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Montag, 19. November 1934.

Wiesbadener Tagblatt

Nr. 317. Seite 11.

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tGott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe Schwester und Schwägerin

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im 54. Lebensjahr, wohlversehen mit den hl. Sterbesakramenten unserer hl. Kirche, zu sich in die Ewigkeit zu nehmen.

In tiefer Trauer:

Todesfälle in Wiesbaden.

Katharina Petro, geb. Benz. Ehefrau, 65 I., Kellerstrabe 18. f 15.11.

Engelbert Wellbrock, Rentner. 73 Jahre, frankfurter Strane 12. t 16. 11

Philivvine Höhn. geb. Schmidt. 58 I., Riehl­strabe 17. t 16. 11.

Otto Roth, Reg.-Assistent i. R.. 43 Jahre.

^.Enersenaustratze 3, t 16. 11,

Walter Backhofs, Lagerarbelter. 33 Jahre, Oranienstrabe 54. + 17. 11.

Ludwig Brede. Kellner. 47 Jahre. Wörth- strabe 18. 117.11.

Johanna Bartz, ohne Beruf, 54 I., Philivvs- bergstrabe 12, t 17.11.

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slüchtete, führt die Husaren durch eine Furt auf die Marsch­straße Ärzeziny-Borowo. Bis zum Bauche waten die Pferde durch die eiskalte Flut und die scheuen und ab­gehetzten Tiere vermögen kaum noch vorwärts zu kommen. In einer Kate finden die Patrouillen Heu und machen eine kurze Rast. Streifende Husaren entdecken im Forst ein Lagerfeuer und sehen im Scheine des Feuers die roten Streifen in den Hosen der Kosaken. Schüsse krachen. Wie angeschossene Hasen überschlagen sich die Steppen­reiter.

Die Bewohner von Bukowicze . . . deutsche Kolonisten . . . erweisen fick als prächtige Lands- und Wirtsleute. Um den runden Tisch sitzen beim Scheine einer Kerze die Husaren und futtern Kapusta und Pökelfleisch. Da graut der Morgen. Die Schießerei beginnt. Durch die Panjebuden fegen die Geschosse.Schützen heraus. . . Handpferde nach rückwärts und in Deckung. Drüben am Waldrande sitzt der verfluchte Kerl."

Durchs rauchende Dorf schnellen die Schützen ost­wärts, während die Kolonnen gefangener Russen, Train und Bagagen über die Felder und in Deckung fluten.

V.

Die Heeresreiterei.

Neue Entschlüsse bedingen neue Maßnahmen. Die 9. Kavallerie-Division erfährt eine Umgruppierung. Bei sinkendem Lichte des schicksalsschweren Tages steigen die Brigaden Bodelschwingh und Heuduck 13. und 14. Kavallerie-Brigade vor Feliksiu und Giemzow aus den Gräben, machen eine volle Kehrtwendung und nehmen die neue Marschrichtung nach Osten auf. Kavalleriepostierungen decken den Rückmarsch, der gleich­zeitig zum Vormarsch wird. Mit einer Schneid sonder­gleichen vollführt die Kavallerie dies Manöver.

Die Regimentsführer sammeln ihre Schützen. Im Laufschritt springen diese über holprige Felder, durch Gestrüpp und Kusseln, vorbei an brennenden Panje­buden auf eine Waldspitze zu, wo die Handpferde in Deckung stehen. Lautlos erfolgt das Kommando:An die Pferdei" Fertigmachen! Regiment zu Einem. . rechts brecht

Die Schwadronen fädeln sich ein. Mann und Pferd hinter Mann und Pferd. Karabiner umgshangen, Lanze auf dem Buckel. Zwischen den Reitern eine endlose Kolonne gefangener Russen. Gespensterhaft schleichen sie durch den Forst von Bukowicze. Der Führer des Husaren-Regiments 8, Rittmeister Freiherr v. Lupin, voraus. Davor ein Unteroffizier und drei Husaren als Spitze, die Karabiner schußbereit in der Hand, den Degen in der Faust.Achtung! Baumstämme . . . eine Grube ... ein Loch... ein Abhang! Drei Stunden dauert dieser nächtliche Marsch, dann ist Bukowicze, das Quartier vom 18. November, erreicht. Die Brigade Bodelschwingh bezieht Alarmquartier. Offizierpatrouillen klären ostwärts auf. Sie finden die Übergänge über die Miazga von Russen besetzt. Knallerei entsteht. Rauch erfüllt die Luft. Flammen lodern zum nächtlichen Himmel empor und werfen ihren beizenden Qualm den Deutschen entgegen. Grausig schön ist dies Bild. Die vorgetriebenen Reiterpatrouillen durch die brennenden Häuserreihen von Bokuwicze jagend. Die Pferde bäumen sich vor den knisternden Flammen und wollen nicht hindurch, während jenseits des Baches der Russe schießt und sprühende Funken den Reitern Gesicht und Mäntel versengen. Die wackeren Reitersleute nehmen alle Kraft zusammen und jagen im Galopp durch das Flammenmeer, in das trügerische Gewirr von Ginster und Gestrüpp.

Ein beherzter deutscher Kolonist. . . Kellermann, dessen Hab und Gut ein Raub moskowitischer Gier wurde und dessen Familie mit Sack und Pack in die Wälder

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Der Entschluß.

General v. Scheffer-Boyadel, der Komman­dierende der Armeeabtellung, ruft seine Divisionäre. Er begibt sich auf den Gefechtsstand der 3. Gardedivision dicht hinter der Schützenlinie bei Wiskitnow und be­spricht mit General Lrtzmann die Lage. Litzmann ist für den Durchbruch nach Nowosolne; Exzellenz v. Scheffer für den nach Brzeziny.

Es ist vier Uhr nachmittags. Die Schlacht ist noch im vollsten Gange, die Generale gruppieren sich um ein Lagerfeuer. Oberst v. Massow, der Chef des Stabes des XXV. Reserve-Korps, erstattet Bericht: Die Verbindung mit der Grundstellung im Norden bei Strykow, ist durchbrochen; die Vereinigung mit dem rechten Flügel der 9. Armeeim Südenbei Pabianicze, unterbunden. Zwei Russenkorps sind mit dem deutschen XI. Armee-Korps in Front und Flanke auf das engste verstrickt. Frommeis Reiterkorps vermag die Menschen­mauer nicht zu durchbrechen. Auf seine Unterstützung kann nicht mehr gerechnet werden. Nowikows Reiter­scharen haben Bendkow und Tuszyn erreicht, Rennen- kampf'sche Vorhuten Brzeziny genommen und das Detachement Ewald der 9. Kavallerie-Division in den Galkower Forst abgedrängt. Graf v. Schmettows (Egon) 6. Kavallerie-Division steht im Raume Bendkow-Tuszyn, und die Brigade Bodelschwingh und Heuduck, der 9. Kavallerie-Division, bei Wisniewa-Gora im schwersten Kampfe. Die Kriegsorgel rast über die Walstatt. Die Moskowiter werfen ihre Eisensaat auf die Kolonnen bei Bukowicze und bei Karpin. Die 6. Garde-Jnfanterie- Brigade wird bei Bedon hart bedrängt und. . . acht­tausend Russen harren des Abtransportes.

Aufgefangene Funksprüche des Gegners und zwei in unseren Linien niedergegangene Flugzeuge geben uns hinreichend Auskunft über die Absichten des Generals Scheidemann, der bereits Eisenbahnzüge zum Abtrans- port unserer Armeeabteilung bereitstellt.

General v. Scheffer fordert von General v. Mackensen Freiheit des Handelns. General v. Scheffer erhält Befehl, Anschluß an die 9. Armee im Norden zu suchen. Das bedeutet nichts Geringeres als Loslösen vom Feinde, kehrt zu schwenken und Durchbrechung der russischen Front im Rücken, durch den Galkower Forst nach Brzeziny. Es ist am 22. November, abends 7 Uhr, als der komman­dierende General seine Divisionäre entläßt und den Befehl ausfertigt: Armeeabtellung, kehrt marsch! . , .

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Die Durchbruchsschlacht von Brzeziny

Von Dionys Meyer, Wiesbaden.

'n wie gutmütige Tiere oder dösen stumpfsinnig . sich hin. Ihre Blicke sind nur noch auf Nahrung gerichtet. (Fortsetzung folgt.)

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An die Pferde! Eskadron trrrab. . . . Eskadron Galopp!" Die wilde Jagd beginnt. Alles dreht sich im Kreise. Von allen Seiten krachts und pfefferts durch einander. Drauf und durch! Nach mühseligem Ritt über versumpfte Wiesen preschen die Husaren über die Miazgabrücke bei Karpin hinweg. Im ersten Dämmer­schein des grauenden Tages erblicken die vordersten Reiter plötzlich eine ineinander geschobene Wagenburg, erblicken zusammengeschossene deutsche Kolonnen, sehen verendete Pferde, auf denen die Raben herumhacken, sehen Russen hundert, tausend und mehr zwischen den Wagen herumstehen ein Stutzen, ein Verhalten. . . Eskadronsweise aufmarschieren!. . . ." Pistolenschüsse krachen, Hände werden empor gehoben, Bajonette blitzen, Helmspitzen tauchen auf, ein deutscher Offizier springt den Husaren entgegen, legt die Hand an die Mütze, meldet. . .:Wachtkommando der 49. Reserve- Division ... 80 Mann und 8000 Gefangene..." Weiter. . . An der Wagenburg und den Russen vorbei brausen die Brigaden nach Südosten, an der Kirche von Karpin vorüber. . . nach Rokiciny. . . Novikows Reiterscharen die Stirne zu bieten. Teilnahmslos blicken die vielen Gefangenen auf die vorstürmenden Schwadronen, stieren wie gutmütige Tiere oder dösen stumpfsinnig

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Die Beerdigung findet am Dienstag, den 20. November, um 10.30 Uhr auf dem Nordfriedhof statt.

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