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Mittwoch, 12. Dezember 1934
82. Jahrgang.
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Die Annäherungspolitik der Frontkämpfer
Goy rechtfertigt seinen Berliner Besuch.
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zu haben. Gesellschaft mehr oder haben, um verschaffen.
er im Verdacht steht, Spionage getrieben Mit zwanzig Damen der besten Tokioter soll dieser erstaunliche Leutnant du Eros
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Gleichgewicht zwischen Deutschland und Frankreich.
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Japan und AEA.
Der Vorsprung der japanischen Flotte vor der Flotte Amerikas.
Tokio, 12. Dez. (Gig. Drahtmeldung.) Marine- minister Admiral O s u m i sprach am Mittwoch im Ausschuß des Staatsrates über den Flottenhaushalt. Er betonte dabei, daß der Haushalt genüge, um ein Wettrüsten auszuhalten. Die Zahl der japanffl^n Marineangehörigen betrage 90 000 gegen-
Nach der Genfer Einigung.
Belgrad und Budapest sind zufrieden. — Allgemeine Entspannung. Es kommt auf die Zusammenarbeit an.
weniger zarte Beziehungen angeknüpft sie zu veranlassen, ihm geheime Akten zu .... Die zwanzig verdächtigen Damen sind jedenfalls verhaftet. Mit dem Marineattachö wird man allerdings etwas vorsichtiger verfahren müssen.
lauf dieser Romreise sich gebessert haben. Es erscheint deshalb nicht sehr wahrscheinlich, daß gerade in diesen. Augenblick Frankreich die Donau-Pläne wieder auf- nimmt, die den _ ungarisch-italienischen Auffassungen widersprechen. Insofern sind diese ungarischen Befürchtungen wohl zu weitgehend.
. Auch die indirekt an dem Beschluß Beteiligten sind sehr zufrieden. Der englische Außenminister Sir John Si m o n hat, man muß wohl sagen seinem Kollegen, sozusagen den reisenden Außenminister, Herrn Eden, sehr gelobt, der ja in der Tat „die Parteien zusammengeredet" hat. Aber auch Herr Laval ist befriedigt und erklärt, daß in Genf glückliche Lösungen gefunden worden sind. „Wir haben alle Kurs auf den Frieden hin." Und schließlich ist die gleiche Zufriedenheit auch in Italien festzustellen. Wir unsererseits haben keinen Anlaß, diese allgemeine Zufriedenheit zu stören. Wenn die Genfer Entschließung sich gegen den Terrorismus wendet, so entspricht das dem Ziel der deutschen Politik. Freilich wird man wohl einigen Zweifel äußern können, ob man durch solche Mittel, wie sie hier vorgesehen werden, derartige scheußliche Verbrechen wie das von Marseille verhindern kann. Strafandrohungen pflegen, wie die Erfahrung lehrt, nicht allzu stark zu wirken. „Entscheidend", so sagt deshalb mit Recht die der Reichsregierung nahestehende Deutsche diplomatische politische Korrespondenz, „ist die Vorbeugung und zwar sowohl im innerstaatlichen als auch im internationalen Bereich. Diese Aufgabe ist mehr verwaltungsmäßiger als gesetzgeberischer Art, sie erfordert aber eine besondere Aufmerksamkeit und gegenseitige Loyalität und setzt normale V e r t rau e n s b ezieh u nge'n zwischen den Staaten voraus. Es ist zu wünschen, daß die Genfer Einigung, indem sie das Verhältnis zwischen Ungarn und seinen Nachbarn dauernd entspannt, die auf so vielen Gebieten notwendige Zusammenarbeit Europas vertiefen und festigen hilft."
Die Nervosität im Fernen Osten hat wieder einmal einen Höhepunkt erreicht. Auch in Tokio blüht die Spionenriecherei, die — wie wir aus den ersten Kriegsmonaten noch recht gut wissen — leicht geradezu groteske Formen annimmt. Es ist jedenfalls ein ernstes Warnungssignal, wenn die japanische Polizei entgegen allen diplomatischen Gepflogenheiten den französischen Marineattach^ scharfen Verhören unterzieht, weil er im Verdacht steht, Spionage getrieben
ameigenpreife: Em Millimeter Höhe der 23 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil ffirunb. preis 6 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 45 Rpf., sonst laut Tarif Nr. 3, Nachlaßstaffel C. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen.Annahme 10 Uhr vormittags. Größere Anzeigen mästen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.
Paris, 12. Dez. (Eig. Drahtmeldung.) Vor Mitgliedern der Neuen Friedensschule in Marseille sprach der Abgeord- 2 : ueie Goy am Dienstagabend über die Lage, die sich seit 2 der Unterredung ergeben habe, die ihm der Reichskanzler gewahrt hatte, und über Li« er in einem Artikel im „Matin" Aerichtet hatte.
sticht endgültig fest, wann Laval seine Romreise an- treten wird. Sicher ist aber doch, daß durch die Genfer , Debatte die Aussichten auf einen befriedigenden Der-
Die britischen Manöver bei Singapore.
Strengste Geheimhaltung.
London, 12. Dez. Einer Meldung aus Singapore zufolge wird das „Gibraltar des Ostens" am morgigen Donnerstag zum ersten Male Mittelpunkt ausge- dehnterManöver sein, die vier Tage dauern sollen und an denen britische Land-, See- und Luftstreitkräfte teilnehmen werden. Über die Manöver wird strengste Geheimhaltung gewahrt. Der Hafen Singapore wird während mehrerer Stunden für den Schiffsverkehr völlig gesperrt sein. In Singapore selbst haben sich 20 Kriegsschiffe versammelt.
£ Goy sagte, bi« 6 i s zur damaligen Ze i t mit Elektrizität geladene Atmosphäre habe sich gebessert. )ie Ereignisse von Marseille hätten in Genf Wittert weiden können, ohne daß der Friede bedroht worden DWe. Die Annäherungspolitik der ehemaligen Fr
Sntpfer, die berechtigtermatzen in das Gebiet der , "Wen falle, lasse sich rechtfertigen. Erst wenn das Kriegs- ßespenst verschwunden sei, würde in Frankreich das Ver- trauen wieder auf leben, die gehorteten 40 Mil- barden Franken würden wieder in Umlauf kommen und die f Krisen erst dann überwunden werden können. Um die kMische Möglichkeit eines Krieges zu beseitigen, wollten ' ^k ehenialigen Frontkämpfer die ihnen noch verbleibenden r Kräfte einsetzen und damit aufs neue ihrem Lande dienen.
Spionenriecherei in Fernost.
Zuviel Interesse für Singapore.
Singapore, Englands starkes Bollwerk im Fernen Osten, war in den letzten Wochen der Schauplatz gewaltiger Flottenmanöver. Einundzwanzig Einheiten dampften durch die schmale Straße von Singapore, die den Indischen und den Stillen Ozean miteinander verbindet. Es war der größte Flottenver- band, der je das „Tor des Ostens" passierte — seit jener russischen Kriegsflotte, die im Jahre 1905 stolz an Singapore vorüberfuhr, um von dem japanischen Admiral Togo vernichtend geschlagen zu werden. Wie Heuschreckenschwärme stürzten sich Bombengeschwader während der Manövertage auf die stählerne Jnsel- festung, um die Wirkung ihrer „gedachten" Brisanzbomben mit den Granaten der „feindlichen" Flotte zu vereinigen.
Die englische Admiralität hat dem Verlauf der Manöver um Singapore außerordentliche Bedeutung beigemessen — und nicht geringer war das Interesse der Japaner, die gut genug wissen, gegen welchen „gedachten" Feind England seine Schlüsselstellung zum Osten so fieberhaft ausbaut. Die Politische Polizei Singapores war wenig erfreut über die Scharen japanischer Ver- gnügungsreisender, die kurz vor dem Manöver sich in die wirklich nicht allzu reizvolle Stadt ergossen. Tag und Nacht wurde das japanische Viertel scharf überwacht und bald zeigten einige Vorfälle, daß der Argwohn nur zu begründet war.
Zwei japanische Geschäftsreisende, die den Dampfer, mit dem sie eigentlich weiter fahren sollten, „verpaßt" hatten, erregten das Interesse der Polizei. Sie verkehrten bei Mr. $). Nishimura, einer der angesehensten Persönlichkeiten der japanischen Kolonie, Leiter eines großen Eisenkonzerns — einem Manne, der über jeden Verdacht erhaben war. Was lag näher, als Herrn Nishimura auf die Polizeidirektion zu bitten, um einige Auskünfte von ihm zu erlangen? — Nishimura folgte der Vorladung, aber bevor er vernommen werden konnte, brach er plötzlich tot zusammen. Todesursache unbekannt.
Die beiden Verdächtigen wurden verhaftet; man sand bei ihnen schwerwiegende Dokumente — und nicht nur bei ihnen, auch ein Redakteur und ein Kupferstecher wurden im Besitz von Plänen der Festungsanlagen betroffen. Seitdem ist das japanische Viertel nicht mehr zur Ruhe gekommen. Tag für Tag erfolgen neue Ausweisungen, Razzien schrecken fast allnächtlich die Hotels aus der Ruhe, das Gepäck aller Reisenden wird durchwühlt, über die Ergebnisse der Fahndungen wird begreiflicherweise nicht das mindeste bekannAe- geben.
Ä» Paris, 12. Dez. (Eig. Drahtmeldung.) Der Führer der a.-- Vereinigung der „Feuerkreuzler", Oberst a. D. d « l a R o c - 9 hat in einem Buch di« Leitsätze seiner politischen und
s? ’ ' ^^anschaulichen Einstellung niedergelegt.
. Gelegentlich dieser literarischen Neuerscheinung hat er ä# ,11Knt Mitarbeiter des „Matin" eine Unterredung gewährt,
für die französische Diplomatie eingetreten; die beiden politischen Richtungen „Moskau oder Berlin" höben sich gegenseitig auf.
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Der Gesandte Frankreichs und der Gesandte der Sowjetunion in 31 i g a haben dem lettischen Außenminister eine Abschrift des am 5. Dezember in Genf abgeschlossenen französtsch- sowjetrusfischen Abkommens überreicht. Es handelt sich dabei um das Protokoll, in dem festgelegt wird, daß die Signatarmächte mit dritten Staaten keine zweiseitigen Verträge ab- schlietzen werden, ohne vorher untereinander Fühlung genommen zu haben. Die Abschrift des Protokolls von Genf wurde auch in R e v a l und K o w n o von den diplomatischen Vertretern der Signatarstaaten überreicht.
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in der er die parteipolitische Unabhängigkeit seiner Vereinigung betonte. Er erörterte seine bekannten innenpolitischen Grundsätze. Die Begriffe rechts und links seien überholt. Ein Staat, der das Recht auf Arbeit nicht gewährleisten könne, unterzeichne damit sein eigenes Todesurteil. Zur Saarfrage bemerkte de la Rocque, Frankreich müsse ohne Hintergedanken die unbedingte Unabhängigkeit der Abstimmung sichern. Im übrigen könne es in Europa feinen Frieden und kein Gleichgewicht ohne den Frieden und das Gleichgewicht zwischen Deutschland und Frankreich geben, was bedeute, daß man sich mit Deutschland ausstirechen müsse. Das werde aber erst von dem Zeitpunkt an möglich und nützlich sein, in dem Frankreich eine feste Ordnung und eine feste Sicherheit innerhalb seiner Grenzen und an seinen Grenzen ausgerichtet haben werde. Man werde sich aber vor geschminkten, aufsehenerregenden Aussprachen hüten. Die lebenswichtigen Fragen müßten mit dem erforderlichen Ernst und der erforderlichen Vorsicht behandelt werden.
Verständigung der französischen und italienischen Frontkämpfer.
Paris, 12. Dez. (Eia. Drahtmeldung.) Wie das „Journal" berichtet, ist auf Veranlassung italienischer Garibal- disten und mit Z u st i m nt u n g Mussolinis ein französisch-italienischer Ausschuß ehemaliger Frontkämpfer gegründet worden, der zehn Millionen Frontkämpfer umfass«. In der Eründungsbotschaft heißt «s: Die Vorsitzenden der großen Verbände ehemaliger Frontkämpfer Italiens und Frankreichs haben beschlossen, sich zu einem ständigen Ausschuß für die französisch-italienische Verständigung (Entente) zusammenzuschließen.
Laval und Mussolini.
f- as. Berlin^12. Dez. (Drahtbericht unserer Berliner ^Abteilung.) Selten oder wohl nie ist ein Genfer Be- v. Muß so allgemein als Erfolg von allen direkt oder ktzdirekt Beteiligten gefeiert worden, weil die Ent- ; schließung, die der Rat zum südslawisch-ungarischen e Konflikt angenommen hat. Ganz allgemein sieht man M diesem Beschluß ein weiteres Anzeichen für ■e Entspannung der internationalen Mage, und so ist es denn auch kein Wunder, wenn es den englischen Meldungen heißt, daß die Londoner t Mse „freundlich reagierte". Zufrieden sind zunächst L einmal die Hauptbeteiligten. So verkündet man in fSiid sla w ie n, daß man einen glänzenden .Sieg davon getragen habe und weist darauf hin, daß di« Klage, die man vorgebracht habe, sich als berech- kMt hexausgestellt hätte. In Ungarn aber ist man Wfvieden, weil die Ehre der ungarischen -Ration unbefleckt aus dem Konflikt hervorge- : gangen sei und man unterstreicht sehr stark die Feststellung, daß die ungarische Regierung als solche mit den Vorbereitungen für das Marseiller Attentat nichts
- zu tun haben. Immerhin melden sich hierzu doch einige kritische Stimmen, die betonen, daß Ungarn gewisse Pflichten auferlegt würden und daß sich bei der Durch-
I Mrung dieser Pflichten neue Gegensätze zwischen Ungarn und der Kleinen Entente ergeben könnten. Ferner fürchtet man offenbar in Budapest, daß nunmehr neue
i Versuche von Frankreich und der Kleinen Entente zur t Verwirklichung der alten Donauföderationspläne unter- v rwmmen werden könnten.
Dabei wird man freilich nicht übersehen können, daß die Genfer Einigung auch die französisch- ^italienischen Verhandlungen erleich- : ter t hat. Es steht im Augenblick zwar noch immer
„Moskau oder Berlin."
Polnische Feststellungen zum Ostpakt.
a Warschau, 12. Dez. (Eig. Drahtmeldung.) In einem zeucht «ns Paris hebt „Gazeta Polska" hervor, daß »a l zu einer Zeit, als man bereits einen deutsch-fran- Wichen Bertrag zu zweien herannahen fühlte, von 8it;
vor die Alternative gestellt worden sei, entweder die ®erprn$tung einzugehen, vor Abschluß des Oftvertrages JT^et zweiseitige Verträge zu schließen oder vollständig ^owjetrußland zu verzichten^ das dann ebenfalls das fjSr hätte, an eine gewisse zweiseitige Annäherung zu 5lu| diese Weise sei ein gewisser Stillstand während 1 vielleicht langen Zeit bis zur Klärung der Ostpaktfrage
