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Devisenfresser.

Was sind Dsvisenfresser? In eingeweihten Kreisen ist Las ein recht vertrauter Begriff. Devisen, fremde Eeldsorten muß man aufwenden, um ausländische Waren zu kaufen. Unter Liefen ausländischen Waren nun gibt es Luxusartikel, die man nicht braucht, deren Einfuhr man abstellen kann, ohne daß man viel davon in Deutschland spüren würde. Aber es gibt andere Waren, die um so mehr gebraucht werden, je mehr man die deutsche Wirtschaft beschäftigen, je mehr Menschen man in Arbeit und Brot bringen will. Das sind die ausländischen Rohstoffe. Unter ihnen wieder gibt es eine Gruppe der Devisenfresser, eine Gruppe jener Rohstoffe nämlich, die in besonders großer Menge eingeführt werden müssen, um hier zu Fertigwaren ver­arbeitet zu werden, und deren Einfuhr die Devisenbe­stände, die man in Deutschland hat, oder die man aus dem Handel mit deutschen Fertigwaren gewinnt,weg­fressen". Diese Devisenfresser sind besonders Wolle, Baumwolle, Bastfaser, Häute, Felle, unedle Metalle cs sind alle die Rohstoffe, die schon einer besonderen Regelung unterworfen wurden, für die im Laufe der letzten Monate Wirtschaftsstellen eingerichtet wurden. Die Wirtschaftsstellen der offizielle Name heißt Überwachungsstellen haben durch eine ganze Reihe von Anordnungen dafür gesorgt, daß erst einmal der Einkauf dieser devisenfressenden Rohstoffe gesperrt, daß dann weiter eine genaue Zusammenstellung aller der Bestände vorgenommen wird, die sich noch in Deutsch­land befinden, daß schließlich diese Aktion wird erst beginnen die vorhandenen Borräte und die neuen Einfuhren so verteilt werden, daß damit ein möglichst großer Teil von deutschen Betrieben beschäftigt werden können. Wie nötig das war, erkennt man ohne wei­teres, wenn man überlegt, daß in der Zeit vom Januar bis zum April 1934 die jetzt überwachten Waren, Wolle, Baumwoll», Felle, Metalle, fast die Hälfte' der ganzen deutschen Rohstoffeinfuhr ausmachten, daß für sie in jenen drei Monaten, nämlich 424 Millionen aufge­wandt wurden, von den 900 Millionen, die unsere Roh­stoffeinfuhr kostete.

Daß gerade die Einfuhr dieser Rohstoffe und die Rohstoffeinfuhr insgesamt während der vergangenen Monate einen so großen Umfang annahm und erheb­liche Teile unserer Reserven an Gold und fremden Geld­sorten aufzehrte, hing mit einem ganz besonders wich­tigen Entwicklungszua der deutschen Wirtschaft zusam­men mit der Arbeitsbeschaffung. Wenn man Menschen beschäftigen will, muß man Rohstoffe haben, die von ihnen verarbeitet werden können. Als die Reichsregierung durch besondere Maßnahmen die Einstellung Hunderttausender von Arbeitern erreichte, konnte man nicht gleichzeitig dafür sorgen, daß die von ihnen hergestellten Waren im Ausland abgesetzt wur­den, vielmehr arbeiteten sie für den Binnenmarkt. Nun müssen für jede Milliarde, um die die innerdeutsche Warenerzeugung gesteigert wird, Rohstoffe im Werte von etwa 100 Millionen eingeführt werden. Da der bessere Beschäftigungsstand den Umfang der deutschen Warenerzeugung steigerte, steigerte sich ebenso die Rohstoffeinfuhr. Hinzu kam, daß auf dem Weltmarkt die Preise für Rohstoffe sich allmählich erhöhten, und daß infolgedessen alle deutschen Wirtschaftszweige, die Rohstoffe nötig haben, sich beeilten, noch zu niedrigeren Preisen einzukaufen. Diese beiden Gründe haben dazu geführt, daß etwa mehr an Roh st offen herein­kam, als sofort bei normaler Beschäftigung gebraucht wurde. Die Anordnungen der Überwachungsstellen gehen nun dahin, daß alle Betriebe, die Wolle, Baum­wolle, Flachs, Häute. Kupfer, Blei ufw. verarbeiten, in kurzer Frist anzumelden haben, über welche Vorräte sie noch verfügen. Wenn diese Anmeldungen sämtlich ein­gelaufen sind, wird man einen genauen Überblick haben. Inzwischen sind aber sehr gründliche Berechnungen und Schätzungen auf der Grundlage vorgenommen worden, daß man die Ausfuhr von Fertigwaren von den eingeführten Rohstoffen abgezogen hat. Diese Schätzungen kommen zu dem Ergebnis, daß die Vor­räte an den wichtigsten Rohstoffen für etwa drei bis vier Monate reichen werden. Die Er­gänzung Lieser Vorräte durch neue Einfuhren ist nun dadurch beschränkt worden, daß für den Juni nur noch 10 Prozent der Devisenbeträge für Einfuhrzwecke be­willigt werden, die die betreffenden Firmen im Jahre 1930 31 aufgewandt haben. Das würde nur ein Viertel der Einfuhr sein, die in den ersten Monaten dieses Jahres zugelassen wurde. Da bei Len wichtigen Rohstoffen dieser Satz nicht ausreichen könnte, sind hier von Fall zu Fall Ausnahmen zugelassen. Aber es fragt sich nun: wie können die Vorräte an unentbehr­lichen Rohstoffen ergänzt werden, ohne daß noch die letzten Reste des. Reichsbankgoldes dafür aufgewandt werden'?

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Sonntag, 3. Juni 1934

82. Jahrgang

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usweitung des deutschen Nahrungsraumes

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Fernsprecher-Sammel-Nr. 59631. Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.

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Der Arbeitsdienst in den Staat eingebaut.

Berlin, 1. Juni. Zu der vor einigen Tagen in der Presie mitgeteilten Umorganisation im Arbeitsdienst bezw. zur Auslösung des Reichsverbandes deutscher Arbeils- dienitvereine und seiner Überführung in den natio- nalsozialistischen Arbeitsdienst wird von unter­richteter Seite darauf hingewiesen, daß der Reichsverband der deutschen Arbeitsdicnstvereine als Dienstträger des alten Arbeitsdienstes eine nationalsozialistische Tarnungs­organisation gewesen sei, die zum Kampf gegen das alte System geschaffen wurde und die entsprechend in ihren Satzungen und ihrem Aufbau beschaffen war. Nach der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus war es ganz selbstverständlich, daß diese Tarnungsorganisation verschwin­den mutzte. An ihre Stelle trat der nationalsozialistische Ar­beitsdienst, dessen Satzungen, Führung usw. durch den Führer bestimmt ist. Der Arbeitsdienst ist heute als eine Organisa­tion anzusehen und als solche indenStaateing e b a u t. Die Verbindung zum Staat stellt der Arbeitsdienstführer Hier! dar, der auf der anderen Seite als Parteiinftanz dem Führer und seinem Stellvertreter Minister Hetz verantwort­lich ist. Gleichzeitig aber als Staatssekretär für den Arbeits­dienst auch ein staatliches Amt bekleidet. Ähnlich, ist das Ver­hältnis auch bei den Landesarbeitsführern geregelt. Das Reichsarbeitsministerium als solches hat nur das Aussichts­recht über den Etat.

OHchäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn- und Feiertags.

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Wfen in einer Ausdehnung von 110 Kilometer, die zwischen Saar und Rhein, die sogenannte Be- ffügungsregion der Lauter, in einer Ausdehnung von ß Kilometer. 2. Die befestigte Rheinlinie. Zwischen tu beiden Regionen der Nordostgrenze klafft eine Lücke

Der Stand der Befestigungsarbeiten.

| as. Berlin, 2. Juni. '(Drahtbericht unserer Berliner RWeilung.) In Genf hat Herr B a r t h ö u mit einem WWä, der einer besseren Sache würdig wäre, wieder ^Mcht, die Sicherheitsfrage in den Vordergrund zu UWLen. Nun weiß man, wie sehr Frankreich bereits ^Mjeine Sicherheit gesorgt hat einmal dadurch, daß es IWdmöglichen Staaten an sich kettete und zum andern Laß es sich eine Rüstung schuf, die ihres gleichen Mßcht auf der Welt hat. Es paßt trefflich, daß gerade MMt die bekannte ZeitschriftDeutsche Wehr" erneut Len Ausbau der französischen Grenzbefestigungen Mn weist, und den deutschen Leser mit dem Bericht be- ^Mmt macht, den Senator M. Emile Sari in seiner MMenschaft als Berichterstatter der Finanzkommission Mr Kammer vorgelegt hat. Wenn auch im allgemeinen Wßkannt ist, wie sehr Frankreich seine Grenzbefestigun- ^Wk ausgebaut hat, so enthält dieser Bericht doch einige eitere bemerkenswerte Einzelheiten. Aus ihm ergibt M daß sich die Befestigungsarbeiten über Kit en Raum von 700 Kilometer erstrecken. We Erdbewegung betrug 12 Millionen Kubikmeter, i Ilion en Kubikmeter Beton wurden Me rwendet, mehr als 10 0 Kilometer Mterird i scher Verbinüungsgänge, 450 Milmneter Straßen und Eisenbahnen wurden gebaut, MMi 15 0 0 0 0 Tonnen Stahl verbraucht. Wer Bericht des Senators beschäftigt sich nun nur mit Ma Bauten an der Grenze gegen Deutschland. Aus Müderen Schilderungen ist bekannt, daß die Grenze Mgen Italien und die Grenze gegen die Schweiz ähn- W stark gesichert sind. An der Grenze gegen Deutsch- > gliedern sich die Befestigungsanlagen wie folgt: MZweibefestigte Regionen", die eine, die sogenannte UIescstigungsregion von Metz, im Norden von Dieden-

Anzeigenpreise: Gin Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund­preis 6 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 45 Rpf., sonst laut Tarif Nr. 2, Nachlatzstaffel C. Für die Ausnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird leine Gewähr übernommen. Schluß der Anzeigen-Annahme 10 Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgcgeben werden.

; Die Aufgabe des Arbeitsdienstes.

Berlin, 1. Juni. Der Referent für den Arbeitsdienst im Wchspropagandaministerium Oberstfeldmeister Edel beant- Wuet in instruktiver Weise die FrageWozu Arbeits- |*enit? in dem Organ der nationalsozialistischen Wirtschafts- Wller. Der Referent erklärt u. a., daß rund 8,5 Millionen Mtar Fläche in Deutschland vorüanden seien, die zuviel Wester baden, daß also ein Drittel des ganzen putschen Kulturlandes durch den Arbeits- fftÄjt neu gewonnen werden könne. Dabei gäbe es Wel Arbeit, daß, soweit die Planung der Durchführung bis- M abgeschlossen sei, einvollerJahrgangJugend- Byjet mindestens zwei Jahrzehnte zu tun Sette, alle diese Arbeiten durchzuführen. Diese Arbeiten Igttben immer aufs neue den Nahrungsraum des deutschen M'es vergrößern Helsen. Wenn 500 000 Man ein Jahr lang W diese Arbeiten eingesetzt werden, würde unser landwirt- Wülicher Ertrag um soviel gesteigert werden, wie an Nah- Wg für 250 000 Menschen nötig ist. Nach vier Jahren eines E eingesetzten Arbeitsdienstes würde also in Deutschland für eine Million Menschen mehr Nahrung wachsen. DEstn erwähnt er noch die volkserzieherische B e - ®tung des Arbeitsdienstes und schließt mit der Fest- Wung, daß es für die Führung des Staates auf die Dauer jgjt tragbar-sei, daß ein Teil der Jugend sich vor dem Ar- Egsbienft drücke, und daß daher an der Forderung der allge- M»en Arbeitsdienstpflicht festzuhalten sei.

Zhre Anlage ist jedoch nicht so Licht, wie in Len be­festigten Regionen von Metz und Lauter. Alle diese Be­festigungsarbeiten erfahren eine Verstärkung durch einen sorgfältig aufgestellten Zerstö­rung s p l a n, in dem die Zerstörung sämtlicher An­näherungswege vorbereitet ist, durch Anlage von Ein­richtungen im rückwärtigen Gelände, durch die der Nach­schub an Personal und Material sichergestellt ist. Nach Lem Bericht waren am 1. Januar 1934 die Maurer- und Betonierungsarbeiten so gut wie beendet. Die Auf­stellung der Panzertürme und der Einbau der Spezial­waffen ist im Gange und wird gegen Ende des Jahres fertig fein. Im Bericht wird dann weiter erklärt, daß an der Grenze gegen Belgien ursprünglich nur Zerstörungszonen vorgesehen waren, die im Bedarfs­fälle durch,Feldbefestigungen verstärkt werden sollten. Jetzt habe sich ergeben, daß Lieser Schutz nicht ausreiche. Warum, wird in dem Bericht leider nicht gesagt, und es bleibt die Frage offen, ob man den Belgiern .nicht mehr voll traut, obwohl Liese alles tun, um ihre Befestigungs­werke, die sozusagen eine Fortsetzung der französischen Linien darstellen, auszubauen, oder ob man schließlich einmal mit einem anderen Feinde rechnet, jedenfalls wird hinter der belgischen Linie auf franzö­sischem Boden jetzt eine zweite Verteidigungs­linie geschaffen. Die erste Rate hierfür ist vom Parlament bereits bewilligt worden. Bekannt ist ja auch, Laß für 'alle diese Verteidigungswerke die Mann­schaften bereit stehen, resp. jeden Augenblick einberufen werden können.Ohne vorherige Kriegserklärung", so schrieb unlängst hierzu ein dänischer Oberst,sind Grenzmannschaften einschließlich Reserve spätestens innerhalb 24 Stunden alle an Ort und Stelle."

Bei diesen ungeheuren Rüstungen muß man immer wieder fragen, wann denn nun eigentlich Frankreichs Sicherheit gewährleistet erscheint und wann Frankreich gedenkt, die notwendigen Folgerungen aus seiner Sicherheit zu ziehen und das Sicherheitsbediirfnis Deutschlands anzuerkennen. Diese Frage erscheint um so berechtigter, als ja die Grenzbefestigungen Frankreichs nicht nur der Verteidigung dienen, sondern auch der Angriffsvorbereitung. Das ist nicht nur die Ansicht in Deutschland, sondern darüber schrieb erst unlängst der amerikanische Schriftsteller Frank H. Simonds in einem amerikanischen Fach­blatt:Die französischen Befestigungen bedeuten nicht notwendigerweise eine defensive Strategie Frankreichs. Man hat mir wirklich gesagt, daß dieses von Pötain ersonnene Festungssystem zwar ursprünglich defensiv gedacht war, daß aber offensive Ansichten Weygands allmählich Grund gewinnen. Ein Angriff von Leutjcher Seite ist zurzeit nicht zu er­warten. Solange die Deutschen dazu verurteilt sind, sich hinter dem Rhein zu konzentrieren, müssen sie offenbar darauf gefaßt sein, einen französischen Angriff auf deutschem Boden abzuwehren." So ein gewiß un­verdächtiger Beobachter, ein Amerikaner!

Dasschutzlose" Frankreich.

* Illustration zu den Genfer Debatten. 1,5 Millionen Kubikmeter Beton verbaut.

u e r r i e g e l geschaffen ist. Auf der ganzen Linie betonierte Maschinengewehrstände gebaut. Das y stkinanbergreifende MG.-Feuer wird durch Geschütze ~ * M> Kampfwagenabwehrgeschütze, die sich in betonier- ' 3 N Kasematten oder Panzertürmen befinden, verstärkt. >s f H besonders wichtigen Abschnitten sind Hauptwerke

tder Gruppenbefestigungen angelegt, in denen die Ver- Wigung von einer Zentralstelle aus geleitet wird, und Walle Waffen und Einrichtungen, wie Infanterie, Wllerie, Deobachtungsstände, unterirdische Verbin- Mgsgänge, Schutzräume usw. enthalten. Die Vertei- Mngswerke der Rheinlinie setzen sich aus einer Reihe N betonierten ME.- und Eeschützständen zusammen.

umgreife: Für eine Bezugszeit von 2 Wochen 94 Rpf., für einen Monat RM 2 ein- Achsich Traglohn. Durch die , Post bezogen RM. 2.35, zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld', Einzel- Louern 10 Rpf. - Bezugsbestellungen nehmen an: der Berlag. die Ausgabestellen, die Träger igxb alle Postanstalten. In fallen höherer Gewalt. Betriebsstörungen oder Streiks haben die Zieher keinen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder auf RüSzahluirg des Bezugspreises.

i&n etwa 40 Kilometer Breite, die bei Eintritt politi- Mr Spannungen feldmäßig ausgebaut werden soll. Die festigten Regionen von Metz und der Lauter sind so Nigelegt, daß ein zusammenhängender

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