Mittwoch, 19. Dezember 1934.
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Gültig vom 7. Gftobee 1934 bis 19. “Itlai 1935
♦ Stand vom 16. Qejembet 1634
Raubüberfall itn Personenzug.
Ein Reisender niedergeschossen und bestohlen.
# Koblenz, 19. Dez. 14 Uhr. (Cig. DrahtmeLdung.) Heute vormittag wurde in dem 7.13 llhr von Köln nach Koblenz absahrenden Personenzug ein schwerer Zlaubüberfall verübt. In einem Eisenbahnabteil 2. Klasse wurde der Landwirt Sürbach aus Annen l mit einer Schuhwunde in der Herzgegend hinter dem LPahnhof Kalscheuern schwerverletzt aufgefunden Bei
Trennung der zivilen und militärischen Luftfahrt in England.
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London. 19. Dez. Auf einer Sitzung des parlamen- iessin; torischen Luftfahrtausschusses im Unterhaus wurde am
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Dr. Ritter auf den Galapagos-Jnfelu vergiftet? Noch den letzten Berichten des Kapitäns Hancock sollen die ge- lieimnis vollen Tüdssfälle auf den Galapagos-Inseln in einem Streit um einen Piwatsnschatz ihre Aufklärung finden. Dr. Ritter habe das Versteck des Schatzes gekannt und sei deswegen vergiftet worden. Die Baronin Wagner untb Philippson feien auf dar Flucht verhungert. Ritter habe vor seinem Tode der Frau Koerwin Mrtteilung von dem Schatz gemacht, Haincock will nun auf Grund der Angaben der Frau den Schatz im Innern der Florsaner^Snsel, die Mbirgig ist, suchen.
Hans Stuck und Fran leicht verletzt. Der bekannte deutsche Autorennfahrer Hans Stuck hat auf der Fahrt von Brünn nach Berlin einen Autounfall erlitten, der glücklicherweise ohne ernste Folgen geblieben ist. In der Nähe von Jglau wollte Hans Stuck an einem quer über der Strane stehenden Zigeunerwagen vorbeifahren. Der Wagen Stucks kam dabei der Strahsnböschung zu nahe, überschlug sich und wurde vollständig zertrümmert. .Hans Stuck erlitt dabei lediglich Hautabschürfungen; feine Frau trug eine -leichte Gehirnerschütterung davon. Stuck und seine Frau wurden nach Brünn transportiert; sie wollen am Mittwoch von Brünn aus in einem ihnen von der Auto- Union entgegen'gesandten Kraftwagen wach Berlin weiter- fwhren.
Vater ersticht seinen Sohn. In Eg gen sie in bei Karlsruhe spielte sich ein entsetzliches Familiemdrama ab. Die beiden Söhne Julius und Albert des 54jährigen
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chnl» {einer Vernehmung gab er an, überfallen und beraubt Beste Bwrheit zu fein. Nach seinen Angaben hat der Täter
Friedrich Stern kamen nachts nach 12 Uhr nach Hause, fanden aber die Haustür verschlossen und muhten daher durch das Fenster in die Wohnung einsteigen. Dort machten sie dem Vater, mit dem sie aus gespanntem Fuß lebten Vorhaltungen, begaben sich aber schließlich zur Ruhe. Als sich am andsrien Morgen der etwa 26jährige Julius Stern Maschen wollte, versetzte ihm plötzlich der Vater van Hinten mehrere Stiche in die Lungen- und Rückenmarksgegend. Der junge Mann starb später im Karlsruher Krankenhaus. Der Vater wurde vechaftet.
Hans Stosch-Sarrasani jr. hat das Zirkusunternehmen seines Vaters übernommen und wird nach der Rundreise des Zirkus in Brasilien, Uruguay und Argentinien nach Deutschland zurückkehren.
Schuler entwerfen Bühnenbilder. 1600 BielefÄder Schüler und Schülerinnen haben sich letzthin an einem interessanten Wettbewerb beteiligt. Das Stadttheater Bielefeld hatte einen Wettbewerb für di« besten Bühnenbilder zur Aufführung des Märchenspiels „Dornröschen" veranstaltet, an dem sich nur Schüler beteiligen durften. Die Bielefelder Jugend ist mit Begeisterung an ihre Aufgabe gegangen, und in den Räumen des Städtischen Museums wurden dieser Tage über 1000 Entwürfe ausgestellt. Es sind viele Arbeiten darunter, die ein starkes Gefühl für V'ild- wirkung verraten. Am erfreulichsten aber ist das Einfühlungsvermögen der Jugend in die Märchewstimmuma des Dornröschenspieles.
Ein furchtbarer Doppelmord hat sich in der Ortschaft Pusterwald bei Judenburg in Steiermark abgespielt. Der Knecht Wogensberger erschlug die Witwe Heint sse r, eine hochbetagte Frau um sie ihrer Barschaft von 85,RM. zu berauben. Der achtjährige Enkel wollte der Großmutter zu Hilfe kommen und wurde von dem Knecht ebenfalls getötet. Rach der Verhaftung des Knechtes, der ein Geständnis ablegte, belagerte eine erbitterte Menschenmenge den Gendarmerieposten von Pusterwald in der Absicht, den Mörder bei der Überführung in das Bezirksgericht Judenburg zu lynchen. Die Gendarmerie war gezwungen, den Transport des Mörders in aller Heimlichkeit und in der Nacht vorzunehmen.
44jährige Reise einer Postkarte. Eine merkwürdige Postkarte wurde letzthin einer bekannten Firma in Eharleroi mit dem Postvermerk „Unbestellbar" zurück gesandt. Diese Karte war, ihrem Aufgabestempel nach zu schließen, am 24. September 1890 von der Firma bei der Äahnpost von Eharleroi aufgeliefert worden, hatte einen Tag später ihren Bestimmungsort, .leider aber nicht den Adressaten erreicht und war demzufolge zurückgesandt worden. Zu dieser Rückreise von dem Bestimmungsort Soissons nach Eharleroi ist es allerdings erst nach 44 Jahren gekommen. Der Poststempel sagt aus, daß die Karte am 3. Dezember 1934 in Soissons abging, in der dazwischenliegenden Zeit von 44 Jahren hat die Karte sicher neue Kraft zur Rückfahrt geschöpft . . .
Die Expedition Sven Hedins. Rach Nachrichten aus der Provinz Kansu traf SvenHedin mit seiner Expedition in der Stadt Sutschu ein. Er hatte die Stadt llrumtschi (Provinz Hsintfchian) am 20. Oktober verlassen und erreichte über Hami am 30. Oktober Ansi. Sodann beschäftigte er sich mit der Erforschung zweier alter Seidenhandelsstraßen aus der Zeit der Han-Dynastie. Er nahm auch Vermessungsarbeiten für eine Autostraße vor, die entlang der alten Kaiserstraße durch Kansu gebaut werden soll.
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gelb erbeutet. Die Nachforschungen sind im Gange.
. Dienstagabend eine wichtige Verw a ltungsände- rung angekündigt. Parlamentsmitglieder hatten in der Vergangenheit Kritik daran geübt, daß die zivile Luftfahrt -durch Unterstellung unter den Luftrat von militärischen Erwägungen abhängig gemacht werde, da der Luftrat in der Hauptsache eine militärische Körperschaft ist. Infolgedessen Mllzieht der Staatssekretär für Luftfahrt eine völlige Trennung der zivilen und der militärischen Luftfahrt. Der Luftrat wird in Zukunft nur noch für Militärfragen eändig sein. Der Direktor für zivile Luftfahrt, Oberst- teant Shelmeroine, wird im Rang erhöht und als Generaldirektor der zivilen Luftfahrt den Mitgliedern des Huftrates gleichgestellt.
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Kommunistische Zersetzungsversuche
in der amerikanischen Wehrmacht.
Washington, 18. Dez. Brigadegeneral Alfred Smith s Vertreter des Kriegsamtes und Commander Kirkman 5 Vertreter des Marineamtes schilderten am Dienstag vor m Dickstein-Ausfchuß eiMhend die kommunistischen u -rsuche, in der amerikanischen Wehrmacht Unzufriedenheit, ■Meutereien und Revolten zu erregen; sie befürworteten an- Zchlietzend gesetzgeberische Maßnahmen zur wirksamen Bekämpfung der kommunistischen Propaganda.
I Smith las einzelne Stellen aus kommunistischen Flug- stsiättern und sonstigen Schriften vor, die unter den Ange- Mrigen der Bundesarmee verteilt wurden. Kirkman erklärte, die Kommunisten seien in 19 Distrikten organisiert. Wommunistische Gruppen von zwei Männern und drei Wjrauen pflegten an den Besuchstagen an Bord der Kriegs- Mhiffe zu gehen; während die Männer in die Ventilatoren Mnd andere Schiffsteile Flugblätter stopften, versuchten die Frauen, mit den Matroftn Zusammenkünfte zu verabreden, Mm sie für den Kommunismus zu gewinnen.
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Wiesbadener Tagblatt
Sturmwetter im Ärmelkanal.
Ein deutscher Dampfer rettet norwegische Schiffbrüchige.
London, 19. Dez. Auf dem Atlantischen Ozean und im Ärmelkanal herrscht zur Zeit außerordentlich stürmisches Wetter, unter dem die Schiffahrt schwer zu leiden hat. Viele Schiffe auf hoher See haben SOS-Rufe ausgesandt. — Der norwegische Dampfer „Sisto", dem im Orkan das Ruder gebrochen war und der vor dem Winde trieb, wartete in höchster Not auf die Ankunft von sechs in der Nähe befindlichen Schiffen, die auf die SOS-Rufe hin sofort ihren Kurs geändert haben. Die Rettungsboote des nur 1100 Tonnen großen Fahzeuges waren von der rasenden See weggespült worden; die Kommandobrücke ist völlig zertrümmert. Unter den Schiffen, die sich zur Hilfeleistung an die Unfallstelle begaben, befand sich auch die „E u r o p a" vom Norddeutschen Lloyd. Ein anderes Schiss, bas sich ebenfalls anschickte, der „Sisto" beizustehen, war die 14 000 Tonnen große „Präsident Harding", die aber durch die schwere See schließlich gezwungen wurde^ beizudrehen.
Wie Kommodore Kruse vom Hapagdampfer „New York" der Hamburg-Amerika-Linie berichtete, ist ihm die Rettung der vollzähligen Besatzung des norwegischen Dampfers „Sisto" südwestlich der Irischen Küste trotz sehr stürmischen Wetters geglückt. Erst in der Nacht um 2 Uhr konnte die „New Port" ihre Reise nach Cherbourg, Southampton und Hamburg fortsetzen.
Loudou, 19. Dez. Wie aus New Park ergänzend zu dem Rettungswerk der „New Port" berichtet wird, ist die Besatzung der „Sisto" 15 Mann stark. Das Schiff befand sich in sinkendem Zustand, es war aber noch an der Wasseroberfläche. Nur noch ein schwaches Licht brannte auf dem Dampfer.
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