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Donnerstag, 28. Juni 1934

82. Jahrgang

HoWnjuiMr in der WnnBindnsirie

Pariser Phantasien. Hirngespinste und ihre Folgen. Englische Luftrüstungen bestätigt

Russische Kriegsinaterialaufträge

Tagen.

3'vi"

Ferniprecher-Sammei-Str. 59631. Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.

Heil Hitler!

gez. I l e r - S ch e l d, Gaupropagandaleiter und Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volks­aufklärung und, Propaganda.

Schwere Schlägereien zwischen Heer und Heimwehr.

Militär wird in Graz gegen Kameraden eingesetzt.

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So schauten sie den 1. Mai."

Ausstellung von Bildern hessen-nassauischer Künstler im Städel.

Die wiederholt in der Presse angekündigte Ausstellung von Bildern des 1. Mai findet während des Monats Juli in dem Städelfchen Kunstinstitut Frankfurt a. M. statt.

Die feierliche Eröffnung durch den Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger ist am

Donnerstag, 5. Juli, 11 Uhr.

Alle führenden Persönlichkeiten im Gau Hessen-Nassau sind dazu geladen. Die Ausstellung ist eine in ganz Deutschland einzig dastehende Kulturdemonstration und wird dem natio­nalsozialistischen Kunstgestaltungswillen in unserem Gau einen unerhörten Auftrieb geben.

168 Künstler aus allen Teilen des Gaues Hessen-Nassau haben 274 Bilder aller Art angemeldet.

Die schriftlichen und telephonischen Anfragen lassen schon jetzt erkennen, daß mit einer ungewöhnlichen Anteilnahme der gesamten interessierten Bevölkerung Frankfurts zu rechnen ist.

Weitere Veröffentlichungen erscheinen in den nächsten

Arabien als Nation.

Mohammedanische Renaissance?

Der Friedensvertrag zwischen Ibn Saud und dein Imam von seinen, der in der Sommerresidenz Ibn Sauds abgeschlossen wurde, und amtlich derVertrag von T a i f" genannt wird, ist gleichzeitig in Mekka, Sana, Kairo und Damaskus veröffentlicht worden. Sein Inhalt war- im wesentlichen schon bekannt. Alle strittigen Grenzgebiete zwischen fernen und Hedschas, also das Land Assir, das Hochland des Nedschran und die Grenzgebiete des südwestlichen Nedschd fallen an Ibn Saud. Die aufständischen Führer dieser Gebiete mutzte Imam Jehja an Ibn Saud ausliefern, was vielleicht die demütigendste Bedingung des Friedensver­trages war, da diese Führer den Imam im Kampfe gegen Inb Saud unterstützten. Dagegen wird die Stadt Hodeida dem Imam zurückgegeben. Formell wird der fernen auch weiterhin unabhängig bleiben, aber die Tatsache, datz in außenpolitischer Beziehung beide Länder stets von demselben Diplomaten vertreten werden und datz Pemen gewissermaßen auf eine eigene Außenpolitik verzichtet, bedeutet doch eine Art Protek­torat Ibn Sauds über den fernen. Gleichwohl wird der Vertrag, der für eine Dauer von 20 Jahren abge­schlossen worden ist, Friedens- und Freundschaftsvertrag genannt, und das gemeinsame Vorgehen der beiden Staaten, die sich gegenseitige Freundschaft zusagen, wird gekrönt durch die Erklärung, datz sie sich beide als arabische Nation erklären.

Es unterliegt keinem Zweifel, datz Ibn Saud durch den Abschluß dieses Friedens die Hegemonie auf der arabischen Halbinsel erlangt hat. Dem Abendländer mögen die Friedensbedingungen gleichwohl hart er­scheinen, der Orient feiert die Großmut und weise Selbst­beschränkung Ibn Sauds, der allerdings nach dem Ver­laufe des Krieges seine siegreichen Truppen getrost in die Hauptstadt des S)emen hätte einmarschieren lasten können. Die überragende Stellung Ibn Sauds be­kundet sich auch darin, datz die arabische Friedensdelega­tion unter der Führung des Mufti von Jerusalem stand und datz mohammedanische Würdenträger aus der ganzen mohammedanischen Welt ihre Anteilnahme am Friedensschluß bezeugten. Als moderner Herrscher har Ibn Saud auch dafür gesorgt, datz der Friedensvertrag durch Handelsverträge, die auf Gegenseitigkeit beruhen, wirtschaftlich untermauert wurde. Auf der arabischen Halbinsel ist jedenfalls durch diesen Frieden nicht nur der Einflutz und das Ansehen Ibn Sauds ungeheuer gewachsen, sondern die arabische Einheit ist auch um ein gutes Stück ihrer Verwirklichung näher gekommen.

Jetzt wird es sich darum handeln, wie sich das Ver­hältnis zu dem nördlichen Nachbarn des Hedschas, dem Irak, gestaltet. Hier war lange Zeit König Feistal der stärkste Konkurrent Ibn Sauds in der Führung der arabischen Welt. Die Engländer setzten auf Feistal. öer. als Staatsmann nicht weniger klug und genial war, als Ibn Saud. Sein plötzlicher Tod hat im Irak keinerlei Erschütterungen hervorgerufen. Sein Sohn, König Ehazi, gilt ebenfalls als moderner und kluger Monarch. Der Irak ist wirtschaftlich weitaus bedeutender als das südlichen Arabien. Bagdad, die Hauptstadt des Irak, ist trotz seiner ruhmvollen Vergangenheit weniger Kult­stätte der Mohammedaner als vielmehr wirtschaftlich und geistig , bedeutsames Zentrum des Arabertums.

wird deshalb gefordert, datz die holländische Wehrmacht entsprechend verstärkt wird, sodatz sie schon durch ihre Stärke diesen Gefahren vorbeuge. Es ist kein Zufall, datz diese Entschließung und die in ihr zum Ausdruck gebrachten Besorgniste in erster Linie auf Darstellungen zurückgehen, die darin gipfeln, daß ein Angriff gegen Frankreich durch Holland hindurch erfolgen könnte, und

ebenfalls erregt gegen die Heimwehr Stellung nahmen und Hochrufe auf die Armee ausbrachten. Die Tumulte setzten sich auch in anderen Straßen sort. Die Polizei war anfänglich machtlos. Man mußte im Dienst befind­liche Truppen des Bundeshceres herbei rufen, die gegen ihre Kameraden vorgingen und schließlich sogar mit gefälltem Bajonett die, Menge ausein­andertrieben. Die Ursache dieser Szenen waren Zwi­schenfälle, die sich tags zuvor ereignet hatten. Heimwehr­leute hatten in einem Lokal einen Angehörigen des Bundes­heeres verprügelt. Kameraden des Gezüchtigten beschlossen, Rache zu üben. Das Truppenkommando hatte von dem Plan gehört und den Ausgang für Mittwoch untersagt. Die Soldaten hatten sich jedoch nicht an das Verbot gehalten.

Nach weiteren Meldungen aus Graz konnte,am Spät­abend des Mittwochs die Ruhe erst nach Einsatz von Offizierspatrouillen wiederhergestellt werden.

England hat olle Hoffnungen auf NrWg oasgegebea

Angleichung seiner Luftstreitkräfte.

Stn}eigenprei[e: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Erund» preis 6 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 45 Rpf., sonst laut Tarif Nr. 2, Nachlatzstaffel C. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird leine Gewähr übernommen. Schluß der Anzeigen - Annahme 10 Uhr vormittags. Größere Anzeigen massen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.

«8. Berlin, 28. Juni. (Drahtbericht unserer Berliner ^Wbteilung.) Immer wieder veröffentlicht die sran- = »Msche Presse Nachrichten über angeblicheKriegs- ^Worbereitungen Deutschlands. Den Vogel -"T8 dieser Hetze schietzt jetzt die WochenzeitschriftVende- hniaire ab, die sich als Organ der Frontkämpfer be­zeichnet. Sie hat nämlich herausbekommen, daß Deutsch­land schon in allernächster Zeit, und zwar am 15. Juli, Wo am Erinnerungstag des Kriegsausbruches im (Zähre 1870, einen Riesenluftangriff auf (Paris unternehmen werde. Die Quelle dieser Nach­sicht, so behauptet das Hetzorgan, sei absolut sicher, und Teneral Weygand sei auch in der Hauptsache nach London Mähren, um mit dem englischen Generalstab die Ab- Wehr dieses Luftangriffes zu besprechen. Man könnte solchen und ähnlichen Unsinn unbeachtet lasten und ihn wls Ausgeburt der großen Sommerhitze, unter der auch kdie französische Hauptstadt zu leiden hat, betrachten, Wenn man nicht doch immer wieder aus die Folgen dieser ungeheuerlichen Hetze Hinweisen müsse. Dieser gewistenlose Hetzfeldzug führt zu einer Nervosität in ganz Europa. Charakteristisch in dieser Hinsicht ist, daß unter dem Endruck solcher »Nachrichten jetzt die holländischen Südprovinzen eine »Aufrüstung Hollands verlangen. In einer DEntschlietzung, die von den Bürgermeistern der wichtig- UKen Städte der Provinz Nordbrabant und Limburg ge- Mührt wurde, wird gesagt, die Bevölkerung dieser Landes­teile fürchte, datz bei einem kriegerischen Zusammenstoß holländischer Boden Kriegszone werden könnte. Es

Times" bezeichnet die Erklärung des Luftfahrtministers alsenttäuschend negativ", soweit die Luftverteidigung des gesamten Weltreiches betroffen sei. Das Blatt fordert eine engere strategische Zusammenarbeit zwischen den Staaten des britischen Weltreiches in der Frage der Luftverteidi­gung. Unter anderem wünschenswert sei ein im ganzen Weltreich verteiltes Netz von Flugstationen entsprechend den Kohlenstationen der Kriegsmarine. Ferner sei sehr wichtig, das englische Volk weitgehend zur fliegerischen Tüchtigkeit zu erziehen und allgemeine Anweisungen für die Luft- abwehrverteidigung zu erlassen.

Das Blatt wiederholt dann den Vorschlag einesLust- locarno" bezw. einer Luftlonvention, die eine Zusam­menarbeit der Luststreitkräfte gegen einen Angreiser- staat oorsehen würde. DasLustlocarno" würde dahin gehen, datz die Lustslotte von vier Staaten gegen den sriedensbrechenden Staat eingesetzt würden. Hierdurch würde die Notwendigkeit einer konkurrierenden Luft- ausrüstung weitgehend modisiziert werden. Außerdem würde cs den ersten Schritt zu einer Konvention gegen die Lustbombardierung darstellen.

Die liberaleNews Ebronicle" nimmt die Erklärung des Lustfahrtministers als Beweis, daß die englische Regie­rung alle Hoffnungen aus eine Abrüstungsvereinbarung auf­gegeben habe.

F Ohne Zweifel sind die Minister völlig einig über die I zwei Hauptpunkte, nämlich erstens, datz keine Hoffnung i mehr vorhanden ist, die Abrüstungskonscrenz zu einer i Herabsetzung der ausländischen Luststrcitkräste aus den [ britischen Stand zu bringen und zweitens, daß England 6 nur mit völliger Gleichheit seiner Luststrcitkräste mit I derjenigen irgend einer inschlagender Nähe" Eng­lands liegenden Macht zusrieden sein könnte.

Arelegramm-Mresse: Tagblatt Wiesbaden.

kr. 173.

daß auch England, um besser die Luftangriffe auf sein Gebiet abwehren zu können, sich rechtzeitig Flug­stützpunkte in Holland sichern müsse, Nun braucht man ja wohl kaum nochmals zu betonen, datz Deutschland an einen Angriffskrieg auch nicht im ent­ferntesten denkt, sodaß also nur die Katastrophenpolitik Frankreichs zu dem von dem Süden Hollands gefürch­teten Einbruch führen könnte. Das holländische Heer würde also, gleich ob es verstärkt wird oder nicht, bei der Verteidigung holländischen Bodens niemals in die Verlegenheit kommen, sich gegen deutsche Truppen zur Wehr setzen zu müssen.

Man braucht gewiß die Entschließung der hollän­dischen Bürgermeister nicht zu überschätzen, aber sie charakterisiert doch die st a r k e N e r v o s i t ä t, die selbst bei einem so ruhigen Volke wie den Holländern herrscht, angesichts der immer wieder auftauchenden Hetzmel­dungen und angesichts der immer neuen Rüstungen der an sich schon hochgerüsteten Staaten. Wir haben erst unlängst darauf verwiesen, daß man auch in England nicht mehr auf einen Erfolg der Abrüstungskonferenz rechnet. Das hat gestern im Oberhaus der englische Luftfahrtminister ganz klipp und klar bestätigt, und er hat hinzugesetzt, datz die englische Regierung beschlossen habe, angemessene Vorsorge für die Luftver­teidigung de r englischen Küsten zu treffen. Damit wird die englische Luftaufrüstung also amtlich bestätigt. Die Rüstungsindustrie, die ohnehin sich vor Aufträgen kaum zu retten weiß, erhält neue Be­stellungen. Dabei scheint man sich in England auch noch um russische Aufträge für die englische Luftfahrtindu­strie zu bemühen, wird doch berichtet, datz die Engländer zu dem in den nächsten Tagen in London stattfindenden Schaufliegen die maßgebenden Männer der russischen Luftrüstungen eingeladen haben. Und da man gleich­zeitig auch in England feststellt, daß auch die Flotte ver­stärkt werden mutz, so bleibt nur die an und für sich nicht gerade neue Tatsache, datz die Aufrüstung der ohne­hin hochgerüsteten Staaten in vollem Gange ist.

Daily Telegraph" schreibt: Das Unvermögen des Luft- fahrrministers, das Lustprogramm der englischen Regierung genau vorzulegen, wird allgemein Enttäuschung Hervor­rufen. Man hatte erwartet, datz der Minister klar mitteilen werde, welche sofortigen Erhöhungen der Luftstreitkräfte bc- ^lossen und zu welchem Zeitpunkt das Programm in An­griff genommen werde.

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8. Sch elfen berg'sche Hofbuchdruckerei,Tagblatt > Sans*. Wöchentlich 7 Ausgaben ..AwiHAAC RAnaiAAG aa.. h ha

p Gefhüftszeiti 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, süßer Sonn, und Feiertags.

Wien, 27. Juni. Aufsehenerregende Szenen, -wie sie sich bisher in Österreich noch nie abgespielt haben, -ereigneten sich am Mittwochabend in Graz. 400 dienst - freie Soldaten des Bundesheeres in Uniform zogen "von ihrer Kaserne geschloffen in das Innere der Stadt und brachten Schmährufe auf die Heimwehr und .Rufe gegen den Vizekanzler Starhemberg saus. Wo sie Heimwehrleute erblickten, verprügelten sie diese. 'Die Heimwehrleute riefen Kameraden zu Hilfe und es kam zu grotzen Schlägereien. Zahlreiche Verletzte mutzten * iins Krankenhaus gebracht werden. Bald hatten sich im Stadtzentrum Tausende von Menschen angesammelt, die

Ein Luftlocarno ?

London, 28. Juni. Der englische Luftfahrtminister hat im Oberhaus mitgeteilt, datz die Vorbereitungen für die ^Angleichung der Stärke der englischen Luft­waffe in vollem Gange sind. Von der ganzen Presse wird dieser Mitteilung stärkste Bedeutung beige- messen. Sie wird als endgültige Bestätigung der eng­lischen Aufrüstung in der Luft angesehen. Gleichzeitig drücken die Blätter ihre Enttäuschung darüber aus, datz Lord Londonderry noch keine endgültigen Zahlen über die Verstärkung der Luftstreitkräste mitgeteilt habe.

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