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Wiesbadener Nachrichten.
Opfert am 11. Februar!
Die Faschingszeit ist da! überall werden Feste und VergaSgnngen veranstaltet. Auch du, deutscher Volks- geuvsse. hast das Recht, dich zu freuen und fröhlich zu fei», wen« du deine Pflicht getan hast. Denke aber daran, daß noch Millionen täglich von Hunger und Kälte bedroht werden, wenn du ihnen nicht hilfst. Jeder vierte Deutsche ist auf die Hilfe des Winterhilsswcrkes angewiesen. Sah deine Volksgenossen nicht im Stich! Wir brauchen nicht Spenden, sondern Opfer. Drei für einen — das ist nicht leicht, aber es geht, wen» jeder tief genug in den Beutel greift. Erhaltet den Notleidenden den Glauben a» ihr Volk! Sorgt dnrch Opfer für ihr tägliches Brot!
Am 11. Februar muh jeder Volksgenosse die P l a k e t t e des Winterhilfswerks tragen. Die drei R-ggen- ähren find das Symbol des täglichen Brotes, das keinem Deutschen fehlen darf. Der 11. Februar wendet sich an de» Opferst»» aller volksbewußte» Deutschen. Rational sei» heißt sozial sein!
Denkt daran am 11. Februar.
Der neue Landesbischof der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen.
Wie das „Wiesbadener Tagblatt" bereits gestern meldete hat der Herr Reichsbischof den Bevollmächtigten der Nassauischen Landeskirche, Lic. Dr. Ernst Dietrich, Wiesbaden zum Landesbischof der Landeskirche Nasfau- Hesssn ernannt.
Mit dieser Ernennung haben die seit September 1933 zuiammengeschlossenen Landeskirchen von Nassau, Hessen und Frankfurt a. M. ein geistliches Oberhaupt erhalten. Landesbischof Lic. Dietrich steht im 37. Lebensjahr. Er ist am 28. Januar 1897, zu Groß-Umstadt im Kreise Dieburg als Sohn des Oberstudienrats Professor Dietrich geboren. Nach Absolvierung des Gymnasiums in Worms besuchte er die Universität in Ei egen. Dort studierte er außer Theologie auch Orientalistik. Am 19. Januar 1920 wurde er ordiniert. Seine erste pfarramtliche Tätigkeit übte der junge Geistliche in der Christuskirche in Mainz aus. Er war dann von 1923—1927 Pfarrer in Wackernheim (Rheinh.). Von 1927—1929 wirkte er als Pfarrer in Alt Barmbeck bei Hamburg. Dann wurde er als Pfarrer an die Marktkirche m Wiesbaden gewählt. Auf ier groghessischen Landessynode zu Mainz am 12. September 1933 wählte man ihn zum B e- vollmächtigten der nassauischen Landeskirche; er wurde damals neben Prälat D. Dr. Diehl als Kandidat für den neuen evangelischen Bischofsstuhl der Landeskirche Nassau-Hessen genannt. Bischof Lic. Dietrich wird einem Beschlug der Synode gemäß, seinen Amtssitz vorerst in D a r m st a d t nehmen.
Während die Frankfurter Landeskirche noch niemals einem Bischof unterstanden hat, ist der nassauischen Kirche der Begriff Bischof nicht unbekannt. Als 1817 die nassauische evangelische Unionskirche durch das Kirchenedikt von 1818 organisiert wurde, leitete sie zunächst ein Generalsuperintendent. Gieße. Als dieser später zurücktrat, erhielt der Generalsuperintendent Müller 1827 den Titel Landesbischof. Seme Nachfolger waren D. I. Ammann (1837), D. Ä. Eh. Heydenreich (1837—1858) und D. D. W. Wilhelmi (1858—1882). Der Titel Landesbischof fiel mit dem Tode Wilhelmis; an seine Stelle trat wieder die alte Bezeichnung Eeneralsuperintendent. — Durch die Neuordnung der kirchlichen Verhältnisse Nassaus 1925 lebte der Titel Landesbischof wieder auf. Pfarrer Kort Heuer, Wiesbaden, wurde als erster mit der Bischofskette betraut, legte dann aber 1933 das Amt nieder. Infolge der Eingliederung der Nassauischen Landeskirche in die große kirchliche Gemeinschaft Nassau-Hessen wurde nunmehr der nass. Bevollmächtigte, Dietrich, der erste Bischof.
In der Landeskirche Hessen war die Amtsbezeichnung „Bischof" bisher nicht üblich. Der höchste Geistliche Hessens führte seither den Titel Prälat.
Die Erteilung der Hochschulreifezeugnisse.
Ein wichtiger Erlaß des preußischen Kultusministers.
Der preußische Kultusminister R u st hat jetzt in Durchführung des Gesetzes gegen die Überfüllung deutscher Schulen und Hochschulen und des Erlasses des Reichsinnenministers für das Land Preußen die Zahl der Abiturienten und Abiturientinnen, denen im Jahre 1934 die Hochschulreife zuerkannt werden darf, auf 10 734 festgesetzt (Darunter 1048 Abiturientinnen) und die Regelung der Zuerkennung der Hochschulreife getroffen.
Nach diesem Erlaß erfolgt die Ausstellung der Hochschulreisezeugnisse im Rahmen der den einzelnen Provinzen ^gewiesenen Zahlen durch den Oberpräsidenten. Nur auf Antrag des Abiturienten hin wird das Hochschulreifezeugnis erteilt. Der Antrag ist mit der Eimvilligungser- klärunq des Erziehungsberechtigten und mit Angabe ' des erwählten Studiums dem Leiter derjenigen Schule einzu- reichen, an der die Reifeprüfung abgelegt werden soll.
Die Anträge werden von den Anstaltsleitern im Anschluß an die bestandene Reifeprüfung an den Oberprä- sidenten weitergereicht. Jedoch hat der Anstaltsleiter unter eigener Verantwortung in jedem Falle zur Frage der besonderen Hochschulreife ausführlich gutachtlich Stellung zu nehmen.
Der Oberpräsident wird von den Anträgen dem z u - ständigen Gauleiter der NSDAP. Kenntnis geben mit der Bitte, etwaige Bedenken gegen die politische Zuverlässigkeit des Antragstellers mitzuteilen.
Den Oberpräsidenten liegt die Sorg« ob, öffentliche und private höhere Lehranstalten angemessen zu berücksichtigen. Eine schematische Unterverteilung auf die einzelnen Lehranstalten ist nicht zulässig. Der Oberpräsident wird vielmehr den besonderen Verhältnissen der einzelnen Schulen Rechnung zu tragen haben und deren Leistungshöhe bei der Verteilung berücksichtigen müssen.
Die Zubilligung der Hochschulreife an Herbstabiturien- ten und Nichtschüler, die während des Jahres 1934 die Reifeprüfung bestehen, wird dabei ebenfalls nicht außer Acht zu lassen sein. Der Erlaß ermächtigt die Oberpräsiden- ten, das Zeugnis der Hochschulreife erst dann zu erteilen, wenn sich ergibt, daß die volle Zahl der zugebilligten Hoch- fchulreifezeugnisse voraussichtlich nicht in Anspruch genommen werden wird.
Stellennachweismöglichkeiten für Kaufmannsgehilfen auch im Januar günstig.
Nach den Beobachtungen der Kaufmännischen Stellenvermittlung des Deutschen Handlungsgehilfen- Verbandes verläuft der Krisenabbau im Beruf der KauMannsgchilfen auch weiterhin normal. Sogar ein all- gemein erwarteter, etwas größerer Zugang neügekündiater Bewerber ist ausgeblieben. Befürchtungen, daß im Dezember, >in..Hinblick auf das Weihnachtsfest, also aus sozialen Gründen zurückgestellte Kündigungen nachträglich im Januar ausgesprochen werden sollten, waren demnach unbegründet. 2m übrigen verteilen sich die wenigen im Januar ausgesprochenen Kündigungen ziemlich gleichmäßig auf Wirtschaftsgebiete und Fachgruppen. Auch sind nirgendswo Massenkündigungen einzelner Betriebe beobachtet worden. Danach sind also Zeichen einer auch nur vorübergehend rückläufigen Entwicklung selbst in der mittwinterlichen, stellenvermittlungsmäßig kritischen Zeit des Jahres nicht erkennbar.
Dem entspricht voll und ganz der eigentliche Stellenvermittlungserfolg im Januar. Aufträge zur Vorlage von Bewerbungspapieren für offene Posten sind immer noch etwa in der Höhe der Vormonate eingegangen. Die Vermittlungsmöglichkeiten waren allerdings wieder stärker behindert durch teilweise unbillige, vereinzelt auch unmögliche Bedingungen hinsichtlich des Alters der in Vorschlag zu bringenden Bewerber. Vranchenmäßig am günstigsten waren die Vermittlungsmöglichkeiten der Maschinen- branche. Für Abschluß- und Jnventurausverkaufsarbeiten wurden Aushilfsstellenangebote in größerem Umfange erteilt als in den Vorjahren. Die mit dem Ziel, Überarbeit zu vermeiden, in den Betrieben streng durchgeführte Kontrolle hat also bereits Erfolge gezeitigt.
— Todesfall. Im Städtischen Krankenhaus zu Wiesbaden verstarb im Alter von 70 Jahren die Witwe des im DeZember 1931 verstorbenen Geheimen Regierungsrat Alfred Wagner, der lange Jahr« (bis nach dem Kriege) Landrat des Rheingaukreises war. Frau Ada Wagner, geb. de Weldige, lebte nach dem Tode ihres Gatten auf ihrem Wohnsitz „Haus Monrepos" in Geisenheim. Lange Jahre war sie Vorsitzende des Vaterländischen Frauenvereins vom Roten Kreuz. Auf wohltätigem Gebiete hat sie sich besondere Verdienste erworben.
— Zusätzliche Sachleistungen aus de» Bedarfsdeckungsscheinen B, können, wie die Städtische Pressestelle mitteilt, noch in beschränktem Umfange, an Unterstützungsempfänger, die bisher nicht bedacht worden sind, gegeben werden. Anträge sind bei den zuständigen Unterstützungsabteilungen des Wohlfahrtsamtes bis spätestens 15. Februar 1934 zu stellen. Die ausgestellten Bezugsscheine müssen bei den zu- gelassenen Verkaufsstellen bis zum Ablauf des 20. Februar 1934 in Zahlung gegeben und von den Verkaufsstellen bis zum 28. Februar 1934 der Markenausgabestelle des Wohlfahrtsamtes, Friedrichstraße 1/3, Zimmer 57, eingereicht werden. '
— Opsersinn des Reichsdahnpersouals. Im Januar 1934 sind von den Bediensteten des Reichsbahndirektions- Lezirks Mainz abgeführt worden: a) für die Spende zur Förderung der nationalen Arbeit 20 385 M., b) für die Winterhilfsspende 27 300 M., zusammen 47 685 M. Ein« größere Anzahl Bediensteter hat außerdem für die Winter- bilfsspende bei den örtlichen Wohlfahrtseinrichtungen erhebliche Beträge gezeichnet.
— Die NS.-Frnuenschast, Ortsgruppe West, hielt gestern abend im Lokal „Zum Anker", Helenenstraße, einen bunten Abend ab. Eine Fülle von Darbietungen machte den Abend für die Anwesenden zu einer wirklich fröhlichen Erinnerung. Besonders dürften gefallen haben die Klaviervorträge von Frau Thomin und Frau Baltes sowie die Gesangsvorträge von Fräulein Ernst. Stimmung brachten auch di« nassauischen Mundartgedichte der Frau von Briel. Besondere Auszeichnung verdiente und erhielt die Ortsgruppenleiterin Frau Gruber, der der narrhallische Orden für besondere Verdienste von Frau von Stiel in launischer Rede verliehen wurde. Ein junger Gast, der einige Mundartgedichte vortrug, gefiel besonders durch seine ausgezeichnete Mimik. Stimmungslieder wurden von den Anwesenden gemeinsam gesungen. Spät erst trennte man sich und schied ungern nach diesem stimmungsvoll verlaufenen Abend.
— Elternabend der Mittelschule am Riederberg. Am sonntag, 4. Februar, fand in der Aula des Lyzeums am Boseplatz der Elternabend der Riedelberg-Mittelschule statt, der sehr gut besucht war.,Er war der Hausmusik gewidmet; es wurden ausschließlich Kompositionen unseres deutichen Melsters Johannes Brahms von Lehrern, Schülern und Schülerinnen der Anstalt vorgetragen. Ein junger Geiger, Eugen Cremer, begleitet von Herrn Walter (Cello), Herrn Herder und Nahm (Klavier) spielte mit vielversprechendem Können drei Stücke für Violine. Herr Hart- manshenn führte in einem trefflichen, volkstümlichen Vortrag die alten und jungen Zuhörer in das Leben und das Werk des bedeutenden Musikers «in. Johannes Brahms hat als Jüngling die rheinische Landschaft durchwandert und später in Wiesbaden seine „Taunussinfonie" geschaffen. Di« Lieblichkeit der Landschaft hat in dem unvergänglichen Tonwerk einen begnadeten Sänger gefunden. Herr Herder trug am Flügel das Intermezzo in E-Dur und die Ballade in D-Moll vor. Eine Reihe entzückender Lieder wurden von den Mädchenchören gesungen. „Der Gärtner," „Die Blümelein, sie schlafen," „In stiller Nacht," „Verstohlen geht der Mond auf" und einige andere kleinere Lieder waren durch Herrn Hartmanshenn sorgfältig einstudiert und wurden klangschön vorgetragen. „Guten Abend, gut Nacht" wurde unter Herrn Walters Leitung stimmungsvoll gesungen. Einige junge Klavierspieler boten ungarische Tänze; zwei Tänze wurden von der kleinen Lydia Bechthold zur Freude der Jugend getarnt Zum Schluß dankte Herr Rektor Kempf allen Besuchern für ihr freundliches Interesse. Er wies darauf hin, daß edle Hausmusik Dienst am Volk ist.
— Erteilte Bavbescheide. In der Woche vom 28. Jan. bis 3. Febr. 1934 wurden von der Städtischen Baupolizei 50 Baugenehmigungen erteilt.
— Beurlaubung von Schäler» zur Erenzlandkundgebuvg des VDA. zu Pftngste». Pfingsten dieses Jahres findet in Mainz und Trier die Haupttagung des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland statt. Mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der diesjährigen Tagung, die als Unterstützung für das Saardeutschtum gedacht ist, und mit Rücksicht auf Sie weite Reise der meisten Teilnehmer, genehmigt der preußische Kultusminister Rust in einem Erlaß, daß die daran teilnehmenden -chüler und Lehrer bis zum 26. Mai dieses Jahves einschließlich beurlaubt werden.
Wiesbadener
Donnerstag, 8. Februar 1934.
Hitler schafft Arbeit!
Weitere Maßnahme» im Reinhard-Programm zur Arbeite beschasfung im Rhein-Main-Gebiet.
Wasserversorgungsanlagen, Main-Taunuskreiz- 1900 Tagewerke.
Aufforstung von 5 Hektar verlassener Haldenfläche Preußische Staats-Forstverwaltung: 450 Tagewerke.
Jnstandsetzungsarbeiten in Schulen, Kirchen und Gemeindehäusern, H e r s f e l d: 3150 Tagewerke.
Jnstandsetzungs- und Ergänzungsarbeiten an öffentlichen Gebäuden in 13 Landgemeinden des Kreises W o r m s- 2810 Tagewerke.
Jnstandsetzungs- und Ergänzungsarbeiten in Rathäusern, Schulen, sowie Lehrerwohnungen verschieden«: kreisangehöriger Gemeinden, Kreis Büdingen: 2860 Tagewerke.
Regulierung des Ringbaches, . Gemeinde Braach: 1500 Tagewerke.
Naheregulierung, Errichtung einer Stützmauer von bei Nahestraß« bis zur Drususbrücke, Stadt Bingen: 3350 Tagewerke.
Längsbedämmung der Nahe, Volksstaat- Hessen: 3333 Tagewerke.
Aufforstung von 9,2 Hektar Ödland, Gemeinde Herb, stein: 1400 Tagewerke.
Erd- und Holzfällerarbeiten zwecks Anlage eines Flug. Hafens im Frankfurter Stadtwald u.dgl.: 300 000 Tagewerke.
— Einlösung von Auslandsnachnahmen. In der Tagespresse ist vor einiger Zeit ein Urteil des Reichsgerichts vom 4. Dezember 1933 (2 D 304/33) mitgeteilt worden, in dem zu der Frage der Einlösung von Auslandsnachnahme» Stellung genommen wird. Aus der Form der Mitteilung ist teilweise der irrtümliche Schluß gezogen worden, die Einlösung einer ausländischen Nachnahme durch den inländischen Empfänger einer Ware gegenüber dem die Nachnahme präsentierenden inländischen Spediteur stelle keim aenehmiaungsbedürftige Handlung dar. Demgegenüber muß I festgestellt werden, daß die hieraus bezüglichen Ausführun- 1 gen in den Urteilsgründen sich auf den Rechtszustand beziehen, der vor Inkrafttreten der 12. Durchführungsverordnung vom 20. Mai 1932 bestand. Das Urteil läßt ober keinen Zweifel darüber, daß nach der jetzt geltenden Devisenverordnung vom 23. Mai 1932 die Einlösung der Nachnahme eine nach § 14 der Devisenverordnung strafbare Handlung darstellt.
— Sind Fahrtkosten zur Arbeitsstätte Werbungskosten? In letzter Zeit sind bei verschiedenen Stellen zahlreiche Be> : schwerden eingelaufen, die erkennen ließen, daß die Frage: j sind Fahrtkosten zur Arbeitsstätte Werbungskosten? seitens 1 einzelner Finanzämter nach eigenem Ermessen beantwortet 4 wird. So ist es vorgekommen, daß Fahrtkosten einfach nicht 4 anerkannt wurden und die erwähnten Stellen Beriefen sich 1 dabei auf ein Urteil des Reichsfinanzhofes. TatsächliM hatte diese Instanz gelegentlich eine Entscheidung getroffen, | die des besseren Verständnisses wegen in ihren wesentlicher^ Sätzen hier folgt. „Wenn ein Steuerpflichtiger seinen Wohr-A sitz freiwillig in einem von seiner Arbeitsstätte entfernt« i Orte nimmt, so kann man nicht sagen, daß die Ausgabe» i für di« Erreichung der Arbeitsstätte durch den Dienst ver> f ankert sind . . . Wenn ein Steuerpflichtiger seinen Wohn- sitz an einem Orte nimmt, in dem üblicherweise die am Ost« - der Arbeitsstätte tätigen Personen nicht mehr zu wohn« s Sn, so ist der Schluß, daß persönliche Beweggründe die - des Wohnortes veranlaßt haben, ohne weiteres <£ | geben und dann sind Fahrkosten keine Werbungskosten." 3e Kreisen der Deutschen Arbeitsfront hat man sich mit dieser ; für alle Steuerpflichtigen sehr wesentlichen Frage LeschÄ- i tigt und weist darauf hin, daß diese Sätze der Reichsfinanz- | Hofentscheidung nur in dem Sinne ausgelegt werde» < können, daß Fahrtausgaben als Werbungskosten anerkannt I werden müssen, wenn der Steuerpflichtige keine Wohnunzs-H änderung vorgenommen hat.
— Zwangsversteigerungen. Zwangsweise versteigert - wurden am hiesigen Amtsgericht folgende Hausgrundstücke: Heßstraße 2/4. Höchstbietende die Hypothekengläubigerin, die Nassauische Sparkasse mit 17 000 M., ohne bestehenbleibender Rechte. Der Zuschlag wurde ausgesetzt. — Hausgrundst« i Frankfurter Straße 13/15. Das Höchstgebot gab ab mW Hypothekengläubigerin, die Nassauische Sparkasse mit 1500® Mark ohne bestehenbleibender Rechte. Der Zuschlag wurde: ausgesetzt. — Erteilt wurde der Zuschlag dem Höchstbietenden auf das Hausgrundstück Schiersteiner Straße 13 dahier 1 Das Höchstgebot hatte mit 52 360 M. Herr Ernst Volpe st,. Wiesbaden, Seerobenstraße, abgegeben.
— Lebensmüde. In einem hiesigen Badhaus versuchte - sich am Mittwochabend ein 20 Jahre alter erwerbsloser Kontorist seinem Leben ein Ende zu setzen. Der junge Man» i hatte zu diesem Zweck Kleesalz eingenommen und sich außer- . dem noch die Pulsader der linken Hand mit einem FlaschrW glasstück geöffnet. Man brachte den Lebensmüden jedoch i noch rechtzeitig ins Krankenhaus, wo er verbunden und ih« der Magen ausgepumpt wurde.
— Strafgefangener entwichen. Der Fuhrmann Wilhelst f Gerhardt, geb. am 12. 12. 1907 zu Wiesbaden, weichst | sich als Strafgefangener in dem hiesigen Landgerichtsgt»^ fängnis befand, ist heute bei der Vorführung entwiche» i Etwaige Angaben über den derzeitigen Aufenthalt des Ger- ’ Hardt werden auf Zimmer 35 der Kriminalpolizei entgegen- : genommen.
— Diebstahl. Am 27. 1. und 28. 1. 1934 wurden in dst j Eeisbergstraße zwei Schilder mit der Aufschrift: „Israelit!- z sches Schwesternheim" gestohlen. Sachdienliche Mitteilungen 1 auf Zimmer 35 der Kriminalpolizei erbeten.
— Fahrraddiebstahl. Am 6. d. M. gegen 19 Uhr wurde vor der Geschäftsstelle der NSDAP., Ortsgruppe West, He»' f rnundstraße 38, ein Fahrrad, Marke „Falte r", gestohlen- ■ Das Fahrrad befand sich in fast neuem Zustand. All« | blanken Teile verchromt, gelbe Felgen, neue Mäntel, tu? : Pumpe, Glocke und Werkzeug nebst einer kompletten elektst' : scheu Lichtanlage. An dem Fahrrad befand sich ein Hak^ ] kreuzwimpel mit einem aufgedrückten Stempel: NSDAP-: Ortsgruppe West. Fabriknummer 196 806. Vor Anka»l wird gewarnt. Zweckdienliche Mitteilungen erbeten a» , die Ortsgruppe West, Hellmundstraße 38 oder an 5*1 Kriminalpolizei Wiesbaden.
— Goldene Hochzeit. Die Eheleut« Aug. Diehl fei«1’ i am 9. Februar ihre goldene Hochzeit. Sie wohnen l**! 36 Jahren im Hause Adlerstraße 57.
— Nassauisches Landestheater. Am Sonntag gelangt '* Erogen Haus zmm ersten Male „Die lustize Wi twe - Operette von Franz Lehar zur Aufführung. Die Inszenierung besorgt Rudolf Weisker, musikalische Leitung: Willy Kraut, Tanz«: Arthur Sprankl, Bühnenbild: Friedrich Schl«""'
