Einzelbild herunterladen
 

Wiesbadener Tagbla«

Samstag, 31. März 1934.

r

r it e

ten ch- ge­rn, .ns

es er r- en i - h-

-x-- s- st- ur

33 re- icn ^s- rer für sie ut- cks

Internationale Arbeitsdiensttagung in Deutschland.

int, irt Dr. eia -lf- nn ;k'. nz. irrt i u, -1, ird tut int int

mt 41# w or-

Viel^icht soll man in diesem Zusammenhang auch noch an dreVer reichlich ung des repräsentativen

Roosevelts Kampf mit dem Kongreß in der Frage der Kriegsveteranenzahlungen.

H5 en OO ies tis in.

Lf- Oe i n re­tt - )ie Sie int teg Ile tet :de me i®. öe- en, en, ts- rt-

V- 3 g 5= It» L r-

ie h- : S

l-

:r s n ch 15 n

Reichssender heißt nicht Zentralisation."

Reichssendeleiter Hadamovski über die Umbenennung der deutschen Sender.

Berlin, 30. März. Reichssendeleiter Eugen Hadamovski sprach am Mittwochabend im deutschen Rundfunk über die Umbenennung der deutschen Sender. Er führte dabei u. a. folgendes aus: Diese Umbennung bedeutet keine Zen­tralisation, im Gegenteil: Der Intendant eines Reichs­senders ist der Führer für seinen Sender und die ihm an­geschloffenen Nebensender. Er leitet den Sender künstle­risch und ist der Repräsentant des Reichssenders. Die Reichs- rundfunkgesellschllft umfaßt die deutschen Reichssender ledig­lich verwaltungsmäßig und die Reichssendeleitung politisch. Während in den Sendern künstlerisch die Mannigfaltigkeit und die Farbenpracht des deutschen Lebens voll zur Aus­wirkung kommen soll, muß die p o I i t i s ch e E i n h e i t d e s gesamten deutschen Rundfunks vor unserem Volk und der Welt klar herausgehoben werden. In der Mannig­faltigkeit des deutschen Kulturlebens liegt eine der Quellen unserer größten Kraft. Diese Mannigfaltigkeit wollen wir wahren und für alle Zukunft pflegen. Zugleich aber sind wtr konsequent den Weg unserer Revolution gegangen, die wir für den Rundfunk mit dem Ziel umschreiben können das wir heute erreicht haben:Ein Volk, ein Reich, ein Rundfunk.

klingt und Gott im Himmel Lieder singt". Besonders die ?emr3nfite s»'Bei Verehrung erfreut. Aus

dem Jahre lv50 i,t uns eine Bemerkung erhalten geblieben 'a®t:$ie jubilier die ganz Kirch mit

^|tan"eni^ ^r 6hmm uuö unsäglicher Freude: Christ ist

^0. Marz. Im Rahmen der Veranstaltung des

Weltstudentenwerkes, des großen studentischen Hilfsorgani- fationsdienstes aller Rationen, veranstalten die Deutsche Studentenschaft anschließend an das Londoner 2ahrestrefsen vom 9. bis 12. April in Rends- ourg (Holstein) die erste internationale studentische Ar- beitsdiensitagung. Bisher haben die führenden Vertreter der Hochschulen von zehn Rationen ihre Teilnahme an der Tagung zugesagt, darunter Polen, Tschechen, Franzosen, Engländer, Italiener, Schweizer, Dänen, Spanier und -numanen» Die Tagung wurde nach Rendsburg verlegt um bre ausländischen Studenten mitten in den Betrieb des

, .J, , ien#e® 3U führen und sie vor allem mit den dort 3A'?^ten großen Arbeiten bei der Landgewinnung an der O,t,ee bekannt zu machen. Wie in Deutschland, so stehen auch in anderen Landern die Studenten beim Arbeitsdienst in vorderster <yront. Die erste internationale Arbeitsdienst- tagung gewinnt auch deshalb besondere Bedeutung weil dabei dem deutschen Arbeitsdienst Gelegenheit geqeK'n sein wird, vor dem Auslände seinen vollkommen friedlichen lr?,u r alter zu beweisen. Auf der Tagung wird voraus­sichtlich Reichsarbeitsfuhrer Hier! das Wort ergreifen.

Eine Niederlage des Weißen Hauses.

Washington, 30. März. Bekanntlich haben sowohl das Reprastntantenhaus als auch der Senat den Einspruch Roosevelts gegen,das von beiden Häusern angenommene Kriegsveteranenge,etz m i t d e r n o t w e n d i g e n Zwei- drittelmehrheit überstimmt. Uber den Eindruck die|^ Ereignisses berichtet der Washingtoner Vertreter des DRW. u. a. folgendes:

' Die Auflehnung des Kongreffes gegen den Einspruch Roosevelts in der Kriegsveteranenfrage stellt zwar die erste größere Niederlage des Weißen Hauses in dem Streit mit iem Parlament dar und bringt dadurch notwendigerweise eine gewisse Schädigung des Ansehens des Präsidenten mit < Dies bedeutet fedoch nicht, daß der Kongreß oder gar i>as Uinerikaniiche Volk von dem Weg abzufchwenken gedenkt

?ff00|eD4-t ^«r^^inigten Staaten zu führen ent-

der zahllose Haushaltsposten enthalten waren, und zwar außer den erhöhten Bezügen für die ®rJtattun9 uun zwei Dritteln der seinerzeit den Bundesbeamten auferlegten ISprozentigen Eehalts-

an die Verrerchlichung des repräsentativen deutschen Theaterwesens erinnern. Auch dieser Akt zeugt von einem starken Kulturwillen der deutschen Nation. Die Reichsoper CH a r l o t te n b urg, die die bisherige Städtische Oper ablöste, hat einen mächtig ver- grögerten Aufgabenkreis. Wochenlang lebten die Künstler und Angestellten der Oper in banger Ungewißheit, ob das Theaterinstitut überhaupt weitergesührt werden könnte. Di« Überleitung der Städtischen Oper in Reichsbesitz macht jetzt solchen Erwägungen ein Ende. 2n einem umgebauten Hause und mit künstlerisch hochwertigen Kräften werden wahrscheinlich schon im Winter die Aufführungen der neuen Reichsoper beginnen. Mit neuem Selbstgefühl geht das Reich an Aufgaben heran, die bisher arg vernachläffigt worden waren. Privatinitiative vermag heute nicht mehr das Eingreifen des Reiches zu ersetzen erst recht nicht in den Bezirken deutscher Kultur.

Das Reich am Mikrophon.

Ostermorgen mit RundsunküLerraschungen.

Am Ostermorgen wird es, wenn der Lautsprecher ein­geschaltet ist, viel überraschte Gesichter geben. Es melden sich nicht mehr ,Mrliner Funkstunde" oderWestdeutscher Rundfunk", ,/Schlesische Funkstunde" oderSüdwestdeutscher Rundfunk", sondern wir hören von diesem Tage an nut noch Reichssender". Die Schlesische Funkstunde beispiels­weise wird abgelöst vom Reichssender Breslau, der Süd- westdeutsche Rundfunk vom Reichssender Frankfurt am Main, und so fort. Die einzelnen Rundfunkgesellschaften, die in früheren Zeiten ein stark betontes Sonderleben führten, Horen auf zu bestehen. Oder vielmehr sie gehen auf in der Reichsrundfunkgesellschaft.

Diese Vereinheitlichung des deutschen Rund- funkwssens ist ein großer Schritt vorwärts. Gewiß das künsterische Sonderleben der einzelnen Reichssender wird von der .Zentrale" nicht angetastet werden. Die Reichs­rundfunkgesellschaft weiß ohnehin, daß sich das deutsche Leben landschaftlich am schönsten spiegelt. Aber das allzu betonte Sonderleben der einzelnen deutschen Sender hatte früher auch große Gefahren. Mt ausländischen Berichten in deutscher Sprache konnte man den weniger urteilsfähigen Rundfunkhörer leicht umgarnen. Es ließ sich nicht immer ganz leicht die Quelle eines ausländischen Lügenberichtes entdecken. Die Neuregelung im deutschen Rundfunkwesen schasst vor allem eine klare Übersichtlichkeit. Die Interessen von Volk und Staat können nunmehr von einer Stelle aus wirksam vertreten werden. Es lassen sich alle Möglichkeiten einer künstlerisch und propagandistischen Aus­nutzung des Rundfunks erproben. Auch der Rundfunk soll ja nicht sein Eigenleben führen. Er sei ein scharfge - schliffenes Instrument in der Hand der verant­wortlichen Führer des deutschen Volkes. Bei dieser Gelegen­heit darf man ja auch darauf Hinweisen, daß sich der deut­sche Rundfunk von Monat zu Monat steigender Beliebtheit erfreut. Reichssendeleiter Hadamovski durfte neulich vor den Funkschriftstellern die vielzuwenig bekannte Tat­sache herausstreichen, daß im vergangenen Jahre mehr als eine Million neue Rundfunkhörer gewonnen werden konnten.

Erfolge auf propagandistischem Gebiet verpflichten Im Laufe des nächsten Jahres werden demgemäß die tech­nischen Einrichtungen des deutschen Rundfunks überprüft und verbessert werden. Der deutsche Rundfunkhörer hat ein Recht darauf, die Sendungen der Reichssender in bester Qualität zu hören. Er soll auch seinerseits Menschen für den Rundfunk gewinnen Leute, die bisher noch aus Mißtrauen oder aus Verärgerung abseits standen. Die künstlerische Güte der Sendungen wird sich in dem Maße verbessern kaffen, als neue Hörer gewonnen werden können. Früher kamen die Gegner des deutschen Rundsunks oft mit dem Argument: Politischer Rundfunk! Selbstverständlich mutz der deutsche Rundfunk ein Spiegel auch des kulturellen und politischen Lebens der Nation sein. Gleichwohl hat er gerade in letzter Zeit immer mehr seinenUnterhaltungs- teil" verbessert und ausgestaltet. Mit gutem Gewissen darf heute behauptet werden, daß jeder einzelne Rundfunkhörer auf seine Kosten kommt. Ihrer künstlerischen Verpflichtung sind sich die Reichssender längst bewußt geworden.

Är. 88. Seite 3.

fürsung Von dieser Gehaltskürzung waren auch die Be­amten der mannigfaltigen Sonderbüros betroffen die ohne einem bestimmten Ministerium zu unterstehen in ' allen Teilen des Landes bundesamtliche Angelegenheiten besorgen. Diele diefer Büros find naturgemäß mit politischen Eunst- betören und Abgeordneten besetzt, und der Igemein,am mit den kleineren Bundes­beamten und den Veteranen veranlaßte zahlreiche Demo- Da!u"kommt bnfc <hLnJptu* %es Parteiführers zu stimmen, dhg das ganze Repräsentantenhaus und ein n r ! Bundessenats fetzt vor Primärwahlen stehen zur ^y2£-eituns 6er Neuwahlen im November war al|o keineswegs svmtomatifch und ^Esertlgtnichr den Jubel der Republikaner, die wieder schwe/en Nackte iu V" Ie?isIid> "neut d i e

ahne Rücksicht auf den Haushalt und §rlich ba^^oLNİ7L- >5-.^ d°h°r nicht verwun- oerilch, dag Roosevelt sich von diefem traurigen Schausviel

wandte^ Druckten,ike° ^"asse für LithograMe und ver- Drucktechmken angegliedert wurde, zeigt die neuen

{Juitbe zum erstenmal der öffentlichkeit.

^"^Eum in Kanada. Nach der Zählung vom äer Deutschstämmigen in Kanada ?ekt|<^e Ausland-Jnstitut mitteiit, während der tetzten 10 Jahre von rund 300 000 auf eine halbe ei^o^- S.« it "gen. Der Zuwachs erklärt sich durch

^.Elawanderung von 1925 bis 1930, ferner auch ^arch, dag bei der vorletzten Volkszählung 1921, unter dem Eindruck der Kriegshetze, viele ihre deutsche Abstam- nS verleugneten. Auch die Zahl der Deutschen aus dem

^iterrelch-Ungarn, die gruppenweise aufgeführt wer- rugenommen. Unter den Deutschstämmigen tn Kanada 6reitet sich genau so wie in den Vereinigten Staaten eine Zufammenschlußbewegung unter 4>en Völks- Unoffen aus, die sich dem Geist und dem Willen des neuen Deutschlands verbunden fühlen und sich in praktischer Ar- 6et Gemeinschaft aller Menschen deutschen Blutes f9«n mo en' l? wurde in Winnepeg die .Deutsche Volksgemeinschaft" gegründet. Sie ist eine Gruppe erstreckmiden ^naÄ^m a<w?e ber- ühtr ganz Westkanada erstreckenden, nach dem ^uhrerpnnzip aufgebauten Oraani- ?0(1' beutfchen Volksgenossen, die sich zum neuen Deutschland bekennen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt Qr- rtnnHi*JUrr beuStf Volksgemeinschaft aller Deutschen über staatliche Grenzen hinweg. Aufklärung über die national- sozialistiiche Weltanschauung, über die Ziele des neuen Deutschland und über die tatsächlichen Ärhältniffe in der

^rner aber auch Abwehr der hetzerischen Propaganda Deutschland erhoben hat Die Dewtsche Volksgemein,chaft _ untericheidet nicht zwischen Nu8llUi^eut|chen, Deut,ch-Üsterreichern, Deutsch-Kanadiern

Deutsch-Ungarn. Parteipolitische Gegen,ätze oder Streitfragen werden abgelehnt. Auch in Arbei'ts^^^^ Merta, ist die Gründung einerDeutschen Arbeitsgememichaft" vorgenommen worden, die in erster menbT»kit^rk8! U>'"ichaftlichen und kulturellen Not- ^ud-gkeiten unter den Dnitschen trienen soll. Auch von §Maus soll mit den Volksgenoffen in den anderen m? werS. Drtto°|ten blt «°here Verbindung aufgenom-

Kurze Umschau.

Reichspläsident von Hindenburg empfing Don­nerstagnachmittag Reichskanzler Adolf Hitler zu einer Besprechung über schwebende politische Fragen.

Der Gesandte von Haiti in Berlin, Eduard Pouget, ist an den Folgen einer Lungenentzündung g e - storben. \

t

Zwischen der deutschen und der estnifchen Re­gierung ist am Donnerstag ein Abkommen über den gegenseitigen Warenverkehr abge- schlofsen worden. Das Abkommen tritt am 15. April norlaujig in Kraft und soll zunächst bis Ende des Jahres 1934 gelten. Durch vorstehendes Abkommen wird der bet- Der fettige Warenverkehr im Rahmen einer ausgeglichenen deuisch-estnifchen Handelsbilanz wisderbelebt.

*

. . Durch die Presse ging vor einigen Tagen die Nachricht, Sag der Reichsminister des Innern beabsichtige, für einige übermäßig stark besuchte Hochschulen, wie Berlin und Mün­chen, H o ch st z a h l e n für die Zulassung von Studierenden vorzuschreiben. Vom Reichsministerium des Innern wird darauf aufmerksam gemacht, daß dort von emer solchen Absicht nichts bekannt ist.

Die tschechoslowakische Regierung hat der Reichsregie- rung durch ihren Gesandten amtlich mitgeteilt, daß den deutschen Flaggen- und Hoheitszeichen in der Tfchechoslowakei die gleiche Behandlung zuteil werden wird, wie den Flaggen- und Hoheitszeichen 1 tter Staateii und daß an die zuständigen inneren tschecho- slowkischen Behörden die entsprechenden Weisungen gegeben worden sind. Die Reichsregierung hat auf Grund dieser amtlichen Mitteilung das im Februar d. I. ausgesprochene Verbot des Zeigens tschechoslowakischer Flaggen, Wimpel und Abzeichen im Reichsgebiet aufgehoben.

fr

Wie dasPosener Tageblatt" meldet, hat das Star­garder Bezirksgericht in der Berufungsinstanz fünf Mädchen steige sprach en, die von der Starostei zu 30 Zloty Geldstrafe verurteilt worden waren, weil sie die Ostland- treue-Fahrer im vergangenen Herbst mit dem deutschen ®r u R begrüßten. Das Urteil stellt einen Präzedenz- sall dar, da es eindeutig feststeht, daß der deutsche Gruß, das Heben des rechten Armes, in Polen nicht straf­bar ist. 1 1

fr

_ .Der Unterstaatssekretär für Auswärtige Angelegen­heiten Su v i ch wird am 23. April nachLondon abreisen um bei der britifchen Regierung im Namen der italienischen Regierung die Befuche Macdonalds und Simons in Rom zu erwidern. 0

ffn,*Oreine^^5 P°sk'°"sspi-l in Essen. Die Spielschar der Kliener Äumpanetj brachte das Passionsspiel Das Mysterium -es Leidens Christi" zur Uraufführung 'Das Spiel hat Dr. Kreutzer zum Autor, Fritz Stein schuf die lÄnT1 ev ^rte .untermalende Musik stammt von (TM?» Heiland herum hat Dr. Kreutzer

§hure der Engel und der Teufel gruppiert, die von den Steile^nnitpf U1Ö) Luzifer geführt werden.

te un^ Volksizenen geben der Handlung drama- n Flug. Der Komponist wob in seine Musik alte sakrale ^ien mit hinein. Die Uraufführung im Essener städ- ®i^^aaI6aU ^tnteTlieB uus die Zuschauerschaft tiefe . * Wichtige neue Aktenfunde ju Senefelders Erfindung

Das Senefelder-Gedächtnisjahr hat drei /ergehlich ge,achte für die Geschichte der großen »eutichen Erfindung des Steindrucks bedeutsame Aktenstücke 5^,^'cht gebracht, die in dem riesigen, feit 1774 ununter- DtcVnangewachienen Archiv des schon zu Goethes Jugend- »sit berühmten Mufikalienverlags von Joh. AndrS in Offen­bach a. M. ,ett 135 Jahren unentdeckt ruhten und als ver­loren galten. Es handelt sich zunächst um das Original des Nir die raiche Ausbreitung der Erfindung entscheidenden Vertrags von 1799 zwischen Alois Senefelber und Anton 4nör6, m dem der Erfinder sich verpflichtet, dasGeheimnis, motmi und Bilder auf otein -u drucken, ohne die geringste Ruckhaltung" mitzuteilen und nach Offenbach überzusiedeln wofür er von Andre 2000 Gulden erhält. Senefelder über­nimmt auch die Aufgabe, eine geeignete Steinart in der Umgegend Offenbachs aufzusuchen, was ihm allerdings nicht gelingen konnte es blieb bei dem allein geeigneten Soln- norener Schiefer. Bei feiner eigenhändigen Unterschrift gibt «eneselder feinen Beruf noch mitGraveur" an. Ein zweites Akten,tück, während Senefelders Aufenthalt in London ab- gesatzt, bestätigt noch einmal den Verkauf der Erfindung und ein drittes aus dem Jahre 1801 beurkundet die Abtre­tung des in England durchgesetzten Patents an den Offen­bacher Musikalienverlag, der in London eine Filiale befaß.

Aus Aunst und Leben.

. * Günstige Entwicklung der Frankfurter Bühnen. In Ä"^^ÄÄ^^^"^^^^tete der Generalintendant der Städtischen Buhnen, Mchgner, über feine Arbeiten während ber letzten Monate und seine Pläne für die nächste Zeit. Dank der energischen und zielbewußten Arbeit des General­intendanten Meitzner haben die Frankfurter Bühnen wie- der eme erfreuliche Aufwärtsentwicklung genommen, sowohl inkunstleri,cher als auch in finanzieller Beziehung. Von Oktober bis Februar konnten 52 000 RM. Mehreinnahmen erzielt werden, trotz niedrigerer Eintrittspreise das darauf zuruckzusühren ist, daß seit Oktober das Opernhaus 45 000 unb das Schauspielhaus 28 000 Besucher mehr aufzuweisen hatte wie in der gleichen Zeit des Vorjahres. Erfreulich ist, dag auch die «chuler immer mehr Interesse am Theater zeigen. Nicht weniger als 10000 Schüler haben die städtischen Theater besucht, darunter auch aus den oberen Klaffen der M Volksschulen.

* Die älteste Ostersequenz. Unter Sequenzen versteht BL. man eine Art kirchlicher Dichtungen, die den Hymnen ver­wandt ist. Wahrscheinlich kamen sie um die Mitte des neun» [ . ten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung auf. Sie wurden schon von Papst Nikolaus I. bestätigt, der 867 starb. Die Melodien der ersten Sequenzen entnahm man den Jubila- tionen des Halleluja-Gesanges. Ihnen lag die Aufgabe ob, in der Messe die Bedeutung des jeweiligen hohen Festes klanglich auseinanderzusetzen und zu veranschaulichen. Die Zahl der Sequen-en nahm im Laufe der Zeit derartig zu, daß man schließlich für jeden Tag eine dieser Dichtungen zur Verfügung hatte und sie im Jahre 1568 bis auf wenige beseitigte, so daß sich nur ein kleiner Teil bis in die Gegen­wart hinein erhalten hat, was vokn kulturgeschichtlichen , Standpunkt gewiß zu bedauern ist. Als älteste Sequenz be­trachtet man die Ostersequenz. Sie ist noch heute gebräuchlich. Für den Verfasser hält man Wipo, den Hofkaplan des falifchen Kaisers Konrad II, der im Jahre 1039 starb. Sie »errät in ihrer Dialogform die ersten Anfänge des Dramas. In die Ostersequenz wurde Maria Magdalena als redende Person eingeführt. Man nimmt allgemein an, daß diese uralte kirchliche Dichtung die Grundlage für die meisten und schönsten geistlichen Gesänge abgegeben hat, die tn jenen weit zurückliegenden Tagen entstanden und teilweise «och heute angestimmt werden,so weit di« deutsche Zunge