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Seite 8. Nr. 168.

Wiesbadener Tagblatt

Die Mgim HerDresden" nch der Heimat nnterinegs.

Rührende Fürsorge -er Norweger.

Oslo, 22. Juni. Am Freitagvormittag wurden die Schiffbrüchigen derDresden" vom LloyddampferStutt­gart" aus Stavanger abgeholt. Nur zwei schwerer Verletzte wurden im städtischen Kranken­haus zurückgelassen. DieStuttgart" bringt zwei Tote mit heim. Die Norweger haben eine wahrhaft rüh­rende Fürsorge für die Schiffbrüchigen an den Tag gelegt. Bei der Abfahrt derStuttgart" aus Stavanger wehten die Flaggen der Stadt auf Halbmast. Der Kai selbst war schwarz von Menschen. An Bord sangen unsere Leute zum Abschied das Horst-Wessel-Lied und winkten der gastlichen Stadt mit norwegischen Flaggen Lebewohl.

Bericht des Kapitäns Petermoeller.

Bremen, 22. Juni. Der Norddeutsche Lloyd teilt mit: Von Bord des DampfersStuttgart" ging Freitag gegen 18 Uhr ein Funkspruch ein, der besagt, daß Kapitän Peter­moeller DampferDresden" nach der Grundberührung fünf Seemeilen von der Unfallstelle entfernt mit dem Vorder­schiff an einem von ihm sorgfältig ausgesuchten Platz auf Grund gesetzt habe, da der Schiffsboden schwer beschädigt war. Das Anstrandsetzen des DampfersDresden" erfolgte so rechtzeitig, daß alle an Bord befindlichen Personen durch Schiffsboote bezw. Hilfsboote ohne Übereilung gelandet wer­den konnten. Die reibungslose Landung ist den tadelfrei funktionierenden Rettungsgeräten, den umsichtigen Maß­nahmen des Kommandos und der vollkommenen Seemann­schaft der Besatzung zuzuschreiben. Die schisfsseitigen Be­mühungen wurden unterstützt durch die Ruhe und Selbst­beherrschung aller Fahrgäste, unter denen sich keine Spur von Panik bemerkbar machte. 2n höchster Weise ist die dem DampferDresden" erwiesene Assistenz durch die durch ihn herbeigerufenen norwegischen Hilfsdampfer anzuerkennen. Beim Herablassen von Boot 2 sielen einige Passagiere ins Wasser, Besatzungsmitglieder sprangen von der Höhe des Vootsdecks nach. Leider sind später zwei Frauen auf dem Transport nach Stavanger verstorben. Alle privaten und amtlichen Stellen in Kopervik und in Stavanger wetteifer­ten miteinander im Empfang und in der Unterstützung der Gestrandeten. Dem Verhalten aller am Hilfswerk beteiligten norwegischen Stellen und Persönlichkeiten mutz großes Lob gezollt werden.

LloyddampferStuttgart" übernahm sämtliche Passa­giere, sowie die gesamte Besatzung derDresden". Die Stimmung unter den Heimkehrern ist gut. Alle Fahrgäste erkennen die beschleunigte Hilfeleistung des Dampfers Stuttgart" an. DampferStuttgart" trifft am Samstag, 23. Juni, um 13.30 Uhr in Bremerhaven ein.

Danktelegramm an die Helfer. Dr. Ley empfängt die Heimkehrer.

Berlin, 22. Juni. Wie die NS.-EemeinschaftKraft durch Freude" mitteilt, hat der Führer der Deutschen Ar­beitsfront, Dr. Ley, an den Ches der Marineleitung, Admiral Raed er, folgendes Telegramm gesandt:

Für die Entsendung des KreuzersLeipzig" zur Unfall­stelle derDresden" sage ich Ihnen, Herr Admiral, und dem Flottenchef, Herrn Vizeadmiral Förster, meinen herz­lichsten Dank. Wie in der Freude, so ist auch im Unglück das Volk mit der Marine eng verbunden. Arbeiter und Soldaten gehören zusammen. Ich bitte Sie, dem Kommandanten und der Mannschaft des KreuzersLeipzig" meinen und der Deutschen Arbeitsfront herzlichen Dank für ihr opferbereites Einsetzen zum Ausdruck bringen zu wollen.

An die norwegische Regierung wurde folgen­des Telegramm gesandt: Norwegische Regierung, zu Händen des norwegischen Ministerpräsidenten, in Oslo. Für den tatbereiten Einsatz verschiedener Schiffe Ihrer Handels­marine sage ich Ihnen meinen herzlichsten Dank.

Ein weiteres Telegramm hat folgenden Wortlaut: Englisches KriegsschiffRodney" über Norddeich. Für Ihre Unterstützung bei der Rettung der Passagiere des DampfersDresden" sage ich Ihnen meinen herzlichsten Dank.

Ferner sandte Dr. Ley an den Norddeutschen Lloyd in Bremen ein Telegramm folgenden Inhalts: So­eben von einer Dienstreise zurückgekehrt, erfahre ich von dem tragischen Geschick des DampfersDresden". Die Urlauber der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" sind dank des entschlossenen Handelns des Kapitäns und seiner tapferen Mannschaft beim Auslaufen auf die norwegischen Schären gerettet worden. Für das mannhafte Verhalten des Kapitäns wie auch der Mannschaft, denen es allein zuzuschreiben ist. datz alle Urlauber gerettet wur­den, sage ich meinen herzlichen Dank. Datz trotz der Opfer­bereitschaft des Kapitäns und seiner Mannen zwei Frauen nachträglich einem Herzschlag erlegen sind, ist tief zu be­dauern. Wenn ausländische Agenturen versuchen, Verwir­rung zu schaffen oder gar Falschmeldungen über dieses hel­denhafte Verhalten zu bringen, so kann nur der Hatz gegen das Hitler-Deutschland hierzu den Anlaß geben. Allein die Tatsache, daß zwei norwegische Lotsen in den norwegischen Schären führten, dürfte alle diesbezüglichen Meldungen Lügen strafen. Zum Verlust des schönen Schiffes sage ich Ihnen mein herzlichstes Beileid. Jedoch wirkt dieses durch das Schicksal bedingte Mißgeschick auf unsere Arbeit der NS.-EemeinschaftKraft durch Freude" in keiner Weise hemmend. Jedes Werk fordert seine Opfer. Die Opfer wer­den uns jedoch anspornen, noch größere Leistungen für die wahre Gemeinschaft unseres Volkes zu bringen. Ich bitte ferner, dem Kapitän und der Mannschaft derStutt­gart" meine Grütze zu übermitteln.

Dr. Ley hat sich nach Bremerhaven begeben, um dort die Fahrgäste der bei Stavanger gescheitertenDresden" persönlich zu empfangen.

Die letzten Todesopfer auf Karsten-Centrum geborgen.

Gemeinsame Beisetzung am Sonntag in Benthe».

Benthe«, 22. Juni. Den Rettungsmannschaften auf Karsten-Centrum ist es in der Nacht zum Freitag gelungen, drei weitere Kameraden tot zu bergen. Es sind dies der Häuer Jantosch aus Schömberg, der Förder­

mann Max Ceaplik aus Turawa und der Fördermann Hch. Hutsch aus Beuthen. Am Freitagnachmittag wurde dann der Lehrhäuer Johann Hoheisel aus Beuthen als letztes Omer des schweren Unglücks in Karsten-Centrum ge­borgen. Wie wir erfahren, wird die gemeinsame Bei­setzung der sieben auf dem Felde der Arbeit gefallenen Bergleute am Sonntagnachmittag um 16 Uhr in Beuthen erfolgen.

Sie Karsten-Centrum-Erube bei Beuthen.

Die Arbeiten der deutschen Himalaja- Erpedition gehen weiter.

Ein Bericht des Leiters Willi Merkl.

Berlin, 22. Juni. Dem Drahtlosen Dienst ist von der Deutschen Himalaja-Expedition ein neuer Bericht durch Funk, Boten und Kabel zugegangen.

Der Leiter der Expedition Willi Merkl meldet, daß die A r b e i t am Berg nach der Beisetzung des verstorhenen Kameraden Alfred Drexel sofort wieder in Angriff genommen wurde. Vom Hauptlager am Nanga Parbat aus werden im Pendelverkehr die Hochlager II und IV mit Proviant und Ausrüstung versorgt. Das Lager I ist stark lawinengefährdet. Es wird deshalb nur als Durchgangs­lager benutzt. Es wurde ein Hilfslager drei Stunden vom Hauptlager entfernt hinter der Moräne des Bakiot-Elet- lchers errichtet. Die Balti-Träger sind oberhalb des Lagers II, das in 5100 Meter Hohe liegt, nicht mehr zu verwenden. Von dort ab kann der Angriff alfo nur mit *en 30 Darjeeling-Hochträgern geführt werden.

Am 15. Juni erstiegen Ulrich Wieland und Eaptain

«angster zu Erkundungszwecken den 5000 Meter hohen BulSar-Peak. Von dort aus konnten sie die geplante Route des Anstieges einsehen. Der Weg wurde als gangbar, wenn auch schwierig, befunden. Im Lager IV in 5800 Meter Höhe wird eine Akklimatisierungspause eintreten. Der deutsche Konsul Kapp hat am 17. Juni die Expedition verlassen und den Rückweg nach Bombay angetreten. Soweit der Bericht Willi Merkls.

Der erste Spatenstich zur neuen Elbbrücke bei Dömitz.

Lohn und Brot für etwa 300 Arbeiter aus zwei bis zwei­einhalb Jahre.

Dömitz a. d. Elbe, 22. Juni. Zum Tag des ersten Spatenstiches für die neue Straßenbrücke über die Elbe bei Dömitz, waren von weither aus den Nachbargebieten Son- derzüge gekommen: Formationen der SA., die Leiter der PO. trafen in Kraftwagen ein. Die Stadt mar festlich ge­schmückt. Gegen 10 Uhr vormittags traf in Dömitz der Jn-

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Bor den Schnellzug geworfen und unverletzt gebln Die Reichsbahndirektion München teilt mit: Am

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auf Schußwaffen untersucht, und es stellte sich heraus, der Held von Wild-West einen Revolver besatz, in deck, eine leere Patronenhülse steckte. Es war der Vräuth Evelynens und hatte auf ihren Wunsch geschossen, da sich von der Heldin des Films in den Hintergrund georä^P^ gQ fühlte. Er wollte sie nicht töten, sondern nur H

lies: spielunfähig, machen. Damit mar das Detektiv-Dr« noch nicht zu Ende, denn jetzt folgt erst das gerichtliche RaHf spiel. Der Regisseur wird aber wahrscheinlich daraus ein^ brillanten Reißer für den Film machen.

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Der Brand bei der Jlse-Ost zum Stillstand gekommen.

Senftenberg, 22. Juni. Der Riesenbrand beim ZageM der Grube Ase-Ost der Jlsebergbau-AE. ist in den Mittagsstunden des Freitags zum Stillstand gekommen, nachdem das Feuer 75 Stunden mit unvermindeu ter Kraft gewütet hatte. Das Flammenmeer ist v« ständig eingekreist, aber immer noch zeigen sich rieti Rauchschwaden. Die Leitung der Jlsebergbau-AG., teilte Freitagmittag mit, daß für ein übergreifen des Fee« keinerlei Gefahr mehr besteht. Man kann damit rechnen, M schon in den nächsten Tagen der Brand vollständig nie« gekämpft ist.

* Der Hund holt den Ars Hundetreue und t «rischer 1 Prager das Leben gerettet. Ein"Herr, der in ____

in seiner Wohnung lebt, bekam einen Herzschlag und hilflos im r*"*" ~ ~

Hollywood erlebt einen Detektiv-Roman,:

Wirklichkeit in Filmateliers.

In den Ateliers von Hollywood, wo die Kriminal-M Dektektivfilme üppig gedeihen, ereignete sich vor kurzer I eine Geschichte, deren einzelne Kapitel am treffendsten gg kitschigen Titeln von Filmen überschrieben werden könich Eines frühen Morgens, als die Nachtaufnahmen für ei« Erotzfilm noch im Gange waren, ertönte plötzlich ein GM der nicht zur Handlung gehörte. Der Regisseur war miitd über diese Störung, oie die ganze Tonfilmaufnahme tfi darben hatte, denn in der betreffenden Szene kam übschM kein Schuß vor. Die Aufregung steigerte sich, als die Hel« des Films wankte und umfiel, wobei aus ihrem rechten üa Blut sickerte. Also ein Attentat! Aber wer war y Schuldige? Nur im Film Beschäftigte hatten zu dem AteV Zutritt. Es mußte also eine Person des FilmpersoiH fein. An der Garderobe der Schauspieler fand man eig blutigroten Abdruck einer Hand. Als der angeschossene W wieder zur Besinnung kam, erzählte sie, daß sie in letzten Zeit mehrfach Drohbriefe erhalten habe, über J Persönlichkeit der Schreiberin dieser Briefe wüßte sie ni$§ Nun ging der Regisseur, durch zahlreiche Verbrecherfilme i «schult, auf die Detektiojagd. Er ließ erst feststellen, daß» Handabdruck nur von einer Frau herrühren konnte. Zug« bestätigte ihm ein Amateur-Graphologe, daß die HandschH der Briefe allem Anschein nach auch von einer Frau stamiS Der Regisseur ließ daraufhin alle weiblichen MitwirkeM antreten, die ihre rechten Hände auf den roten Handabd» legen mußten. Schließlich blieben zwei junge Anfängerin«» übrig, deren Hände ungefähr mit der blutigen Vor« übereinstimmten. Eine von diesen beiden Mädchen mußteW die Täterin sein. Nun erinnerte sich der Regisseur, daß.Y schöne Mary, die blonde der beiden, ihn vor der HerstellH des Films gebeten hatte, sie die Hauptrolle spielen zu laM Also mußte, so schloß er mit dem Scharfblick der Detektive, A die Sittentäterin sein, und er sagte ihr seinen Verdacht U den Kopf zu. Sie konnte aber nachweisen, daß sie ivährW des Schusses mit einem Statisten sprach, also nicht geschoW haben konnte. Die wahrhaft Schuldige war die aniti Evelyne, denn die Briefe hatte sie geschrieben, wie M Schriftvergleichung ergab. Aber sie besaß keinen Reooltä und war während des Schusses nachweisbar nicht in ifl betreffenden Raume anwesend. Nun wurden alle Perstick

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rzt. Ein seltenes Beispiels h[net Klugheit hat kürzlich «W F^n - * ' - Prag -LA ^.Dag

jL'vynuug vetum euren -rerziiylag UNd *3 g?®ttg* , . Flur auf dem Boden. Sein Hund suchte wH Ml in eine Weile, bas Herrchen zu wecken. Als ihm das aber wojs gelang, sprang er aus der zu ebener Erde gelegenen

nung zum Fenster hinaus und lief zu der Wohnung 1

Arztes, bei dem er mit seinem Herrn schon öfters

war. Der Arzt erkannte den Hund wieder und wurde -

merksam, als bas Tier ihn umwinselte und sich nicht Hause treiben lassen wollte. Er ging schließlich mit und

noch rechtzeitig, um dem Kranken Hilfe zu bringen. 3«

nerstagoormittag gegen 9 llhr warf sich im München«: Hauptbahnhof eine etwa 40 Jahre alte Frau vor den ährenden Lindauer Schnellzug. Der ganze Zug ging i"*? utl die Frau hinweg ohne sie zu verletzen. Es handelt sich 5

bar um eine Geisteskranke. Sie wurde in die psychiatnjW Klinik eingeliefert. W k, "t

Ei« Mord nach 20 Jahren aufgeklärt. Nach 20 2aW ifttki wurde, wie aus Köln gemeldet wird, der Mord an N* ttbjeten Gendarmeriewachtmeister Gerhard in Hilgen aufgella^ e gU5 der bei der Verfolgung einer dreiköpfigen Diebesbande Ssffel-L chossen worden war. Die Ortspolizei von Wermelskir»^ fldpfer hatte mit Unterstützung der Landeskriminalpolizei Köln W $ A.-,«,. Täter ermittelt. Es handelt sich um drei Kölner, die l.®r erb in' im Alter von 43, 46 und 49 Jahren stehen. Ihr StrafreM^Ä^-- weist bedeutsame Zuchthaus- und Gefängnisstrafen auf. 3?^ von ihnen befanden sich seit einiger Zeit in Strafhaft,S dritte wurde jetzt sestgenommen. Alle drei haben ein ®| tänbnis abgelegt.

__________________________Samstag, 23. Juni igz^ j spekteur der Reichsautobahnstraßen, Jng. Dr. Todt f^D Reichsstatthalter Hildebrand, Staatsminister W Scharff als Vertreter des Oberpräsidiums in $anttn3 sowie zahlreiche andere führende Persönlichkeiten des w tischen und wirtschaftlichen Lebens ein. Dem eigentltti Festakt voraus gtng ein Empfang im Rathaus, bei 2 Bürgermeister Dr. Reck die Gäste der Stadt begrüßte ft Gäste begaben sich bann gegen 11 llhr mit dem MotoM zum sogenannten Zingel an der Elbe, wo an der VaustZ Inspekteur Dr. Todt das Wort nahm. Das neue EIbe« brückenprojekt, so führte er unter anderem aus, tne« mit einem Kostenaufwand von drei bis D;j Mill. RM. und 150 000 Tagesschichten durchs führt, so daß für etwa 300 Arbeiter Lohn und Brot fS zwei bis zweieinhalb Jahre gesichert seien. Nicht nur 3 Arbeitsbeschaffung diene die neue Brücke, sondern sie stj 3 der 200 Kilometer langen Elbestrecke von Tangermünde W Hamburg ein wichtiges Verkehrserfordernis als Straft brücke. Jng. Todt tat bann zusammen mit einem Sauarbcjy ben ersten Spatenstich für das große Werk. Nach Schlug 2 Feierlichkeit, sprach Reichsstatthalter Hildebrand. « Brücke sei nicht nur wirtschaftspolitisch, sondern auch kuitm politisch wichtig, da sie die hisherigen Grenzen zwis« Niedersachsen und dem Osten fortwische.