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Nr. 3.
Freitag, 4. Januar 1935.
83. Jahrgang.
Um ihn wacht die Treue!
Das deutsche Führerkorps bekennt sich zu Adolf Hitler. — In unlösbarer Schicksals- Verbundenheit: Partei, Staat und Wehrmacht.
..Eine geschichtliche Stunde."
as. Berlin, 4. Jan. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Die gesamte deutsche Führerschaft hat gestern in einer großen Kundgebung in der Berliner Staatsoper erneut dem Führer die Treue bekundet und damit zugleich der Welt m stärkster und eindruckvollster Weise die Einheit der Nation vor Augen geführt. Dadurch sind die zahllosen, von der ausländischen Presse teils in böswilliger Absicht, teils in völliger Verkennung der Lage in Deutschland verbreiteten Lügen und Verleumdungen widerlegt und es ist erneut der Beweis erbracht worden, daß die Führerschaft des deutschen Volkes und damit das deutsche Volk selbst geschlossen und in unverbrüchlich e r T re ue h in t e r A d o l f Hi t l e r steht. Mit Recht überschreibt Reichsleiter Alfred Rosenberg seinen Artikel über die einzigartige Veranstaltung im „Völkischen Beobachter" — „Eine geschichtliche Stunde" und kennzeichnet auch mit dieser Überschrift noch einmal die Bedeutung der gestrigen großen Kundgebung. Er schreibt dann u. a.: „Das Bekenntnis zum Frieden, aber auch die Forderung der Verteidigung der deutschen Ehre und Freiheit ds^deutschen Nation waren die tragenden Elemente der leidenschaftlichen Rede des Führers, die alle jene Menschen und Organisationen durch
diese Worte innerlich zusammenführte und in allen das lebendige Bewußtsein heroorrief, unzertrennbar miteinander verbunden b_a s gleiche Schicksal tragen und durchkämpfen ju müßen. Vor allem galt das für die beiden tragenden Säulen des deutschen Hauses: für die Bewegung und die junge deutsche Wehrmacht. Beide haben in diesen 15 Jahren eine riesige Aufgabe geleistet: Die Bewegung gründete auf den Trümmern einer alten Welt ein neues Reich und die Armee gestaltete aus dem zersplitterten Gefüge der Novembertage ein kleines, aber straffes und bewußtes Werkzeug der deutschen Volksverteidigung. Die Entwicklung dieser beiden Gruppen ist in den vergangenen Jahren parallel gegangen; im Zeichen des nationalsozialistischen Staates sind sie unlösli ch miteinander verbunden worden: die Bewegung als die unumstrittene politische Herrin, die Wehrmacht als Schutz und Schirm und einzige Waffenträgerin der Nation. Sie sind beide aufeinander angewiesen in der Verteidigung der deutschen Arbeit, in der Lösung der schweren wirtschaftlichen und sozialen Fragen unserer Zeit. Was vielleicht noch an Vergangenem und Nichtverstandenem übriggeblieben sein mochte, das wurde hier durch die Mächtigkeit der Rede des Führers hinweggeschmolzen, und die tätige Arbeit in seinem Sinne muß und wird das Ergebnis dieser geschichtlichen Stunde in der preußischen Staatsoper sein."
Entlarvte Emigrantenlügen.
Kundgebung der deutschen Führerschaft in der Berliner Staatsoper.
Berlin, 3. Jan. Die NSK. teilt mit: In feierlichem Rahmen in der fest! ich geschmückten Preußischen Staatsaper Unter den Linden fand heute nachmittag eine denkwürdige Kundgebung der gesamten deutschen Führerschaft statt, die in eindrucksvoller, einzigartiger Weise die Einheit und Geschlossenheit in der Füh- rung der deutschen Nation gegenüber den neuerlichen Lügen und Verleumdungen im Auslande dokumentierte. Das Führerkorps der Partei, des Staates und der Wehrmacht war zu dieser Stunde in Berlin zusan-mengekom- men, um dem Führer die Gefolgschaftstreue und dem ganzen deutschen Volke und der Welt die unerschütterliche Einigkeit all derer zu bekunden, die zur Führerschaft der deutschen Nation berufen sind.
Der Stellvertreter des Führers Pg. Rudolf Hetz,
unter dessen Leitung die Kundgebung stand, eröffnete sie mit folgender Ansprache:
Die Kundgebung der deutschen Führerschaft ist eröffnet.
Die Spitzen der Partei und des Staates sind hier versammelt, um gegenüber den im Auslande verbreiteten Lügen und Gerüchten, die wohl vor allem die Saarabstimmung beeinflussen sollen, Ihnen, mein Führer, unsere an sich so selbstverständliche Ergebenheit vor aller Öffentlichkeit zum Ausdruck zu Bringen.
Als der Oberbefehlshaber der Wehrmacht sind Ihnen der Dank und die Wünsche der hier anwesenden Reichswehr zum Jahreswechsel bereits überbracht worden. Als dem Führer der nationalsozialistischen Bewegung bringe ich Ihnen den
tiefempfundenen Dank Ihrer alten politischen Kampftruppe, der NSDAP., und die leidenschaftlichen Wünsche Ihrer alten politischen Mitstreiter.
Möge Ihre Arbeitskraft auch im kommenden Jahre in alter Energie zum Segen des jungen Deutschlands wirken.
Um Sie, mein Führer, sind die Männer versammelt, die nach Ihrem Willen das neue Deutschland mit aufbauen durften. Insbesondere die Männer, die in der von Ihnen geschaffenen Bewegung die Grundlagen für dieses neue Deutschland erkämpften — Männer, zusammengeschweißt in langen Jahren harten und schweren Ringens um die Macht, verbunden in grenzenloser Liebe und Ver- e h r u n g zu Ihnen, der Sie uns längst vor der Machtergreifung zum Inbegriff des Führers schlechthin geworden waren. Voller Ergriffenheit sehen wir aus die Verwandlung Deutschlands in den zwei Jahren Ihrer Kanzlerschaft. Wir stehen zu Ihnen in der inneren Verbundenheit, welche gemeinsam getragenes Leid, gemeinsam erlebte Freude und gemeinsam errungene Erfolge erzeugen — und die Ihnen die Gewißheit gibt, daß Ihre Führer in unerschütterlicher Treue auch in der kommenden Zeit für Sie und Ihr Werk, das heißt für das neue Deutschland der Ehre und Größe Ihre Befehle zu Taten werden lassen.
Zu Ihren alten Getreuen traten als ebenso feste Stützen des Staates die Führer der Wehrmacht. Die Gemeinsamkeit unserer Arbeit für Deutschland und unsere Liebe zu Deutschland — einst schon gemeinsam bewährt in der Front des Weltkrieges — vereint uns alle in gegenseitigem Vertrauen und in treuer Kampsverbundenheit.
Und gemeinsam grüßen die Spitzen der Partei und des Staates — Ihre Paladine, Ihre Generale, Ihre Minister — Sie als den Führer Deutschlands in Dankbarkeit und Verehrung.
Adolf Hitler Siegheil!
Ministerpräsident Pg. H. Göring.
Nach dem Siegheil auf den Führer erteilte Pg. Rudolf Heß dem preußischen Ministerpräsidenten Pg. Hermann E ö r i n g das Wort, der in seiner Eigenschaft als Hausherr den Führer und die Versammelten begrüßte und dem Führer die Neujahrsglückwünsche für die Reichsregierung, die Reichsstatthalter, die Vertreter der Länderregierungen, die Befehlshaber und Offiziere der Landespolizei, die Führer des Arbeitsdienstes und des Feldjägerkorps überbrachte.
Diese feierliche Demonstration zeigte schon rein äußerlich ein imposantes Bild: In Parkett und Rängen des festlichen Raumes die Führerköpfe sämtlicher Gliederungen und Organisationen des neuen Deutschlands vereint! Ein einziger geschlossener Eindruck der unter der Führung Adolf Hitlers, konzentrierten Kraft der deutschen Nation!
In den ersten Reihen neben dem Führer und seinem Stellvertreter die Reichsminister, die Reichsleiter der Partei, die R e i ch s st a 11 h a l t e r, die Führer und B e - fehlshaber der deutschen Wehrmacht. Dahinter tinb auf den Rängen die Gruppenführer der SA., der SS. und des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps und Amtsleiter der Reichsleitung der Partei, die hohen Offiziere der Wehrmacht und der Polizei, .die Führer der Deutschen Arbeitsfront, des Deutschen Arbeitsdienstes, der Hitler-Jugend und all der zahlreichen anderen Gliederungen.
Das ganze deutsche Volk war hier in einem Raum in feiner Führerschaft vor feinem obersten Führer versammelt» um in einer überwältigenden Kundgebung angesichts der bevorstehenden Saarabftimmnng der Lügenhetze gegen das nationalsozialistische Deutschland und seine Führer entgegenzutreten;
denn di« Skrupellosigkeit dieser Lügenhetze, die von Emigrantenzentralen im Auslande organisiert und von ihnen mstematisch genährt wird, ist nicht zu überbieten. Tag für Tag werden Führerkämpfe aller gegen alle, Putschaktionen, Massenhinrichtungen und Revolten anaekündigt. Einmal heißt es, Himmler gegen Blomberg, dann Blomberg und Himmler gegen Lutze, Göring gegen Goebbels und Göring gegen Wehrmacht und umgekehrt. Kurz, es gibt nichts an Blödsinn und Dummheit, was von ihnen in ihrem Hag gegen Deutschland nicht erfunden würde. Es wird über Deutschland von diesen berufsmäßigen Lügnern das Bild eines Tollhauses züfammenphantasiert.
Die heutige gewaltige Kundgebung der deutschen Führerschaft, diese imponierende Demonstration der Einheit, hat mit einem einzigen Griss das Lügengewebe zerrissen und mit einem einzigen Schlage die Hoffnungen derer zerstört, die in der Lüge gegen Deutschland die Befriedigung ihrer Hatzgefühle sehen. Den Erfolg ihrer Hetze erhielten sie heute in einer Demonstration der Geschlossenheit, wie wir sie in dieser unerhört wirkungsvollen Form in Deutschland noch nicht gesehen habe».
Die Rede des Führers.
Nach dem preußischen Ministerpräsidenten betrat der Führer das Rednerpult.
Er gab zunächst einen Rückblick auf das, was hinter uns liegt, auf das Werk und die Leistungen des vergangenen Jahres, auf die wir stolz sein könnten, und einen Ausblick auf die Arbeit des kommenden Jahres. _
Im Zusammenhang mit der bevorstehenden Saarabstim- mung ging der Führer des näheren auf die Lügenflut ein, die neuerdings wieder gegen das Reich in Szene gesetzt wird. Dieselben Elemente, die die nationalsozialistische Bewegung 14 Jahre lang in Deutschland mit Lügen und Verleumdungen verseucht und überschüttet hätten, kehrten heute draußen im Auslande zu den gleichen Methoden zurück, da ihnen andere Mittel gegen das neue Deutschland nicht zur Verfügung ständen. Der Führer schilderte dann in überaus sarkastischer Weise, wie sie immer wieder nach ihren alten abgegriffenen Rezepten versuchten, durch Lügen den A n - s ch ei n von Mißtrauen und Uneinigkeit zwischen
den Führern in Deutschland zu erwecken. Ihre Parole sei: „Die Lügen verbreiten sich immer schneller als die Wahrheit. Darum lüge, lüge immerzu, vielleicht bleibt doch etwas hängen." Es gebe nichts, was so blöde und unverschämt sein könne daß sie es nicht schrieben. Man spekuliere eben auf die Vergeßlichkeit und Dummheit der Menschen. Dabei verfielen sie allerdings auch immer wieder in die gleichen Fehler. So hätten sie bisher stets zu ihrem eigenen Schaden die Termine des „deutschen Zusammenbruches" zu früh angegeben, um bann burch ihre eigenen Prophezeiungen Lügen gestraft zu werben. Wenn sie jetzt nach diesen Erfahrungen vorsichtiger geworben seien unb bie nächste Aktion unb Katastrophe in Deutschland erst für den 14. Januar voraussagten, damit nicht ihre Lüg« noch vor der Abstimmung offenbar werde, so werde ihnen auch dieses Manöver nicht mehr viel helfen können.
Am 13. I anua r sei es notwendig, - dag unfe re Brüder, die nach 15jährigem tapferem Widerstand in die
Das Programm der römischen Gespräche.
Morgen Beginn der Verhandlungen zwischen Laval und Mussolini.
as. Berlin, 4. San. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Die internationale Presse beschäftigt sich weiter sehr eingehend mit der Reise Lavals, die dieser gestern abend antrat unb mit den morgen beginnenden Verhandlungen zwischen Laval und Mussolini. Wesentlich Neues ist allerdings den zahlreichen Äußerungen nicht zu entnehmen. So weit man bis jetzt übersehen kann, wirb es sich in Rom darum handeln, wie gestern schon angekündigt wurde, ein italienisch-französisches Protokoll fertigzustellen, in welchem sich die Unterzeichner zur Nichteinmischung in die äußeren Verhältnisse eines anderen Staates verpflichtet. Wenn es sich hier auch um einen Pakt zu Gunsten Österreichs handelt, so wird doch der Name Österreich nicht genannt unb es sollen, wie gestern schon gesagt wurde, nicht nur die Anliegerstaaten Österreichs, sondern auch Polen und Rumänien aufgefordert werden, diesem Pakt beizutreten. Ferner wird zwischen Frankreich unb
Italien ein sogen Konsultativabkommen abge- sck>lossen werden/ d. h. beide Staaten verpflichten sich zu Beratungen für den Fall einer plötzlichen Bedrohung der österreichischen Unabhängigkeit. Schließlich steht an dritter Stelle die Kolonialfrage, für die sich England naturgemäß auch stark interessiert, vor allem soweit Abessinien in Frage kommt, da hier englische Interessen berührt werden. Während die beiden letzten Verträge nur von Frankreich und Italien unterzeichnet werden, wendet sich das Nichteinmischungsprotokoll an eine Reihe von Staaten. Sie werden jeder für sich prüfen müssen, ob sie ohne weiteres der römischen Formel zustimmen können. Bemerkenswert ist, daß der neue südslawische Ministerpräsident Jef titsch in seiner gestrigen Regierungserklärung mit keinem Wort auf die unmittelbar bevorstehenden römischen Verhandlungen zwischen Mussolini und Laval einging. Die Schärfe, mit der er das Marseiller Attentat behandelte unb die an Ungarn gestellten Forderungen unterstrich, dürfen aber wohl taktisch gemeint sein, um Laval vor den römischen Gesprächen noch einmal nachdrücklich an die südslawischen Interessen zu erinnern.
