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Nr. 6.
Montag, 7. Januar 1935
83. Jahrgang
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Abstimmung besiegeln wird.
Vollständige Einigung in Rom?
Pariser Presseberichte.
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noch einmal ihre Verbundenheit mit dem deutschen Lande an der Saar zum Ausdruck brachten, Kundgebungen, die noch dadurch ein besonderes Gepräge erhielten, das; an ihnen Hunderte von Saar deutschen aus dem Aus- lande, die auf der Fahrt zur Abstimmung in Berlin Station machten, teilnahmen. Schon am Samstag hatte Berlin zu Ehren dieser Saarländer, die am Spätnachmittag
Anzrigenproise: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte tm Anzeigenteil Grund- preis 6 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 45 Rpf., sanft laut Tarif Nr. 3, Nachlatzstaffel C. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen-Annahme 10 Uhr vormittags. Größere Anzeigen müflen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.
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n u n g a u f, um noch einmal zu zeigen, daß das Saarge- l biet nur den einen Wunsch hat: Heim zum Reich. Geradezu kläglich nahm sich dagegen die unter dem Schutz der fremden Truppen veranstaltete Kundgebung der Separatisten aus, die ihre Sache verloren ansehen und denen auch die neue Lügenhetze des Straßburger Senders
nicht zu helfen vermag. 2m Re i ch aber fanden gestern rund 30 00k) Kundgebungen statt, in denen des Kampfes um die Saar und der treuen Saarländer gedacht wurde. Überall der gleiche Ausdruck der unlösbaren Ver°
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Der letzte Appell vor der Entscheidung am 13. Januar
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Dr. Goebbels: So kann das Saargebiet, ursprünglich ein Zankapfel, zur Brücke zwischen Deutschland und Frankreich werden.
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die Österreichs llnabhängigkeit bedrohen, ins Benehmen zu setzen. Deutschland, Ungarn, die Tschechoslowakei, Südslawien, Polen und Rumänien sollen zur Teilnahme an diesem Pakt eingeladen werden;
4. ein Abkommen zur Regelung der französisch- italienischen Kolonialfragen in Nordafrika.
Die Einigung über die afrikanischen Fragen scheint nach Havas auf folgender Grundlage erzielt zu sein: Italien verzichtet in einer noch näher zu bestimmenden Frist auf die den italienischen Staatsangehörigen in Tunis im Abkommen von 1896 gewährten Vorrechte (Nationalitätenfrage). Frankreich hält sich nicht mehr an das Abkommen von 1916, durch das Italien lediglich die libyschen Erenzbezirke zwischen den Oasen Ehadames, Rhat und Tümmo überlassen wurden, sondern tritt nunmehr an Italien ein großes, südlich von Libyen gelegenes Gebiet in Richtung Tibesti ab, ohne jedoch den Italienern einen Zugang zum Tsad-See zu gewähren. In Somali-Land willigt Frankreich Jn eine E r e n z b e r i ch t ig u n g zu - g un st en Italiens durch eine Verlängerung der Grenze von Erythräa ein und begünstigt die Beteiligung Italiens am Betrieb der für die abessinische Ausfuhr wichtigen Eisenbahnlinie Addis—Abeba— Djibuti.
Die Dokumente Nr. 2 bis 4 sollen erst später veröffentlicht werden. Sie können mit Zusatzprotokollen versehen werden, die die Haltung beider Regierungen in gewissen besonders außenpolitischen Fragen in Einklang bringen würden.
Reichsminister Dr. Goebbels führte u. a. aus:
Saarland und Saarvolk find immer deutsch gewesen und es bis auf den heutigen Tag geblieben. Es gibt deshalb kein Saarproblem in dem Sinne, wohin dieses deutsche Gebiet auf Grund der am nächsten Sonntag vorzunehmenden Abstimmung staats- und grenzpolitisch kommen soll. Die Abstimmung selbst wird nur die gesetz- und vertragsmäßige Fixierung einer an sich auch durch das Versailler Diktat nicht unterbrochenen Tatsache sein. Das Saarvolk will heim zum Reich, und es hat seit Jahren den Tag herbeigesehnt, an dem es das auch vor aller Welt durch ein feierliches und unumstößliches allgemeines Votum dokumentieren kann.
Allen wirklichen Friedensfreunden bereitete es eine besondere Genugtuung, als vor einigen Wochen die Saarfrage durch die römischen Abmachungen aus der Atmosphäre gefährlicher politischer Überhitz t h e i t e n herausgenommen und wieder auf die Basis einer vernünftigen und leidenschaftslosen Betrachtung gestellt wurde. Das Problem selbst erfuhr damit eine Ent-
Rund 30000 Kundgebungen im Reich.
»8. Berlin, 7. 3an. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Wenn es noch eines Beweises für die enge Ver- v* bundenheit zwischen dem Saargebiet und dem übrigen ? Deutschland bedurft hätte, der gestrige Sonntag hätte ibn erbracht: 2m Saargebiet selbst veranstaltete die Deutsche Front, eine machtvolle Kundgebung, wie sie die Saar noch . nicht erlebte, auf dem Wackenberg. 350 000 marschierten hier in musterhafter Disziplin und Ord-
Berlin im Zeichen der Saar.
L Die Reichshauptstadt stand ganz im Zeichen der Kundgebungen, in denen Berlin und die Reichsregierung
in der Reichshauptstadt eintrafen und hier feierlich begrüßt wurden, Flaggenschmuck angelegt.
Der Sonntagvormittag brachte zunächst die Eröffnung der Saarausstellung durch Minister Dr. Goebbels. Die Veranstaltung selbst fand in der Kroll-Oper statt, von wo aus man sich dann in das Reichstagsgebäude begab, das die Ausstellung beherbergt.
Der Minister führte Johann die positiv deutsche Haltung der Kirche in der Saarfrage an. Der frühere Bischof von Trier trat schon in den Jahren 1919/20 in eindringlichster Form für die ausgewiesenen Saarländer ein. 2hm und anderen ist es auch zuzuschreiben, daß das Saargebiet kirchenrechtlich nicht von Deutschland getrennt wurde. Es bedarf dabei keiner Betonung, daß Volksverrat auch Verrat gegen eine von Gott auferlegte Pflicht ist.
2n den letzten Tagen haben fast alle katholischen Bischöfe des Deutschen Reiches Aufrufe zur Saar- abstimmung erlassen, in denen festgestellt wird, daß der für die Zukunft unseres Vaterlandes so folgenschweren Entscheidung, die in einigen Tagen an der Saar fallen wird, kein wahrhaft Deutscher gleichgültig gegenüberstehen kann, daß die deutschen Katholiken verpflichtet find, sich für die Größe, die Wohlfahrt und den Frieden ihres deutschen Vaterlandes einzusetzen. Deshalb auch .verordneten die Bischöfe, daß am 13. 2anuar in allen Kirchen nach dem allgemeinen Gebet noch besonders mit den Gläubigen gebetet werde, um einen für unser deutsches Volk segensreichen Ausgang der Saarabstimmung zu erflehen. (Erneuter Beifall.)
Dr. Goebbels setzte sich ferner mit den marxistischen Emigranten auseinander, die die nationalpolitische Diskussion in wirtschaftliche Bahnen abzudrängen versuchten. Er wies demgegenüber darauf hin, daß die Erfahrungen der letzten 2ahre eindringlich genug dargetan hätten, daß die Saarwirtschaft auf Gedeih und Verderb mit der reichsdeutschen verbunden sei. Trotz Zollschranken und Franken-Wöchrung fei das 65- Millionen-Volk im Reich die stärkste Stütze der Saarwirtschaft in der Vergangenheit gewesen. So wie der nationalsozialistische Wirtschaftsbau im Reich seit 1933 schon der Saar stärkste 2mpulse gegeben hätte, so würde auch nach Rückgliederung des Saargebietes dieses am deutschen Wirtschaftsaufstieg'teilnehmen und dort selbst eine Reihe neuer Arbeitsmöglichkeiten erschlossen werden.
Demgegenüber wies Dr. Goebbels auf die letzten Verzweiflungsaktionen der Roten Front im Saarland hin. Sie bewiesen mit erschreckender Deutlichkeit, was der Status quo für das Saargebiet und dafür ganz Europa bedeuten würde. So kämpfe das Saaroolk neben seinem nationalpolitischen auch einen weltän'schau- lichen Kampf für die Beseitigung der anarchistischen (5?
Der angebliche Inhalt des Abkommens.
K Die einzigen positiven Unterlagen über die Ab- /kommen, die am heutigen Montag in Rom unterzeichnet werden sollen, liefert vorläufig nur der römische Sonderberichterstatter der Havas-Agentur. Danach r men folgende diplomatische Schriftstücke zu erwarten: > 1. Ein Protokoll, daß die Gleichheit der Ansichten beider Regierungen über die Hauptfragen der allgemeinen Politik feststellt: dieses Protokoll soll zur Veröffentlichung £ durch die Presse freigegeben werden;
2. eine Empfehlung Frankreichs und Italiens an die i Nachbarländer und Nachfolgestaaten Österreichs (Deutschland, Österreich, Ungarn, die Tschechoslowakei, Südslawien, Polen, Rumänien), ein Abkommen abzuschließen, durch das die gegenseitige Achtung ihrer Grenzen und die Nichteinmischung in ihre inneren Angelegenheiten gewährleistet werden | soll;
3. ein Konsul 1 at »vpakt, durch den Frankreich und Italien sich verpflichten, sich bei Ereignissen,
««;us»preift: Für eine Bezugszett von 2 Wochen 94 Rpf., für einen Monat RM. 2.—, ein. Mellich Traglohn. Durch die Post bezogen RM. 2.35, zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld, Einzel, nummern 10 Rpf ®e5ugsbeftellungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die Ttager und alle Poftanstalten. — nn Fällen höherer Gewalt oder Betriebsstörungen haben die Bezieher leinen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder auf Rückzahlung des Bezugspreises.
[ Paris, 7. Jan. Nach Mitternacht traf in Paris die Nachricht ein, daß zwischen Mussolini und Laval I eine vollständige Einigung erzielt worden sei. . Diese Nachricht wird von der französischen Presie mit größter Genugtuung aufgenommen, möchte man doch : annehmen, daß jetzt die Freundschaft Frankreichs und ■ Italiens, von jeder Hypothek und peinlichen Erinnerung befreit, feierlich besiegelt worden sei. Der 6. Januar 1935 wird deshalb von der Presse als ein für die Befriedung der Völker geschichtlicher Tag gefeiert. Nichtsdestoweniger bleibt der Außenpolitiker . des „Echo des Paris" vorsichtig abwartend. Auch er hält die französisch-italienische Annäherung wünschenswert und solcher Opfer wert. Aber eine" allgemeine dauernde Entente liege wohl außerhalb des Bereiches , nicht der Möglichkeit, und Frankreich würde falsch handeln, ■ - '1 k ihr nachzulaufen. Denn der dafür zu zahlende Preis dürfte den möglichen Nutzen weit übersteigen. So- t lange Italien nicht seinen Anteil an der Welt zu haben | glaube, werde es stets mit Forderungen kommen. Da- I mit müsse man sich abfinden, und deshalb sei es wesent- | lich, vorsichtig zu bleiben.
1 ge* dundenheit, überall der gleiche Wille, der am kornmen- ' i- - den Sonntag den Treueschwur zum Reich mit der Tat der
spannung, die uns auch für feine endgültige Lösung die besten Hoffnungen gibt, vor altem im Hinblick darauf, daß der Führer des öfteren betont hat, daß es nach Regelung dieses Problems zwischen Deutschland und Frankreich keine territorialen Streitfragen mehr geben soll. (Lebhafter Beifall.) Wunsch und Wirklichkeit stimmen hier also in einem seltenen Maß überein.
Der Minister begrüßte sodann besonders herzlich neben tausend in Berlin lebenden Saarländern, über 500 Saarländer aus Übersee. Aus 40 Staaten der We lt, aus allen Gauen des Deutschen Reiches, wanderten über 50 000 Saarländer in ihre Heimat, um dort ihre Stimme abzugeben. (Tosender Beifall.) Über Meere hinweg find sie der Stimme ihres Blutes gefolgt. Manche von ihnen haben ihre Arbeitsstätten aufgeben müssen, andere unter schwierigsten Umständen die weite Reise ermöglicht. Alle aber trieb das Gebot ihres nationalen Gewissens, das uns Deutsche in Stunden der Rot immer wieder vereint hat.
Am nächsten Sonntag wird das Saarvolk selbst die Fesseln sprengen, die ihm auferlegt wurden, um es 15 harte 3ahre von der Heimat zu trennen. „Treue um Treue", so sagte Dr. Goebbels, „lautet die Inschrift der Saarplakette, die t>on heute ab jeder Deutsche tragen wird, denn das deutsche Volk hatte die Treue dem Saarländer bewahrt, das zeige sich am besten an den zahlreichen Stiftungen von Geldbeträgen, die nach dem Abkommen über den Saargruben-Rückkauf bei der Regierung eingegangen seien. Selbst Schulkinder hätten ihre Patengoldstücke geschickt, um zu helfen. Vom einfachsten Arbeiter bis zum Führer des deutschen Volkes gebe es nur einen Willen: Die Saar ist deutsch, und jeder trägt das Seinige dazu bei, daß sie deutsch bleibt. (Rauschender
Eine dritte Unterredung Mussolini—Laval
brachte die Einigung.
Rom, 7. 2an. (Eig. Drahimeldung.j Die italienisch- französischen Verhandlungen find in der Nacht zum Montag so gut wie abgeschlossen worden. Mussolini und Laval hatten in der französischen Botschaft im Anschluß an das Essen zu Ehren Mussolinis eine dritte Unterredung, bei der in einer zweistündigen unter vier Augen erfolgten Aussprache eine grundsätzliche Einigung erzielt wurde. Auch die juristischtechnischen Verhandlungen zwischen den Sachverständigen des französischen und des italienischen Außenministeriums haben in der Nacht zu einer grundsätzlichen Einigung geführt, die am heutigen Montag nach stellenweiser Umarbeitung und Anpassung der vorliegenden Texte ihre endgültige Formulierung finden soll.
