berücksichtigen müssen, daß Deutschland mit seinen weiten, nicht durch die Natur geschützten Grenzen die gleiche Sicherheit gebraucht wie alle anderen Staaten. Mit anderen Worten ausgedrückl heißt das, daß man Deutschland die praktische Gleichberechtigung nicht verweigern kann.

Höhe von 0,9 (Oktober 1,8) zu verzeichnen, seit Beginn des Rechnungsjahres also insgesamt 7,8. Der vom letzten Rech­nungsjahr her vorhandene Plusbestand von 14,2 verringert sich »aber auf 6,4. Für beide Haushalt« einschließlich der aus dem Vorjahr übernommenen Fehlbeträge bezw. Be­stände wird also für Ende November ein Fehlbetrag von 2058,2 ausgewiesen. Der Kaffensollbestand Ende November von 2179,0 ist wie folgt verwendet worden: zur vorläufigen Deckung des aus dem Vorjahr übernommenen Fehlbetrages im ordentlichen Haushalt (1796,7) zuzüglich der Mehraus­gabe April-November (267,9) rund 2065,0, zur Deckung der Ausgaben des außerordentlichen Haushalts April-November rund 8,0 und für sonstige noch nicht rechnungsmäßig ge­buchte Auszahlungen unter Gegenrechnung der Hinter­legungen 58,0, zusammen also 2131,0. Der Kassen- bestand bei der Reichshauptkaffe und den Außenkasten be­trägt somit 48,0.

Die Reichseinnahmen und -ausgaben im November 1934.

Berlin, 18. San. Nach Mitteilung des Rcichsfinanz- ministeriums betrugen im ordentlichen Haushalt im November die Einnahmen (alle Angaben in Millionen RM. : 609,9 577,8 im Oktober) und die Ausgaben 671,1 (766,4), mithin ergibt sich für November eine Mehrausgabe von 61,2 (188,6). Für den abgelaufenen Teil des Rechnungs­jahres 1934, die Momrte April bis November 1934, er- ; rechnet sich bei 4700,0 Gesamteinnahmen und 4967,9 Ge­samtausgaben eine Mehrausgabe von 267,9 gegen 206,7 Ende Oktober. Um diesen Betrag er- E höht sich der aus dem Vorjahr übernommene Fehlbe­trag von 1796,7 auf 2064,6. 2m außerordentlichen : Haushalt waren wiederum nur Ausgaben, und zwar in

geführten deutschen Volksgenoffen kleinliche Rache zu üben oder ihnen den Weg in die deutsche Volksgemeinschaft, in die auch sie hineingehören, und in die sie bald frei von dem Druck und der Verleumdung landfremder Drahtzieher hrnern- wachsen können, zu erschweren. Dieses mustergültige Ver­halten findet überall große Anerkennung.

Der Präsident der Saarbahnen Nicklaus geht in Urlaub.

Saarbrücken, 18. Ian. Wie wir erfahren, hat Eisenbahn­präsident N i ck l a u s am Donnerstagvormittag die Geschäfte als Präsident der Saarbahnen offiziell seinem Vertreter Direktor Muenzer übergeben. Nicklaus legte Mittwoch­nachmittag beim zuständigen Minister der Regierungskom­mission ein Urlaubsgesuch vor, das ihm gestern morgen be­willigt wurde.

Die Saarbrücker „Volksstimme" polizeilich versiegelt.

Saarbrücken, 18. Jan. Die Räume der „Volksstimme" sind polizeilich versiegelt worden. Dieser Vorgang dürfte mit dem zu erwartenden Konkursverfahren im Zusam­menhang stehen. t . .

Weiter hat das Amtsgericht Saarbrücken eine einst­weilige Verfügung erlassen, durch die dem bisherigen Ge­schäftsführer des christlichen Metallarbeiterverbandes Otto P i ck die Gesckäftsführung entzogen wird. Diese wurde dem Treuhänder Dr. Best übertragen.

Begeisterte vaterländische Kundgebungen.

Saarbrücken, 18. Jan. 2m Laufe des Freitag ist es nochmals zu erhebenden und begeisterten vaterlän­dischen Kundgebungen gekommen, wurden doch auf - allen Gebäuden der Behörden erstmalig die sieg- i rsichen Fahnen Deutschlands gehißt. Riesige : Menschenmengen hatten sich vor den Postämtern Saar- - brückens, vor den Amts- und Landgerichten versammelt. Spontan sangen die Versammelten das Horst-Wessel- L Lied und das Deutschlandlied.

Die Gefolgschaften waren überall vollzählig vertreten, um das große Ereignis mitzuerleben. Auch die Saarbahnen sind diesem Beispiel gefolgt, überall grüßen die .. Beamten mit dem deutschen Gruß. Selbst die Landjäger in der Regierungskommission wenden ihn an. Lediglich Herr Heimburger hat ihn zu be­anstanden. Andere internationale Vorgesetzte haben durchaus Verständnis, daß sich die saardeutsche Beamten­schaft nach dem überwältigenden deutschen Sieg selbstver­ständlich den Sitten ihrer Heimat anpaßt und aus ihrer politischen Gesinnung keinen Hehl mehr zu machen braucht. Nur noch wenige Wochen trennen uns von der endgültigen - Rückgliederung und Einverleibung in die Heimat. D i e gestesfreude hält überall an. 2n verschiedenen rten fragt man vergeblich, wo eigentlich die Status-quo- Stimmen herkamen. Alle Häuser sind jetzt beflaggt, r" Nirgends ist es zu irgendwelchen Zwischenfällen gekommen. U Die Deutsche Front hält, wie stets eiserne Disziplin; | sie denkt nicht daran, an den zum großen Teil nur irre-

I schwieriger Probleme zu lösen sei. Aber diese etwas k pessimistische Einstellung wird in Berlin durchaus nicht M geteilt. Es handelt sich in der Hauptsache um wirt- r schaftliche Fragen, und in solchen Dingen haben i wir uns bisher noch immer mit den Franzosen ge= ;; einigt. Aber selbst wenn hier die eine oder andere | Frage offen bleiben sollte, so würde das für die Rück- : gliederung der Saar nichts bedeuten. Diese R ü ck - | gliederung erfolgt unter allen Urnstän- k den am 1. März. Es würde lediglich bedeuten, daß | der Völkerbundsrat im Rahmen seiner Befugnisse die |s offen gebliebenen Fragen zu entscheiden hätte. Hier l können also kaum irgendwelche Komplikationen ent- I stehen. Für die große Politik ist die Saarfrage jeden- [ falls erledigt und damit ist eine Frage verschwunden, I die eine erhebliche Unruhe auslöste und das deutsch- französische Verhältnis zeitweise gefährdet hatte. So | kann das überwältigende Bekenntnis der I Saar zum nationalsozialistischen Deutschland zum Ausgangspunkt einer | neuen, Europa befriedenden Politik ! werden.