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verunglückt. Einzelheiten über diese Unglücke stehen noch ans. Auch der Telegraphen- und Telephonoerkehr im Un­glücksgebiet ist unterbrochen.

Man ist der Ansicht, Lag es sich bei dem Taifun um den schwersten handelt, der während der letzten 3 0 Jahre Japan heimgesucht hat. Während die Schäden ans dem Festlande ungeheuer groß sind, find die Verluste der Schiss- sahrt verhältnismäßig gering, da von einer meteorologischen Station rechtzeitig Warnungszeichen abgegeben werden konnten.

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Bevorstehendes '< nte des Tertilarbeiterstreiks.

Verhandlungsbereitschaft auf beiden Seiten.

frage noch eine große Rolle. Eine amerikanische Nachrichtenagentur will heute wisftn, daß die von Herrn Knox beantragte Verstärkung der Saarpolizei dadurch herbeigeführt werden solle, daß man 2 0 0 0 deutschsprechende Italiener aus der Gegend von T r i e st und S ü d t i r o l anwerbe. Eine offizielle Bestätigung dieser in Paris verbreiteten Nachricht liegt noch nicht vor. Man kann nur allen solchen Be­mühungen gegenüber immer wieder darauf Hinweisen, daß jode Verstärkung der Saar Polizei völlig überflüssig ist, wie die Deutsche Front wiederholt nachwies, und daß nichts mehr die Ruhe und Ordnung im Saargebiet sichern würde, als wenn Herr Knox sich endlich zu einer loyalen und gerechten Amtsführung

abgesehen davon, ist die französische Politik dafür ver­antwortlich, daß heute alle Völker in der militärischen Vorbereitung den einzigen Weg sehen und sehen müssen, ihre Rechte und ihre nationale Selbständigkeit zu wahren. Nach dem großen Bluten des Krieges war in' den Völkern die Sehnsucht nach dauerndem Frieden und nach Einrichtungen, die dieses Ideal zu. verwirklichen geeignet sind, so groß, daß die psychologischen Voraus­setzungen für eine Friedensorganisation aller Nationen gegeben waren. ~n Versailles hat Frankreich diese hofft "daß die Textil- i >ck>iive Idee abgemürgt. die nur Lebenskraft gehabt werde. ' 1 hätte, wenn man den Frieden aus Gerechtigkeit und

Schließlich spielt hinter den Kulissen die S a a r - ' große Rolle. Eine amerikanische

entschließen würde.

Potemkin ständiger Sowjet Vertreter in Genf.

Reval, 20. Sept. Wie aus Moskau gemeldet wird, wird der sowjetrussijche Botschafter in Rom, Potem - k i n, zum ständigen Vertreter in Gens ernannt werden. Die Frage, ob Potemkin an Stelle des verstorbenen Botschafters Dowgalewski nach Paris versetzt werden wird, ist noch nicht entschieden.

Hinter den Kulissen.

Was wird aus dem Ostpakt? Um die Garantie für Österreich. Zweitausend deutsch sprechende Italiener für die Saarpolizei?

Taifun über Zentral-Japan

Hunderte von Toten. Unermeßlicher Schaden.

Schwerste Katastrophe seit 30 Jahren.

Tokio, 21. Sept (Eig. Drahtmeldung.) Ein von schweren Regensällen. begleiteter Taifun raste am Frei­tagvormittag mit einer Stuudengefchwiudigkeit von 45 Meilen quer durch Z e n t r a l j a p a u. Er nahm seinen Anfang bei Osaka und ging über Kioto in das japanische Meer. Es entstand eine Springflut, durch die aus einer der vorgelagerten Inseln etwa 2000 Häuser über­schwemmt wurden. Man befurchtet große Verluste an Menschenleben.

Der Weg, den der Taisun genommen hatte, bietet den Anblick eines Trümmerfeldes. Ausgerisfene Bäume und Telegrapheumasten sowie die Trümmer von zerstörte« Häusern liegen wirr durcheinander. In Osaka find zahlreiche Häuser, darunter mehr als 4 0 S ch u l e n eingestürzt. Mili­tär wurde sofort angefordert, um sich an dem Rettungswerk zu beteiligen. Die Zahl der Toten beläuft sich bisher auf etwa 4 0 0. In Osaka ist ferner ei« berühmter Tempel zerstört worden. Dabei sind 15 Personen verletzt worden.

In Kioto wurden ei« Amtsgebäude und mehr als zehn Schulhäuser vernichtet. Nach den ersten Berichte» sollen hier etwa 1000 Schulkinder u»ter den Trümmern begraben worden sein. Etwa 100 konnte« sofort nach dem Unglück wie­der befreit werden.

Der Eisenbahnverkehr zwischen Tokio, Osaka und Shimonoseki ist unterbrochen. Zahlreiche Züge sind

Washington, 21. Sept. (Eigene Drahtmeldung.) Man ist hier der Ansicht, daß das Ende des Textilstreikes unmittel­bar bevorsteht, nachdem die Streikleitung die Wiederauf­nahme der Arbeit auf Grund des Berichtes des Schlichtungs- ausschusies als möglich bezeichnet hat und die Unternehmer gleichzeitig ihr« Bereitschaft zu Verhandlungen angedeutet haben. Der Schlichtungsausichuß empfiehlt in seinem Bericht, der von Roosevelt gebilligt morden ist, die Schaffung einer unparteilichen dreiköpfigen Textilarbeiter- behörde (Textile Labour Relations Board), die di« Auf­gabe hat, die Streitigkeiten in der Textilindustrie zu schlich­ten. Außerdem empfiehlt der Bericht ein« Untersuchung durch das Arbeitsministerium und die Bnndeshandels- kommisiion über die Frage, ob die Textilindustrie dieselbe oder eine größere Zahl von Angestellten" zu höheren Löhnen beschäftigen könne. Der Ausschi ~

arbeitergewerkschast abbrechen werde.

mehr in großer Aufmachung zu berichten. Das liegt ganz offenbar in der Richtung des angekün­digten Vorabkommens gegen die Wiedereinsetzung der Habsburger. In Wien selbst nimmt man übrigens Veranlassung, darauf hiuzuweisen, daß man sich nicht um einen Earantiepakt bemüht habe, sondern, daß die Gespräche der österrreichischen Delegation in Genf nur den Zweck gehabt hätten, festzustellen, in welcher Weise die maßgebenden Mächte bereit wären, die These der Unabhängigkeit Österreichs politisch au, ver­ankern. Wichtiger als dieses Spiel mit Worten ist die Mitteilung, daß am Montag in Genf eine neue Unter­redung zwischen dem österreichischen Außen­minister und Herrn B a r t h o u stattfinden wird, wobei die ständige Fühlung mit dem italienischen Dele­gierten und mit dem englischen Außenminister eine Selbstverständlichkeit sei. Offenbar ist man, auch in Wien noch nicht ganz sicher, was dabei schließlich her­auskommen wird, denn man betont, es sei weniger wichtig, ob eine Erklärung oder eine andere Verein­barung zustande komme, entscheidend sei die Tatsache der absoluten Entschlossenheit der Groß­mächte, gegebenenfalls auch zuh anbei n, eine Formulierung, mit der die Kleine Entente kaum zu­frieden sein dürfte.

Der Militarismus der andern.

Der italienische Minifterrat hat in dieser Woche drei Gesetze angenommen, die von der französischen Presse mit dem sauer-süßen Lächeln, das durch die derzeitigen engen Beziehungen der französischen und italienischen Politik bedingt wird, als dieMilitarisierung des italienischen Volkes" charakterisiert wer­den. Der erste regelt die vormilitärische Erziehung und Ausbildung der männlichen Jugend vom 8. bis 21. Lebensjahr, der zweite die nachmilitärische Ausbildung, das heißt die Erhaltung der gedienten Mannschaften nach ihrer Entlassung in militärischem Geist und Wissen, und der dritte verfügt die besonders militärische Aus­bildung an den Mittel- und Hochschulen mit dem Zwecke der Heranbildung eines starken und vollwertigen Re- serveoffizierkorps für den Kriegsfall.

Man wird in Deutschland nicht geneigt sein, in diesen gesetzlichen Maßnahmen eine besondere Sen­sation zu sehen und etwa gegen denMilitarismus" Italiens vom Leder zu ziehen, obwohl wir Anlaß hätten, rückblickend allerhand ironische und auch bittere Bemerkungen über den Wandel der Zeiten und An­schauungen zu machen. Was man jetzt in Italien in bindende gesetzliche Formen gebracht hat, ist nicht viel mehr als die Festlegung eines schon bestehenden Zu­standes und seine Überführung in die Kontrolle und Apparatur des Staates. Denn schon seit Jahren ist die italienische Jugend, und zwar nicht nur die männliche, sondern auch die weibliche, im Anschluß an die Partei­organisation der faschistischen Miliz militärisch durch­organisiert, so daß diese Gesetze nur die vorhandenen Formen der Ballila, der Avantiguarda und der Jung­faschisten, also der drei Altersstufen der faschistischen Wehrverbünde, zu übernehmen und. was allerdings wichtig ist, unter staatlichen Zwang und Aufsicht zu stellen hatten. Auch die nachmilitärische Erziehung durch zeitweise Einberufung der Reserve und die Vor­bildung einer militärischen Führerauslese ist bisher nicht etwa vernachlässigt worden, sodaß auch in diesen Punk­ten nicht von neuen militärischen Maßnahmen ge­sprochen werden kann.

Das saschistische Regime ist von vornherein mit dem Programm aufgetreten, daß es weniger eine neue Re- gierungssorm im alten Italien sein will, als daß es sich zum Ziele setze, ein neues Italien und ein neues Volk zu schaffen, mit dem erst die politischen, sehr weit ge­steckten Ziele des Faschismus verwirklicht werden können. An die Stelle des alten humanitären und pazifistischen Erziehungsideals, das. man auch das weibliche nennen rann, setzte Mussolini das männliche, militärische, zu dessen Ausprägung er ja nicht unbe­dingt auf preußische Traditionen zurückzugreifen brauchte, da sie ihm in der Anlehnung an altrömische Begriffe und Leistungen näher zur Verfügung standen. Dieser geistige Uniformungsprozeß, der für den Kenner des alten Italiens einer der interessantesten Erscheinun­gen der Zeitgeschichte ist, lag bisher in den Händen der faschistischen Partei und wird nun vom.Staat über­nommen, was allerdings bei der fast restlos totalen Verschmelzung von Partei und Staat von keiner großen Bedeutung sein dürfte. Wieweit er in den 12 Jahren, die für die erst in Generationen oollwirksame Arbeit zur Verfügung standen, gediehen ist, kann man ohne die große eiserne Probe schwer ermeßen. Jedenfalls hat die Empfindlichkeit, mit der die italienische Presse erst neulich auf die Zweifel jugoslawischer Blätter an der militärischen Tüchtigkeit und Leistungsfähigkeit des italienischen Volkes erwiderte, gezeigt, daß gerade diese Aufgabe und dieses Ziel des Faschismus sich sehr fest in die Herzen und in den Ehrgeiz des Volkes festgesetzt haben.

Der PariserMatin" versieht seine Meldung mit einem echt französischen Kommentar: er spricht von den Befürchtungen und Schwierigkeiten, diedieser neue diplomatische Faktor" im Ausland Hervorrufen könne, und sieht voraus, daß auch andere Länder sich zu mili­tärischen Reformen entschließen würden. Dies ist pure Heuchelei. Frankreich hat längst die mili­tärische Durchbildung des ganzen Volkes verwirklicht und ist im übrigen in allen Arten der Rüstung zu Wasser und zu Land und in der Luft den andern meilenweit vorausgeschritten. Aber ganz

Barthou in Paris.

as. Berlin, 21. Sept. (Drahtbericht unserer Berliner 1, Abteilung.) Der französische Außenminister Barthou weilt seit gestern früh wieder in Paris, von wo aus er > voraussichtlich am Sonntag nach Genf zurückkehren wird. Er wird heute an der Sitzung des Äinisterrats j teilnehmen und dürfte bei dieser Gelegenheit, wenn sich auch das Kabinett in erster Linie mit innenpolitischen h Fragen befaßen wird, über die schwebenden außen- politischen Angelegenheiten berichten. Man nimmt an, > daß dabei besonders der O st p a k t zur Sprache kommen wird, der sich in seiner ursprünglichen Form, i nachdem Polen seinen Widerstand nicht aufgab and die s deutsche Regierung ausführlich ihre Bedenken gegen den k Parkt dargelegt hat, nicht verwirklichen läßt. In Paris : will man nun wissen, daß Barthou und Litwinow im Grundsatz an dem Pakt festhalten, wenn er auch ; ohne Polen und Deutschland durchge­führt, dafür aber auf die Staaten des Balkan- M Paktes ausgedehnt werden soll. Um diesen neuen Pakt nach Möglichkeit den kriegerischen ' Anstrich zu nehmen, und um seinen wahren Cha- s rakter zuverschleiern, soll er die Bezeichnung erhalten: kVerteidigungsbündnis für den Frie- k d e n". Über diesen umgestalteten Pakt will Barthou in der nächsten Woche in Genf verhandeln.

Ter französische Außenminister wird aber auch - über die Bemühungen zu einer vertraglichen Siche- : rung der österreichischen Unabhängig- | keit zu berichten haben. Hier taucht neuerdings die V Lesart auf, daß man einen solchen Earantiepakt sozusagen auf Raten oder, wie der Berliner sagt,auf Stottern" schaffen will. Da die Widerstände gegen einen Garantiepakt zunächst, wie wir wiederholt berich­teten, sehr groß sind, so will man erst einmal ein Vorabkommen unter Dach und Fach bringen, worin die Wiedereinsetzung der Habs­burger ausdrücklich als eine internationale Angelegenheit bezeichnet wird, die nicht ohne Mitwirkung des Völkerbundes gelöst werden kann. Für dieses Vorabkommen hofft man auch die Kleine Entente zu gewinnen, die ja mit diesen Bemühungen überein- t stimmt, wenn sie auch eine andere Form der Verein­barungen wünscht. Es ist nun sehr bezeichnend, daß nach der Darstellung der französischen Blätter Barthou den O st e r r e i ch e r n den Rat gegeben hat, jede I monarchistische Propaganda einzu- i (teilen. Daraufhin hat tatsächlich die österreichische Presse von der Regierung die Anweisung erhalten, in Zukunft über legitimistische Kundgebungen nicht

82. Jahrgang.

Freitag, 21. September 1934.

Nr. 258.

VitMem TsMt

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