Mittwoch, 15. August 1934.
Lviesbadener Zagblaff
Dre Kurzparolen im Reichssender Frankfurt zur Volksabsttmmung am 19. August.
Landesleiter der Deutschen Front an der Saar, Pirro.
Frankfurt a. M., 14. Aug. Die fünfte Kurzparole des Rerchsfenders Frankfurt lautete:
Deutsche Volksgenossen und Vol-ksgenossinnen!
Als Landesleiter der Deutschen Front an der Saar möchte ich heute, kurz vor der Volksabstimmung, die unzerstörbare, innigste Verbundenheit des deutschen Saarvolkes mit allen Deutschen jenseits der uns trennenden Grenzen erneut zum Ausdruck bringen. Ihr alle wißt, daß unser Schicksal uns daran hindert, uitsere Stimme abzugeben für den Führer des neuen Deutschland. Ihr alle wißt, daß mir mitten im Kampf stehen, im Kampf um unser Deutschtum, im Kampf um die Rückkehr zu unserem ewigen Deutschland. Nach fünf Monate — am 13. Januar 1935 —, dann werden auch wir Deutsche an der Saar unser ehrliches Bekenntnis ablsgen zu unserem gemeinsamen Vaterlande, dann wird auch für uns — nach langen, qualvollen Jahren der Trennung — die Stunde der Erlösung schlagen. Ihr alle, die ihr am 19. August eure Stimme ab- gebt für den Führer unseres Deutschland:
Denkt daran, daß jede Stimme, >die ihr dem Führer gebt, eine blanke Waffe ist gegen die, die das deutsche Saarland mit gemeiner Liige und schmachvollem Verrat aus immer von Deutschland zu trennen »ersuchen.
Denkt daran, daß jede Stimme, die ihr im Vertrauen auf den ehrlichen Friedenswillen Adolf Hitlers abgebt, unseren Frieden sichern hilft. Denkt daran, daß jede Stimme, die ihr dem Führer gebt, daß jede Stimme, die das unerschütterliche Vertrauen des gesamten deutschen Volkes zu feinem Staatsoberhaupt bestätigt, gleichzeitig eine Stimme für Deutschland, eine Stimme für Ehre, Gleichberechtigung und Frieden, eine Stimme für die bessere Zukunft des ganzen deutschen Volkes und damit auch des deutschen Saarvolkes sein wird.
Wir an der Saar wissen am besten, was es heißt, ein geachtetes, einiges und starkes Volk zu sein. Der große Tote von Dannenberg rief uns einst zu: ,Seid tapfer, ihr Saarländer!" Ihm und seinem Wort werden wir folgen — mag kommen, was will: Hindenburg, der das schwere Amt und das kostbare Vermächtnis einer großen Nation vertrauensvoll in die Hände des Führers legte. Wenn ihr eure Stimme dem Führer gebt, dann erfüllt ihr diesen heiligen Willen des großen Toten. Dieser heilige Wille aber ist dann erst erfüllt, wenn alle Deutschen, wenn auch wir von der Saar wieder ganz und ohne Grenzen zu euch gehören, auf daß wir ein Volk sind.
Jede Stimme für Adolf Hitler ist eine Stimme für den große« Toten, ist eine Stimme für Deutschland, ist eine Stimme für die ersehnte Rückkehr des Sprroolkes zu euch.
Denkt daran!
d,r einmal die Bedeutung vor Augen gehalten, die herrliche Bedeutung dieses neuen Bodendienstes, dieses unblutigen Jungens um die Vrotfreiheit? Wenn du bescheiden meinst, du könntest das in feiner Große gar nicht überblicken, dann Ichau in die Augen einer Mutter, wenn ihr Sohn als solch ern wetterfester Einjahrig-Freiwilliger des Dritten Reiches St? steht! Da erkennst du den leuchtenden Segen des Arbeitsdienstes, dieser unermeßlich großen Tat Adolf Hitlers!
habe ich vom Mutterauge gesprochen. Wieviel Millionen deutsche Mutteraugen sind seit Adolf Hitlers Kanzlerschaft von Tränen trocken geworden, von Tränen, die vorher fast täglich nach Brot vergasten wurden, oder die geflossen find, wenn von Wahlkampf zu Wahlkampf der Mann und der Sohn verbissen hinausgezogen in den schleichenden Bürgerkrieg, den Adolf Hitler beseitigte?
_ Und wieviel Millionen deutscher Mutteraugen haben in bwsem Sommer wieder einmal Glück gespiegelt aus der jubelnden Glückseligkeit ihrer braungebrannten Kleinen, wenn die NS. -Vo l ksw oh lfahr t die Kinder von der kostenlosen Ferienerholung zurückholte. Hier im Taunus — nicht weit vom Frankfurter Sender entfernt — weilte ein Ferienzug schlesischer Arbeiterkinder. Die kehrten nicht nur braun und gekräftigt, sondern vom Schuhwerk bis zur Kopfbedeckung neu gekleidet zurück, überhaupt „NS.-Volkswohl- fahrt" und das „W i n te rh i l f s we r t"! Was ließe sich da erzählen und aufizählen!
Wieviel Fäuste, die wir im Kampf mit brutalster Entschlossenheit nicht aufbrechen konnten, sind von selbst aufgegangen vor der stillen Liebestat der fleißigen NS.-Volks- wohlfahrt Adolf Hitlers, Opfer ohne Worte, ohne Aufforderung und ohne klingenden Lohn.
Überhaupt Liebestaten ^nd Opfer! Wann ist jemals so viel gesammelt, aber auch so viel und so bereitwillig gespendet worden, als in diesen achtzehn Monaten des werdenden Reiches Adolf Hitlers?
Und das Werdendes neuen Reiches, wann hat je eine Regierung jedem einzelnen Volksgenossen so viel Anteilnahme am Neubau ^des Reiches zugestanden ohne geringste, Unterscheidung seiner Herkunft, seines Vermögens und seiner einstigen Gesinnung! Ein Auf atmen ging durch die Herzen, Kraft zum Hoffen fand wieder Raum, Kraft zum Hoffen, Kraft durch Freude möchte ich da sagen und doch gleich fragen, ob ich davon überhaupt noch erzählen soll, wieviel Millionen deutscher Menschen über des Meeres Weite schauen durften und wieviele zu den jähen Gipfeln ragender Bergriesen hinaufstaunten — nie erhofft und nun so unfaßbar schnell Tatsache geworden durch Adolf Hitlers Werk „Kraft durch Freud e"!
Mein Volksgenosse! Muß ich dir wirklich noch mehr von all dem sagen, was uns H i t l e r b r a ch t e ?
Muß ich noch sagen, weshalb der 19. August also nicht hinter dem 12. November zurückstehen soll? Daß auch du persönlich unter allen Umständen zur Stimmurne gehen mußt.
.«!»»>
Landesbauernführer Dr. Wagners Bekenntnis.
Die achte Kurzparole zur Volksabstimmung gab Landes« bauernführer Dr. Wagner:
Deutsche Bauern!
Noch stehen wir alle unter dem tiefen Eindruck der Trauer, noch lebt in unserem Gedenken das letzte Geleit, das wir dem greisen Feldmarschall in Tannenberg gegeben haben, noch fühlen wir in unseren Herzen die Wort« des Dankes, der Liebe und der Verehrung, die unser Führer an dem Grabe des Reichspräsidenten gefunden hat. Der letzte deutsche Bauer mußte fühlen, als der Führer sagte: „Wer seinem Volk so die Treue hielt, soll selbst in Treue nie vergessen fein", daß treu sein und treu bleiben ein heiliges Gut des einzelnen, aber auch des ganzen Volkes ist. In die Hände Adolf Hitlers legte einst der Generalseldmarschall die Bürde der Verantwortung, ihm hat der Führer den Eid der Treue geleistet. Die unersorschliche Macht des Schicksals hat nun den Führer allein bestimmt, das zu Ende zu bringen, was gemeinsam begonnen wunde: „U n f e t Drittes Deutsches R e i ch". Getreu feines gegebenen Versprechens: „Alles für das Volk und alles durch das Volk" will der Führer trotz verfassungrechtlicher Grundlagen, durch den einstimmigen Beschluß der Reichsregierung gegeben, daß das deutsche Volk dem ReichsgSsetz vom 1. August in geheimer Wahl seine Zustimmung geben möge. Die Welt, deutscher Bauer, ist noch in Haß und Mißgunst gegen unser nationalsozialistisches Deutschland erfüllt. Wir wollen ihr beweisen, daß Führer und Volk eins int Denken, Fühlen und Handeln sind, und daß das Vertrauen und die Liebe zu Adolf Hitler int letzten Dorf, in dem kleinsten Hof ebenso groß und unzerstörbar sind, als an irgendeinem anderen Orte Deutschlands.
Wir Bauern, die wir Haus und Hof, unser Weiterleben dem Führer verdanken, wir halten die Treue. Jetzt in dieser Stunde gilt es diese Treue unter Beweis zu stellen, jetzt ruft dich, deutscher Bauer, dein Volk und mahnt dich zur Erfüllung deiner Pflicht. Sorge dafür, daß auch deine Stimme sich einreihen möge in das einzige Ja der gesamten Nation.
Du Bauer, der du deine Heimatscholle so liebst, zeige dich am Stage des geschlossenen Bekenntnisses zum Führer und zum Vaterland durch dein Treuegelöbnis würdig, der für unseres Volkes Erde, für unserer Heimaterde Freiheit und für des Vaterlandes Erneuerung gebrachten Opfer.
Am Mittwoch und Donnerstag.
Weitere Kurzparolen des Frankfurter Senders.
Frankfurt a. M., 14. Aug. Der Reichssender Frankfurt wird am Mittwoch und Donnerstag folgende Dreiminuten- Kurzparolen zur Volksabstimmung senden:
Mittwoch, 15. August: 20 Uhr Dr. Dietrich.
Donnerstag, 16. August: 8 Uhr Landesleiter Pirro, 14 Uhr Manfred von Vrauchitsch, 16 Uhr Dr. Schott, 20 Uhr General von Epp.
Gauleiter Weinrich spricht.
Deutscher Volksgenosse!
Unser Hindenburg ist tot. Er starb mit der Gewißheit, daß das Schicksal feines Volkes in die Hände eines würdigen Nachfolgers gelegt wird. Seit dem 30. Januar 1933, als er den Führer zum Steuermann des deutschen Schiffes ernannte, konnte er wieder ruhig und fest in die Zukunft schauen. Er sah von Tag zu Tag mehr, wie sein deutsches Volk sich fester zusammenschloß und wie aller Parteihader verschwand und seine Mahnung: „Deutsches Volk, sei einig" befolgt wurde. Weil unser Führer das deutsche Volk einigte und damit des Feldmarsschalls Lebenswerk krönte, konnte es nicht ausbleiben, daß zwischen beiden sich ein so inniges Band der Liebe und Verehrung schloß, wie es zwischen einem Vater und einem Sohn nicht besser sein tarnt. Und nunmehr hat der Führer das Ruder des Staatsschiffes in seine Hände genommen. Er hat damit alle Macht, aber auch alle Verantwortung vor der Geschichte übernommen. Eine Verantwortung und Arbeitslast, die nur ein Mensch in Deutschland, nämlich der Führer, zu tragen vermag. Und das deutsche Volk in seiner Gesamtheit ist froh und auch stolz, daß es einen Adolf Hitler besitzt.
Aber wir müssen auch wissen, daß dem Führer die schwere Bürde und Verantwortung leichter wird, wenn bas deutsche Volk vor aller Welt für ihn demonstriert. Die Welt wird sich nur dann zum Bekenntnis bequemen, daß Volk und Führer eins sind, wenn sie durch eine überwältigende Wahl überzeugt wird. Wessen Trauer um unseren verstorbenen Reichspräsidenten echt war und wer sein Volk und Vaterland liebt, gibt am 19. August dem Führer feine Stimme. Er stattet damit dem Führer für Seine viele Mühe und Arbeit seinen Dank ab.
Jever deutsche Volksgenosse muß zur Wahlurne gehen.
Glaube keiner, daß es nicht auf seine Stimme ankommt. Durch deine Stimme trägst du dazu bei, daß sich Deutschlands An'ehen in der Welt immer mehr hebt. Deutscher, wenn du diesen Ehrennamen zu Recht tragen willst, dann heißt
deine Parole: Adolf Hitler!
Gaupressechef Woweries' Aufforderung.
In der siebenten Dreiminutensendung foes Reichssenders Frankfurt sprach Gaupressechef Woweries Wer das Thema „Neues Werken!":
Vor gerade einem Jahr verloren bei Darmstadt in einer Woche zwei kühne Segelflieger fast gleichzeitig ihr junges Leben. Ein Kommando Arbeitsfretwilliger war Augenzeuge der tödlichen Abstürze. Auf die Frage, wer von ihnen Flieger werden wolle, traten die Freiwilligen wie ein Mann vor. Es lohnt sich wieder, |ein Leben einzusetzen. Es gibt keinen mehr, der spotten und lachen möchte, wenn gefragt wird, wer sich opfern will für alle. Alle wissen wieder, daß jeder auf jeden angewiesen ist und j e c e r für alle einft^cn muß, wenn es ihm und allen gut gehen soll. So ist das Gefühl der Geborgenheit in alle deutschen Herzen eingezogen, das Gefühl der Volkskameradschaft aller Deutschen.
Wenn ich ««fällig von Arbeitsfreiwiligen sprach, so find sie wohl die stärkste Verkörperung dieser Volkskameradschaft. Werhaupr Arbeitsdienst! Haft du, mein Volksgenosse, dir einmal eine freie Viertelstunde genommen und
Aus Provinz und Nachbarschaft.
Bei der Arbeit tödlich verletzt.
IN. Nastätten, 14. Aug. Einen schweren Unfall erlitt der Arbeiter Emil Knögel von hier beim Reinigen eines Lastwagens. Beim Putzen der einzelnen Metallteile mit Benzin sprang wohl aus einem schadhaften Kabel der Lichtleitung ein Funke über und fetzte das Benzin in Flammen. Dabei stieß Knögel wohl in der Aufregung das Venzingefäß um, so daß sich dessen Inhalt über ihn ergoß. Sofort stand der Bedauernswerte in hellen Flammen. Schnell hinzueilende Arbeitskameraden konnten mit Tüchern die Flammen ersticken. Mit schweren Brandwunden mußte Knögel ins Krankenhaus gebracht werden, wo er inzwischen verstor- b e n ist.
= Nordenstadt, 14. Aug. In dem Generalmitgliederappell und Schulungsabend der NSDAP, am Montag sprachen der OGL. Pg. Lang und der Schulungsbeauftragte Pg. Deul über Vorbereitungen, Zweck und Ziele der Volksbefragung am 19. August. Es folgte alsdann die feierliche Verpflichtung einiger Mitglieder.
X Bleidenstadt, 14. Aug. Am Montagnachmittag gegen 4 Uhr ereignete sich zwischen Bleidenstadt und Hahn ein Zusammenstoß von drei Autos. Ein Lieferwagen von Hahnstätten versuchte zwischen 2 Personenwagen durchzukommen, wodurch die beiden Wagen zur Seite gedrückt und beschädigt wurden. Ein Auto landete im Straßengraben, konnte aber bald wieder seine Fahrt fortsetzen, während das andere stark beschädigt abgeschleppt wurde. Personen wurden nicht verletzt.
X Massenheim, 14. Äug. Die Stelle des verabschiedeten Feldhüters, K. Oden b ach, der am 12. August 1934 feinen 85. Geburtstag feiern konnte, wurde durch den Landwirt Georg Bär besetzt. Ebenso wurde anstelle des ebenfalls verabschiedeten Polizeiwachtmeisters, PH. Bär, Herr Wilh. Hartmann bestimmt. Beide sind im Dienst verpflichtet und bestätigt.
!! Östrich i. Rhg., 14. Aug. Während die Urlauber aus Magdeburg und Hannover am Samstag wieder in ihre Heimat zurückkehrten, trafen am Sonntag hier und in anderen Rheingauorten Volksgenossen der ÄSE. „Kraft durch Freude" aus Mittelsranken zum Erholungsaufenthalt ein, denen wieder überall ein herzlicher Empfang bereitet wurde.
X Koblenz, 14. Aug. Der Fremdenverkehr am Rhein ist im Jahre 1934 erheblich gestiegen. Insgesamt besuchten bis zum 1. August 1934 83 228 Fremde die Stadt Koblenz, gegen 67 631 in der gleichen Zeitspanne 1933, die Übernachtungsziffer belief sich' auf 121577 gegen 99 991 int Vorjahre. Die Zahl der Ausländer ist auch um 3780 höher.
X Nassau/Lah«, 14. Aug. Unter Teilnahme auswärtiger Kolonnen beging die hiesige Freiwillige Sanitätskolonne am Sonntag ihr 25jiihriges Bestehen.
— Diez, Lahn, 14. Aug. Die Ausstellung „Das schöne Nassauer Lan d", die sich seit Eröffnung eines starken Besuches erfreut, ist bis zum 19. August d. I. verlängert.
= Nidda, 11. Aug. Bei einem Streit zwischen zwei Knechten auf dem Schleifelder Hof bei Dauernheim wurde gestern der Otto Wolf von seinem Arbeitskameraden Karl Schmidt mit einer dreizinkigen Mistgabel in den Rücken gestochen und so schwer getroffen, daß der Mann schwer verletzt zusammenbrach. Durch den Stich wurde die Lunge verletzt, so daß der Gestochene nach Gießen in die Chirurgische Klinik gebracht werden mutzte, wo er in ernstem Zustande darniederliegt. Der Täter wurde verhaftet.
Die russischen Flieger nach Prag gestartet.
Der Abschluß des Besuchs in Frankreich.
Paris, 14. Aug. Die russischen Flugzeuge starteten am Dienstagoormittag in Lyon in Richtung Prag. Der Leiter des russischen Zivilflugwesens, ll n s ch l i ch t, hielt vor dem Abflug eine Ansprache, in der er feiner Befriedigung über den herzlichen Empfang der russischen Staffel durch die Behörden, die Bevölkerung und die Presse Ausdruck gab. über die praktischen Ergebnisse des russischen Fliegerbesuchs in Frankreich liegen bisher noch keine näheren Angaben vor. Die Russen haben Gelegenheit gehabt, die Fortschritte des französischen Flugwesens und des französischen Flugmaterials zu sehen. Sie sollen bei dieser Gelegenheit auch verschiedenes Material besichtigt haben. Ob bei dieser Gelegenheit von B e st e l l u n g e n die Rede gewesen ist, ist zunächst noch nicht bekannt.
Spanien vor neuen Unruhen?
Probemobilmachung einzelner Divisionen.
Madrid, 15. Aug. Das hiesige Marxistenblatt brachte am Dienstag die Mitteilung, datz sehr bald eine allgemeine Mobilmachung des spanischen Heeres bevorstehe, vermutlich weil eine revolutionäre Bewegung erwartet werde. Auf Anfrage von Pressevertretern erklärte der K r i e g s m i n i st e r hierzu, es sei richtig, datz er Probemobilmachungen zunächst einzelner Divisionen vorgesehen habe, allerdings nicht, weil ein Aufstand befürchtet werde oder gar ein kriegerischer Konflikt, sondern nur um Erfahrungen zu sammeln. Die Armee müsse schlagfertig fein, sonst wäre es besser, auf eine solche völlig zu verzichten. Um festzustellen, ob Spanien wirklich ein Heer habe, das zu etwas nütze sei, werde er Teil- mobilmachungen durchführen, soweit sich das mit den verfügbaren Mitteln vereinbaren lasse, und zwar würden mehrere Jahrgänge der Reserve einberufen werden. Die mobilgemachten kriegsstarken Divisionen würden bann wahrscheinlich auch militärische Übungen abhalten.
Amerika baut 24 neue Kriegsschiffe.
Die Flotte kehrt mach den Manöver« in den Stillen Ozean zurück.
Washington, 15. Aug. Vom 15. August ab nimmt das Marinedepartement Angebote für Übernahme des Baues von 24 neuen Kriegsschiffen entgegen. Es handelt sich um den Bau von vier Kreuzern von je 10 000 Tonnen vierzehn Zerstörern und sechs U-Booten.
In amerikanischen Zeitungen hatte eine Havas-Mel- dung Eingang gefunden, in der behauptet worden war, das Staatsdepartement verlange, daß mit Rücksicht auf die Kriegsgefahr in Europa die amerikanische Flotte, die sich z« Manöoern gegenwärtig int Atlantik aufhalte, im Atlan- tischen Ozean zusammengezogen bleibe. Außenminister Hüll hat nunmehr diese Meldung glatt dementiert. Er erklärte, eine derartige Frage sei nie erwogen worden. An dem ursprünglichen Plan, nachdem die Flotte, die zu Manövern und zur Flottenparade für mehrere Monate im Atlantik weile, im Herbst wieder in den Stillen Ozean zurück- kehre, habe sich nichts geändert.
