Einzelbild herunterladen
 

Das Jahrzehnt des Werkstoffs.

Will man die stetige Entwicklung der Technik in einzelne Abschnitte unterteilen, dann kann man den seit geraumer Zeit laufenden Abschnitt vielleicht als das Jahrzehnt der Werkstoffe ansehen. Dem Ingenieur, dem Werkstatt- mann, dem Fabrikanten stehen nicht nur ein Dutzend Metalle zur Verfügung, sondern Hunderte von Legierungen, die sich in allen möglichen Eigenschaften und damit auch Ver­wendungszwecken grundsätzlich voneinander unterscheiden. Es gibt unzählige Arten von Stahl und von Leichtmetallen, genau so wie es unzählige Arten von Kunstharzen und Pregstoffen, von Hölzern, Treibstoffen usw. gibt. Wir haben tatsächlich in früher nicht geahnter Weife gelernt, die Erund- stoste, die uns die Erde bietet, durch verschiedenartigste Behandlung und Mischung uns dienstbar zu machen um zur jeden Zweck das Geeignetste zur Verfügung zu haben. Zwar können wir immer noch nicht aus Blei Gold machen dasür aber aus Holz ebensogut Kleiderstoffe wie Zucker, aus der Luft Düngemittel und Chemikalien, -aus der Braunkohle Benzin oder Kunstharz. Wenn man frühere Zeitalter Stein­zeit oder Bronzezeit genannt hat, so kann man unser heutiges Zeitalter eigentlich mit gar keinem Werkstoff be­zeichnen, weil wir uns ein solches Heer von Werkstoffen natürlichen und künstlichen, geschaffen haben, daß wir in der Wahl des Materials für alle denkbaren Zwecke immer frei-'r werden, und längst schon kein bestimmter Stoff mehr der Technik unserer Tage sein besonderes Gepräge gibt. r

Ms wir nach dem Kriege unsere Technik umgsstalteten und neu aufbauten, da war das A und O unserer Kunst das Kernproblem jeder Art Fabrikation die Maschine. Es schien nichts Wichtigeres zu geben als Fragen wie die nach der besten und billigsten Art der Kraft- g sw Innung und -Versorgung, nach der zweckmäßigsten und wirtschaftlichsten Art der Verarbeitung. Es scheint, daß die­ser Abschnitt der Rationalisierung um jeden Preis, der weit­gehenden Ausschaltung der menschlichen Arbeitskraft und deren Ablösung durch den Automaten im wesentlichsten ab­geschlossen ist. Er hat ungeheure Fortschritte gebracht, aber auch schwere Wunden geschlagen und Millionen von Einzel- Existenzen genau so getroffen wie große Konzerne und Unternehmungen. Zu seinem Beginn schuf die deutsche Industrie in der Leipziger Technischen Messe einen großen Produktionsmittel-Markt, der auch heute nicht an Be­deutung verloren hat., Er ist aber allmählich verwandelt und erweitert worden im Sinne der geschilderten technischen Weiterentwicklung, uqd vor allem die F r ü h j a h r s m e s s e wird immer mehr zur Schau der Werk- und Betriebsstoffe. Das besagt natürlich nicht, daß die

Eine bahnbrechende deutsche Flugzeug-Konstruktion.

Von Fritz Peil (Leipzig).

Ein Ereignis, wie es sich ähnlich tausendfach wiederholte im Weltkrieg: Luftkampf: ein Deutscher schoß einen Fran­zosen ab. Diesmal aber geschah etwas Unerwartetes: der Sieger kam selbst ins Trudeln und stürzte dicht neben dem Gegner ab, unfähig, in den rettenden Eleitflug überzugehen Unten im Schützengraben stand der deutsche Infanterist Joseph Nottebrock und sah dem Vorgang zu. Er hatte als Kaufmann gelernt, weil zum Studium die Mittel fehlten: seine Liebe aber gehörte der Technik. Der Gedanke an den Absturz des Kameraden ließ ihm keine Ruhe. Konnte man das Trudeln nicht vermeiden?

Nottebrock hatte bald eine brauchbare Lösung gefunden; auf dem Papier stand der flüchtige Entwurf eines Wind- mühlcnflugzeuges, wie wir es von La Cierva kennen. Der Feldgraue mutzte seine Zeichnung wieder zusammenkramen, verlacht und angesoppt, und wenige Jahre später staunte die Welt über das Windmühlcnflugzeug des Spaniers, das ge­nau jo gebaut war, wie es sich 5er Soldat im deutschen Schützengraben ausgedacht hatte.

So begann Joseph Nottebrock seine Laufbahn als Flug­zeug-Konstrukteur, jun jetzt nach langen Jahren weiterer Arbeit eine neue Idee auszuarbeiten, deren Tragweite sich vielleicht noch viel bedeutsamer auswirken wird als j-mer Windmühlenflugzeug-Entwurf. Eine Röhre fällt nie auf die Kante (Öffnung). Versucht man eine an beiden Seiten offene Röhre aus ziemlicher Höhe mit der Öffnung auf den Boden zu werfen, so gelingt es nicht. Die fallende Röhre weist ein Düsenwirkuug auf, die sie zwingt, stets eine waage­rechte Stellung einzunehmen, so daß sie mit der Fläche auf­fällt. Diese Tatsache, die bisher den Physikern verborgen war, entdeckte Nottebrock bei seinen zahlreichen Versuchen ganz zufällig. Er schweißte nun eine Batterie von Röhren zusammen und ließ sie von größerer Höhe herabfallen. Immer .zeigte es sich, daß die Röhren nie mit der Öffnung auf­schlugen. Das brachte den Erfinder auf die Idee, solche Röhren in die Tragfläche eines Flugzeuges, und zwar in den Druckpunkt, einzubauen, so daß beim'Fallen nicht nur die Röhren, sondern mit ihnen auch die Tragflächen in waagerechter Lage zu Boden gehen müffen. Versuche erfolg­ten und verliefen glänzend, denn die mit dem Nottebrock- s schen Röhrensystem versehenen Modelle besitzen ein erstaun- ' liches Gleitvermögen.

Ein Gutachten der Deutschen Versuchsanstalt für Luft- schijfahrt lautet wörtlich:Auf Wunsch bestätigt Ihnen die DVL, daß Sie am 17. 2. 1932 ein flugfähiges Modell in Adlershof vorgeführt haben. Das Modell wurde wieder­holt von einem 12 Meter hohen Turm abgeworfen und führte stabile Gleitflüge aus. Der Gleitwinkel betrug etwa 30 Grad. Bisweilen kippte das Modell ohne sichtlichen Grund in die Rückenlage und flog in dieser stabil weiter. Bei einem Flug stieß das Modell in acht Meter Höhe an einen Telephon­draht, wurde dabei völlig abgebremst und von der Fahrt­richtung gedrängt. Nach einer Fallhöhe von etwa 3 Meter befand sich das Modell wieder in vollständig stabilem Elcit- flug. Einige Versuche mit anders eingestellten Zylindern zeigten, daß offenbar die Stellung der Zylinder zum Trag­flügel (in der Richtung der Tiefe) für die Stabiliät des Modells sehr wichtig ist. Auf Ihren Wunsch teilt die DVL. den gleichen Sachverhalt der Aerodynamischen Versuchsanstalt in Göttingen und Herrn Ingenieur Erich Offermann-Berlin mit. Der Vorstand: I. A. Weibel."

Rach diesen erfolgreichen Vorarbeiten ließ sich Nottebrock «eine Erfindung patentieren. Die Zweifler mögen einen

Maschinenschau verschwindet oder auch nur weniger um­langreich wird. Die Maschine verliert nicht an Bedeutung, und hinzu kommt, daß schon räumlich die Werkstoffe nicht so anspruchsvoll sind, daß man ferner zwar bestimmte Eigen- Ichaften dieser oder jener Stoffe durch einfache Versuchs­anordnungen zeigen kann, daß aher das Schwergewicht auf diesem ^Gebiet bei der Beratung durch den fachmännischen Verkäufer liegt. Wenn es bisher schon Beratungsstellen der zuständigen Verbände, etwa für Aluminium, Stahl, Zink und Kupfer auf der Messe gegeben hat, so wird vermutlich auf der kommenden Frühjahrsmesse die Zahl dieser Be­ratungsstellen wesentlich größer werden, denn diese Messe wird mehr noch als ihre Vorgänger im Zeichen des Werk­stoffes stehen.

. , Der Wettbewerb, vor allem mit der ausländi­schen Konkurrenz, wird für den deutschen Erzeuger von Jahr zu Jahr schwerer, weil er, zumal bei steigenden Roh- stosfpreisen, immer schärfer kalkulieren muß; schon deshalb wird die Notwendigkeit immer dringender, nicht nut für leben Zweck die geeignetste Maschine oder für möglichst viele Zwecke eine Universal-Maschine zur Verfügung zu haben, sondern für jede Maschine und für jeden Zweck auch den ge­eignetsten Werk- und Betriebsstoff; denn eine geringfügige Verbesserung des Materials kann heute ebenso zum Sieg über den Konkurrenten führen, wie eine Verbilligung der Herstellung durch Wahl eines, vielleicht ganz anderen, aber ebenso geeigneten und dafür preiswerteren Rohstoffes oder Halbfabrikates. Es sind, wie gesagt, nicht nur die Metalle, wie Stahl und Eisen, Aluminium, Kupfer, Nickel, Zinn, Zink usw. und deren zahllose, Legierungen, um die es sich dahei handelt, sondern ebensogut die neuzeitlichen Kunstharze oder die vielen verschiedenen Textilmaterialien. Oder man denke auch an die, Chemikalien, die die Glasindustrie zum Färben und Verändern der Gläser braucht, oder an die Glasuren für die keramische Industrie, an die Lösungsmittel für die Gummi- und chemische Industrie, an Farben, Lacke und Emaillen oder an die vielen Arten von Isolierstoffen gegen Strom, Feuchtigkeit, Wärme, Kälte und Erschütterungen. Man denke an Schmieröle und Treibstoffe, an Baustoffe, Natur- und Kunststeine, an die verschiedenen Holzarten von der Kiefer bis zum Teakholz. Und diese Aus­stellung ist auch noch nicht im entferntesten erschöpfend, um­somehr als wir, wie gesagt, erst am Anfang einer großen Entwicklung stehen, und die Chemie und Technologie unserer -läge bald gelernt haben wird, alles Vorhandene nutz­bringend zu verwerten, auszunutzen und umzuschaffen, man konnte fast sagen, aus allem alles machen. A. L.

Teil eine Tiefe von 300 Meter haben und deren Durchmesser 3040 Zentimeter beträgt. Durch diese Bohrlöcher wird der Wasserdampf, der glühend heiß aus dem Erdinnern ent­strömt, zum Betriebe von Turbinen verwendet. Im Durch­schnitt liefern die Bohrlöcher ungefähr 30 000 bis 60 009 kg/Stb. Dampfenergie. Der Dampfdruck beträgt bei den meisten Bohrlöchern 2-3 Atmosphären. In der jüngsten Zeit wurden aber an günstigen Stellen Bohrlöcher von er­heblich größerer Leistungsfähigkeit heruntergebracht. Es ist gelungen, zwei Bohrlöcher von 180 000 und 200 000 kg/Std. ju schaffen. Diese Bohrlöcher haben einen durchschnittlichen Dampfdruck von 3,5 Atmosphären. Das leistungsfähigste Bohrloch, das hier bisher der Energiegewinnung erschlossen worden ist, konnte vor kurzer Zeit in Betrieb genommen werden. Es hat einen gewaltigen Dampfdruck von durch­schnittlich 5 Atmosphären und liefert 200 000 kg/Std. Damit ist die gesamte, bisher der Ausnutzung erschlossene Energie­menge auf rund 800 000 kg/Std. gestiegen.

Neben der Wärmeausnutzung des bei Erbe entströmen­den heißen Wasserdampfes kommt auch eine chemische Ver­wertung in Betracht. An einigen vulkanischen Stellen ist der Wasserbamps fast rein, wie z. B. in Neuseelanb. In Toskana bagegen ist er mit Schwefelwasserstoff, Kohlensäure und vor allen Dingen mit Borsäure vermengt. Dieses Bor­säure-Vorkommen reizte schon seit langer Zeit bie Menschen, die sogenanntenSoffioni" von Toskana das sind bie Wasserdämpfe auszunutzen und aus ihnen Borsäure zu gewinnen. Es handelt sich um einen Landstrich von etwa 20 Quadratkilometer zwischen Volterra und Massa marit- tima, wo die von Dämpfen burchströmten borsäurehaltigen Wasiermassen herausströmen. Es würbe schon vor mehr als 100 Jahren ein Verfahren durchgeführt, die Borsäure aus den Soffioni zu gewinnen. So wurden die Soffioni von Toskana, neben dem Krater bei Insel Vulkans, eine wichtige Quelle füi Borsäuiegewinnung. In bei letzten Zeit hat man ein Veifahien buichgefühit, die Voisäure aus den heißen Dämpfen zu gewinnen, bcvoi bei Dampf aus den Bohr­löchern in bie Turbine gelangt. Die Borsäure wurde in den Soffionen Toskanas bereits von Höfer int Jahre 1777 ent­deckt. Die erste Fabrik zur Gewinnung ber Borsäure wurde hier im Jahre 1815 begründet.

Die pflege des Fahrrades.

Mit den Fahrrädern geht es wie mit den anderen Hilfs­mitteln unseres täglichen Lebens; sie werden umso mehr ver­nachlässigt, je mehr man von ihnen verlangt.

Um ein Fahrrad äußerlich stets in gutem Zustand zu halten, empfiehlt es sich, eine der heute so billigen Zerstäuber­spritzen anzuschaffen und mit einem der heute überall erhält­lichen Putz- und Polieröle für Autos und Fahrräder das ganze Fahrrad abzuspritzen. Ein ganz feiner Nebel genügt. Das dauerte noch keine Minute, und in weiteren drei Minuten ist das Fahrrad mit einem weichen Lappen abgerieben und überpoliert, und nun ist es mit einem ganz feinen Politur­hauch überzogen, und so vor Rost und Verschmutzung bewahrt. Ist die Maschine nach einigem Gebrauch wieder verstaubt und verschmutzt, so ist nach dieser Behandlung ber Staub unb Schmutz leicht abzuwischen. Danach wirb die Maschine wieder abgespritzt und überpoliert. So kann selbst ein stark benutztes Fahrrad jahrelang im Aussehen wie neu erhalten werden.

Beim Reinigen des Fahrrades achte man vor allem darauf, daß sich in den versteckten Ecken kein Schmutz festfetzt und säubert darum auch die Innenseite ber Schutzbleche. Diese sollen auch innen abaespritzt werben, denn bann haftet der Schmutz, ber beim Fahren hauptsächlich hiergegen ge­schleudert wird, nicht so fest.

Besonderer Beachtung bedürfen die Fahrradreifen, be­sonders die Ballonreifen. Die schmalen Reifen sind stark auf« zupumpen, Ballonreifen müssen dagegen je nach dem Gewicht des Fahrers mehr ober weniger schwach ausgepumpt werden, aber nie so wenig, daß sie bei schlechter Straße auf bie Felge aufschlagen können, benn dadurch werden alle Reifen schnell zerstört. Nach einer Fahrt im Regen müffen bie Reifen am Felgenrand trocken gewischt werden, da sie sonst durchrosten.

Die Kette muß 'itets richtig gespannt fein, unb zwar so. daß man sie nach oben unb unten um etwa 1,5 Zentimeter bewegen kann. Eine Fahrrabkette braucht nicht gefämien zu werden. Sind die Kettenglieder ausgeschliffen, d. h. triei fen sie nicht mehr fest in die Zahnräder, bann muß die Kette erneuert werden, sonst greift sie bie Zahnräder zu sehr an.

Vorder- und Hinterradnaben sollen zweimal im Jahre mit Staufferfett ober reiner Vaseline gefüllt werden. Meist wird vergessen, auch bas Tretkurbellager zu schmieren. Das geschieht einmal im Jahre burch Füllen der Kugellager mi+ Fett ober Vaseline. Auch bie kleinen Kugellager der Pedal- müffen in Staufferfett laufen.

richtung auf einen mit einer infraroten Schicht überzogenen örtlm gemacht werden. Das Lichtbilbgerät ist bireft mit etnem Behälter verbunben, in welchem ber Film sofort nach der Belichtung entwickelt unb fixiert wirb, so daß es möglich ist, binnen einer halben Minute nach bet Aufnahme bereits bas fertige Negativ zu betrachten. Diese Zeitspanne würbe vollkommen ausreichen, wenn nicht bas ganze Verfahren noch einen Nachteil hätte. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß mit bem infraroten Film und diesem Aufnahmegerät eine Durchdringung des Nebels nur bis auf eine Entfernung von 300 Meter möglich ist, und diese Entfernung reicht für eine praktische Verwendung in der Schiffahrt nicht aus. Wenn man bedenkt, daß bei Anwendung dieses Verfahrens ein ent­gegenkommendes Schiff erst au; dreihundert Meter Ent­fernung sichtbar wird und diese Entdeckung auch erst noch nach Ablauf von 30 Sekunden (ber Entwicklungszeit des 3ilms) der Schiffsführung bekannt wird, so kann man unter Berücksichtigung der Schnelligkeit unserer modernen Dampfer (Bremen" unb,Europa fahren mit 50-Stunden-Kilo- meter!) sich selbst errechnen, baß dann ein vollkommen sicheres Ausweichen wohl kaum noch möglich fein wird. Die Praxis verlangt von einem solchen Gerat eine Nebeldurch­bringung von mindestens 1000 Meter, bevor sie sich zu einer Sulären Anwendung der Nebelphotographie entschließt.

roretisch stehen ber Erfüllung dieses Wunsches keine Schwierigkeiten entgegen, und es wird gar nicht mehr so lange dauern, bis ber Nebel seine Schrecken für den See­mann verloren hat.

Aein Trudeln mefyt!

Heuten Versuch durchführen, der ohne Mühe den merkwürdi­gen Duseneffekt der Röhren veranschaulicht. Man schneide sich eine Tragfläche aus dünner Pappe unb klebe auf bereu hinteres Drittel obenauf einige kurze Papierröhrchen. Dann lasse man bas Modell aus Brusthöhe senkrecht herabfallen. Es fällt nur ein geringes Stück senkrecht, wird bann in waagerechte Stellung gebrückt unb lanbet ungefähr einen Meter vor unseren Füßen. Dabei bemerkt man ein ganz aus­geprägtes Gleiten, bas -beim Flugzeug immer dazu führen wird, bie Maschine aus bem Trubeln mieber auf bas Fahr­gestell zu bringen. Das Ende bes Trudelns ist gekommen.

Die als Kraftwerk.

Bereits 800 000 kg/Std. Dampfförderung aus Vulkanen.

Die Ausnutzung der vulkanischen Kräfte zur Erzeugung von Energie hat in der jüngsten Zeit in Toskana eine un­geheure Ausweitung erfahren. Es wurde hier ein neues Bohrloch in Betrieb genommen, das einen Dampfdruck von fünf Atmosphären hat und in der Stunde 200 000 Kilogramm liefert. Damit ist die Gesamtleistung derHölle als Kraft­werk auf rund 800 000 kg/Std. gestiegen. Es handelt sich hierbei um die sogenannten Fumarolen von Toskana, nämlich um Ausströmungen von Wasserdampf aus Kratern erloschener Vulkane ober aus Erbspalten in ber Nähe frühe­rer vulkanischer Tätigkeit. Dieser Wasserbamps, der wirklick> als berHölle" entstammenb bezeichnet werben kann, hat hin und wieder einen ungeheuren Druck, so daß er für bie Energielieferung ausgenutzt werden kann. Es'ist eine völlig kostenlose Dampfkraft, die hier von ber Erbe selbst geliefert mirb, unb der Mensch ist auf ben Gebauten gekommen, diese Energien, bie bisher nur ber Zerstörung bienten, für Zwecke ber Menschheit auszubeuten.

Zu diesem Zweck wurden Bohrlöcher hergestellt, die zum

Kampf dem Nebel.

Entwicklung der Nebelphotographie durch infrarote Strahlen.

Vor gesurchietste Feind jedes Seemannes ist der Nebel, ihn haßt er i hr als beit stärksten Sturm und all die anderen Gefahren ter <reefahrt. Woher kommt das? Gegen ben oturm kann er sich bis zu einem gewißen Grade wehren, er kann fein Schiff so manövrieren, daß die Wellen keinen zu großen Schaden anrichten, er kann rechtzeitige Sturm­warnung vorausgesetzt ihm etwas aus dem Wege gehen, und wenn es ganz schlimm kommt, kann er bie stärksten Brech- leen durch Ausgießen von Öl dämpfen. Anders der Nebel, heimlich steigt er aus bem Meere unb hüllt das Schiff in einen feuchten weißen Schleier, raubt dem Seemann die Sicht und läßt ihn unsicher werden. Mit Nebelhörnern, Glocken- Hgnalen und Unterwafferschallgeräten sowie mit verminder­ter Geschwindigkeit setzt bas Schiff seine Fahrt fort, und Horchposten, an ben verschiedenen Stellen bes Schiffes postiert, muffen ihre größte Aufmerksamkeit auf bie Warnsignale anderer Schiffe richten. Solche Fahrt durch das Nichts, immer auf der Hut vor Zusammenstößen mit anderen Schiffen auj ben Hochstraßen ber See, ist bem Seemann verhaßt, unb io tägiges sich erklären, baß seit ber Entbetfung ber infra­roten Strahlen unb ihrer Eigenschaft, ben Nebel zu durch­bringen, bie Wissenschaft und bie Praxis unablässig darauf sinnen, bie infraroten Strahlen in ben Dienst ber Schiffahrt zu stellen

Die ersten Versuche in bieser Richtung liegen schon ge­raume Zeit zurück; sie fanden ihr Ziel in der Schaffung eines Lichtbildgerätes. das auf ber Kommandobrücke des -chtjses angebracht mirb, unb mit bem während der Fahrt burch Nebelzonen fortlaufeitb Aufnahmen in der Fahrt­