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Verlag Langgasse 21

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I, 1( . '" >fn benachbart en Landorten und im Rdeingan die belressendeii Tagb°latl^Träger.

«i«-iev° St. obni'mll"^ ""»»»«?,»: <u -P1B- monamn), w- »- vierteljährlich dnrch den Berlaa »>Ä'ld ^ ,^^"ngerloiin M. 8.- vierteljährlich dnrch alle deutschen Poiianstalten. auSschlieNich ». iotn,>" a ^^, f i cU !.' n , s f. n nehmen augerdern entgegen: in SvieSdaden die Zweiaiielle BiS- -»***^JÄÄKJ!!!^ L^tadt: in Biebrich: d/d°Lgen Au«.

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rgen-Au«g. di« s Ubr nachmittags, berliner Redaktion des WiesbadenerTagblattS: Berlin-Wilmersdorf, Güntzclstr. 66, Fernspr.: Amt Uhland 450 It. 451 "I, vorgeschriebenen

'"vch. 5. fluguft 1914.

Morgen» Ausgabe.

Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen.

Nr. 359. . 62. Jahrgang.

Ein einig Bolft von Brüdern

n denkwürdiger Tag.

Zweite Session 1914.

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und .die sämtlichen Tribunen sind auß ^ '* a * J besetzt.

Kiitf b u §t:at§H Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg, ,'»zx. n Jagow, v. Faikcnhaiin, d. Tirpib, Dr. Sols,

'» b Jitr**-'* - -

i!£tott 1Jc ' Kühn, Dr. Lisco d. Havenstein, Wacker. '»b,ch 2» Solz, v. Schorlcmer, Dr. Bescler, v. Locbcll,

iv'^5. Präsident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung Z, ^ Minuten.

\ * f ü 5 r e 1 n werden ibüstrmmt Abg. Fischer-

, e in ({g'f,-, n ® e *- cn (Ztr.), BävwirÄel (natl.), Nogalla von

Lj^Uf iv*

k*et Abg. Bassermann (natl.) wird von der

*Si fStr.) .Zungen, ebenso aus Antrag des Abg. Stejj /'uf Namensaufruf angesichts der Beschluß- M Ah, CS Dauses Abstand genommen.

"h Abg. Grasen v. Westarp (Tonif.) werden 'itin j (! e Präsidi u m und die Schriftführer Äni 'Edergcwählt. (Lebhafter Beifall.)

V^tiUpv. r Kaempf teilt mit, daß er dem Kaiser iu'ii.g.. ung des Hauses melden werde. Der Kaiser

A. s «Svafes OTCüoen weroe. Lier Jtatje:

^Wrt, das Präsidium heute abend 7 Uhr O.iil >B r a wo!) Er hoffe, idem Kaiser Mitteilung

)^p,e;!, t l n s en datz die eingegangenen Vorlagen An. ^I^Ket Herben. (Lebhafter Beifall.) Der Präsi-

m u It'öann dem verstorbenen Großherzog von h°Strelitz, dem Herzog von S-achsen- Un ^ den Abgg. v. M a s s u w (kons.) und Dr. , ^en kurzen Nachruf. Die Mitglieder aller

vch von den Sitzen erhoben.

^°«agen

bischer verliest das Verzeichnis der ringe-

%e.T das Wort der

H8K

I St b Qn 3ler y. Vethmann- Hollweg:

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Schweigen der Anwesenden aus: Ein gewaltiges Schicksal

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l ! iSk f (Q J Utltt hat es uns geneidet ..

t c - Cl * >U ' r c '~ ertragen, das- unter dem Vorwand, 'ton Erirgslüstern, F e i

h , 3c 0cn

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i^'t "-wwcrt aus der Scheide ziehen.

h,' 3 °h Der Tag, da wir cs ziehen müssen, ist

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Üttfpj herein. Seit wir uns das Deutsche Reich k. . ,c,t in der Welt erkämpft haben, haben wir 44

h.'a ih ev . -' . . .. --

' ll * r f bp tCbCn "''d den Frieden Europas be-

^ Utij, Mt '^er Arbeit sind wir stark und mächtig

Mir schweigcn-

n d s ch a f t e n im Osten uns genährt und Pläne gegen uns gc- , toi c . ®* r lvvllcn in friedlicher Arbeit weiter ' N sj. C ' n unausgesprochenes Gelöbnis *1t % l,ct bis znm jüngsten Soldaten:

"Ubigung einer gerechten Sache wollen wir

'«nb

5c 8cit unseren Willen, gegen unser redliches

'it ih>r/u ^ ie Brandfackel an das Haus gelegt.

' ^ Zustimmung und Zurufe.) Wir stehen

^^ugenrn Kriege mit Rußland und Frank-

?'Ih.

^ren'

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6tnc Reihe von Schriftstücken, zusam- k" überstürzenden Ereignisse, ist ^ t' ihx »* Lassen Sie mich dir Tatsachen hcr- ®ftev-l? rc . Haltung kennzeichnen. Vom ersten Aus-

s^h^i», ^^lsch-ungarisch-serbischcu Konfliktes arbei- X>u^ b i°s-r Handel auf Österreich und Serbien Blcicf lil ^ C ?lIIc Kabinette, besonders England, [VS } r ,. cit Standpunkt, nur Rußland erklärte,

i, wiuuippunu, mit in u u i a n o cmnrtc, i[ )t ^ dst ^'Kagrn dieses Streites m i t r c d c n müsse. ? ij "^hr einer europäischen Berwicke Ct ftcn ^bhaftcs Sehr richtig! und Bewegung. ^ K i m m t e n Nachrichten über russisch

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e r w i ck c-

i et . .. russische

nf,! ltn S c « vorlicgcn, lassen wir in Petcrs- " l t l i ch, aber ernst mittcilcn, daß kriegc- begen Österreich-Ungarn uns an der Seite

unseres Bundesgenossen fänden, daß militärische Vorberei­tungen gegen uns uns zu entsprechenden Maßregeln zwingen werden. Mobilisierung aber wäre nahe dem Kriege. (Sehr richtig!)

Rußland beteuert uns in feierlicher Weise seine Friedens­wünsche und versichert, daß keinerlei militärische Vorberei­tungen gegen uns im Gange seien.

Inzwischen sucht England zwischen Wien und Peters­burg zu vermitteln, was wir warm unterstützen. Am -d. Fnli bittet der Kaiser telegraphisch den Zaren, er möge bedenken, daß Lsterreich-Nnoarn das Recht und die Pflicht habe, sich gegen die großscrbischcn Umtriebe zn schützen, die seine Existenz untcrwühlt hätten. Der Kaiser erinnert an die solidarischen monarchischen Interessen gegenüber dem Morde von Scrajcwo und hofft, daß der Zar ihn unterstützen werde, die Gegensätze zwischen Österreich-Ungarn und Ruß­land zu beseitigen. Ungefähr zur gleichen Stunde und vor Empfang dieses Telegramms bittet der Zar inständig den Kaiser um seine Hilfe. Er solle doch in Wie n zur Mäßigung raten. Der Kaiser übernimnct die Vermittlerrolle, aber kaum ist die von ihm übernommene Aktion im Gange, so mobili­siert Rußland alle seine gegen Österreich gerichteten Streit- kräste. (Allgemeine Bewegung; Unruhe.) Österreich-Ungarn selbst hat in Ruhe gegen Serbien drei Armeekorps mobili­siert, aber fern von der russischen Grenze.

Die russische Mobilisierung war grundsätzlich schon be­schlossen, bevor sich der Zar an den Kaiser wandte. (Bewegung.) Der Kaiser wies sofort den Zaren darauf hin, daß sein Bermittleramt durch diese Mobilisierung gegen Österreich erschwert, wenn nicht vereitelt würde. Trotzdem setzten wir in Wien unsere Vermittlungen fort, und zwar in Formen, die bis an die ä u ß e r st e G r e n z e dessen gehen, was sich mit unserem BündnisvcrhältniS vereinbaren läßt. Während des Streites erneuert Rußland spontan seine Versicherung, daß cs gegen uns keine militäri­schen Vorbereitungen treffe. Jetzt kommt der 31. Juli. In Wien sollte die Entscheidung fallen. Unsere Vermittlung hatte schon insofern Erfolg gehabt, als Wien auf unser Drängen wieder in direkte Besprechungen cingc- trctc» ist.

Noch bevor die Entscheidung in Wien fällt, kommt die Nachricht, daß Rußland seine gesamte Wehrmacht, also auch gegen uns mobilisiert.

(Ungeheure Bewegung; Rufe: Unerhört!) Die russische Regierung, die a»8 unseren wiederholte» Vorstellungen wußte, was die Mobilisierung für uns bedeutet, notifizierte sic uns nicht, gibt uns sogar keinerlei erklärenden Aufschluß. (Hort! Hört!) Erst am Nachmittag trifft ein Telegramm dcS Zaren beim Kaiser ein, in dem er sich dafür verbürgt, daß seine Armee keine provokatorische Haltung gegen unS ein- nchmcn werde. Aber die russische Mobilmachung an unserer Grenze ist schon seit der Nacht vom 30. ans den 31. Juli im vollen Gange. (Bewegung.)

Während wir auf russisches Bitten in Wien vermitteln, erhebt sich die russische Wehrmacht an unserer langen, noch ganz offenen Grenze.

Und Frankreich mobilisiert zwar noch nicht, trifft aber doch militärische Vorbereitungen. Und wir hatten absichtlich bis dahin keine Reserven zu den Fahnen gerufen, dem Frieden zuliebe. (Bewegung.)

Sollten wir weiter geduldig warten, bis etwa die Mächte, zwischen denen wir eingekeilt sind, den Zeitpunkt zum Los­schlagen wählen?

(Lebhafte Zurufe: Nein! Nein! Stürmischer Beifall.) Dieser Gefahr Deutschland auszusetzcn, wäre ein Verbrechen gewesen. (Allgemeine begeisterte Zustimmung.) Darum forderten wir noch am 31. Juli von Rußland die Demobi­lisierung als einzige Maßregel, welche Europa noch den Frieden erhalten könne. Der kaiserliche Botschafter in Peters­burg erhalt ferner den Auftrag, der russischen Regierung zu erklären, daß wir im Falle der Ablehnung unserer Forderung den Kriegszustand als cingetrctcn erachten müssen.

Der kaiserliche Botschafter hat diesen Auftrag ausgeführt. Wie 8!nßlands Antwort auf unsere Forderung lautet, wissen wir heute noch nicht. (Allgemeine Bewegung und 8iufc: Unglaublich!) Telegraphische Meldungen auS Petersburg darüber sind nicht bis an uns gelangt, obwohl telegraphisch weit unwichtigere Meldungen noch übermittelt wurocn, so daß sich, als die gestellte Frist längst ver­strichen war, der Kaiser am 1. August, nachmittags 5 llhr, genötigt sah, unsere Wehrmacht mobil zu machen und sogleich mußten wir uns vergewissern, wie Frankreich sich stellen würde. Auf unsere bestimmte Anfrage, ob cs in einem deutsch-russischen Krieg neutral bleiben würde, hat cs uns geantwortet, es werde tun, was ihm seine Inter­essen gebieten. (B e w e g u n g und Lache n.) Das war eine ausweichende Antwort auf unsere Frage, wenn nicht eine arge Verhöhnung.

Trotzdem gab der Kaiser strengsten Befehl, daß die fran­zösische Grenze unbedingt zu respektieren sei. Dieser Befehl wurde strengstens befolgt, bis auf eine einzige Ausnahme. Frankreich, das zu derselben Stunde mobil machte, erklärte uns, es werde eine Zone von 10 Kilometern anderGrenze respektieren, und

was geschah in Wirklichkeit: bomücnwcrfcnde Flieger, Kavallerictruppcn sind in reichsländischcS Gebiet eingebrochcn. Meine Herren! Damit hat Frankreich, obwohl der Kriegs­zustand noch nicht cingetrctcn war, den Frieden ge­brochen und tatsächlich angegriffen. (Allgemeine Bewegung.) Was jene Ausnahme be­trifft, so habe ich vom Chef des Gcneralstabs folgende Mel­dung erhalten: Bo» den französischen Beschwerden über

Grenzverletzung unsererseits kann nur eine einzige zugegeben werden. Gegen den ausdrücklichen Befehl hat eine anscheinend von einem Offizier geführte Patrouille des 14. Armeekorps am 2. August di- Grenze überschritten. Sie ist anscheinend aügcsch offen worden, nur ein Mann ist zurückgekehrt. Aber lauge bevor diese einzige kleine Grcnzübcrschrcitung erfolgte, haben französische Flieger ans unsere Bahnlinien Bomben abgeworfcn, haben im Schluchtpaß französische Truppen unsere Grcnzschutz- truppen angegriffen. Unsere Truppen haben sich dem Be­fehl gemäß gänzlich auf die Abwehr beschränkt. Das ist die Wahrheit.

Wir sind in der Notwehr, und Not kennt kein Gebot. (Stürmischer Beifall.) Unsere Truppen haben Luxemburg be­setzt und vielleicht schon belgisches Gebiet be­treten.

(Bewegung und Beifall.) Das widerspricht dem Völkerrecht. Die französische Regierung hat zwar aus­drücklich erklärt, die Neutralität Belgiens respektie­ren zu wollen, so lange sic der Gegner respektiert.

Wir wußten aber, daß Frankreich zum Einfall bereit stand. Frankreich konnte warten, wir nicht, denn ein fr an. z ö s i s ch e r Einfall in unsere Lande hätte verhängnisvoll werden können. So waren wir gezwungen, uns über den berechtigten Widerstand der belgischen und luxemburgischen Negierung hinwcgzusctzen. DaS Unrecht, das wir damit tun, werden wir wieder gut machen, sobald unser militärisches Ziel erreicht ist. Wer so b e d r v h t ist wie wir und u m d a s H ö ch st e kämpft, darf nur daran denken, wie er sich d u r ch h a u t. (Unge­heure Bewegung, starker, wiederholter Bei­fall.)

Was die Haltung Englands betrifft, so haben die Erklärungen, die Sir Edward Grcy gestern im englischen Unterhaus abgegeben hat, den Standpunkt klargestellt, den die englische Regierung einnimmt. Wir haben der englischen Re­gierung die Erklärung abgegeben, daß, so lange sich England neutral verhält, unsere Flotte die Nordküst« Frankreichs nicht angrcifen wird

und daß wir die territoriale Integrität uni»

Unabhängigkeit Belgiens nicht antasten werden.