Wiesbadener Tagblatt
Mittwoch, 7. November 1934.
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Ende gegen 22 Uhr.
Preise III von 0.90 RM. an.
Martha Eggert und Paul Kemp Gutes Beiprogramm! Jugend zugelassen. Beginn wochentags 4, 6.15, 8.30 Uhr, Sonntags ab 2.30 Uhr.
Am Mittwoch, den 7. November 1984, Donnerstag, den 8. November 1934, „ Freitag, den 9. November 1934, nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr in Wiesbaden im Kasinosaal (Friedrichstraße 22).
(Kndtt unt« 16 fobrrn h-d« Wntn Z-KIM
Donnerstag, den 8. November 1934.
11 llbr:
Früh-Konzert
chbrunnen. ausgesübrt von der Kavelle Karl Bastian.
Donnerstag, den 8. November 1934.
16 llbr:
Konzert.
Leitung: Kapellmeister Ernst Schalck.
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Dauer- und Kurkarten gültig. 16.30 bis 18.30 llbr Weinsaal: Tanz-Tee.
20 Ubr: Konzert. Rhapsodien. Märchen und Legenden.
I in den Hauptrollen:
L Maria Beling, Hans Söhnker, J Lotte Loring Walter Janssen Eugen Rex
Kleines Haus.
Stammreihe IV. 9. Vorstellung.
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Der Film, nach dem immer u. immer wieder gefragt wird ’ „Schwarzwaldmädel“
Nr. 309. Seite 11.
Donnerstag. 8. November 1934.
grobes Haus.
Stammreihe C. 9. Vorstellung. In neuer Inszenierung: Der Rosenkavalier
Musikalische Komödie in 3 Akten von Hugo v. Hofmannsthal. Musik von Richard Strauß.
von Schirach. Elmendorfs.
Braun, Draeger, Haas, Herold, Lücker. Mayer. Obholzer, Roettger, Iiuschpler. Schanz, Wiedey, Allen. Berker, Böhme I, Dempewolf, Ereverus, Hospach, Kilian, Kuchen. Lahr. Leyendecker, Lücker.
Ludewig, Mechler. Morsbach.
Menz, Müller, Naumann, Obwald, Silbereisen. Schorn. Wenzel.
Weyrauch. Wiedermann, Zeiler.
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Donnerstag, den 8. November 1934.
Rcichssender Frankfurt 251/1195.
6.00 Bauernfunk. 6.15 Stuttgart: Gymnastik I.
6.30 Gymnastik II. 6.45 Zeit, Frühmeldungen.
6.50 Wetter. 6.55 Morgenspruch. Choral. 7.00 Von München: Frühkonzert. Zirka 8.00 nur für Frankfurt: Wasserstand, Wetter. 8.30 Stuttgart: Gymnastik.
10.00 Nachrichten. 10.15 Stuttgart: Schulfunk. Volksliedersingen. 10.45 Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.00 Werbekonzeit.
11.30 Programmansage. Wirtschaftsmeldungen, Wetter. 11.45 Sozialdienst.
12.00 Mittagskonzert I. 13.00 Stuttgart: Zeit, Saardienst. Nachrichten. 13.10 Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15 Mittagskonzert II. Aus deutschen Meisteropern. 14.15 Zeit, Nachrichten 14.30 Wirtschaftsbericht. 14.55 Zeit, Wirtschaftsmeldungen. 14.55 Wetter. 15.15 Kinderstunde.
16.00 Von Berlin: Nachmittagskonzert. 18.00 Stuttgart: Spanischer Sprachunterricht. 18.15 Zur Woche des deutschen Buches. 18.35 Katechismus für Sprachsünder IV.
18.45 Freiburg: Unterhaltungskonzert. In der Pause, 19.00 Programmänderungen, Wirtschaftsmeldungen. Wetter. Zeit. 19.45 Der Zeitfunk bringt: Tagesspiegel. 20.00 Zeit,
20.10 Stuttgart: Saar-Umschau. 20.30 Schlachtenmusik. 21.25 Streckenwärter Jansen. Ein Hörspiel.
22.00 Zeit. Nachrichten. 22.10 Nachrichten aus dem Sendebezirk. Wetter- und Sportbericht. 22.30 Kompositionen von Johanna Senfter, 23.00 Von Nürnberg: Nachtmusik. 24.00 Stuttgart: Nachtmusik.
-- -» Deutscher Reichsadler. Marsch von Friedemann.
S 2. Konzert-Ouvertüre. C-moll von Foroni.
z« "■ Mer Stücke aus der „Gipsy-Suite" von German, riebet 5 Wiener Couplets. Walzer von Jos. Strauß.
"• ®tne norbtfibc Heerfahrt, Ouvertüre v. Hartmann.
6. a) Mondnacht, b) Die Werfthämmer aus dem Zyklus „Hamburg" von W. Niemann.
7. Nachruf an C. M. v. Weber von E. Bach.
8. Polonäse op. 174 an I. Raff.
iiTj UNION I VJ THEATER
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I Heute und folgende Tage singt
Wiesbadener Schwurgericht.
Zweiter Lag.
Zur Verhandlung stand di« Strafsache gegen einen hreftiiWn Arzt wegen Verführung eines unbescholtenen Mädchens unter 16 Jahren, Abtreibung und Verleitung Meineid. Die Anklage lag in Händen von Staats- Ewaltschaftsrat Lhelius, di« Verteidigung in denen «Rechtsanwalt Büning. Der angeklagte Arzt lernte noch nicht 16jährige Verkäuferin kennen, die er eines * 5 «inlud, ihn zu besuchen. Das Mädchen, das angeb-
,-F iu Hause streng gehalten wurde, willigt« ein. Es kam Intimitäten, deren Folgen nicht ausblieben. Das Mad- Ln ms diese Besuche wiederholte, erklärte dem Arzt ^ne's Tages, datz sie Schmerzen habe, worauf der Arzt eine Untersuchung vornahm. Einig« Tage darauf mutzte das «dchen in das St. Josephshospital eingeliefert werden «selbst die Folgen der „Erkrankung" beseitigt werden mußten. Rach diesem Krankenhausausenthalt setzte das Mädchen seine Beziehungen zu dem Arzt weiter fort. Der Rater des Mädchens' setzte sich mit dem Arzt in Berandung. Die Folge war, datz der Angeklagte Schwierigkeiten befürchtete und sich mit dem Mädchen in Verbindung setzte, wie die Anklage ihm vorwirft, eine Handhabe zu finden, den Vater in 'die Hand zu bekommen. Es wurden verschiedene Eventualitäten besprochen, so, der Vater bzw. Stiefvater des Mädchens habe sich an ihr im 14. Lebensjahr vergangen, ferner besprach man ein „Sittlichkeitsoer- diechen". Als nun der Vater bzw. Stiefvater davon hörte, suchte er feine in der Zwischenzeit von ihm fortgezogene Tochter auf. Die, nichts Gutes ahnend, lief zur Polizei und suchte üortselbst Schutz. Dadurch kamen die ganzen Vorgänge
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zur Kenntnis der Strafbehörde, welche gegen das Mädchen vor dem Jugendgericht ein Verfahren einleitete und "den Arzt anllagte. Der Angeklagte gibt zu, mit dem Mädchen Verkehr gehabt zu haben, will aber «rft nach einiger Zeit erfahren haben, datz das Mädchen noch Leine 16 Lahre alt sei. Die körperliche Untersuchung hab« er auf Veranlassung des Mädchens vorgenommen, aber nicht zum Zwecke einer Abtreibung, sondern um di« Ursache der Schmerzen festzustellen. Als sich das Befinden der Zeugin verschlechterte, habe er sie sofort ins Krankenhaus eingewiesen. Der Vorschlag, den Spieh umzukehrsn und den Stiefvater in die Hand zu bekommen, sei von der Zeugin ausgegangen. Diese Einlassung des Angeklagten steht in direktem Widerspruch mit den Angaben der Zeugin. Diese erklärt, datz sie sofort vor der ersten Einladung erklärt habe, sie werd« streng zu Hause gehalten und dürfe, da sie noch keine 16 Jahre alt tei, nicht ausgehen. Die körperliche llntersuchung habe sie für einen Eingriff gehalten, da sie sich kurz darauf in Krankenhausbehandlung begeben mutzte. Die Erzählungen über den Vater habe man gemeinschaftlich besprochen.
Im Laufe der Beweisaufnahme wurden die Angaben der Zeugin immer unsicherer, sie verwickelte sich schließlich in manche Widersprüche. Die Elaubwürdigkeit wurde dadurch sehr erschüttert. Der Staatsanwalt sah sich in seinem Plädoyer genötigt, die Anklage wegen der Verleitung zum Meineid fallen zu lasten, dagegen wegen Verführung einer Minderjährigen und der Abtreibung die Bestrafung des Angeklagten mit zehn Monaten Gefängnis zu verlangen. Der medizinische Sachverständige ließ sich sehr ungünstig über die Zeugin aus. Ihr Verhalten im Krankenhaus habe Anstotz erregt. Ihr Reden sei derart gewesen, datz es sich keinesfalls um eine Verführte handelte. Auch der Krank- heitsbefund stimme nicht überein mit den gemachten Angaben. Di« Verteidigung beantragte die Frei-
£ Leitung: Dr. Selmuth Thierfelder.
„ Einleitung: Marsch über serbische Volksmelodien ns „ von I. Eungl.
Win 2' hEavochen. Märchenbild für Orchester von Frz. Bendel.
M Schwan von Tuonela, Legende für großes —I- Orchester von I. Sibelms.
4. Ungarische Rhapsodie Nr. 13 von Fr Liszt
- bu°Aure sum Märchen von der schönen Melusine _ „ von F. Mendelssohn-Bartholdy.
2- Zolkslied und Märchen von K. Komzak.
852 '•olamtoe Rhapsodie Nr. II von C. Friedemann. Marionetten-Trauermarsch von CH. Eounod
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sprechung des Angeklagten, da der Hauptzeugin nicht zu glauben fei. , „ . . . „
Nach achtstündiger Verhandlung verkündete «r Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Dr. Knod, folgendes Urteil: Im wesentlichen auf Grund zur Verurteilung nicht ausreichender Beweise habe das Gericht zu einer F r e i - sprechung gelangen müsten. D«r Umstand, datz die Hauptbelastungszeugin in ihrer Aussage dem Gericht als in jeder Beziehung unglaubwürdig erscheine und sittlich nicht als einwandfrei anzusehen sei, habe der an sich berechtigten Anklage den Boden entzogen, so datz in strafrechtlicher Beziehung zu einer Verurteilung kein« ausreichende Handhabe gegeben sei. Auch das Gutachten des medizinischen Sachverständigen habe seitens des Gerichts zu Gunsten des Angeklagten bewertet werden müsten.
* Zuchthaus für Schädigung des Winterhilfswerkes. Die Erotze Strafkammer in Verden verhandelte am Dienstag in Amtsgericht Wesermünde-Lehe gegen den ehemaligen Ortsgruppenamtswalter der NSV. in Geestemünde Hans Wellbrock. Wellbrock hat bei der Beschaffung von 600 Zentnern Kartoffeln für das Winterhilfswerk sich einen Vorteil von 60 RM., also 10 Pfennig pro Zentner verschafft und darüber der Kreisleitung der NSV. eine gefälschte Quittung abgeliefert. Das Gericht verurteilte ihn zu einem Jahr und einem Monat Zuchthaus und 100 RM. Geldstrafe, ersatzweise fünf weitere Tage Zuchthaus und zur Tragung der Verfahrungskosten.
* Abermals zum Tode verurteilt. Das Schweid- n i tz e r Schwurgericht verurteilte am Mittwoch den früheren kommunistischen Landtagsabgeordneten Schulz aus Waldenburg-Dittersbach wegen Ermordung seines Sohnes Horst wiederum zum Tode und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit.
Nur noch heute und morgen Annabella „ La Bataille (Die Schlacht)
— Anfang 3 Uhr —
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6.00 Für die Landwirtschaft. 6.30 Tagesspruch. 6.35 Äon Berlin: Musik am Morgen. 7.00 Nachrichten. 9.40 Ernährungslehre. Frohe Stimmung bei Tisch.
10.15 Volksliedsingen. 10.45 Körperliche Erziehung. 11.30 Der Bauer spricht.
12.00 Von Leimig: Muftk für die Arbeitspause. 13.00 Stille Täler, stille Winkel. 15.15 Funk- kafperl. Kasperl reist nach Afrika. 15.40 In der Reichsiugendbücherei. Funkbericht.
16.00 Von Königsberg: .Nachmittagskonzert. 17.00 (Einlage). A. Rosenberg spricht zur „Woche des Buches". 18.00 Forderung der Zeit an das deutsche Mädel. Eine Feierstunde des BDM. 18.55 Das Gedicht. 19.00 „Ein bißchen llngarisch". 20.00 Kernspruch, Nachrichten.
20.15 Paul Graener dirigiert die Berliner Philharmoniker. 20.45 (Einlage). Herb duftet die Ackerkrume . . . Gedichte. 21.30 Preisausschreiben der Reichsschrifttumsstelle. Wer kennt dieses Buch? Bekanntgabe der Preisträger vom 23. Oktober 1934.
22.00 Nachrichten. Sport, Nachrichten aus dem kulturellen Leben. 22.30 Wir und die Sterne. 23.00 Von.Nürnberg: Nachtmusik.
Versteigerung.
Freitag, den 9. November 1934, norm. 10 llhr beginnend, versteigere ich zufolge Auftrags im Lokale
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(an der oberen Webergaste — Telephon 28459) 2 Klaviere. 2 Eichen-Büsetts, 1 Nnßb.-Auszieh- tisch, Waschkommode, Kommode. 1 Nnßb - und 2 Mahag.-Trumeauspiegel, 1 ovaler Eoldspiegel, 1 Büfettaufsatz. 2 Küchenschränke, 2 birken-vol. Kleiderschränke. 1 weißer Kleiderschrank, schöne Polstergarnitur (Sofa u. 2 Sessel), mehrere Holzkellen. 1 Noßhaar-Matratze (Steil.), Waschtoilette für fließ. Master, Frisierkommode (Ahorn), Glas- Ausstellschränkch., Erkergestell mit Glasplatten. 2 Ladentheken, oval. Marmortisch. Eashängebade- ofen. Gaskocher und -Heizöfen, schöner Marmorgaskamin, Petroleum-Heizöfchen, Majolika- Lampen. halbrund. Tisch, Tischwäschemangel, Bürostubl. Tafelwaage. Schrankgrammophon und 50 Platten, Zither. X-Geige. Kinderwagen, Erkerleuchtschild mit Buchstaben, Steppdecke, Ofenschirm. 2 Oelbilder. Wohlmuth-Heilapparat u. and. mehr
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Auktionator und Tarator
Ständig llebernahme von Versteigerungsausträgen aller Art.
g 1. Schmeichelkätzchen, Intermezzo von Eilenberg, rrl» 2. Ouvertüre „Der König von Jvetot" von Adam.
