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lelegramm-Ndress«: Tagblatt Wiesbaden.

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Nr. 113

Donnerstag, 26. April 1934

82. Jahrgang

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Fernsprecher-Sammel-Nr. 59631. Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf.

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um eine Abrüstungsvereinbarung keine Front g e g e n D e u t s ch l a n d eingenommen werden dürfe. Dieser eine klar umrissene Punkt der italienischen Politik ist von Mussolini bereits des öfteren zum Aus­druck gebracht worden. Daß diese Erklärung gerade in einem Augenblick erfolgt, in dem sich Herr Barthou be­müht, eine solche Front zustande zu bringen, ist immer­hin bemerkenswert. Suvich, der im übrigen auch zu­gab, daß die Donaufrage in London behandelt worden ist, wird nun noch vor seiner Rückkehr nach Rom eine Unterredung in Brüssel haben. Es ist anzunehmen, daß er dort Verständnis für den italienischen Plan findet, denn bekanntlich hat die Brüsseler Regierung schon vor längerer Zeit erklärt, daß die Bestimmungen des Versailler Vertrages für

Spitze dieser Schulen marschieren, oder ob die HI. in sich ge­schlossen zusammen mit BDM. und Jungvolk vor den ge­samten Zügen marschiert. Zu Leitern dieser Kundgebungen bestimmen die zuständigen Kreispropagandaleiter die jeweils in Frage kommenden HJ.-Führer. Die HI.-Fäihrer leiten diese Kundgebungen und halten kurze Ansprachen, deren Dauer 10 Minuten nicht überschreiten soll. Äußer ihnen hat niemand bei diesen Kundgebungen Ansprachen zu halten, es fei denn, daß hier und da von den Kreispropaganda- leitern anerkannte Redner der NSDAP, zu kurzen An­sprachen angesetzt werden. Die Leiter und Lehrer der «chulen marschieren mit ihren Schülern auf. Ich habe fernmündlich mit dem Vertreter des Reichsjugendführers vereinbart, daß diese Jugendaufmärsche nicht gestört oder in Frage gestellt werden dürfen durch die Beteiligung der HI an den nächtlichen Höhenfeuern. In den Nachmittagszügen marschieren die schon augedeuteten Ehrenabteilungen der HI. in Stärke von etwa 120 Mann.

Deutschland nicht ewig in Kraft gehalten werden könnten. Wenn auch die Brüsseler Erklärung später auf Einwirkung von Paris eingeschränkt worden ist, so ist doch diese Auffassung nicht widerrufen worden. Zu­sammenfassend wird man sagen.können, daß die Situation noch keineswegs sehr klar ist. ' Es ist aber anzunehmen, daß die Herren Diplomaten in den gut vier Wochen, die uns noch von der Tagung des Hauptausschusses trennen, nicht untätig bleiben. Man wird vielmehr versuchen, die Ergebnisse der jetzigen Reisen und Ge­spräche weiter auszubauen.

Snjetgettpteife: Ein Millimeter Höh« der 22 MiUimeter breiten Spalts im Anzeigenteil Grund, preis 6 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 45 Rpf., sonst laut Tarts. Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen. Schluß der Anzeigen-Annahme 10 Uhr vormittags. Erätzere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstags ausgegeben werden.

Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonn- und Feiertags.

des Staatspräsidenten für halten. 1

Abrüstungsgespräche.

Vorbereitungen für die Tagung des Hauptausschusses. Suvichs Londoner Bilanz. Keine Front gegen Deutschland.

Kl nationale Feiertag des deMen Volkes am 1. Mai 1934

im Gau Hessen-Nassau.

Madrid, 25. April. Das Kabinett Lerroux hat so­eben dem Staatspräsidenten seinen E e sa m tr ü cktr itt erklärt, der von diesem auch angenommen worden ist. Die Gründe hierfür sind in den Meinungsverschie­denheiten zwischen dem Kabinett und dem Präsidenten über das A m n e st i e g e s e tz zu suchen.

Die Lösung der Krise wird als sehr schwer a n g e f e h e n. eingeweihten Kreisen herrscht starker PepiMlsmus. Es fehlt auch nicht an Stimmen, die die Kri^e als Prapdentenkriie bezeichnen und den Rücktritt

Barthou in Prag eingetroffen.

Prag, 26. April. (Eig. Drahtmeldung.) Der französische Außenminister Barthou traf am Donnerstag um 9 Uhr mit dem Warschauer Schnellzug in Prag ein. Auf dem Bahnsteig wurde er von dem tschechoslowakischen Außenminister B e n e s ch sowie den Gesandten der Kleinen Entente und Polens empfangen. Tschechische Legionäre hatten auf dem Bahnsteig und vor dem Bahnhof Aufstellung genommen. Der Empfang wurde durch den leise niederrieselnden Regen etwas beeinträchtigt.

Die spanische Regierung hat soeben von dem ihr durch den Staatsprästdenten zugestandenen Recht Gebrauch ge­macht und um 24 Uhr über das ganze Staatsgebiet den Alarmzustand verhängt.

Bombenanschlag auf den Innenminister.

Madrid, 26. April. Gegen den spanischen Innenminister wurde am Mittwochabend in der Innenstadt von Madrid ein Bombenanlchlag verübt. Der Anschlag erfolgte in dem Augenblick, als der Minister seinen Kraftwagen besteigen wollte. Nähere Einzelheiten fehlen noch, jedoch scheint bei dem Anschlag niemand verletzt worden zu sein.

Die Unabhängigkeit. der baltischen Staaten der deutschen Auffassung nicht bedroht. Deshalb Ablehnung eines russischen Garanticvorschlages.

Riga, 25. April. Die lettische Telegrap Hen­nen tu r verbreitet folgende Mitteilung:

Sie deutsche Regierung hat der lettischen 9te= zur Kenntnis gebracht, daß die Regierung der Sowjetunion, um eine Besserung der Beziehungen Wichen Deutschland und der Sowjetunion zu manifestieren, <EUWanb den Vorschlag gemacht hat, ein Protokoll zu T^rzeichnen, das die Unabhängigkeit und Unan- st«!tbarkeit der baltischen Staaten garan- kkrrn würde. Die deutsche Regierung finde, daß die Un- ö^gigkeit und Unantastbarkeit der baltischen Laoten nicht bedroht sei und daß ein solches Proto- W die Beziehungen zwischen Deutschland und der Sowjet- i,4)n nicht bessern könnte. Deshalb hat sie die A n - it 8ng der Sowjetregierung abgelehnt. Auch L, bowjetregierung hat ihrerseits die lettische Regierung

Zhren Vorschlag und die Ablehnung Deutschlands in- gFSwiet bekannt, haben auch Estland und Finnland eben- Mk Mitteilungen erhalten.

Rücktritt des spanischen Kabinetts.

Auch die Stellung des Präsidenten erschüttert? Ver­hängung des Alarmzustandes.

In Ergänzung meiner Veröffentlichungen gebe ich noch seinen Schulen ausgesondert werden und geschlossen an der folgendes bekannt: r-1-*-- '-z-r- «-«« 1 --

jfüt,e!ne dezugszelt von 2 Wochen 80 Rpf., für einen Monat RM. 1.70, zuzüg. bch 30 Traglohn. Durch tue Post bezogen RM. 2.85, zuzüglich 42 Rpf. Bestellgeld. BeMgsbestellungen nehmen an: der Verlag, die Ausgabestellen, die Träger und alle Postanstalten. -pn füllen höherer Gewalt. Betriebsstörungen oder Streiks haben die Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung des Blattes oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. WWVWSGWSG&iQQQGQGQiWKfy&G

Wo marschieren die Lehrling«?

Es find Dutzende von Anfragen gekommen, wo die Lehr­linge marschieren, ob mit der Jugend'oder in den Betrieben. Alle Lehrlinge marschieren als Teile der Betriebe mit ihrer Betriebsbelegschaft.

Ordnungsdienst durch die SS.

Meine Anordnung, daß der gesamte Ordnungsdienst in den Aufstellungs- und Aufmarschstraßen sowie auf den Plätzen der Kundgebungen durch SS., und wo diese nicht ausreicht, durch hinzugezogene SA. auszuführen ist, hat zu ewigen Mißverständnissen Anlaß gegeben. Durch diese An­ordnung sollte die Polizei in ihrem normalen Dienst nicht ausgeschaltet werden. Die SS. beaufsichtigt nur die Auf­stellung der Züge sowie die marschierenden Kolonnen. Den übrigen Ordnungsdienst gegenüber dem sonstigen Publikum behält natürlich die Polizei.

Wo marschieren die staatliche» und kommunalen

Behörden?

Staatliche und kommunale Behörden gelten als Be­triebe. Bei großer Belegschaft marschieren sie für sich; kleinere Behörden werden zusammengeschloffen.

Wer führt Sie Betriebe?

Es ist verschiedentlich zu Irrtümern gekommen betreffs der (jriage, wer die Belegschaften führt. Die Belegschaften der einzelnen Betriebe werden nicht von den Führern der Betriebe, sondern von den jeweiligen Betriebszellen­obmännern der NSVO. geführt.

Auswärtige Arbeiter.

Kameraden der Arbeitsfront, die eine Anfahrt zu ihren Betrieben von mehr als einer halben Stunde haben ist es freigeftellt, mit ihren Betrieben oder aber zu den Kund­gebungen in ihrer Heimat mitzumarschieren.

Beteiligung vo» Frauen.

Die Beteiligung von im Erwerbsleben stehenden Frauen in den Zügen ist freiwillig. Frauen und Mädchen, deren Gemndheitszustand dem Mitmarschieren nicht gewachsen ist, find nicht gezwungen, mitzugehen. Die mitmarschierenden Frauen und Mädchen werden gebeten, möglichst im dunklen Rock und Heller Bluse zu erscheinen.

Darf in den Zügen geraucht werden?

Um der ganzen Welt ein Beispiel deutscher Disziplin zu geben, wird dringend darum gebeten, in den Zügen nicht zu

Ehrenplätze für schwerbeschädigte Invaliden de» Krieges und der Arbeit.

.. > allen Jiunbgebungcn sind genügend gute Plätze für hte ichwerbejchaöigten invaliden des Krieges und der Arbeit

England und der Mussolini-Plan.

88. Berlin, 26. April. (Drahtbericht unserer Verliner Abteilung.). Die Tagung des Hauptausschusses der Ab- lüstungskonferenz wird bereits jetzt, obwohl sie erst für Ende Mai vorgesehen ist, eifrig vorbereitet. Einmal dient dieser Vorbereitung die Reise Barthous «ch Warschau und Prag. Daß der französische Außenminister bei dieser diplomatischen Aktion in Prag «uf keine großen Schwierigkeiten stoßen wird, kann ohne Weiteres angenommen werden. Was er in dieser Hin­ficht in Polen erreicht hat, bleibt abzuwarten. Man wird das vermutlich erst auf der Tagung des Haupt- lmsschusses.erkennen können. Immerhin ist es charak­teristisch für die Verschiebung des Schwerge- vichtes in dem polnisch-französischen Ver­hältnis, daß jetzt nicht mehr wie früher die pol­nische Delegation für Genf den Weg über Paris nimmt, sondern daß sich Herr Barthou nach Warschau begibt. Zum andern dient der Vorbereitung der Genfer Tagung Wer auch der Londoner Besuch des italienischen ktzatssekretärs Suvich. Suvich selbst hat sich gestern unmittelbar vor dem Abschluß seines Londoner Aufent­haltes zu Pressevertretern geäußert. Er hat dabei be­kni. daß seine Aufgabe nicht darin bestanden habe, Verhandlungen einzuleiten oder neue Vorschläge zu Wterbreiten, daß er aber mit den englischen Ministern »nen Meinungsaustausch über die Ab^üftungsfrage ge­habt habe. Damit ryird bestätigt, daß die Reise Suvichs informatorischen Zwecken galt. Der Wenische Staatssekretär hat es begreiflicherweise ver- Meden, sich über die Politik zu äußern, die Italien auf -cr Tagung des Hauptausschusses der Abrüstungs- dnferenz betreiben wird. Man wird aber aus seinen Korten schließen können, daß Italien an dem mri s s o l i n i -Vorschlag einer Rüstungsbegren- W mit gewissen Zugeständnissen an Deutschland 'rsthält. Eine Abrüstungsvereinbarüng bleibt Mnfalls nach wie vor das Ziel der italienischen Politik, buh wenn diese Vereinbarungennicht alle Erwartun- stn erfüllen sollten, die man bei der Eröffnung der Ab- Astungskonferenz gestellt." Darin stimmen, wie man >us den Worten Suvichs entnehmen kann, England und ztolien völlig überein. Die starke Unter streichung sts Ei n v e r st ä n d n i s 's e s über die Notwendig- ri t einer wie immer gearteten R ü st u n g s v e r - 'inbarung wird vielfach als ein Zeichen dafür an- Wjen, daß England, entgegen der Darstellung des Daily Telegraph", nach der es an seinem eigenen Plan Malt, sich auf den Boden des Mussolini-Paktes ge­eilt hat. Diese Ansicht wird noch dadurch verstärkt, ASumch in weiteren Gesprächen mit Journalisten jwirt, daß einzig auf dem Boden des kN ssolini-Planes das Rüstungspro- ''tm jetzt gefördert werden könnte. Dabei unterstrich int übrigen der italienische Staatssekretär Wmals nachdrücklich, daß bei all diesen Bemühungen

Der Arbeitslohn am 1. Mai.

Saboteure unseres Aufbaues, versteckte Gegner sowie die üblichen Nörgler haben in den letzten Tagen in den Eisenbahnzügen, in den Straßenbahnen, in Betrieben und Lokalen behauptet, dem deutschen Arbeiter würde diesmal der Lohn für den 1. Mai nicht bewilligt. Eine solche Auf- saffung bedeutet geradezu ein frevelhaftes Mißtrauen gegen unseren Führer Adolf Hitler. Inzwischen ist, wie das auch nicht anders zu erwarten war, dahin entschieden worden, daß der deutsche Arbeiter für den 1. Mai seinen Lohn emp­fängt. Ausführliche Bestimmungen hierüber werden in der Presse noch veröffentlicht.

Erster Spatenstich auf der Lorelei am 30. April 21 Uhr.

Über diese große kulturelle Kundgebung im Rahmen des Feiertags der nationalen Arbeit gehen gleichzeitig Sonderbekanntmachungen an die ganze Presse. Ich bitte, diese Sonderbekanntmachungen genauestens zu beachten. Es ist wünschenswert, daß alle Parteigenossen, die über eigene Wagen verfügen, sich an dieser Kundgebung beteiligen. Jugendaufmarsch am 1. Mai vormittags zu der Über­

tragung der großen Kundgebung in Berlin um 9 Uhr.

2n dieser Frage ist eine Reihe von irrtümlichen Auf­fassungen entstanden, die nach Rücksprache mit den zustän­digen Stellen hiermit endgültig geklärt wird:

Der Aufmarsch der gesamten Jugend (Volks-, Mittel-, höhere Schulen^ Fachschulen, Universitäten) erfolgt unter Führung der HI. Die HI. marschiert geschloffen, uniformiert zusammen mit BDM. und Jungvolk. Ich überlasse es den einzelnen Kreispropagandaleitern, mit den zuständigen Führern der HI. dahingehend zu entscheiden, ob die Mit­glieder bei HI., des Jungvolks und des BDM. aus den ein-