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C. Schellenberg'Iche Hofbuchdruckerri, ^ragblatt-Haus'.
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Montag, 31. Dezember 1934
Nr. 356.
82. Jahrgang.
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Der Emigranten-Törror an der Saar
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ige hier gar nichts Handlungen fähig.
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DM" Wegen des Neujahrsfestes erscheint die nächste ,Tagblatt"-Ausgabe am Mittwoch.
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EcschSftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Eonn- und Feiertags.
eventuelle Aufteilung Abessiniens in drei wirtschaftliche und politische Einflußsphären bestehe. Man fürchte in London, daß dieser Geheimvertrag von der einen oder anderen Seite zur Sprache gebracht werde könne, wenn der Streit vor die Völkerbundsinstanzen gebracht wird. Aus dem gleichen Grunde weigere sich auch Italien, den Streit mit Abessinien einem Schiedsverfahren zu überweisen.
einige Leute in das kleine Lokal Paul in dem Saarbrücker Stadtteil Malstatt einzudringen, das Sonntagabend von Mitgliedern der Deutschen Front besucht worden war. Als sie das Lokal verschlossen fanden, feuerten sie blind- lingsetwaöOhis 40 scharfe Schüsse durch Tür und F e n st e r ab. Wie durch ein Wunder wurde nur der Kellner Doerr durch einen Knieschutz verletzt. Sämtliche
Feuerüberfall auf ein Lokal der Deutschen Front.
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Anzeigenpreise: Ein Millimeter Höhe der 23 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund- preis 6 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 45 Rpf., sonst laut Taris Nr. 3, Nachlatzstafsel C. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Platzen wird leine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen-Annahme 10 Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.
Offizielle Kündigung des Flottenabkommens.
Mitteilung Japans in Washington.
Tokio, 30. Dez. Die japanische Note über die Kündigung des Washingtoner Flottenabkrmmens, die Samstagnachmittag 17 Uhr an Staatssekretär Hüll übergeben wird, hat folgenden Wortlaut:
Gemäß Art. 23 des Vertrages von Washington gibt die japanische Regierung der Regierung der Vereinigten Staaten hiermit von ihrem Entschluß Kenntnis, den Vertrag zu kündigen, der nach dem 31. Dezember 1936 außer Kraft tritt.
Schuschnigg hat die Verfügung über die österreichische Armee.
Wien, 30. Dez. Das Bundesgesetzblatt veröffentlicht die Wehrgesetznovelle, die außer den bereits bekannten Bestimmungen über die Entpolitisierung der Wehrmacht und die Schaffung einer Kameradschaft der Angehörigen der bewaffneten Macht noch folgende bemerkenswerten Bestimmungen enthält: Den Oberbefehl über die bewaffnete Macht führt der Bundespräsident. Unter dem Bundespräsidenten als Oberbefehlshaber übt der Bundesminister für Landesverteidigung — das ist augenblicklich Bundeskanzler Dr. S ch u i ch n i g g — die Befehlsgewalt aus und verfügt über die bewaffnete Macht.
Aufteilung Abessiniens?
Ein angeblich englisch-franzöfisch-italienischer Eeheimvertrag.
Genf, 30. Dez. Der Londoner Berichterstatter des „Journal de ©ettese“ verzeichnet das Gerücht, daß ein Eeheimvertrag zwischen England, Frankreich und Italien über eine
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Bezugspreise: Für eine Bezugszeit von 2 Wochen 94 Rpf., für einen Monat RM. 2.—, ein. schließlich Traglohn. Durch die Post bezogen RM. 2.35, zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld, Einzelnummern 10 Rpf. — Bezugsbestellungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die Träger und alle Postanstalien. — 5n Fällen höherer Gewalt oder Betriebsstörungen haben die Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder auf Rückzahlung des Bezugspreises.
An der Jahreswende.
1934, eine Zeit der Krisen und Stürme. — Amerika spricht von Riesenmanövern. Freundlichere Töne in Europa.
Die deutsche Politik.
as. Berlin, 31. Dez. sDrahtbericht unserer Berliner Abteilung.) In einem die Ereignisse her Politik des Jahres 1934 behandelnden Artikel kommt die der Reichsregierung nahestehende „Deutsche diplomatisch- politische Korrespondenz" zu dem Ergebnis, daß man das abgela-ufsne Jahr wohl als „eine Zeit der Krisen und Stürme" bezeichnen könne. Mit Recht wird hier darauf verwiesen, datz trotz der warnenden Beispiele aus der Vergangenheit oft Wege beschritten und Tendenzen gefördert worden seien, die wie eine bewußte und gewollte Wiederholung früherer verhängnisvoller Fehler gewirkt hätten. Wenn dann weiter in dem Artikel von dem brüsken Abbruch der Rüftungsver- handlungen gesprochen wird, so ist dieses Thema init Jahresende wieder sehr aktuell geworden, da nunmehr, nach der K ü n d i g u n g des W a s h i n g t o n e r Vertrages, das bisher Erreichte, nämlich die Verein- • barung über die Rüstungsbeschränkungen zur See, in Frage gestellt scheinen. Es ist dabei recht charakteristisch, L datz gerade in dem Augenblick, in dem die japanische Kündigungsnote bekanntgegeben wird, die Vereinigten i Staaten nähere Einzelheiten über die von ihnen bereits angekündigten großen Flottenmanöver bekann-t- [ geben, Manöver, von denen sie sagen, datz sie die h größten werden würden, die je in der S e e g e - schichte eines Landes zu verzeichnen waren. Die ; „Kriegslage" ist mit Bedacht gewählt, denn es wird für den Verteidiger darauf ankommen, eine Flotte, die | mitten im Stillen Ozean aufgestellt wird, rechtzeitig abzuwehren und zu vernichten. In diesen Riesen- | manövern werden auch die von den Amerikanern auf den Aleuten errichteten Stützpunkte eine große | Rolle spielen. Sind die bereinigten Staaten doch seit einiger Zeit stark bemüht, durch den Ausbau dieser Stützpunkte der japanischen P a z i f i k st e l l u n g, die durch die Befestigung der früheren deutschen Süd- feeinseln eine Verstärkung erfahren wird, die nördliche Flanke abzugewinnen. Kein Wunder, datz man in Tokio diese amerikanischen Manöver mit dem gleichen Unbehagen aufnimmt wie die Meldungen über den geplanten Bau des Nioaragu-akanals, und datz man daraufhin auch in Tokio Riesenmanöver imStillenOzeanankündigt.
Es soll aber auf,ber anderen Seite auch nicht übersehen werden, datz sich gegen Ende des Jahre 1934 doch
Saarbrücken, 31. Dez. feig. Drahtmeldung.) In den heutigen Nachtstunden ereignete sich in Saarbrücken ein Zwischenfall, der alles bisher Dagewefene erheblich in den Schatten stellt. Nach Schluß der Polizeistunde versuchten einige Leute in das kleine Lokal Paul in dem Saarbrücker
In dieser Ausgabe:
Deutschland im Jahre 195^.
Eine innenpolitische Jahreschronik.
)ahreschrsnik der Weltpolitik.
Diplomatischer Neujahrs-Lmpsang beim Mhrer.
Wie das Dritte Reich repräsentiert.
Die Reichsminister fum Jahreswechsel.
Wiesbadener Jahreschronik 19$1»
Große paraguayanische Offensive im Gran Chaco.
Entscheidende Entwicklung der Kämpfe.
La Paz, 30. Dez. Nach einer amtlichen Verlautbarung ist der Kamps im Gran-Chaco-Gebiet von neuem in einer Stärke entbrannt, daß man mit einer entscheidenden Entwickelung des ganzen Krieges rechnen kann. Bolivianische Berichte besagen, daß 30 OOOParaguaya- nereinen allgemeinen 31 n g r i f f bei Villa Montez unternommen hätten, der jedoch von bolivianischen Truppen ausgehalten worden sei. Die Kämpfe dauerten mit unverminderter Schärfe fort.
eine gewisse Entspannung der europäischen Lage bemerkbar macht. Hier wäre, wie es auch die „Deutsche diplomatisch-politische Korrespondenz" tut, einmal auf die Erledigung des südslawisch- ungarischen Streitfalles zu verweisen und auf die Verhandlungen der Saarfrage. Mit Genugtuung stellen mir fest, datz aus Frankreich freundlichere Worte zu vernehmen sind, wenn Herr Flandin erklärt, datz die Saarfrage keinen Gefahrenherd mehr biHbet, und wenn der französische Frontkämpfer P i ch o t betont, datz die Zeit der deutsch-französischen Gegensätze vorbei sei. Europa geht also nicht ohne Hoffnung i n d a s neue Jahr. Was 1935 bringen wird, das freilich bleibt abzuwarten, und schon die bevorstehenden römischen Gespräche Lavals werden ja etwas mehr Klarheit über die weiteren Tendenzen bringen. Die deutsche Politik wird auch 1935 ihren alten Kurs weiter steuern. Deutschland wird keinen Augenblick von der großen Linie abgleiten. Deutschland „erstrebt nach wie vor", so sagt die schon einmal zitierte Korrespondenz, „nichts anderes als einen Zustand friedlichen und freundschaftlichen Zusammenlebens der europäischen Völker im Geiste gegenseitiger Achtung und auf der Grundlage gleicher Rechte und Freiheit. Der Wert für diese vorbehaltlose friedliche Zu)-ammen- arbeit der Völker ist der einzige Matzstab, den Deutschland an die verschiedenen Organifationsbestrebungen innerhalb und außerhalb *er bestehenden Formen anlegt. Das Jahr 1935 wird nach der Saaifrage auch auf diesem Gebiet die letzten Rückstände des friedlosen Geistes von Versailles zu liquidieren haben."
Fensterscheiben wurden zertrümmert. Kurz nach diesem Zwischenfall begab sich der stellvertretende Landesleiter R i e t m a n n persönlich an Ort und Stelle, um sich von dem Tatbestand zu überzeugen. Es kann mit Sicherheit angenommen werden, daß die Täter unter dem landfremden Gesindel der hiesigen Emigranten zu suchen sind. Nur diejenigen Elemente, die in ihrer hoffnungslosen Lage hier gar nichts mehr zu verlieren haben, sind derartiger Handlungen fähig. Durch diesen Vorfall wird noch einmal bewiesen, w i e verheerend sich die Emigrantenpresse im Saargebiet auswirkt und zu welcher Gefahr sie für die öffentliche Ruhe und Sicherheit werden kann. Es muß erwartet werden, daß die hiesigen verantwortlichen Stellen unverzüglich die notwendigen Schritte tun, um den Tätern auf die Spur zu kommen.
Jahresfolge.
Dem Werkgenosien der Zeit ist es selten gegeben, die großen geschichtlichen Zusammenhänge zu überblicken, in denen er tätig ist. Politik ist auch keine Tätigkeit, die man nach dem Vorbilde eines Baumeisters ausüben kann, der nur nach feinem festgestellten Plan auszuführen braucht, was ihm eine glückliche Idee eingab. In der Politik wechselt die Lage täglich. Sie ist keine Konstruktion in luftleerem Raum, sie muß täglich den harten Gegebenheiten der Wirklichkeit neu angepaßt werden, und im Räume der eigenen Nation wie in den vielgestaltigen Verhältnissen der Völker zueinander wechseln die Bedingungen und die Lagen fortgesetzt. Und dennoch braucht auch der politische Baumeister einen Generalplan, ein festes Ziel, dem er zustrebt. Die ideenlose Politik, die von der Hand in den Mund lebt, und die sich bequem von den Wellen des geschichtlichen Ablaufs tragen -läßt, in der stillen Hoffnung, damit doch an einem glücklichen Eilande zu landen, mag in geruhsamen und glücklicheren^ Zeiten . -auch einmal'kurzlebige Erfolge zeitigen. In Perioden tiefgehenden weltpolitischen Seeganges ist mit einer solchen Politik der Bequemlichkeit nichts anzufangen. Sie müßte hier zur Katastrophe werden.
Es ist noch nicht sehr lange her, da beriefen sich die Regierer auf das abgenutzte Diplomstenwort von der „Zwangsläufigkeit" der deutschen Politik. Die nationalsozialistische Revolution und ihre entschlossene Führung haben mit kühnem Entschlüsse dieses Wort ausgstilgt und an feine Stelle den Willen als bestimmenden geschichtlichen Faktor gesetzt. Zu diesem schicksalbestimmenden Willen gehört aber auch ein zielbewußtes Planen. Und wenn nicht alles täuscht, werden auch einmal die Historiker unseres Zeitabschnittes ein- räumen müssen, daß Führerwillen und planvolles Gestalten sich im abgelaufenen Jähre bei uns glücklich vereinten. Worauf kam es denn an, um aus dem zu Boden getretenen Deutschland, aus einem über alle Maßen gedemütigten und gepeinigten Volke wieder ein geschichtliches Subjekt entstehen zu lassen? Allen voran galt es, dieses in Klassen, Konfessionen und Jnteressentenhaufen zerklüftete Volk, das zudem in einige zwanzig Länder zergliedert war, zu nationaler Einheit und Geschlossenheit zusammenzuschmieden. Das ist gelungen! Schon an dieser Tatsache kann einmal kein Geschichtsschreiber einer späteren Zukunft vorübergehen! Und diese nationale Einheit wurde geschmiedet vom Feuer einer nationalen Selbstbestimmung, die Ehre und Gleichberechtigung zum obersten Grundsatz erhob.
Gleichzeitig aber galt es, die neugewonnene Volksgemeinschaft für die wirtschaftliche Gesundung des gesamten Volkes einzusetzen. Im begrenzten deutschen Raume, ohne eigenen Rohstoffquellen und ohne eigenes oder fremdes Kapital war diese Aufgabe doppelt schwer. Sie konnte im Grunde nur in Angriff genommen werden durch die Einsicht aller Volksgenossen, daß dem Gesamtwohl jedes Einzelinteresse nachstehen muß. Dazu -war aber auch erforderlich, daß auch dem ärmsten und letzten Volksgenossen durch die Tat klar gemacht wurde, daß der Staat zu ihnen steht. Nur so konnte die große sittliche Idee des Wortes „Einer für alle, und alle für einen" glückhafte Wahrheit werden.. Heute weiß jeder Volksgenosse, was deutscher Sozialismus ist. Jedes Opfer und jede Entbehrung, die wir zu tragen haben, kommt jedem Volksgenossen zugute, dem es noch schlimmer geht als uns selber. Der deutsche wirtschaftliche Wiederaufbau unter den gegebenen ungünstigen Verhältnissen erfordert selbstverständlich Opfer, aber sie werden gebracht zum Wohle des Ganzen. Niemand hat heute ein Recht, müßiger Nutznießer der Arbeit anderer zu sein. Jeder aber muß die Pflicht fühlen, wirkendes Glied an einer großen deutschen Gemein-
