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Nr. 14.
Dienstag, 15. Januar 1935.
83. Jahrgang.
Das Bekenntnis der Saar:
Heim ins Reich!
90,S Prozent der Stimmen für Deutschland. - Das stolze Ende eines traurigen Unrechts.
Reichsregierung die »Vereinbarungen des Dreier- Ausschusses ermöglichte, die wesentlich zur Entspannung
Die Ansprache des Gauleiters Bürckel
Die offiziellen
Der Führer spricht!
waren ungültig.
zugleich auch das stolze EnLeeines 15» jährigen Unrechts. In Frankreich aber wird man dabei die neue Friedensbokundung des Führers wohl vernehmen. Deutschland wird nach der Erledigung der Saarfrage keine territorialen Forde r u n g e n mehr an Frankreich stellen, so verkündete es noch einmal Adolf Hitler und bekannte sich für Deutschland damit noch einmal zu der Politik der Verständigung der Völker und den unerschütterlichen Boden der deutschen Ehre und Gleichberechtigung, einer Politik, für die die Saarabstimmung die Bahn freimachen half.
Erschütternd sind die Zeugnisse deutscher Treue vom 13. Januar. Eine Frau sank in einem Wahllokal tot . zusammen. Sie durfte sich zu ihrem Deutschland bekennen.
Dieses Glück brach ihr das Herz. Eine andere Mutter starb vor Erregung, noch bevor sie die Wahlzelle erreichte. Ein SLjähriger marschierte 18 Kilometer weit auf vereister ■ Straße, um seine deutsche Pflicht zu erfüllen. Ein nahezu 8üjähriger lehnte es ab, sich zur Wahlurne fahren zu lassen, und sagte: „Ich habe beim Gardegrenadierregiment Nr. 1 gedient." • Er wollte zu Fug dabei sein, wenn die abgesprengte Kompagnie „Saar" sich durchschlägt zum Heimatregiment ^Deutschland". Aus China kommt eine saardeutsche Mutter. Sie ist 16 Tage unterwegs aus Sibirien, wo ihr Zug zwei Tage in Schnee und Eis stecken bleibt. Sie will Heini und dabei sein, wenn ihre Heimat der Welt die Frage nach dem deutschen Charakter beantwortet. In einem kleinen Ort bei Saarbrücken ringen zwei Menschen mit dem Tode. Das Herz ' wäre ihnen gebrochen, hätte man sie nicht auf der Tragbahre an die Wahlurne gebracht, wo sie unter Tränen — vielleicht ihre letzte Pflicht erfüllten!- Einem alten Mütterchen fällt bei der Übergabe des Stimmscheines dieser aus den zitternden Händen. Der Vorsitzende erklärt die Stimme für ungültig. Das Mütterchen aber erklärt schmerzlich weinend, daß sie im Kriege zwei Söhne verloren habe und nun noch um die Stimme komme, die doch diesen beiden gehöre. Das, mein Führer, sind die von der Saar! Ihre Sehnsucht ist Deutschland! Ihr Glaube ist Deutschland! Ihre Treue ist Deutschland!.....
Adolf Hitler, sei du ihr Schirmherr. Denn du bist ja Deutschland! Unser Deutschland!
2 249 Stimmen
gebenen Stimmen bekannten sich zu Deutschland. Ein überwältigendes Bekenntnis und ein überwältigender Sieg des nationalsozialistischen Deutschlands, ein Sieg, an dem auch niemand im Ausland vorüberzugehen vermag, ein Sieg, der das Ansehen des neuen Deutschlands in der Welt kräftigen u n d st ar ke mw i r d.
Für die internationale Politik aber bedeutet das Abstimmungsergebnis, datz ein Gefahrenherd verschwindet, drohte doch in den letzten Jahren mehrfach die Saarfrage das deutsch-französische Verhältnis zu vergiften, bis sich die Regierung
nur eine Parole gab: Heim m das Reich! Jetzt aber Flandin - Laval auf den Boden der Tatsache rann auch das Ausland, das zu einem Teil der stellte und gemeinsam mit der nationalsozialistischen lügenhaften Berichterstattung der Emigranten ausge- Reichsregierung die »Vereinbarungen des Dreier- etzt war k e i nen Z w et fei mehr haben, wie es Ausschusses ermöglichte, die wesentlich zur Entspannung um das Saargebiet bestellt ist. 90,5 Prozent der abge- beitrug. So aber bedeutet das Abstimmungsergebnis
großer ist unser Stolz, datz nach löjühriger Vergewaltigung die Stimme des Blutes am 13. Januar 1935 ihr machtvollstes Bekenntnis aussprach!
Wir wissen es alle, meine lieben Volksgenossen und -ge- nosiinne» von der Saar:
Wenn heute in wenige« Stunden im ganzen Deutsche» Reich die Glocken läuten werden, um dadurch äußerlich die uns erfüllende stolze Freude zu bekunden, dann verdanken wir dies Euch Deutschen an der Saar, Euerer durch nichts zu erschütternden Treue, Eurer Opfer- geduld und Beharrlichkeit, genau so wie Eurer Tapferkeit. Weder Gewalt noch Verführung hat Euch wankend gemacht im Bekenntnis, datz Ihr Deutsche seid, wie Ihr es stets gewesen und wir alle es sind und bleibe» werden!
So spreche ich Euch denn ass des deutschen Volkes Führer und des Reiches Kanzler im Namen aller Deutschen, deren Sprecher ich in diesem Augenblick bi», den Dank der Nation aus und versichere Euch des Glückes, das uns in dieser Stunde bewegt, da ihr nun wieder bei uns sein werdet als Söhne unseres Volkes u«d Bürger des neuen Deutschen Reiches.
Es ist ein stolzes Gefühl, von der Vorsehung zum Repräsentanten einer Nation bestimmt z« sein. 3» diesen Tagen und in den kommenden Wochen, da seid Ihr, meine Deutschen von der Saar, die Repräsentanten des Deutschen Volkes und des Deutschen Reiches. Ich weih, Ihr werdet so wie in der Vergangenheit unter den schwersten Umständen auch in den nun kommenden Wochen glücklichster Siegessreude nicht vergessen, dah es der heiheste Wunsch mancher wäre, noch nachträglich an Eurer Rückkehr in die grohe Heimat eine» Makel feststellen zu können.
Haltet daher auch jetzt höchste Disziplin!
Das deutsche Volk wird Euch dasür um so mehr danken, als durch Euer Einstehen eine der am schwersten tragbaren Spannungen in Europa beseitigt wird. Denn wir alle wollen an diesem Akt des 13. Januar einen erste» u»d entscheidenden Schritt sehen aus dem Wege einer allmählichen Aussöhnung jener, die vor 20 Jahren durch Verhängnisse und meuschliM Unzulänglichkeiten in den furchtbarsten und unfruchtbarsten Kampf aller Zeiten getaumelt sind.
Euere Entscheidung, deutsche Bolksgenosien von der Saar, gibt mit heute die Möglichkeit, als unsere» opfer- vollen geschichtlichen Beitrag zu der so notwendigen B e- srredung Europas die Erklärung abzugeben, dah nach dem Vollzug Eurer Rückkehr das Deutsche Reich keine territorialen Fordeumgen an Frankreich mehr stellen wirdl
Ich glaube, dah wir damit auch den Mächten gegenüber unsere Anerkennung ausdrücken für die int Verein mit Frankreich und uns getroffene loyale Ansetzung dieser Wahl
Friederisworte des Führers.
Wohl kaum je ist eine Rundfunksendung mit so großer Spannung erwartet worden wie die des heutigen Morgens, die die Verkündigung des Saarab- snmmungsergebnisses brachte. Lange hat man auch nicht so sehnsüchtig auf die Zeitungen gewartet wie Heute, um nun noch einmal schwarz auf weiß die Zahlen vor sich zu sehen und sie im einzelnen zu betrachten. Zn den Betrieben hatte man durchweg einen E e- me insch aftsempfang eingerichtet, um das Abstimmungsergebnis zu vernehmen und den Worten des Führers, sowie seines Saarbevollmächtigten und seines Ministers Dr. Goebbels zu lauschen.
, der Verkündung dieses Ergebnisses hat nun die letzte Volksabstimmung, die das Versailler Diktat vorsah, auch formal ihr Ende erreicht. Während man einen Teil Deutschlands abtrennte, int Widerspruch zu den 14 Punkten Wilsons, die Bevölkerung zu befragen, während man m einem anderen Teil — nämlich Eupen - Malmedy — die Volksbefragung zu einer Farce gestaltete, wurden in anderen Gebieten Volksabstimmungen durchgeführt, wobei sich die Gegner Deutschlands immer der Hoffnung Hingaben, Latz diese Abstimmun- gen ein für Deutschland ungünstiges Ergebnis bringen wurden. Mit der ersten Abstimmung in der nord- !.chf"wigschen Zone hatte man es so eilig, datz ste schon einen Monat nach dem Inkrafttreten des Versailler Vertrages durchgeführt werden mutzte, nämlich am 10. Februar 1920. Es folgte dann die Abftim- J11un<SJ.n k®1 südlichen Zone von Schleswig am
jRarä 1920, am 11. Juli des gleichen Jahres die Abstimmungen in Ost- und Westpreutzen und E 20. März 1921 die Abstimmung in Ober- > ch les ie n. In allen Abstimmungsgebieten hat nicht nur die gesamte, deutsche Bevölkerung Lis zum letzten
für Deutschland gestimmt, sondern auch breite Schichten der fremdsprachigen Bevölkerung. Am längsten mutzte sich das Saargebiet gedulden, denn hier hatten sich die Väter des Versailler Diktates der Hoffnung hingegeben, datz ein löjähriger Druck und eine wirtschaftliche Orientierung nach Frankreich hin die «aarländer mürbe machen würde. Die Saarländer haben die Antwort hierauf erteilt. Gine Antwort, die uns zwar nicht überraschend kam, haben stets gewußt, dah die Saar deutsch ist, oeutsch fühlt und deutsch denkt, und datz es für sie immer
Neustadt, 15. Jan. (Big. Drahtmeldung.) Im Anschluß an die Verlesung des Abstimmungsergebnisses im Saargebiet richtete Gauleiter Josef Bürckel von Neustadt aus folgende Ansprache an den Führer:
_ Führer! Wir stehen alle im Banne des' welthistorischen Augenblicks, da ein Volk seine Eigene «prache spricht. 528 000 Deutsche haben ihre gültige r?*inn^e in^e Wagschale der Geschichte gelegt. Davon haben Ft UO'^Prozent aller gültigen Stimmen zu »vrem Vaterlande bekannt. So ist diese Sprache stlbst^ ist""" Eindeutig, weil sie das Echo des Gesetzgebers t, ■, D'e Well mag sie verstehen, diese Sprache in ihrer Klar- JA.un’. Eindringlichkeit. Sie hallt über die Grenzen 'und mochte einen tausendjährigen Kampf als endgültig beendet erklären und aller Welt verkünden:
„Der Rhein ist Deutschlands Strom und nicht Deutschlands Grenze.“
Nachbarreichs aber wollen zur Ruhe kommen, um in dem Frieden der Welt zu dienen.
hben in tiefster Ergriffenheit darf ich die Deut-
baar °n den Altar unserer Einheit und Schick- benand/n ?^^iuhren. Dieses Volk hat die deutsche Prüfung, mm neuen Ä zugleich ein Bekenntnis abgelegt dieses Reke^L^^ der Kraft, der Treue und der Ehre! feelitoer «nh tn?5.t1lt gabelt durch die Jahre nationaler, nationaler Not. Dazu versuchte inter-
gegen dl- eLe ZalerÄd^" W °^°^steren
®as Volk blieb stark und voll Inbrunst und Liebe bei Volk und Heimat.
Berchtesgaden, 15. Jan. (Eig. Drahtmeldung.) Nach der Rede des Gauleiters Bürckel hielt der Führer und Kanzler des Deutschen Reiches über alle deutschen Sender folgende Ansprache:
Deutsche!
Ein 15jiihtiges Unrecht geht feinem Ende entgegen! Das Leid, das man fo vielen Hunderttausenden von Volks- ge»offen an der Saar zu dieser Zeit zugesügt hat, war das Leid der deutschen Nation! Die Freude über die Rückkehr unserer Volksgenossen ist die Freude des ganze» Deutsche» Reiches. Das Schicksal hat es gewollt, datz nicht überlegene Vernunft diese» ebenso sinnlosen wie traurigen Zustand beendete, sondern der Buchstabe eines Vertrages, der der Welt den Frieden zu bringen versprach und doch nur endloses Leid und ununterbrochenes Zerwürfnis im Gefolge hatte. Um so
Abstimmungsberechtigt:
Abgestimmt haben:
Für Deutschland:
Für den Status quo:
Für Frankreich:
539541
528005
477119
46513
2124
