fclidiiritrr Tsgblstt
Wöchentlich 7 Ausgaben
e h
»
Wöchentlich
Ausgaben
8. Schellenberg'fche
mit einer täglichen
Unterhaltungsbeilage.
Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.
Höchste Abonnentenzahl aller Tageszeitungen Wiesbadens und Nassaus.
Postscheckkonto: Frankfurt M. Nr. 7405.
Mittwoch, 22. August 1934
82. Jahrgang
(3
“5
Ä
3
»
6
3*
» Z
Das Ergebnis der Aussprache Schuschnigg-Mussolini.
s S " ö
S H «iro
EeschSftszest: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, nutzer Sonn, und Feiertags.
Werktäglich nachmittags, Samstags vor- u. nachmittaM Fernsprecher^Sammel-Nr. 59631.
- S s
sich um eine verheiratete Frau handelt, die Namen und Vornamen ihres Ehemannes (im Falle einer Veränderung des Familienstandes nach dem 28. Juni ISIS den Familiennamen, den sie an diesem Zeitpunkt trug);
2. die Gemeinde, in der er die Einwohnereigcnschast am 28. Juni 1919 hatte;
3. den gewöhnlichen Ausenthalt zur Zeit des Antrages;
4. die Anschrift im Saargebiet, an die Mitteilungen zu richten sind.
Die vorhandenen Beweisstücke für die Einwohnereigenschaft im Saargebiet sind im Antrag beizusügen; befinden sich solche Beweisstücke nicht in den Händen des Antragstellers, so ist in dem Antrag anzugeben, bei welcher Stelle des Saargebietes diese Unterlagen erhältlich sind.
Sämtliche Abstimmungsberechtigte» im Reich werden hiermit anfgefordert, ihren Antrag auf Eintragung in die Stimmliste bis späte st ens zum 31. A«gustlS34 an den zuständigen Gemeindeausschuh im Saargebiet gelangen zu lassen. Zur Aufklärung über alle, bei der Anmeldung zu berücksichtigender Gesichtspunkte stehen dem Stimmberechtigten die Saarmeldestellen ihres jetzigen Wohnorts (das Ein- wohnermrldramt, in den Städten die zuständigen Polizeireviere) sowie die Geschäftsstellen des Bundes der Saarvereine — in Berlin befindet sich diese NW. 11, Stresemann- strahe 42 — zur Verfügung. Es wird jedem Abstimmungsberechtigten dringend empfohlen, vor Absendung seiner Anmeldung die vorgenannten Stellen zum Zwecke der Berat»», in Anspruch zu nehmen.
Zs
Braiftnino, Mm uoö Die Sage li Wen.
Die neuesten Nachrichten über die Zuspitzung der schon lange bedrohlichen Verhältnisse in Ostasien treffen für Deutschland zusammen mit der Erinnerung an den Eintritt Japans in den Weltkrieg an der Seite unserer Gegner und an den Bruch der friedlichen und freundschaftlichen Beziehungen, die Deutschland mit der jungen Großmacht im Fernen Osten unterhalten hatte. Am 23. August 1914 erklärte Japan den Krieg, nachdem ein an Deutschland am 17. gerichtetes Ultimatum unbeantwortet geblieben war, das in seinen Forderungen und in der Form so eingerichtet war, daß es nicht beantwortet werden konnte.
Die Kriegserklärung war ein Friedensbruch, der damals in Deutschland an die Stelle der warmen Sympathien mit dem fleißigen, intelligenten und in vielen feinen Volkstugenden trotz der Rassenfremdheit mit deutschen Auffassungen verwandten Nation das bittere Gefühl erlittenen Unrechts gesetzt hat. Das Bündnis mit England verpflichtete Japan keineswegs zum Beitritt zu der feindlichen Allianz, und eine Bedrohung japanischer politischer oder wirtschaftlicher Interessen war durch die deutsche Erklärung vom 12. August ausgeschlossen, nach der das deutsche Ostasiengeschwader im Falle der japanischen Neutralität sich aller feindlichen Handlungen auch gegen England enthalten würde. Der Inhalt des Ultimatums und die der Kriegserklärung folgenden Handlungen zeigten deutlich, daß Japan in rücksichtsloser Verfolgung einer imperialistischen Politik die Lage Deutschlands benützte, um sich das P a ch t g e - biet von Kiautschou und den deutschen Jnselbesitz im Stillen Ozean anzueignen, soweit er nördlich des Äquators und somit in der japanischen Interessensphäre lag. Daß diese Wendung, wie es scheint, wenn nicht herbeigeführt, so doch begünstigt wurde durch einen innenpolitischen Vorgang, nämlich die im Frühjahr erfolgte Ersetzung des in seiner Außenpolitik selbständigeren Kabinetts P a m a m o t o durch eine dem englischen Kurs verschriebene Regierung O k u m a - K a t o wäre für die Vorgeschichte des Krieges von großem historischen Interesse, wenn sich aus der späteren Kenntnis der japanischen Akten die Vermutung bestätigen sollte, daß England an dieser innenpolitischen Umgruppierung in Japan nicht unbeteiligt war.
Jedenfalls waren die Gefühle des japanischen Volkes bei diesem Akt kühler Staatsraison kein treibendes Moment. Man hat es in Deutschland, nachdem die erste Erbitterung über den grundlosen Angriff verwunden war, mit Genugtuung vermerkt, daß sich Japan in der Umwandlung einer ritterlichen Gegnerschaft in Haß und Verleumdung nicht beteiligte und nach Beendigung des Krieges bereit war, die auf gegenseitiger kultureller Wertschätzung beruhenden Beziehungen
3.2
S'-B'
Anzeigenpreise: Em Millimeter Höhe der 22 Millimeter breite» Spalte tm Anzeigenteil Grund. sc!?, der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 45 Rpf., sonst laut Tarif Nr. 2,
Nachlatzstaffel C. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird ferne Gewahr übernommen. — Schluß der Anzeigen.Annahme 10 Uhr vormittags, drotzere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden
Das Verhältnis Oesterreich-Deutschland
Keine wirtschaftliche Sanierung ohne unsere Mithilfe.
k o l I e v o n R o m bestätigt, deren Aktionsradius noch gesteigert und verbreitert werden könne, und sie seien sich darin einig gewesen, daß der Geist der Zusammenarbeit zwischen beiden Landern weiter entwickelt werden soll. Diese Richtlinien, die von dem entschlafenen Kanzler Dollfuß begonnen und vertreten wurden, würden auch in Zukunft für selliBeziehungen zwischen Italien und Österreich maßgebend
Eine Äußerung Schuschniggs.
Florenz, 22. Aug. Der österreichische Bundeskanzler Dr. Schuschnigg gewährte einem Vertreter der Agentur „Stephanie" eine Unterredung, in der er unter anderem aus- fuhrte, sofort nach seiner Berufung auf den Posten des Bundeskanzlers habe er es als feine moralische Pflicht empfunden, sich so schnell wie möglich nach Italien zu begeben und einen Gedankenaustausch mit Muffolini herbeizuführen. Die wirksame Hilfe, die Italien im Kampfe um die Unabhängigkeit Österreichs geleistet habe, gebe den italienisch-österreichischen Beziehungen, die auch das Ziel einer friedlichen Entwicklung Europas verfolgten, eine besondere Note. Zu seiner großen Befriedigung könne er erklären, daß sowohl bei den allgemeinen Fragen, wie auch bei den Fragen, die die beiden Länder berühren, das vollständige Einvernehmen erzielt worden sei. Er habe bei Mussolini das größte Verständnis für die Politik Österreichs gefunden, die ausgehend von dem Grundsatz der vollständigen Freiheit und Unabhängigkeit des Landes stets ihren europäischen Charakter wahren werde, d. h. einen friedlichen Charakter, der auf den politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbau Österreichs gerichtet sei. Gegenüber Deutschland bleibe die grundsätzliche Einstellung Österreichs immer die gleiche. Die österreichische Regierung muffe weitestgehend und in jeder Hinsicht die Lebensinteressen des Landes schützen, wobei sie von der Freiheit ihrer Entschließung auf dem Gebiete der Innen- und Außenpolitik ausgehe. Bundeskanzler Dr. Schuschnigg fuhr dann fort: „Hat man dies erst einmal erkannt, so wird jedes Hindernis für eine Wiederherstellung der normal e n B e z i e hu n g e n ,m i t Deutschland, für deren augenblickliche Trübung Österreich niemals verantwortlich war (!) beseitigt sein. Das kleine Österreich war immer in der Defensive. Das Aufhören der Angriffe werde keineswegs eine Änderung der fundamentalen Grundsätze herbeiführen, die der Politik der österreichischen Regierung zugrunde liegen. Diese Grundsätze stehen seit langem fest und stützen sich auf die beinahe tausendjährige Mission der Deutschen im Donauraum, eine Mission, der wir uns bewußt waren.
Militärische Dinge nicht erörtert.
London, 22. Aug. Reuter meldet aus Florenz, daß der österreichische Bundeskanzler Schuschnigg in einer Unterredung erklärt habe, er sei sehr befriedigt von seinen Besprechungen mit Muffolini. Die Aussprache habe sich mehr auf wirtschaftliche als auf politische Angelegenheiten bezogen. Militärische Dinge seien nicht erörtert worden.
Achtung Saarländer!
Aufruf zur Anmeldung für die Volksabstimmung im Saargebiet.
i a?- Berlin, 22. Aug. (Drahtbericht unserer Berliner : Abteilung.) Durch den Besuch des Bundeskanzlers Schuschnigg bei Mussolini wird die Serie der diplomatischen Reisen, die in der letzten Zeit für die 1 Entwicklung der europäischen Politik bestimmend war, s fortgesetzt. Das Ergebnis der Florenzer Besprechungen hat, soweit sich bisher erkenlren läßt, keine Sensa- 1!.° n gebracht. Das amtliche KomuniquZ stellt, wie üblich, „völlige Übereinstimmung" fest, die in der Aussprache erzielt worden sei. Das zukünftige Verhältnis Österreichs zu Deutschland scheint bei den Erörterungen einen weiten Raum eingenommen zu haben.
. Der italienische Standpunkt ist ja hinreichend bekannt, und die Kommentare der italienischen Presse lassen , keinen Zweifel darüber, daß Mussolini an dem Ziel, ws er sich gesetzt hat, festhält. Die Bereinigung der deutsch-österreichischen Beziehungen soll von der wirtschaftlichen Seite in Angriff genommen werden. Hier liegt der Knüppel beim Hund. Gerade der römische Pakt und die langwierigen Verhandlungen, die zwischen Rom und Wien sich anschlossen, haben gezeigt, daß Italien von sich allein aus Ö st erreich nicht die Wirtschaftshilfe angedeihen lassen kann, die das Land braucht, um wieder zu einigermaßen gesunden Zuständen zurückzu kehr en. Eine Wirtschafts-
: sanierung ist ohne die Beihilfe des Reiches schlechterdings undenkbar. Aber Wirtschaft und Politik lassen
| sich, auch das beweist ja gerade der römische Pakt, nicht l trennen. Deutschland hat wiederholt, und gerade nach den letzten österreichischen Ereignissen mit ganz besonderem Nachdruck betont, daß es die Unabhängigkeit Österreichs^ nicht anzutasten gedenkt. Durch die Entsendung Papens als Botschafter nach Wien ist dem ß Wunsch nach einer Aussöhnung durch die Berliner maßgebenden Stellen deutlich Ausdruck gegeben worden. Es wäre an der Zeit, daß nun auch Wien nach dieser Richtung hin einen sichtbaren Schritt täte. Nach italienischen Presseäußerungen soll Schuschnigg sich zu der Weiterführung der Dollfußpolitik bekannt x haben. Wie beim Festhalten an diesem Kurs der Aus- ,J s gleich erzielt werden soll, bleibt unverständlich. Es wird xalso abzuwarten sein, wie der Ballhausplatz die Er- f gebnisse von Florenz auswertet.
I' In Paris hat man die Begegnung Schuschnigg- s Mussolini mit sehr gemischten Gefühlen und geheimer Unruhe verfolgt. Man befürchtet eine Ver- fstärkung des faschistischen Einflusses n Österreich, vor allem auch mit Rücksicht auf die s Kleine Entente. Unter diesem Gesichtspunkt sind der -französisch-italienischen Annäherung, die sich in den i letzten Monaten angebahnt hat, ganz bestimmte Gren- ; zen gezogen. Die Besorgnisse, die die Pariser Presse über eine italienisch-österreichische Zusammenarbeit auf militärischem Gebiete ausdrückt, enthält deutlich das : Mißtrauen des Quai d'Orsay gegenüber der öster- i reichpolitik Italiens. Der diplomatische Meinungs- - austausch, der durch die Zusammenkunft des österreichi- - schen Bundeskanzlers mit Mussolini angebahnt wurde, wird in den nächsten Wochen fortgesetzt werden. Der französische Außenminister Barthou wird demnächst in Eens mit Schuschnigg zusammentreffen, der dann auch : Paris und wahrscheinlich auch London aufsuchen wird, s Als Schlußglied in dieser Kette persönlicher Fühlung- 5 2'3 f nahmen steht der Besuch des französischen Außen- _.-A - Ministers in Rom, der für den Spätherbst erwartet S 2 ; wird.
Die amtliche Verlautbarung.
Rom, 21. Aug. Der österreichische Bundeskanzler Schuschnigg hat um 5 Uhr nachmittags Florenz verlaffen und : sich nach Genua begeben, wo er sich auf der „Conte di Savona" nach Nizza eingeschifft hat. Von Nizza aus kehrt Schuschnigg nach Wien zurück.
In der amtlichen Verlautbarung über die heutige Unterredung heißr es, daß zwischen Muffolini und Schuschnigg zwei Besprechungen stattfanden, die insgesamt drei Stunden : dauerten, und in deren Verlauf die die beiden Länder interessierenden politischen, wirtschaftlichen und kulturellen fragen besprochen wurden. Es stellte sich eine vollständige Übereinstimmung in den Richtlinien und Methoden heraus, was'die Unabhängigkeit und -Unverletzlichkeit des österreichischen Staates betrifft. Zu dieser Unverletzlichkeit und Unabhängigkeit gehört auch die vollständige Autonomie. Sie stellt ein konkretes europäisches Interesse dar und ein förderndes Element zur Erhaltung der Ruhe im Donaubecken.
L' Die beiden Staatsmänner hätten ferner, was die wirt- .Ichaftliche Lage betrifft, die Nützlichkeit derProto-
I N»Mretfe: Für eine Bezugszett von 2 Wochen 94 Rpf., für einen Monat RM ->— ein- 1 I kchstetzllch Tragwhn. Durch die Post bezogen RM. 2.35, zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld EinVel
I nummern 10 Rpf. - Bezugsbestellungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen die Träger E" I mnb- ?Ue Poltanstalten. — Sn e-allen höherer Gewalt, Betriebsstörungen oder Streifs haben die j Bezieher lernen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder auf Rückzahlung des Bezugspreises
Es geht um deine Stimme für Deutschland!
Berlin, 21. Aug. Die Regierungskommission des Saargebietes hat am 8. Juli 1934 die Vorschriften über die Aufstellung der Stimmlisten für die Volksabstimmung im Saargebiet am 13. Januar 1935 erlassen. Weiterhin hat die Volksabstimmungskommission des Völkerbundes am 20. Juli 1934 eine Bekanntmachung veröffentlicht, die nähere Vorschriften über die Abstimmungsberechtigung und über die Anmeldung der Stimmberechtigten zur Aufnahme in die Stimmlisten enthält.
Hiernach muffen Stimmberechtigte, die außerhalb des Saargebietes wohnen, einen besonderen Antrag auf EintragungindieStimmlisten stellen. Wer nicht in die Stimmlisten eingetragen ist, kann sein Stimmrecht nicht ausüben. Es liegt daher im eigenen Interesse aller im Reich wohnenden Stimmberechtigte», diesen Antrag mit tunlich st er Beschlnnigung einznreichen. Die An- tragsfrist läuft mit dem 31. August 1934 ab.
Der Antrag, der an den „Gemeindeausschuß" des Bezirkes gerichtet ist, in dem der Abstimmungsberechtigte am 28. Juni 1919 die Einwohnereigenschaft hatte, muß folgende Angaben enthalten:
1. Die Namen, Vornamen, das Geburtsdatum, den Geburtsort und den Beruf des Antragstellers (im Falle einer Berussänderung denjenigen, den er am 28. Juni 1919 ausübte), sowie die Vornamen seines Vaters und ferner, falls es
Telegramm-Adresie: Tagblatt Wiesbaden.
Nr. 228.
