Wiesbadener Tagblatt
Sonntag. 25. März 1934.
Hut
Blumenthal
RETTENMAYER
. nach Benzin zu riechen oder mecken!
Reinigt die deutsche Heimat!
Fort mit der Reklame aus dem Landschaftsbild.
Für das deutsche Volk ergibt sich die Mahnung, mitzu- arbeiten an dem großen Kulturwerk, das nun in Angriff genommen wird, eingedenk der ewigen Wahrheit, da» Wies« und Feld dem Boden für die Rasse ab- aibt, reder Wald ein Dom und die ganze deutsche Heimat unser Heiligtum ist.
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Neues aus aller Wett.
Lawinenunglück in der Tatra. In der Nähe von Zak o- pane in der Tatra ereignete sich am Donnerstag ein schweres Lawinenunglück. Als eine SkigeMschaft von sieben Personen,, darunter der polnische Skimeister Ezech und seine Frau, auf Schneeschuhen einen Paß überquerten, ging plötzlich eine Lawine nieder und begrub sämtliche Touristen unter sich. In der Nähe befindliche andere Skiläufer alarmierten sofort zwei Rettungskolonnen. Nach stundenlangen anstrengenden Arbeiten konnten fünf Verschüttete steige legt werden. Zwei von ihnen hatten ichwere Verletzungen davongetragen, während die drei anderen ohne nennenswerte Schäden davon kamen. Später konnte auch die Frau des Skimeisters Ezech geborgen werden. Doch waren ihre Verletzungen so schwer, daß sie kurze Zeit daraus verschied. Infolge der Dunkelheit mußten die Versuche, auch den letzten Skiläufer aus- zugrabe», abgebrochen und auf Freitag verschoben werden.
Fünf Mann auf einem Fischerboot ertrunken. In der Nähe von Ischia kenterte bei stürmischem Wetter ein italienisches Fischerboot. Die Besatzung von fünf Mann fanden den Tod.
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Rundfunk-Ecke.
Nachstehende Sendungen des Tüdwestfunkes sollte« Sie unbedingt hören.
Sonntag, 25. März: 14,35 Ahr: „Und kommt vom linden Süden der Frühling übers Land..."
Montag, 26. März: 29,10 Ahr: „Tosca", Musik, drama in drei Akten von Puccini (aus dem Frankfurter Opernhaus).
Dienstag, 27. März: 17,39 Uhr: „Vater und Mutter". Zum 50. Geburtstag von Nikolaus Schwarzkopf. 1
Karfreitag, 30. März: 19 Ahr: „Johannes-Passion" von Johann Sebastian Bach. — 23 Ahr: „Vom Schicksal des deutschen Geistes": Mathias Grünewald: „Ealvarienberg und Auferstehung".
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Daß sich in den Straßen der Städte die Reklame besonders bemerkbar macht, ist eine Erscheinung, mit der wir uns notgedrungen abgefunden haben. Nachdem die Amerikaner entdeckt haben, daß Licht Leute lockt, hat die Lichtreklame Ausmaße angenommen, die scheinbar kaum noch zu übertreffen sind. Durch die schreienden Farben ist der natürliche Großstadtverkehr noch mehr beunruhigt worden, sodaß man es geradezu als Erlösung empfindet, wenn man in eine Seitenstraße ohne jegliche Reklame kommt.
Solange wir uns in der Stadt befinden, mag es noch gehen. Wenn wir aber der Stadt entfliehen wollen und endlich uns dem Zauber der deutschen Landschaft hingeben, stoßen wir wieder auf Reklame und Propaganda, die dem empfindsamen Menschen jegliche Stimmung rauben. Es wird uns unmöglich gemacht, auf unseren Wegen ver- treft an etwas anderes zu denken oder etwas Schones ungestört zu betrachten, ja manchmal vor lauter Schildern den richtigen Wegweiser zu finden. Es sei gern zugegeben, daß eine Reche großer Firmen hervorragende Künstler heran- »en hat, die einprägsame Schlagzeilen oder Symbole gern haben. Was nützt aber das schönste Plakat, wenn es rn dem Wust der übrigen Schilder untergeht oder durch ewige Wiederholung so aus uns einhämmert, daß es uns Zum Überdruß wird. Die Reklamesachleute kennen diesen Zustand des Abgestumpstwerdens sehr gut. Deshalb sinnen ste auf neue und noch zugkräftigere Mittel, um unsere Auf- merkfamkeit doch noch auf sich zu ziehen. Durch Strecken- we Menbahnfahrt ins deutsche Land be- gleitet. Auf den Landstraßen werden dem Kraftfahrer immer wieder dieselben Benzin- und Ölnamen entgegengeschleudert, obwohl er doch genau weiß, welches Erzeugnis er braucht oder bevorzugt und ihm obendrein bekannt ist, daß er es schon in der nächsten Tankstelle erhält. Und kommt man in man gleich an den ersten Häusern eine Fülle blecherner Markenanpreisungen, die Wohnhaus Stall und Scheuer verunzieren.
Das schlimmste ist aber, daß immer die schönste , >id schäft am meisten von der Reklame betroffen wird, i^as ist ja auch ohne weiteres erklärlich, denn in langweilige Gegenden zieht kein Ausflügler, noch gibt es in ihnen Sommerfrischen. Daß man sich schon in früheren Jahren der Notwendigkeit bewußt war, den Auswüchsen der Re- klame entgegenzutreten, zeigt das preußische Ver
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und Gewerbetreibenden, die mit ihrer Reklame vielfach zui Verunstaltung der Natur beitragen. Für manche Industriezweige dürfte die Landschaftsreklame künftig überhaupt entbehrlich sein, z. B. für die Automobil- und Treibstoffindustrie, die jetzt einem neuen großen Aufschwung entgegenqeht Niemals aber darf es geschehen, daß der Reiz des Land- schaftsbildes durch neue Reklame mißbraucht wird. Es braucht nicht gleich jeder Berg ' '
ein See nach Schokolade zu schn
Es wird zunächst an den Bl
Es wird zunächst an den Behörden liegen, bahnbrechend mit der Beseitigung der Landschaftsreklame voranzugehen. Reichspost und Reichsbahn können in dieser Hinsicht kulturelle Aufgaben erfüllen. Aber auch die Gemeindebehörden müssen sich in den Dienst der guten Sache stellen. Wegweiser und Warnungsschilder dürfen hinfort nicht mehr mit reklame- haften Hinweisen verbunden werden.
Schweres ExplosionsunglLck in Texas. Durch eine schwere Explosion in Rosita wurden am Freitag acht Personen ge t ö t e t und zwölf Bergleute, die in einem 130 Meter unter Tag gelegenen Kohlenschacht arbeiteten, verletzt. Die ganze Stadt wurde durch die Explosion erschüttert. In Rosita befindet sich die größte mexikanische Fabrik für Nebenprodukte von Kohle.
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unstaltungsgesetz, das im Jahre 1902 erlassen wurde, aber im Laufe seiner 30jährigen Wirksamkeit sich leider als unzureichend erwiesen hat. Der weitere Ausbau der in diesem Gebiet enthaltenen Grundsätze auf die Erfordernisse der Gegenwart ist daher notwendig. Der Reichsbund „Volkstum und Heimat" hat sich daher zusammen mit der Gemeinschaft „Kraft durch Freude" für die Reinhaltung der deutschen Landschaft eingesetzt. Er will nicht eine allgemeine Bilderstürmerei Hervorrufen, die vor allem noch bestehende Verträge stören würde. Aber er will aufklären unter der Bevölkerung einerseits aber auch in allen Zweigen der Industrie und des Handwerks andererseits, die sich zur Verbreitung ihrer Erzeugnisie der Reklame bedienen. So sollen z. B. die großen Handelshäuser gebeten werden, die Vornehmheit ihres Geschäftsgebarens auch draußen auf der Landstraße zu erweisen. Ein solches Beispiel würde von gutem Nutzen sein für die zahllosen Händler
Kirchgaffe 18 im Phetohaus Bester.
Amtlich zugelassene Verkaufsstelle der Reichszeugmeisterei, München.
Geschäfts-Verlegung.
Are Verkaufsstelle für Bekleidung, Ausrüstung und < > Abzeichen der NSDAP, befindet sich ab Samstag, \\ 24. März 1934 nicht mehr Oranienstr. 14 sondern nur noch < ►
Bekanntmachung.
Betrifft Beachtung der Berkehrsvorschriste«.
, Der Herr Minister des Innern hat in einem Ev laß vom 10. 11. 1933 eine schärfere lleberwachung des Verkehrs angeordnet. Der Erlaß sagt auszugsweise folgendes:
„Die Verkehrsvorschriften werden von den Ver- »brsteilnehmern — insbesondere Kraftfahrern und Radfahrern — häufig nicht genügend beachtet. Dadurch sind erhebliche Unfälle verursacht worden. Im Jntereste der Verkehrssicherheit mache ich es allen Polizeibehörden zur Pflicht, Zowobl in den Städten als auch auf dem Lande den Verkehr schärfer als bisher zu überwachen. Bei Feststellungen von Aeber- tretungen von Verkehrsvorschriften ist unnachsichtlich emzuschreiten. Ein öffentliches Jntereste an einer Bestrafung im Sinne des § 153 StPO, wird immer dann als vorliegend zu erachten sein, wenn sich der betreffende Verkehrsteilnehmer vorsätzlich oder grob fahrlästig über Verkehrsvorschriften hinweggesetzt hat. Nur bei genauester Beachtung der Verkehrs- Vorschriften wird es möglich sein, trotz des gesteigerten Verkehrs, eine Erhöhung der Unfallziffern zu vermeiden."
.. Es werden z. Zt. folgende Verstöße besonders häufig festgestellt:
1. Zu schnelles Fahren, insbesondere an Kreuzungen und bei starkem Verkehr.
2. Schneiden der Kurven beim Linkseinbiegen.
3. Verletzung des Vorfahrtsrechts.
4. Fehlende oder ungenügende Beleuchtung.
5. Fehlender Rückstrahler.
6. Nicht scharfes Rechtsfahren der Eespannführer und Radfahrer.
7. Transport von großen Gegenständen auf Fahrrädern, sodaß die Fahrer nicht die erforderlichen Zeichen geben können.
8. Nicht — bezw. nicht rechtzeitiges Anzeigen der Fabrtrichtungsänderung.
9. Unaufmerksamkeit und verkehrswidriges Verhalten der Fußgänger.
Die Polizeibeamten werden in Zukunft bei derartigen Verstößen unnachsichtlich Anzeigen erstatten. ____________________ Der Polizeipräsident.
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