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Wiesbadener Tägblätt M-«M,

Die Feier des Heldengedenktages.

Die Feier des Dolkstrauertages, nunmehr offiziell Heldengedenktag genannt, wurde Sonntag in allen Kirchen laut Verfügung der Behörden durch feierliche Ausgestaltung des Gottesdienstes festlich begangen. Die kirchlichen Gesangvereine wirkten überall im Haupt­gottesdienst durch Chorvorträge mit. Die Predigten waren ganz auf die ehrenvolle Erinnerung an die Gefallenen, dem großen Gedenken des Opsertodes für das Vaterland und das Erlebnis der Volksgemeinschaft eingestellt. Es wurden nun auch die für das Dritte Reich und die Gestaltung des neuen Deutschlands gefallenen Kämpfer in die Reihe der Helden einbegriffen und die allgemeine Trauer um die Gefallenen Zur Hoffnung für das neue Deutschland und zur Stärkung des Mutes gewandelt.

Zur Gedenkfeier auf dem Südfriedhof am Sonntagnachmittag hatte sich eine nach Tausenden zäh­lende Menge versammelt. Aus der Treppe zur Halle nahmen die Fahnenabordnungen der nationalen Verbände, Kriegergruppen, Sängervereme u. a. Aufstellung. Die Feier wurde eingeleitet durch den Musikvortrag einer SS.-Kapelle Wir treten zum Beten". Ein Sängerchor, Abteilung des Nass. Sängerbundes, Gau 1, unter Leitung von Herrn Petersen sang sodann W. DostsGute Nacht", Es folgte der Musikvortrag des geistlichen VolksliedesHarre meine Seele", woran sich BeethovensGottes Macht und Vor­sehung" anschloß. Die Ansprache hielt geistlicher Rat, Pfarrer Wolf. Anknüpfend an persönliche Kriegserlebnisse beim Regiment 223, der Tochterformation der 80er, sprach der Redner zunächst vom Volkstrauertag als dem bestimmten, festgelegten Tag der Erinnerung an unsere Gefallenen des Weltkrieges, denen wir auch die Opfer an Menschenleben der Heimat, wie Greise Frauen, Kinder, die durch feindliche Fliegerbomben starben, an die Seite stellen, das Erinnern und Gedenken umschließt auch die Toten der nationalsozia­listischen Bewegung, die iw 14jährigem Kamps ihr Leben dem neuen Deutschland opferten. Darum soll der Volkstrauer- tag von nun ab auch ,Heldengedenktag" heißen. Er soll aus der Niedergedrücktheit zur Größe und über die Treue hinaus zur heiligen Freude führen. Der VolksbundDeutsche Kriegsgräoerfürsorge" sorgt für die Erhaltung der Gräber in fremdem Land in vorbildlicher Weise. Mr hatten fast vergessen warum unsere Helden gefallen waren, nun aber hat das sich erfüllende Schicksal es wieder in unsere Herzen ge­hämmert. Wir haben Vertrauen und Hoffnung in Deutsch­lands Zukunft wiedergewonnen. Von der gesamten Volks­menge wurden als Äusklang das Deutschland- und Horst- Wessel-Lied gesungen.

Auf dem Heldenfriedhof schloffen sich mit An­sprachen für die Gefallenen des Weltkrieges und des neuen Reichs die Kranzniederlegungen an. Es sprachen für den VolksbundDeutsche Kriegsgräberfürsorge", Orts­gruppe Wiesbaden, Studienrat Dr. Wilh. R a ß b a ch, für den Herrn Regierungspräsidenten Oberregierungsrat Neu­haus, für die Stadt Wiesbaden Beigeordneter Spieser, für den Herrn Landeshauptmann Landesrat Schlüter, für die Schutzpolizei Wiesbaden Major Freiherr von Follenius, für Den Nassauischen Kriegerbund Magistrats­rat Klein, für den Kameradschaftsbund deutscher Polizei- beamten Polizeimeister N e h l i g, für das 1. Nass. 2nf.- Regt. 87 Herr Meyer.

. Vorher hatten bereits mit besonderen Abordnungen und Ansprachen Kränze niedergelegt: die Freiwillige Sanitäts- kolonne; di« RT>O.; der Reichsbund ehemaliger Berufs­soldaten: ber Bund ehemaliger 88er; die Vereinigung des «hem. Feldart.-Regt. 27; die NSKOV.; die Standarte Oranien, SA. der NSDAP.,.R. 1 (Stahlhelm). Die Frei­willige Sanitätskolonne unter ihrem Führer Magistrats- kaffeninspektor Hankammer versah wieder den Ordnungs­dienst. Die Anteilnahme der Bevölkerung war stark.

Feier am Devkmal der 80er.

Am Sonntagvormittag sand am Gedenkstein für d i e Gefallenen unseres Stadtregiments eine würdig« Ehrung statt. Neben den Angehörigen der Ge­fallenen und den Kameraden des Regimentsvereins waren je 3 Stürme der SA.-Standarte 80 und der Stan­darteO r a n ie n" de r SA. R. 1 aufmarschiert. Pfarrer Dr. Michel von der Lutherkirche hielt Die Gedenkrede. Kränze wurden niedergelegt von dem Führer des Verbandes der 80er Anthes, von Sturmbannführer K r ö n e r für die SA. und Sturmbannführer Boes für die Standarte Oranien". Di« Feier wurde umrahmt durch Mustkvorträge der SA.-Kapelle 80 unter Leitung von Musikzugführer Wenzel und dem Männergesangverein Hilda, der unter Stabführung von Fr. E a m b i ch I e r den ChorÜber allen Wipfeln ist Ruh" sang. Deutschland- und Horst-Weffel-Lied beendeten die würdig verlaufen« Feier für unsere gefallenen 80er.

Heldenehrung in den Vororten.

Miesbaden-Vie brich.

Ganz Biebrich stand am Sonntag im Zeichen der Helden- ehrung. Morgens war in den Kirchen Gottesdienst. Pünkt­lich 12 Uhr mittags senkten sich die Fahnen und Standarten äuf staatlichen, städtischen und privaten Gebäuden auf Halb­mast. Um 1 Uhr sammelten sich Die Vereine und Korpora­tionen mit umflorten Fahnen in Der Goethestraß« und marschierten unter ernster Marschmusik und Trommelklang durch i>ie Rathausstraße, Horst-Weffel-Straße nach dem Ehrenfriedhof, wo sich bereits zahlreiche Volksgenoffen ein- aefunden hatten. Eingeleitet wurde die Feier durch die Stahlhelmkapelle mit dem Mozartschen MusikstückO Schutz- Sist alles Schönen". Es folgte dann das von der Sänger« aft Biebrich unter Dr. Meisner vorgetiagenenSanktus" von Schubert. Die weihevolle Gedenkrede hielt Herr Vikar M o n n a r t als Vertreter des erkrankten Herrn Pfarrers Kübler. Mit dem Chor ,Mie sie so sanft ruh'n", dem Lied vomGuten Kameraden" und dem Niederländischen Dank- gebet fand die eindrucksvolle Feier ihr End«. Durch die nationalen Verbände und Regimentsvereinigungen wurden Kränze niedergelegt.

Am Abend hatte der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge, Ortsgruppe Biebrich, zu einer Abendseier in die Turnhalle eingeladen. Mitwirkende waren Frl. Hedwig Schäfer (Sopran), Frl. Emmy Nennick«, grr Hermann Dillmann, der Evangel. Kirchengesangverein, itung Lehrer A. Gröschner, das Orchester des Wiesbadener

Spangenbergschen Konservatoriums, Leiter Direktor Dr. Richard Meisner. Die Vortragsfolge begann mit der H-Moll-Sinfonie 1. Satz von Schubert, der später di« Ouver­türe zuEgmont" von Beethoven folgte. Der Kirchengesang- veretn bot mit OrchesterbegleitungAch Herr, laß dem lieb' Eng«lein" (aus der Johannes-Passion) und die Chöre Wach auf du deutsches Land" von I. Walther undNun Gottes Deuttchland wach auf" von W. Hensel. Frl. Nennicke sprack den PrologDen Helden zum Gedächtnis", Frl. Hed­wig Schäfer sang mit ihrem vollen Sopran die Solostelle in Dem Chor .Syvfonie sacra" von H. Schütz. Herrn Hermann Dillmann rezitierteAuf nach Walhall". 2m Mittelpunkt Der Veranstaltung stand die Ansprache des Herrn A. Prolins (Mainz), Der anschaulich über seine Eindrücke beim Besuch Der Kriegerfriedhöfe und Schlachtfelder in Frankreich sprach.

Wiesbaden-Dotzheim.

Am Sonntagnachmittag fanden sich an dem Ehrenmal dem Friedhofes die Mitglieder des Stahlhelms, der Hitler­jugend, sowie die Angehörigen der auf dem Felde der Ehre Gefallenen ein, um Der Toten zu gedenken. Nach der An­sprache des katholischen Pfarrers, Herrn Ort, sprach der Stahlhelmkamerad Herr Rektor Demel, welcher es ver­stand, in tief zu Herzen gehenden Worten diese Stunde zu einer echten Deutschen Weihestunde zu gestalten. Kamerad Demel erinnerte die Hinterbliebenen an die hoffnungslosen 2ahre, welche nun hinter uns liegen, und in denen sie Heldentaten unserer Soldaten verspottet werden konnten. Die Frontkämpfer, so schilderte er, haben ihre Kameraden nicht vergeffen und werden sie nie vergessen, denn durch ihren Trw haben uns die Gefallenen eine heilige Aufgabe gestellt: Dafür zu sorgen, daß die kommende Generation mit Stolz auf die Taten ihrer Väter zurückblicken kann. Setzt euch zu Hause hin, so sprach der Redner, holt eure Bilder der Verstorbenen heraus, ihre letzten Briefe und haltet eine stille Stunde der Zwiesprache mit euren Toten. Gebt euch aber nicht mehr einer hemmungslosen, verzweifelten Trauer hin, denn jetzt können wir wieder mit Hoffnung in die Zu­kunft schauen! Endlich sind die letzten Mauern zwischen den einzelnen Schichten des deutschen Volkes gefallen, die letzten trennenden Gräben der Konfessionen und Berufe gefüllt, endlich trägt die blutige Saat der 2 Millionen Gefallenen ihre Ernte. Unter den Klängen 'her SA.-Kapelle senkten sich die Fahnen aller Vereine. 2m Auftrage der Ortsgruppe Dotzheim der NSDAP, legte der Propagandawart Schonherr nach kurzer Ansprache ebenfalls einen Kranz nieder. Mit dem Horst-Wessel- und dem Deutschlandlied klang die Feier aus.

Wiesbaden-Frauenstein.

Zur Heldengedenkfeier waren am Sonntagvormittag auf Dem Frauensteiner Friedhof die SA., SA.-Reserve, Motor- sturm, Stahlhelm, sowie die Angehörigen der Verstorbenen versammelt, um der Gefallenen des Weltkrieges in stiller An­dacht zu gedenken. Die Ansprache hielt Sturmführer Hessenauer aus Wiesbaden.

Wiesbaden-Sonnenberg.

Di« Heldengedenkfeier am Ehrenmal des Friedhofs er­hielt in diesem Jahre ein besonderes Gepräge durch die starke Anteilnahme der Bevölkerung und die Mitwirkung Der poli­tischen Organisationen (Ortsgruppe der NSDAP. NSKOV.). Die GesangvereineGemütlichkeit" undCon­cordia" schufen nach dem Einmarsch der Fahnen unter Vorantritt einer Kapelle und dem Jungvolksspielmannszug weihevolle Einfühlung durch den ChorStumm schläft der Sänger" von Silcher. Pfarrer R o h l hielt hie Gedenkrede, die in der beglückenden Feststellung gipfelte, daß der gewal­tige Einsatz an Opfern durch die Größe des Gewinns gelohnt sei und daß endlichheute die stumme Frage der gefallenen Helden nach demWarum" durch Adolf Hitler und seine Tat beantwortet sei. Für die NSDAP, sprach Ortsgruppenleiter Mitter. Herzliche Worte sand Pg. Müller, NSKOP., für die Hinterbliebenen Der Gefallenen. Vereinsführer Zuber des Krieger- und Militärvereins als dem Veranstalter der Feier fand markig-auftüttelnde Worte für [eine gefallenen Kameraden. Das Lied vom guten Kameraden umschloß Die Anwesenden in stillem Gedenken an die Vergangenheit. Das Deutschland- und das Horst-Weffellied machte die Herzen frei und richtete Den Blick auf Das Morgen, auf das Wollen für di« Zukunft.

Wiesbaden-Bierstadt.

Eine eindrucksvolle Feier zum Gedenken der Gefallenen des Weltkrieges veranstalteten die hiesigen Ortsvereine in Verbindung mit der NSDAP, und ihrer Nebenorganisatio­nen. Um 4 Uhr setzte sich ein großer Zug unter Beteiligung der gesamten Bevölkerung am alten Kriegerdenkmal in Be­wegung, und begab sich zum Heldenhain auf den Friedhof. Mit dem Chora!Jesus meine Zuversicht", nahm di« Feier ihren Anfang. Hierauf hielt Oberlandeskirchenrat Pfarrer Walter die Gedenkrede. Er legte seiner Nede die Worte .^Deutschland muß leben, auch wenn wir sterben muffen", ferner die Worte Friedrich des Großen:Es ist nicht nötig, daß ich lebe, wohl aber, daß ich meine Pflicht tue und die Schillerworte:Wir wollen [ein ein einig Volk von Brüdern", feiner packenden Rede zu Grunde. Der Gesang­vereinFrohsinn", Vierstadt, fang unter der Leitung seines Vizedirigenten Karl Bach,Heilig Heilig ist der Herr", und Schlafe wühl, Freund", hierauf legte Ortsgruppenleiter Löder ein aus Blumen gebundenes Hakenkreuz mit einer Widmung nieder. Mit dem Liede desGuten Äametahen fand die erhebende Feier ihr Ende. Die NSDAP, und die Ortsvereine marschierten dann geschloffen wieder zum alten Kriegerdenkmal, wo der Vorsitzende des Kriegervereins Bierstadt, Lehrer Dietrich, nochmals in einer Ansprache der gefallenen Helden gedachte. Mit dem Horst-Weffel-Lied und Deutschlandliede und einem dreifachen Sieg-Heil lösten sich dann die einzelnen Vereine und Verbände auf.

Wiesbaden-Kloppenheim und Igstadt.

Anläßlich des Volkstrauertages fanden in den beiden Orten gleichfalls Heldengedenkfeiern statt. 2n beiden Orten wurde die Feier durch ein gemeinsam gelungenes Kirchen­lied eingeleitet. Pfarrer Cuntz (Kloppenheim) und Pfarrer W i ck (Igstadt) hielten die Gedächtnisreden. Die eindrucks­volle Feier wurde in beiden Orten durch Liedvorträge der Gesangvereine umrahmt. An den beiden Ehrendenkmälern legten Abordnungen der Stadt Wiesbaden und der Orts­verein Kränze nieder.

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unter Leitung von Chormeister Kuckro und die Eesangs- abteilung Der Post- und Telegraphenbeamten unter Stab­führung von Chormeister Wilhelm Körppen int alten Saal, der MEV.Cacilia" (Ehormeister Petersen) und der M E V.E e r m a n i a" (.Friede"/Fidelio") unter seinem Dirigenten Chormeister Rühl im Rundsaal er­freuten mit deutschen Chören und Volksliedern, di« alle gern gespendeten, freubigen Beifall fanden. Der Höhepunkt der Veranstaltung war die durch ein Erußschießen mit Knallraketen eingeleitete Parkbeleuchtung, di« den Park und das Paulinenschlößchen in märchenhaftem Licht von Rot- und Grünfeuer zeigt«. Die Zeichen der NSVO. und der Deutschen Arbeitsfront, in strahlendem Weitzfeuer, beherrschten eindrucksvoll das zauberhafte Bild. Deutschland- und Horst-Weffel-Lied beendeten den offiziellen Teil Des wohlgelungenen Abends, wobei vor allem Pg. Glaefer als Organisator rühmlichst erwähnt zu werden verdient. Der anschließende Kameradschaftsabend hielt noch viele Gäste in froher Laune lange beisammen.

Aintswaltertagimg der NS.-Hago.

Ansprache des Reichshandwerksführers Schmidt.

Anläßlich einer Tagung der Amtswalter der N S. - Hago, Kreis Wiesbaden, ergriff der Reichshand­werksführer Schmidt, MdR., in seiner Eigenschaft als Eau-Amtsleiter der NS.-Hago das Wort. Er dankte zu- nächstall Denen, die sich in Den 2ahren des Kampfes rückhalt­los für die Idee des Führers eingesetzt haben und den Mittelstand vor dem endgültigen Ruin bewahrten. Der Unterstützung dieser Kampfgefährten danke er es auch, daß ihn das Vertrauen des Führers auf den Posten eines Reichs­handwerksführers gerufen habe. Deshalb sei er ihnen stets verpflichtet, und keine Macht der Erde könne die enge Ver­bundenheit mit ihnen zerreißen. Unser Ziel müsse es sein, nicht etwas zu schaffen, was mit uns ins Grab sinke, son­dern ein Werk zu gestalten, das über all« Zeiten hinaus Bestand habe. Das Geheimnis des Erfolges der Bewegung beruhe in der unbedingten Autorität des Führers, dem feine Gefolgschaft anhänge in unwan­delbarer Treue und steter Opferbereitschaft. 2n diesem nationalsozialistischen Geist müsse auch die Wirt­schaft gestaltet werden. Rach dem Nährstand sei der Hand­werkerstand der erste, der die gesetzliche Grundlage zu seinem Ausbau durch das Gesetz vom 29. 11. 1933 erhalten habe. Es gelte nun, zu beweisen, daß, wie in der Politik, auch in der Wirtschaft das Führerprinzio verwirklicht werden könne. Deshalb gelte es jetzt, die Zügel straff zu nehmen und den Grundstein zu dem Neubaudes Standes fest­gefügt zu legen. Hierbei komme den Amtswaltern der NS.- Hago die Aufgabe zu, die Menschen in dem neuen Geist zu erziehen und eine neue Wirtschaftsmoral zum Durchbruch zu bringen. Die politifche Schulung und Er­ziehung des Mittelstandes zum Führerprinzip sei die Auf­gabe der NS.-Hago, nicht die Regelung der wirtschaftlichen Belange, di« allein vom Reichsstand aus -bearbeitet würden. Als geschlossene Führerschicht müsse die NS.-Hago in der Wirtschaft heraustreten und der neuen Entwicklung den weltanschaulichen Weg zeigen.

Di« Richtzahl der Großhandelspreise stellt sich für den 21, Februar auf 96,2; sie ist gegenüber der Vorwoche unverändert. Die Richtzahlen der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 91,7 (minus 0,2 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 90,4 (minus 0,1 v. H.) und industrielle Fertig­waren 1(4,6 (plus 0,2 v. H.).

Arbeitsteilung zwischen HI. und evangelischer Jugend. 2n Ausführung des zwischen Dem Reichsbischof und dem Rsichsjugendführer geschloffenen Abkommens wurde ent­sprechend Ziffer 4 des Abkommens der Montagnachmittag und der Freitagnachmittag einer jeden Woche dem evange­lischen Jugendwerk für die Betätigung in erzieherischer und kirchlicher Hinsicht zur Verfügung gestellt. An diesen Tagen ist für Di« Betätigung des evangelischen 2ugendwerkes, also notwendigenfalls vorn Dienst der Hitler-Jugend bzw. des Bundes deutscher Mädel Urlaub zu gewähren. Für das Jungvolk und die Jungmädchengruppen gilt das gleiche ent­sprechend für den Montagnachnnttag.

Letzte Derkausstage für Wohlfahrtsbriefmarken. Nur noch bis zum 28. Februar Dauert der Vertrieb der schönen Richard-Wagner-Wohlfahrtsbriefmarken der Reichspost für die deutsche Nothilfe, deren Ertrag zur Linderung der Winternot dient. Ihre postalische Gültigkeit im In- und Auslandspostverkehr endet jedoch erst am 30. Juni 1934. Die Deutsche Nothilfe bittet alle, sich in den letzten Verkaufs­tagen noch einen Vorrat an Wohlfahrtsbriefmarken zu kaufen und die Marken auch in den nächsten Monaten noch zur Frankierung zu verwenden. Die zum zehnjährigen Be­stehen Der Deutschen Nothilfe ausgegebenen Gedenkblätter der Reichspost mit einem Neudruck der vier ersten Wohlfahrts­briefmarken für Die Deutsche Nothilse aus Dem Jahre 1924 werden auch noch nach dem 28. Februar durch die Reichsge- schäftsstell« der Deutschen Nothilfe in Berlin W. 8, Wilhelm- straße 62, unter Nachnahme des Betrages von 3.50 M. je Gedenkblatt zuzüglich Porto versandt, ebenso durch Die Ver­sandstellen für Sammlermarken in Berlin W. 30 und München 2 zu den üblichen Bedingungen.

Die Prämienziehung der Winterhilfslotterie. Die Prämienziehung Der Winterhilfslotterie findet am 15. März 1934 in München statt. Die am 1. März vorgesehene Ziehung für die Serien 125 wird einfachheitshalber ebenfalls mit diesem Termin zusammengelegt, so daß sämtliche 30 Serien, zusammen 150 000 M am 15. März gezogen werden.

Ehestandsdarlehen im Frauenarbeitsdienst. Der Reichsfinanzminister hat zur Frage der Ehestandsdarlehen im deutschen Frauenarbeitsdienst dahin entschieden, daß die Beschäftigung einer Frau als Freiwillige int Arbeitsdienst nicht als Arbeitnehmertätigkeit im Sinne des Gesetzes über Förderung Der Eheschließungen angesehen werden könne. Da­gegen jenen die Führerinnen der Arbeitsdienstlager sowie alle übrigen vertraglich in den Lagern angestellten Per­sonen Arbeitnehmer im Sinne des Gesetzes.

Di« Wiesbadener Deutschkatholische (Freireligiöse) Gemeinde hat sich in Der gestrigen Jahreshauptversammlung mit überwiegender Mehrheit für Den Anschluß an die Deutsch« Glaubensbewegung ausgesprochen und sich damit unter Den Führer, Professor Dr. 2. W. Heuer (Tübingen) gestellt. Die erfolgte Ältestenratswahl ist aus Diesem Grunde nur ein Provisorium und wird durch die Er­nennung eines Wiesbadener Führers abgelöst werden. Die Berichte des Vorsitzenden und Des Rechners wurden wider­spruchslos entgegengenommen. Prediger Erich Schramm gedachte in warmen Worten der fürs Vaterland im Weltkrieg Gefallenen. 2m Zeichen des Winterhilfswerks gibt der Deutschkatholische (Fretteligiöse) Gemeindechor unter Leitung Des Chormeisters Kuckrow im Ordenshaus Plato am Samstag, 3. März, abends 8 llhr ein Konzert, dessen Erlös restlos an die WinterhUfr abgeführt wird.

Einheitlichkeit bei Käse und Butter. Die Reichs­regierung hat eine Reihe von neuen Verordnungen heraus- gebracht, darunter die über die Schaffung einheitlicher Sorten von Käse und Butter. Der Käseverordnung unter­liegen die im deutschen Zollgebiet gewerbsmäßig herge­stellten, fertiggelagerten oder in Den Handel gebrachten Lab- und Sauermilchkäse aus Kuh-, Ziegen- und Schaf­milch einschließlich der Schmelz-, Koch- uni) Zigerkäse. Unter­

schieden wird Der Fettgehalt zwischen 60 uni) 10 Prozent in der Trockenmasse. Vorgeschrieben ist, was als Doppelrahm- und einfache Käse verkauft werden darf. Die Verordnung regelt die Kennzeichnung von Inlands- und Auslandskäse, Verpackung und Gewicht sowie di« Kontrollnummern. Die Butterordnung hält sich in ähnlichem Rahmen. Die Beur­teilung von Butter richtet sich nach der Zahl der Merk­male, die sie für Geschmack, Geruch, Ausarbeitung, Aus-