Wiesbadener Tagblatt
Montag, 7. Mai 1934.
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Dr. Schacht gegen das Mißverstehen des Geld- und Bankwesens.
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Franz Seldte: Die Parole heißt Einigkeit „Kein Gefühl der Rivalität zwischen NSDFB. und den anderen Teilen der nationalsozialistischen Bewegung."
Seite 4. Nr. 123.
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Grundsteinlegung für den Reichsbankneubau
An historischer Stelle.
Berlin, 5. Mai. Bei der Grundsteinlegung für den Reichsbankneubau, der auch der Reichskanzler Adolf Hitler beiwohnte, hielt Reichsbankpräsident Dr. Schacht eine Ansprache, in der er einen Rückblick auf die ~ ~ und in Deutsch-
Erneuerung des deutschen Rechts aus dem Geist des Nationalsozialismus.
Kein Land der Erde sei reich genug, seinen Söhnen, die für seinen Bestand geblutet haben, die Opfer durch materielle Entschädigungen aufzuwiegen: Deutschland aber sei arm und es könne oft nicht einmal dort Mittel begeben, wo sie zur Behebung der bittersten Rot gebraucht würden. Trotzdem müsse man immer wieder versuchen, Wege zu finden, um die Frontkameraden von Staats wegen besser zu versorgen. Reben der materiellen Frage bestehe aber noch die Aufgabe einer ideellen Anerkennung und Ehrung der Frontkämpfer. Man werde also der Frage eines Reichsfrontkämpferabzeichens das Augenmerk zu schenken haben. Das sei aber nur ein erster Ausschnitt aus dem Aufgabengebiet, das vor dem NS.-Deutschen Frontkämpferbund (Stahlhelm) liege.
Nachdem Minister Seldte auf die Bedeutung dieser ersten Gründungsversammlung hingewiesen hatte, schloß er mit folgenden Worten: Noch niemals haben die alten Frontsoldaten den Appell versäumt. Keiner versteht besser den Schicksalsruf unseres Führer, und darum tritt der NS.-Deut- sche Frontkämpserbund seinen neuen Weg in Magdeburg an, und auf den Appellruf unseres Führers Adolf Hitler klingt ihm als Meldung zur Kampfbereitschaft und Arbeitsbereitschaft von uns allen der starke Ruf entgegen:
Hier sind wir zur Stelle, hier treten wir an und hiermit marschieren mir los zum Wohle von Volk und von Vaterland.
deutlich erkennbar. Reichsleiter Rosenberg führte dann u. a. weiter aus: Es wächst heute in Millionen Herzen ein neues Lebensgefühl heran, das die Dinge anders bewertet und naturnotroenbig auch eine neue Lebensgestaltung der Zukunft mit sich bringt. Der Redner kritisierte dann scharf das Verhalten mancher Universitätsprosessoren und der konfesiio- nellen Kreise. Von diesen gehe heute ein ziemlich konzentrisch geführter Kamps aus. Wir sehen den Dingen durchaus nicht mit Furcht entgegen und denken nicht daran, den Herren ein Märtyrertum zu verschaffen. Heute geht ein großer Zug durch das deutsche Volk. Weit ausholend aus vergangenen Jahrhunderten^erleben wir heute eine innere Neugestaltung der deutschen Staatlichkeit, des ganzen deutschen kulturellen und weltanschaulichen Lebens, getragen von einigen wenigen hohen Werten. Wenn sich hinter diese Werte die ganze Nation stellt und aus ihnen eine weltanschauliche und kulturelle Haltung gewinnt, dann, glaube ich, wird Deutschland über die schwere Zeit seiner Prüfung Hinwegkommen und einmal das verwirklichen, was die Sehnsucht vieler Jahrhunderte gewesen ist, einen starken Staat, eine
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leit zu seinem Bunde, sondern Mitkämpfer aus Freudigkeit. Zugunsten der Jüngeren hätten die alten Frontsoldaten bewußt auf die Aufgabe der körperlichen Betätigung und des Wehrsportes verzichtet. Geblieben seien die hohen geistigen Aufgaben der Frontsoldaten. Nachdem der Bundesführer seine Kameraden aufgefordert hatte, auf die neue Treuformel, die der Bundeskanzler verlas, zu schwören, ging er auf die Ausgaben des NS.-Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm) ein, die zunächst in der P f l e g e d e r Front- 1 r a b i t i o n, des Frontgeistes und der Frontkameradschaft bestünden. Neben dieser geistigen Arbeit werde der Bund aber noch eine Reihe anderer Aufgaben anfassen und fördern müssen. Da sei zunächst ein würdig-heroisches Reichsehrenmal zu errichten; dann scheine es wichtig, neben dem Tag der Arbeit, dem Tag des Bauern, künftig auch einen T a g d e s Frontsoldaten einzurichten. Endlich müsse der Bund sein Augenmerk daraus richten, in welcher Form das Reich den Frontsoldaten besser als im früheren System den Dank des Vaterlandes abstatten könne.
Berlin, 5. Mai. Die Akademie für Deutsches Recht veranstaltete am Samstagmittag im Festsaal des Preußenhauses einen Empfang für die in- und ausländische Presse. Der Präsident der Akademie für Deutsches Recht, Reichsjustizkommissar Dr. Frank, ergriff das Wort zu grundsätzlichen Ausführungen über die Ausgaben der Akademie und das Recht der nationalsozialistischen Revolution. Die Akademie für Deutsches Recht wolle helfen, den Rechtsstaat Adolf Hitlers aufzubauen. Wir wollen, betonte Dr. Frank, das Recht nicht als eine fachliche Angelegenheit eines vom Volke abgeschlossenen Standes betrachten, sondern wollen den Geist der nationalsozialistischen Revolution dadurch im Volk verwirklichen, daß alle Berufenen an der Rechtsgestaltung An - teil nehmen.
Reichsjustizkommissar teilte dann im weiteren Verlaufe
Der bisherige Verlaus der Transferbesprechungen.
Wille zur Berstäudiguug.
Berlin, 6. Mai. Der Unterausschuß der Transferkonferenz hat sowohl am Samstag und ebenso auch am Sonntagvormittag getagt. In Beantwortung der Fragen
Die Aufgaben des neuen Bundes.
Magdeburg, 6. Mai. Bundesführer, Reichsarbeitsminister Seldte, hielt bei der ersten Reichssiihrertagung des Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm) eine Ansprache, in der er von der Vereinbarung vom 28. März 1934 ausging, durch die der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, sich in den Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbund (Stahlhelm) umgründete. Die Reichsführertagung, so fuhr dann der Minister fort, sei nach Magdeburg berufen worden, weil dort die Wurzeln des Lundes liegen. Aus dem gleichen Empfinden heraus, wie München der Sitz der nationalsozialistischen Bewegung geblieben ist, habe sich der Bundesführer entschlossen, daß die alte Eründerstadt Magdeburg auch der Sitz des neuen Bundes des NS.-Deutschen Frontkämpserbundes (Stahlhelm) bleibe. Nach einem Rückblick auf die zwanzigjährige Geschichte des deutschen Frontsoldatentums fuhr der Bundesführer fort: Eine alte weise Philosophenforderung lautet: Erkenne dich selbst! Ich möchte hinzufügen: Werte dich selbst — und dann fordere als echter Soldat so viel Raum und Möglichkeit für dich, daß du dicht als Träger des Frontioldatentums und des Leistungsprinzips im Dritten Deutschen Reich auswirken kannst. Das wollen wir jetzt tun und wir dürfen es mit vollem Recht tun. Der Minister erklärte dann, er sei froh darüber, daß durch den NS.-Deutschen Frontkämpferbund (Stahlhelm) das Front- soldatentum seinen bestimmten Platz in der großen national« sozialistischen Bewegung erhalten habe. Mit aller Kraft halte dieser Bund im nationalsozialistischen Deutschland die Tradition des Frontsoldatentums hoch. Aller Kameraden seien überzeugte Soldaten und Staatsbürger, seien politische Soldaten und Soldaten des Friedens. Keiner wisse besser und keiner erwähne es auch stärker, daß die deutsche Ration den Frieden zum Aufbau brauche. Diesen Frieden wolle man aber nicht nur in der Arbeit, sondern in der ganzen großen nationalsozialistischen Front „und darum können wir alte Kameraden mit ruhiger Kraft sagen, daß der NS.-Deutsche Frontkämpserbund (Stahlhelm) kein Gefühl der Konkurrenz, der Rivalität oder des Neides zwischen sich und den anderen Teilen der n ationalsoziali st ischen Bewegung oder zwischen sich und den anderen deutschen Soldatenbünden oder Soldatenvereinigungen wünscht. Im Gegenteil erhoffe ich, daß eine Arbeitsgemeinschaft bald alle Bünde erfasse und vereinige." Die Parole heißt Einigkeit. Auch weiterhin bleibe der Leitspruch, daß ans den Opfern und auf den Waffen der Sieg beruhe. Die alten Ideale und die alten Symbole blieben bestehen; nunmehr würde aber zum Stahlhelm das siegreiche Symbol des Hakenkreuzes sowohl in Abzeichen, als auch in der Fahne hinzugefügt. Der Stahlhelm wolle mit allen in bester Kameradschaft stehen. Er wolle,, daß zwischen den Kameraden der grauen, braunen und der schwarzen Front Kameradschaft und Zutrauen bestehe. Er wolle keinen Zwang und keine Zwangszugehörig-
Der Wortlaut der Urkunde.
Zu diesen zeitgeschichtlichen Belegen füge ich eine auf Pergament geschriebene Urkunde bei, deren Inhalt folgendermaßen lautet:
Anschließend an die Stätte, wo der große Preußenkönig die Vorgängerin der Reichsbank gegründet und erstellet hat, wird 169 Jahre später der seit langem geplante, durch die Not des Krieges und das Elend der Nachkriegspolitik immer wieder verzögerte Erweiterungsbau der Reichsbank nunmehr nach dem inneren Wiederaufbau eines willenseinigen Deutschland unter nationalsozialistischer Führung in Angriff genommen.
Der neue Bau soll Zeugnis ablegen von der unerschütterlichen Lebenskraft des deutschen Volkes und von dem unbeugsamen Willen zur Erhaltung der geistigen und seelischen Güter der deutschen Volksgemeinschaft.
In diesem Geiste wurde heute am 5. Mai 1934 unter der Reichspräsidentschaft des Generalfeldmarschalls von Hindenburg und unter der Reichskanzlerschaft des Führers Adolf Hitler vom Reichsbankpräsidenten Dr. Hjalmar Schacht der Grundstein zu diesem Erweiterurmsbau der Reichsbank nach den Plänen des Reichsbankbaudirektors Hch. Wolff gelegt.
Als ein Vorbild dessen, was vaterländischer Wille in schwerer Zeit vermag, als ein Mahnmal für hingebende Arbeit am Volksganzen möge der Bau in kommenden Zeiten ragen.
Der Allmächtige gebe dazu feinen Segen!
Die Urkunde ist unterzeichnet von unserem ehrwürdigen Reichspräsidenten, dem Herrn Eeneralfelbmarschall von Hindenburg, von unserem geliebten Führer, dem Kanzler des Deutschen Reiches, Adolf Hitler, und von dem Reichsbankdirektorium als Bauherrn. Ich lege die Urkunde gleichfalls in diese Metallkassette, die der Grundstein von nun an umschließen wird.
Und nun weihe ich diesen Grundstein durch 3 Hammerschläge und spreche dazu den Spruch:
Laß Weisheit deine Mauer sein,
Und Können sei der Pfeiler dein. Und deutscher Wille dein Fundament! Das Übrige stell' in Gottes Händ'I
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Das jetzige Reichsbankgebäude, führte die Zwecke der Reichsbank auch ferner in , _
erhalten bleiben soll, geht • auf ein Gebäude zurück, das bereits unter dem großen Kurfürsten erbaut wurde, und in dem später der große König vor nunmehr 169 Jahren die Kgl. Giro- und Lekmbank errichtete, deren Nachfolgerin die heutige Reichsbank ist. Es ist altpreutzischer Geist, aus dem das Zentralnoteninstitut des Reiches erstand und altpreußischer Geist hat im Hause der Reichsbank geherrscht von Anbeginn bis zur Stunde. Der Reichsbankpräsident wandte sich mit Nachdruck gegen das Mißverstehen des Geld- und Bankwesens in breiten Volksschichten und betonte, daß keine vorgeschrittene Volkswirtschaft und keine höhere Zivilisation denkbar sein ohne ein geregeltes Geld- und Bankwesen. Aber so wenig man dem Marodeur erlaube, den Beruf des zuchtgewohnten Soldaten zu beflecken, so wenig sollte es dem Spekulanten möglich
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* Reichsminister Dr. Goebbels beglückwünscht Professor Pfitzner. Reichsminister Dr. Goebbels hat an Professor Pfitzner zur Vollendung des 65. Lebensjahres das folgende Telegramm gerichtet: „Verehrter Herr Professor! Zum heutigen Tage sende ich Ihnen meine herzlichsten Wünsche, zugleich auch in der Hoffnung, daß Ihnen noch viele Tage fruchtbringenden Schaffens beschieden sein mögen, gez. Reichsminister Dr. Goebbels".
* Glückwunschtelegramm der Reichsmnfikkammer an Professor Hans Pfitzner. Die Reichsmufikkarnrner hat an Professor Hans Pfitzner in München zu feinem 65. Geburtstag folgendes Glückwunschtelegramm gesandt: „Hans Pfitzner, dem Künder deutscher Seele, dem Herold deutscher ©eiitigfeit, dem Rufer im Streit - um die Gesundung deutschen Musiklebens, dem großen deutschen Künstler und verehrungswürdigen Menschen entbiete herzliche Glück- und Segenswünsche zum 65. Geburtstag in dankbarer Treue und aufrichtiger Verbundenheit. Der Präsident der Reichsmusikkammer, i. A.: gez. Wert",
feiner Ausführungen mit, daß der Führer von der Arbeit der Akademie sehr befriedigt sei und an ihrem Jahrestage am 26. Juni in München teilnehmen werde.
Der Redner beschäftigte sich dann mit der rechtlichen Bedeutung der deutschen Forderung nach außenpolitischer Gleichberechtigung. Er appellierte an die Juristen aller Länder und Völker, einmütig dagegen aufzustehen, daß Rechtsformen dazu mißbraucht würden, Gewaltakte niederzulegen und zu sanktionieren. Die Gestalt Adolf Hitlers, so fuhr er fort, vereinigt in sich die historische Bedeutung eines Revo - l u t i o n s sch ö p f e r s mit der eines Revolution s b e h e r r s ch e r s, sie ist Danton und Napoleon zugleich. Es ist das erste Mal in der Geschichte, daß es dem Schöpfer der Revolution vorbehalten blieb, auch die Gesetze dieser Revolution zu gestalten. Daraus möge die Welt erkennen, daß der Führer die Rechtsordnung in Deutschland unangetastet aufrechterhalten hat. Wie ernst es dem Führer und der Reichsregierung mit der Aufrechterhaltung der Rechtsordnung ist, möge man an verschiedenen Urteilen der letzten Zeit erkennen, die lehren, daß wir sehr wohl imstande sind, die Rechtsordnung in Deutschland gegen jedermann zu verteidigen.
Der Redner wandte sich dann der Rassengesetzgebung zu, die wie kein anderes Rechtsgebiet von der Welt angegriffen worden sei. Das Fundament unserer Gesetzgebung, erklärte er u. a., ist die Erhaltung der rassischen Wertsubstanz unseres Volkes. Die scharfe Herausarbeitung des rassisch eindeutigen Charakters gehört mit zur Rechtsseele des deutschen Volkes. Wie wir uns nicht in Verfassungsfragen anderer Länder einmischen, müssen auch wir es uns verbitten, daß aus deutschen Verfassungsgrundsätzen Angriffe gegen das deutsche Volk hergeleitet werden. Kaum eine große Verfassungsänderung in irgendeiner Epoche der Menschheit ist mit soviel Menschlichkeit durchgeführt worden, wie die Rassengesetzgebung des deutschen Volkes.
Reichsjustizkommissar Dr. Frank kam dann abschließend auf die Aufgaben der Akademie für Deutsches Recht zu sprechen. Die Akademie für Deutsches Recht ist ein Instrument der Verewigung der Weltanschauung des Nationalsozialismus. Die Akademie hat es sich zur Aufgabe gestellt, die fundamentalen Erkenntnisse und grundsätzlichen Voraussetzungen der nationalsozialistischen Weltanschauung so zu klären, daß sie in ihrer klaren Erkenntnis eine Ewigkeitsgarantie des Nationalsozialismus in sich tragen. Sie wird die großen Begriffe wie Rasse, Recht, Boden, Wehrsicherung im Rahmen der Akademie eindeutig mit Autorität gegenüber jedermann festlegen.
Nach den Ausführungen des Reichsjustizkommissars ergriff Reichsjustizminister Dr. Gärtner das Wort, der ausführte, daß die Arbeit der Akademie für Deutsches Recht keine Angelegenheit sei, die die Tagespresse nun täglich beschäftigen könne. Sie könne zwar über ihre Arbeitstagungen und Sitzungen unterrichten, aber von dem inneren Leben könne man in der Tagespresse nicht allzuviel hören. Das liege im Wesen der Akademie begründet. Die Rechts- gestaltung sei hier der Festlegung eines Steuerkurses bei einem Schiff zu vergleichen, wo zwischen dieser Festlegung und der Ausführung der steuertechnischen Manöver ja auch ein Stück Arbeit zu leisten sei.
Semacht werden, den Beruf des ehrbaren Bankherren zu be« hmutzen.
Der Reichsbankpräsident wandte sich an den Reichskanzler und sagte:
Sie haben die Güte gehabt, mir den Auftrag zu erteilen, die Grundsteinlegung für den Erweiterungsbau der Reichsbank zu vollziehen. Ich danke Ihnen dafür und werde, solange Sie mir Ihr Vertrauen " schenken, keinen höheren Ehrgeiz kennen, als das deutsche Geld- und Kreditwesen in Ordnung zu halten, eine Aufgabe, groß genug, um das Leben eines Mannes auszufüllen. Mein und unser aller Gelöbnis, das ich Ihnen. Herr Reichskanzler, hierdurch ablege, ist, daß wir uns ausrüften wollen mit allem Wissen, das unsere Aufgabe erfordert, auf daß unser Können diese Aufgabe meistere, und unser Wille soll stets nur eine Richtung haben: das Wohl des deutschen Volkes und Reiches, und dieses Gelöbnis soll jeden binden, der immer jetzt oder in Zukunft im Dienste der Reichsbank steht.
Die eingemauerten zeitgeschichtlichen Belege.
Es ist ein alter Brauch in deutschen Landen, fuhr Dr. Schacht fort, in den Grundstein eines Hauses eine Reihe von zeitgeschichtlichen Urkunden und Belegen einzuschließen, die, wenn einmal in später Zeit die Grundmauern eines Hauses wieder aufgenommen werden, dem bann lebenden Geschlecht Einblick gewähren in das, was den Erbauer des Hauses bewegt hat. So schließe ich nunmehr in diesen Grundstein zum Gedächtnis für spätere Geschlechter ein:
1. Eine bebilderte Abhandlung über die bisherige Entwicklung der Reichshauptbank,
2. die Entwurfszeichnungen zu diesem Erweiterungsbau im Maßstab 1:200,
3. ein Exemplar des „Völkischen Beobachters" vom heutigen Tage,
4. je ein Exemplar der im Umlauf befindlichen Reichsscheidemünzen,
5. ein Exemplar des Handbuchs der Beamten der Reichsbank von 1934,
6. eine Niederschrift der heute hier gemachten Ausführungen.
