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S. Echellniberg'sche Hofbuchdruckerei, „Tagblatt, Haas".

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Telegramm-Adresse: Tagblatt Wiesbaden.

Montag, 24. Dezember 1934

Nr. 351.

82. Jahrgang.

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Mnmenfasiung der Völker für den gemeinsamen

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Handlungen soweit gediehen sein, daß mehr so viel von Lavals Zeit in Anspvuch Natürlich werde diese kommende Aussprache Flandin, Laval und den britischen Ministern

HK* Wegen des Weihnachtsfcstcs erscheint die nächste ,Tagblatt"-Ausgabe am Donnerstag.

sie nicht nahmen, zwischen von den

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len Jahren des Tributwahnes vernichtet wurde, das chlt heute allenthalben für Neuaufbau und Wiederge- undung. Und von einer großzügigen, konstruktiven Zu-

Eeschüftszett: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn- und Feiertags.

Jahre lang in todbringendem Kampfe gegenüber lagen, schließlich die w a h r e n, a u f r i ch t -i g st e n F r e u n d e des Friedens wurden. Cie haben Deutschlands Führer ain ersten verstanden, sie wissen, was sein Stell­vertreter meint, wenn er zu den Frontsoldaten aller Länder spricht. Hier liegt auch die große Weih­nacht s h o f f n u n g dieses Jahres. Das Christ- kindlsin, umstrahlt vom Lichterglanz des Tannenbaums, erfreut nach wie vor die Kinderherzen. Der denkende Erwachsene aber sieht den Friedensbringer heute im grauen Frontkleid, mit den Attributen des Krieges. Aber er bringt keinen neuen Krieg in die Welt, sondern dieser graue Mann ist heute ein Frontsoldat des Frie­dens. Die kämpferische Weihnachtsgesinnung für Welt­frieden und Völkerverständigung erweist sich v-ls die bessere Kraft gegenüber den schwächlichen Pazifisten und gewerbsmäßigen Friedensmachern. Wo aus furchtbarer Erfahrung der stahlharte Entschluß zum Frieden gereift ist, da ist Sicherheit gegeben, daß die alte Weihnachts­forderung vom Frieden auf Erden endlich zur Tat wird. In dieser Hoffnung feiert Deutschland das Fest des Friedens.

Amtes, Leger, taufcheik, da Laval den Wunsch habe, Francois-Poncet als Kenner der deutschen Verhältnisse und wegen seiner guten Beziehungen zu Italien als seinen Mitarbeiter in der Pariser Zentrale zu sehen.

Anzeigenpreise: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund- preis 6 Stof., der 85 Millimeter breiten Spalt- im Tertteil 45 Rpf., sonst laut Tarif Nr. 3, Nachlaststaffel C. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen.Annahme 10 Uhr vormittag». Größere Anzeigen müßen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstag- aufgeg-ben werden.

Diplomatenwechsel?

as. Berlin, 24. Dez. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Die Unterredung, die -der englische Außen­minister Sir John Simon am Samstagnachmittag in Paris mit dem französischen Ministerpräsidenten F l a n- d i n und dem Außenminister Laval hatte, hat offen­sichtlich irgendein positives Ergebnis nicht gezeitigt. Man muß dabei freilich auch berück­sichtigen, daß die Zeit, die zur Verfügung stand, knapp war, denn Simon traf erst mittags in Paris ein und reiste bereits am Abend iveiter an die französische Riviera, wo er seinen Weihnachtsurlaub verbringt. So weiß denn auch der amtliche französische Bericht über diese Unterredung iÄnx-lich zu melden, daß „die euro­päischen Fragen bespirchen worden sind". Aus der Dürftigkeit des Berichtes kann man wohl ohne weiteres den Schluß ziehen, daß man über eine allgemeine Fühlungnahme — es war die erste persönliche Aus­sprache zwischen Laval und Simon, der ja an den Genfer Beratungen nicht teilnahm — nicht hinausge­kommen ist. Man hat die Ansichten a u s g e - tauscht, aber nicht angenähert. Mr die Engländer dürftetn dabei nach der Kündigung des Washingtoner und des Londoner Flottenver­trages durch die Japaner die Fragen der Rüstungs­beschränkungen zur See im Vordergrund gestanden haben. Hier bestehen sehr erhebliche Meinungs­verschiedenheiten zwischen Paris und London, da die Franzosen tijrc sehr starke U-Boot-Flotte noch weiter ausbauen möchten, während die Cgnländer es am liebsten sehen würden, wenn diese ihnen so unbequeme Waffe gänzlich verschwinden würde. Darüber hinaus wird man aber auch allgemein die Fragen der Rüstungsbeschränkungen behandelt haben. Auch nach dem Ostpakt, für den sich Laval in seiner letzten Rede so warm eingesetzt hat, dürfte sich Sir John Simon erkundigt haben und dabei habe durchblicken lassen, daß die Engländer für die militärische Beistands- klausel in diesem Pakt garnichts übrig haben, was ihrer ganzen Auffassung gegen das weirere Vordringen der Sowjets in Westeuropa durchaus entspricht. Schließlich wird sich der englische Außenminister auch wohl nach dem Stand der französisch-italienischen Verhandlungen erkundigt haben. Hier wird ihm Laval kaum sehr viel Positives haben mitteilen können, denn die Schwierigkeiten, die einer Zusammenarbeit zwischen der Kleinen Entente und Italien entgegen- stehen, haben sich in der letzten Zeit eher vermehrt als verringert. Im ganzen wird man aus dem Verlauf der Pariser Gespräche kaum weitgehende Schlüsse auf die weitere Entwicklung der großen Politik ziehen können.

In diesem Zusammenhang sei aber auch darauf hin­gewiesen. daß wieder einmal das Gerücht auftaucht, der französische Botschafter in Berlin, Francois- Poncet, werde seinen Posten bald verlassen und mit dem Generalsekretär des ftanzöftschen Auswärtigen

deutsche Weihnachtsfest uns allen wirklich als das große Fest der Liebe erscheinen.

Von dieser Erkenntnis aus gewinnen wir auch die Kraft, den anderen Zeitproblemen mutvoll ins Auge zu schauen. Was vermag ein Volk nicht, wenn es g e - schlossen hinter tatfroher Führung steht? llnd in einem weiß sich dieses Volk mit seiner Führung vollkommen eins: in der Sehnsucht nach Frieden. Gewiß nicht nach einem faulen Frieden, einem Frieden um jeden Preis! Die Welt kennt unsere einzige Forderung, die da Ehre und Gleichberechtigung heißt. Aber wie klein ist doch dieser Preis gegenüber dem lockenden Ziel eines wirklichen Weltfriedens. Würden jene Staatsmänner, die ihn verweigern, und damit den Zustand einer friedlosen Welt verewigen und einen weltwirtschaftlichen Wiederaufbau vielleicht für immer verhindern und damit Ehaos und Bolschewismus in die ganze Welt bringen, vor dem Richterstuhle der Ge­schichte ihr Tun und Unterlassen je verantworten können? Fedes Volk wird einst seine Staatsmänner vor diese Frage stellen. Wir scheu, daß gerade die Kräfte der einstigen Frontsoldaten überall am Werke sind, und ihre Mahnungen und Forderungen lösen das Zeitalter eines geschwätzigen Parlamentarismus ab, der redet, wo er versagt und schweigt, wo zu reden die Pflicht gegenüber den Völkern und dem Weltfrieden für ihn be­stünde. Es mußte wohl dahin kommen, daß d i e grauen Männer aller Fronten, die sich vier

Flandin und Laval nach London eingeladen.

Verlängerung der Militärdienstzeit in Frankreich.

London, 24. Dez. (Gig. Drahtmeldung.) Aus Paris berichtet der französische Mitarbeiter des „Daily Telegraph", daß Sir John Simon am 22. Dezember bei feinem Zusammentreffen mit Ministerpräsident Flandin und Außenminister Laval die französischen Staatsmänner zu einem baldigen Besuche in London eingeladen habe. Der Korresondent sagt, beide würden der Einladung gern Folge leisten, doch sei man in französischen Kreisen der Ansicht, daß vor dieser Reise die S a a r a b st i m m u n g erledigt sein müsse. Voraussichtlich würden zu diesem Zeitpunkte auch die französisch - italienischen Ver-

Das Fest des Friedens.

; Wenn es nur darauf ankäme, daß die Menschen und (Völker zu einander in geordneten Beziehungen leben, -daß nicht ein offener Kriegszustand mit allen seinen -Schrecken herrscht, so müßte in diesem Jahre die Mensch- Aeit das Weihnachtsfest als Fest des Friedens überall -harmonisch begehen können. Auf der gangen Erden- - rinde brennt nirgends die Kriegsfackel. Dort, wo in fder grünen Hölle von Südamerika der formelle Frie­sdensschluß noch fehlt, scheint dennoch der Kriegsbrand sMsgelodert zu haben. Und in dem alten großen Multurlande China sind die Bürgerkriegszuckungen »war keineswegs beendet, aber amtlich will man auch hier nicht im Kriegszustände leben. Die empfindlichsten Brennpunkte der Krisen- und Kriegsgefahr sehen aber an diesem Feste kaum noch so schlimm aus, wie noch vor Wenigen Monaten. Im Fernen Osten, in Südosteurppa Md unter den lateinischen Schwesternationen des Westens haben sich die Streitpunkte verringert und Mne fühlbare Entspannung ist eingetreten. Wie sollte Wh also die Menschheit des Friedens nicht erfreuen?

U Benjamin Franklin, Amerikas großer Präsident, Mrieb einst die Worte nieder: „Es gibt keinen schlechten Mieden." Vielleicht widersricht innerlich sogar der ^gegenwärtige Inhaber des Präsidentenstuhles in den Bereinigten Staaten dieser Auffassung seines Amts- »wgängsrs. Was die Friedensschlüsse, die den Welt­skrieg beendeten, an Not und Elend über Sieger und Be- Segte brachten, das ist in der Weltgeschichte allerdings kchne Beispiel. Und man muß schon einen Frieden als Mecht bezeichnen, der zur naturnotwendigen Folge jene ! Krise haben mußte, die noch immer die Welt verheert. (Da maßten sich vor fünfzehn Jahren vier Weltrichter tat, die Welt neu zu ordnen. Willkürlich wurden große lStaatengebilde und Wirtschaftseinheiten zertrümmert, Ms anderen schnitt man lebenswichtige Teile heraus Md man gefiel sich sogar in dem Irrsinn, den unter­legenen Mächtegruppen, die man zerfetzt, entmachtet Md wirtschaftlich gefesselt hatte, unerfüllbare Tribut- Mten aufzuerlegen. Dieses letztere Beginnen ist ja nun ■n seinem eigenen Widersinn gescheitert. Aber was in

Fragen des Augenblicks beherrscht sein. Alles deute aber darauf hin, daß die Frage der Abrüstungs­konferenz wieder aufgeworfen werden würde. Der Korresondent fügt hinzu, entgegen allen amtlichen Ab­leugnungen feien die Vorbereitungen zu einer Ver­längerung der Militär dien st zeit in Frankreich vom nächsten Frühjahr ab in vollem Gange.

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2.

Laval und Jeftitsch.

Ein Telegrammwechsel.

Paris, 23. Dez. Außenminister Laval hat an den südslawischen Ministerpräsidenten und Außenminister Jeftitsch zu deffen Amtsübernahme ein Glück­wunschtelegramm gerichtet, in dem er ihn seiner Freundschaft im Sinne einer Fortsetzung der engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit Frankreichs und Südflawiens versichert.

In seinem Danktelegramm erneuert Jeftitsch gegenüber Laval die Versicherung seiner persönlichen Ergebenheit und seiner Treue zur überlieferten französisch-südlawischen Freundschafts- und Bündnis­politik.

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Ustausches ist jeder ängstlich darauf bedacht, dem chbar nicht mehr abzukaufen als er ihm abnimmt.

In dieser organfierten Desorganisation, in dieser gemeinen Hilflosigkeit der entschlußlosen Welt- Mng darf ein Land sich glücklich preisen, das, ohne ; Gültigkeit und Erkenntnis von der Heilkraft einer Zölkerverbindenden Wiederaufbauarbeit zu leugnen, fein Heil nicht von außen her erwartet, sondern sein -Schicksal bei den Hörnern packt und im nationalen Nahmen zunächst die Selbstbehauptung versucht, ehe die anderen an die Weltgesundung denken, dieben uns sind es in der Welt eigentlich nur noch die Vereinigten Staaten, die sich an der schweren aber dankbaren Auf­gabe versuchen, .zunächst aus eigener Kraft, aus dem schlimmsten herauszukommen. Aber Amerika hat es so »unendlich viel leichter als wir. Es hat alles, was uns Hfehlt: Kapital, Rohstoffe, Kaufkraft. Das Deut sch - Ul-nd Adolf Hitlers unternimmt den kühnen Wkerfuch, die materiellen Fehlnisse durch höchste An- Uspannung der moralischen Kräfte zu ersetzen. Er- Uzeugungsschlacht und Rohstoffersatz aus heimischem Wtoff sollen uns dabei allerdings auch materiell helfen. Mer liegt die große nationale Aufgabe des Kommenden Jahres. Aber auf einem Gebiete, das dürfen wir mit Dank und Stolz sagen, hat unssere ^eichsführung bereits einen klaren und entscheidenden Sieg errungen. Für das Festdes inneren Frie­dens kann die Bedeutung dieses Sieges nicht hoch ge- itug veranschlagt werden. Es ist gelungen, unser Volk tu einer nie gekannten, auch draußen beispiellosen Nationalen Solidarität zusammenzuschweißen, um durch Allgemeines Opfern derer, die noch geben können, Hunger und Kälte von den Wohnstätten der Bedürf- stigen sernzuhalten. Das Winterhilfswerk mit ollen seinen Ausstrahlungen, mit seinem Wecken der Freude am Schenken und Beschenktwerden, läßt das

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2n dieser Ausgabe:

| Weihnachten 1934

Fsstbeilage des Wiesbadener Tagblatts.

Simons Pariser Gespräche.

Der englische Außenminister -mf der Durchreise in Paris. — Ein Meinungsaustausch. Die erste Stellungnahme.

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i «de rauf bau der Welt hat man noch nichts nomimen. Abgeschlossener denn je stehen sich die Inen Kulturländer als wirtschaftliche Konkurren- ; Uten gegenüber, und bei dem do ut des heutigen Güter-