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e. Schellenberg'ich- HosbuchLruckerei, „Tagblatt - Haue".

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mit einer täglichen

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Nr. 347

Donnerstag, 20. Dezember 1934

82. Jahrgang.

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Fernsprecher^ammel-Nr. 59631. Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.

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R Die japanischen Vertreter in London sollen nach Tokio zurückkehren, um an einer großen Minister- besprechung über die künftige Flottenpolitik teilzunehmen.

Zur Vertagung der Londoner Flotten Verhandlungen.

Eine Rundfunkrede Simons.

Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn- und Feiertags.

Flottenabkommens durch Japan, das; das Abkommen noch zwei Jahre nach der Kündigung in Kraft bleibe. „Wir werden alles tun", fuhr Swanson fort, „was notwendig ist, um Amerika, seinem Handel und seiner In­dustrie einen geeigneten Schutz zu bieten."

Weiter erklärte Swanson, daß eine Entscheidung bezüg­lich der Vollendung der B e s e st i g u n g d c r M a r i n e - basis im Stillen Ozean, deren Bau nach der Unter­zeichnung des Washingtoner Abkommens unterbrochen wurde, noch nicht gefallen fei.

Österreich festzulegen. Man stehe kurz vor der Einigung über eine Art Protokoll. Schwierigkeiten bereite lediglich die Formulierung. Man dürfe nicht mit einem fran­zösisch-italienischen Weihnachtsgeschenk für den Frieden in Mitteleuropa rechnen, doch liege ein N e uj ahrs- gescheut dieser Art durchaus im Bereich der Möglichkeit.

Nicht ganz so günstig wie der „Matin" beurteilt „Le Jour" die Aussichten eines französisch-italienischen Proto­kolls. Laval wolle nicht von seinem Plan abgehen, der eine bevorzugte Behandlung der südslawischen Unantastbarkeit, zu der Italien sich bekennen solle, vorsehe. Außerdem solle bei dem Besuche Lavals in Rom eine gemeinsame Erklärung über die Unab­hängigkeit Österreichs 'ausgearbeitet werden.

Protokoll, das eine zweiseitige, auf un«bestimmte Zeit laufende Sonderabmachung darstellt. Nun kann man einwenden, daß diese letzten Dinge sich nicht unbe­dingt auf militärischem Gebiet auszuwivken brauchten. Es dürfte aber noch erinnerlich sein, daß im vorletzten Sommer beim Besuch des damaligen französischen Luft­fahrtministers C o t die Grundlage für di: Zusammen­arbeit zwischen den beiden Mächten in den Fragen der Militärfl negerei gelegt wurden. Etwas später wurden dann Militärattaches ausgetauscht, die über große Stäbe technischer Sachverständiger verfügen. Wiederum etwas später wurde entschieden, daß neue Schiffe für die f o w j e t r u s s i s ch e O st s e e f l o t t e auf französischen Werken gebaut werden sollten. In der allerletzten Zeit aber wurde berichtet, daß Frankreich den Sowjets einen neuen Tank liefere, der für die Bedürfnisse der Roten Armee weiter entwickelt werden soll. Alles das zeigt, wie sehr sich heute schon eine französisch-sowjetrussische Zusammen­arbeit auf allen Gebieten des Militärwesens entwickelt hat. Man wird deshalb auch dem „Star" beipflichten müssen, wenn er die Dementis, die seiner Veröffent­lichung entgegengefetzt werden als wenig beweiskräftig bezeichnet, denn «in der ganzen Tendenz traf das eng­lische Blatt mit seiner' Veröffentlichung zweifellos das Richtige. Die Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Sowjetrußland auf «militärischem Gebiet «ist, man mag das nun Bündnis, Vertrag, »der sonstwie

nennen, heute nicht mehr zu leugnen.

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Die französisch -italienischen Verhandlungen

Ein Neujahrsgeschenk für den Frieden in Mitteleuropa?

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i Die Kündigung des Flottenabkommens.

Japan hat keine Furcht vor einem Wettrüsten. — Das Gleichgewicht gegenüber Amerika

Bezugspreise: Für eine Bezugszeit von 2 Wochen 94 Rpf., für einen Monat RM. 2.—, ein­schließlich Tragdhn. Durch die Post bezogen RM. 2.35, zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld, Einzel- nummern 10 Rpf. — Bezugsbestellungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die Träger und alle Postanstalten. — In Fällen höherer Gewalt oder Betriebsstörungen haben die Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder auf Rückzahlung des Bezugspreises.

Die Enthüllungen des „Star".

L ss. Berlin. 20. Dez. (Drahtbericht unserer Berliner Abteilung.) Wie nicht anders zu erwarten war, sind •feen Enthüllungen des englischen Blattes „Star" über das französisch-sowjetrussische Militärbündnis sehr bald mehrere Dementis gefolgt. Nun ist es gewiß mög­lich, daß der Text des Miilitävbundnisses, den das eng- kische Blatt veröffentlichte, nicht ganz korrekt ist, wenn auch das Blatt selbst erklärt, daß die Dementis, die inan seinen Veröffentlichungen entgegensetzt, nicht über- gen könnten. Tatsächlich stimmt zweifellos ein

Ucher Militärvertrag durchaus mit der Entwicklung überein, die in den letzten 18 Ai onate n zu ver- i ihnen war. Auch in der Politik kennt «man den Indizienbeweis, und man muß schon sagen, daß gerade in diesem Falle die Glieder der Beweiskette mühelos und lückenlos aneinander reihen. Einmal fei et die sehr deutlichen Anspielungen erinnert, die der nzösische Abgeordnete A r ch i m b a u d in der Kam- r über die Z u s a m m e n ar b e i t Frankreichs ind Sowjetrußlands auf militärischem e b i e t brachte. Man denke aber auch einmal daran, ie sehr sich Frankreich bemüht hat, die Aufnahme w j e tr «u ß l a n d s in den Völkerbund durch- lsetzen. Man denke ferner an die weitgehende Z u - m «m enarbeit Litwinows und Bart h o u s G e nf und in der gleichen Richtung liegt ja auch das scheit Laval «und Litwinow vereinbarte Genfer

Roch zwei Jahre nach der Kündigung rn Kraft.

Washington. 19. Dez. Marineminister Swanson er- kiarte aus eine Anfrage bezüglich der amerikanischen Flotten­baupläne angesichts der Kündigung des Washingtoner

London, 20. Dez. Der englische Außenminister Sir John Simon sprach am Mittwochabend über die Vertagung der Londoner Flottenoerhandlungen. Er drückte dabei die Hoff­nung aus, daß die Verhandlungen in zwei oder drei Monaten wieder ausgenommen werden könnten, und unterstrich die Notwendigkeit eines Abkommens über die Beschränkung der Seerü st ungen, an dem auch Frankreich und Italien beteiligt sein müßten. Es sei von höchster Bedeutung für den Weltfrieden, daß die See­mächte, die besondere Interessen im Fernen O st e n haben, sich auch weiterhin über eine Beschränkung der Flottenrüstungen verständigten und an einem Kollektivsystem mitarbeiteten, das die Aufgabe habe, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen allen Völkern in diesem Gebiet aus­rechtzuerhalten, Simon fügte hinzu, das britische Reich habe Verantwortlichkeiten, die cs erfüllen müsse, und könne daher in grundsätzlichen Fragen, die für seine Sicherheit von Bedeu­tung seien, nicht nachgeben.

Smeiaenpreife: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte tm Anzeigenteil Grund- pretp 6 Rpf.. der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 45 Rpf., sonst laut Tarif Nr. 3, Nachlatzstaffel C. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird leine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen-Annahme 10 Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.

Litauen und wir.

Ein Wort zum Memelprozeß.

126 deutsche Angeklagte stehen in Kowno vor dem Kriegs­gericht der Litauer, um sich hier gegen Anschuldigungen zu wehren, die gegen sie erhoben worden sind. Nur wenige dieser Angeklagten sprechen litauisch; die Sprache dieser Männer ist deutsch und nach Recht und Gesetz gehören sie auch vor ein Gericht, das in deutscher Sprache verhandelt. Dieser Memelprozeß wird aber nicht in Memel, sondern in der litauischen Hauptstadt durchgeführt, nicht vor Richtern, son­dern vor Osffizieren. Auf litauischer Seite herrscht das Be­streben, vor der Welt zu beweisen, daß die Angeklagten staatsgefährliche Umtriebe verübt hätten. Man hat, um diesem Prozeß auch äußerlich eine politische Bedeutung geben zu können, eine Reihe von Journalisten aus aller Herren Länder zugelassen. Es ist aber nicht anzunehmen, daß die litauischen Hoffnungen in Erfüllung gehen. Hoffnungen, die für jeden, der die Dinge so sieht, wie sie wirklich sind, nur darin bestehen können, daß die Litauer sich eine Rechtsgrund­lage für ihre rechtswidrigen Vorgehen schaffen wollen. Darum wird im Grunde dieser Prozeß geführt, und darum ist dieser Prozeß nötig.

Die litauischen Blütenträume werden nicht reifen. Wir werden dafür Sorge tragen, daß man von den Dingen spricht, die wirklich geschehen sind. Von der Entrechtung der Be­amten, von der Entrechtung der deutschen Abgeordneten, von der Entrechtung des Parlamentes, von der Entrechtung des ganzen Memelgebietes. Mit Zwang und Gewalt glaubt man ein Gebiet entgermanifieren zu können, das immer deutsch war. Die Litauer, die in diesem Gebiet wohnten und früher litauisch gesprochen haben, waren deutsch, hatten ein deutsches Herz, auch wenn sie litauisch sprachen. Sie ver­standen überdies auch meist die deutsche Sprache selbst. Jetzt soll die urdeutsche Stadt Memel, die auf eine Geschichte von vielen Jahrhunderten zurückblicken kann, plötzlich Klaipeda genannt werden. In dem internationalen Vertrag, der dem Memelgebiet seine Selbstherrschaft sichern soll, fehlt aber völlig die Bezeichnung Klaipeda, dort spricht man nur von Memel.

Die ganze Sachlage zwingt dazu, das Verhältnis Deutsch­lands zu Litauen zu überprüfen. Vorerst aber ist es nötig, die Herren Litauer einmal daran zu erinnern, daß sie ohne uns überhaupt nicht vorhanden wären. Aus Eigenem wären sie niemals in der Lage gewesen, einen Staat zu gründen. Nur durch die deutsche Hilfe ist ihnen das gelungen. 2a, das litauische Volkstum wäre längst den brutalen Russtfizierungs- bestrebungen zum Opfer gefallen, wenn nicht von deutscher Seite aus in den Jahren der Knechtschaft durch die Russen die Sprachpflege und Volkstumspflege gestützt worden wären. Das alles hat man vergessen und heute wenden die Machthaber in Litauen, die die russische Zarenknute ja noch gekannt haben, diese Russtfizierungsmethoden selbst gegenüber den Deutschen an. Die Litauer, die Wilna als ihre Haupt­stadt erklären, erinnern sich vielleicht noch an den Henker von Wilna, an Murawiew, der als des Zaren getreuester Diener seine Faust schwer auf Stadt und Land legte. Dieser Druck, der sich bis zur Unerträglichkeit steigerte, wird heute von den Litauern selbst ausgeübt. Da die Herren sich der russischen Entwicklung erinnern, so werden sie ja wohl auch wissen wohin eine solche Herrschaft führt.

Seine staatliche Existenz verdankt Litauen im Grunde doch nur der geographischen Tatsache, daß es die Brücke zwischen Deutschland und der Sowjetunion ist. Angesichts dieser Tatsache gab es Zeiten, in denen uns die litauische Unabhängigkeit mehr wert war, als sie es heute ist. Wir be­drohen niemanden in der Welt, und wir bedrohen auch nicht die litauische Unabhängigkeit, aber man wird uns ja wohl noch das Recht zugestehen können, die Frage zu prüfen, ob wir ein Interesse an der litauischen Unabhängigkeit haben. Gleichzeitig mit der Prüfung dieser Frage ist die andere ver­bunden, ob dieser litauische Staat überhaupt lebensfähig ist. Da darf man ja wohl den Standpunkt vertreten, daß ein Staat, der solche Eewaltmaßnahmen gegen seine eigenen Bürger in Anwendung bringt, wenig Gewähr für einen dauernden Bestand gibt. Wir wollen mit allen unseren Nach­barn in Frieden und Freundschaft leben, aber die Litauer haben uns die Freundschaft verdammt schwer gemacht. An Werbungen Deutschlands hat es in den vergangenen Jahren nicht gefehlt. Immer und immer wieder hat man versucht, mit den Litauern ins Reine zu kommen, aber war heute eine Sache geregelt, so lüg morgen schon wieder eine neue Anklage vor. Jetzt kümmert man sich nicht einmal mehr um die deut­schen Anklagen, man kümmert sich auch nicht mehr um das, was die Signatarmächte in Kowno vorbringen, sondern die Herren Litauer schalten und walten, als ob Litauen allein auf der Welt wäre.

Dabei gibt es doch eigentlich genug andere Sorgen als die, sich um jeden Preis mit den Deutschen anzulegen. Es ist uns noch in Erinnerung, daß es Zeiten gab, wo die litauische Regierung jeden Tag mit einem polnischen Einmarsch rech­nete. Wäre ein solcher Einmarsch zur Tat geworden, so wäre in dreimal vierundzwanzig Stunden das ganze Land von den Polen besetzt gewesen, und die litauische Regierung wäre zer­stoben wie Spreu vor dem Wind.

Dann haben ja die Herren auch wohl noch Sorgen im Lande genug. Wer Litauen kennt und weiß, wie die litauischen Bauern leben, der weiß auch, daß es hier Wich­tigeres zu tun gibt für eine litauische Regierung, anstatt große Politik zu machen. Die Unterhaltung der litauischen diplomatischen Vertretungen im Auslande ist eine kostspielige Angelegenheit, und die meisten der litauischen Bauern wür­den sich höchstlich verwundern, wenn sie einmal die Häuser ihrer Gesandten alle zu Gesicht bekämen. Mit der litauischen Herrlichkeit kann es eines Tages schneller vorbei sein, als die gegenwärtigen Machthaber es sich träumen lassen. Das alles kann geschehen, ohne daß Deutschland den kleinen Finger dazu

Eine japanische Regierungserklärung.

- Tokio, 20. Dez. (Big. Drahtmeldung.) Die japanische Regierung veröffentlicht eine Erklärung zur Kündi­gung des Flottenabkommens. Darin wird gesagt, daß die Kündigungam2 7. Dezember erfolgten werde. Japan nehme dabei Bezug auf fein Recht zur Kündigung des Washingtoner Vertrages. Ein neuer Flottenvertrag solle zur Abrüstung zur See führen und dadurch den Frieden sichern. Zur Erreichung dieses Zieles fei Japan zu Opfern bereit. Sollten die anderen Mächte eine Verständigung ab­lehnen, so werde Japan seinen eigenen Weg gehen und keine Zugeständnisse machen.

E In einer anderen längeren Veröffentlichung von Seiten der Regierung heißt es, daß Japan keine Furcht vor einem Wettrüsten habe.

J Der Marineminister, Admiral O s u m i, verwies darauf, daß die für die japanische Flotte vorgesehenen Mittel genüg­ten, um Amerikagegenüber das Gleich gewicht zu kalten. Die Verstärkung der U-Booten und nötigenfalls auch der großen Kreuzer werde sich nach der Erhöhung dieser Ein­heiten in Amerika richten.

V Außenminister Hirota sagte, Japan sei bereit, nach der Weihnachtspaufeeinen ausführlichen Abrüstung oorfchlaazu unterbreiten Japan fordere, wie es im 2k* trage vorgesehen sei, daß eine neue Flottenkonserenz spä« testens am Ende des Jahres 1935 zusammentrete.

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I Dementis, die nicht überzeugen. — Indizienbeweis. — Die Zusammenarbeit zwischen Paris und Moskau.

Schwierigkeiten der Formulierung.

Paris, 20. Dez. (Eig. Drahtmeldung.) Bei der Mitt- Hoch-Unterredung zwischen Laval und dem italienischen Botschafter ist die Frage der franMisch-italienischen Be- , Ziehungen eingehend besprochen worden. Man behauptet in gut unterrichteten französischen Kreisen, daß die Aus­führungen Lavals irn Senat auf Mussolini Wanderen Eindruck gemacht hätten.

I Der nach Rom entsandte Sonderberichterstatter des WRatin" glaubt sogar melden zu können, daß Mussolini sich nicht mehr so entschieden weigere, sich auf besti m mte Ab­machungen über Mitteleuropa und namentlich